IGMG Offenbach: Bei der Jugendarbeit hinsehen!

Die Mevlana Gemeinde in Offenbach hat ihren Sitz seit Jahren in der Sandgasse in Offenbach. Der Verein gehört der IGMG an, also der „Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş“ (IGMG). Diese schreibt über sich:

Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) ist eine Religionsgemeinschaft. Sie hat das Ziel der Vermittlung und Pflege des islamischen Glaubens, seiner Verwirklichung in allen sozialen Bezügen und der Erfüllung der koranischen Gebote. Darüber hinaus vertritt die IGMG ihre Mitglieder in gesellschaftlichen, sozialen und politischen Angelegenheiten und setzt sich für die Sicherung ihrer Grundrechte ein. […] Heute ist die IGMG eine Gemeinschaft, die der umfassenden Religionsverwirklichung dient und mit ihrer Frauen-, Jugend-, Studierenden- und Frauenjugendorganisation 2.330 Zweigstellen unterhält. Sie ist eine fest etablierte Organisation, die ihre Arbeit in 12 verschiedenen Staaten Europas, sowie in Australien und Kanada durchführt. Sie hat 35 Regionalverbände, 17.000 Mitwirkende und rund 127.000 Mitglieder, die Freitagsgemeinde umfasst 350.000 Personen.

https://www.igmg.org/selbstdarstellung/

Hinsichtlich der Verknüpfung zwischen der IGMG und der Diyanet, der türkischen Religionsbehörde, gab es eine Kleine Anfrage im Bundestag, S. 6:

Nach Angaben der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) sind derzeit 43 Diyanet-Imame in IGMG-Gemeinden beschäftigt. Ebenfalls nach Angaben der IGMG läuft dieses Modell der Beschäftigung aufgrund der schrittweisen Einstellung von Imamen aus einem eigenen  Nachwuchsprogramm aus. Über weitergehende Gründe liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.“

http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/018/1901869.pdf

Keine kleine Organisation also.

Das Hessische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) schreibt in seinem aktuellen Bericht, ab Seite 152:

Zu den Anhängern der Millî-Görüş-Ideologie gehörten der IGMG-Landesverband in Hessen und einige seiner Ortsvereine. Ihre Zugehörigkeit zur Ideologie Erbakans unterstrichen sie zum einen durch gemeinsame Aktivitäten mit der SP, zum anderen führten sie Veranstaltungen mit hochrangigen ehemaligen Funktionären der IGMG durch, etwa im Dezember, als der Ortsverein Limburg ein ehemaliges Mitglied des Vorstands der IGMG-Zentrale in Nordrhein-Westfalen als Gastredner einlud. Die Verehrung Erbakans und seiner Ideologie wurde bereits im Kinder- und Jugendalter gefördert und nahm in den Jugendabteilungen der IGMG in Hessen einen hohen Stellenwert ein. So wurden ideologische Schulungen durchgeführt und bei verschiedenen Veranstaltungen an den Gründer der Bewegung erinnert.

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/content-downloads/Verfassungsschutzbericht%202016.pdf

Die Offenbacher Gemeinde selber stellt sich so dar:

https://www.facebook.com/KgtOff/

In der gestrigen Ausgabe der Offenbach Post wurde bekannt gegeben, dass die Gemeinde einen Neubau plant:

https://www.op-online.de/offenbach/offenbach-moschee-neubau-geplant-9962685.html

Jenseits der berechtigten Frage, woher die Gelder für einen so großen Neubau kommen, die ich hier aber nicht stellen werde, werfen sich aber noch andere Fragen auf. Zum Beispiel die, ob die Jugendarbeit eine integrative oder eine segregative ist (geschlechtergetrennt geht es da sowieso auch jenseits der Gebetszeiten zu; auf den Bildern sind immer nur Jungs zu sehen: Wo sind die Mädchen?). Neben der sicher wertvollen – käme sie ohne Beeinflussung der Kinder und Jugendlichen aus – Betreuung und Sport ist bei der Jugendarbeit aber auch noch anderes im Programm. Hinweise darauf, dass es eher nationalistisch-identitär zugeht, finden sich auf der Facebook-Seite der eigenen Jugendgruppe:

https://www.facebook.com/igmg.offenbach/

Da gehts mal um einen der letzten Sultane:

https://de.wikipedia.org/wiki/Abd%C3%BClhamid_II.

Mal um den Eroberer von Konstantinopel, Mehmet den II. und das osmanische Reich:

Ein wiederholtes Thema:

Mal wird das Grab Erbakans aufgesucht:

Mal das Grab des unbekannten Soldaten aus der Schlacht von Canakkale:

Mal das Märtyrer-Denkmal besucht:

 

Bei aller Geschichtsbeflissenheit:
Man könnte meinen, die reichhaltige und wirklich interessante türkische Geschichte bestünde nur aus Kriegen. Natürlich steht es der Gemeinde frei, ihre Jugendarbeit nach Belieben zu gestalten. Aber ist das das Türkeibild, das Jugendliche verinnerlichen sollen? Ein so nationalistisches Bild? Märtyrertum und Opferkult?

Wenn man ahnt, dass die Ideologie a`la Erbakan mit vermittelt werden könnte, so macht das nicht froh. Zudem kommt die islamistische Komponente, die immer wieder aufscheint.

Das Trio ist zwar bekannt, tritt aber in der Regel nicht zusammen auf:

Der Herr Altingeyik (links) vertritt immer wieder fundamentalistische Haltungen. Die von ihm maßgeblich beeinflußte Islamische Jugend Gießen stand unter Beobachtung des LfV. Herr Johari und Herr Chtaiti sind aus Einrichtungen bekannt, die der Muslimbruderschaft zugeordnet werden können. Zu allen drei Akteuren finden sich Beiträge auf diesem blog.

Der Herr Altingeyik war noch zwei weitere Male da:

und:

Dieses Video wird vom Offenbacher Jugendverband geteilt (es stammt vom Landesjugendverband):

 

Da sind dann einige Größen dabei, die wohl der Jugend als Vorbilder gelten sollen: Neben dem Herrn Erbakan kann man Hasan al Banna, dem Begründer der Muslimbruderschaft, und Malcolm X sehen (neben einem jungen Mann und einem Militär, die wohl ebenfalls als Vorbilder dienen sollen).

In der heutigen FR wird das erwähnt. Ich distanziere mich jedoch explizit von der martialischen Überschrift. Ich „attackiere“ weder Gemeinden oder Personen, sondern weise auf Probleme hin, die andere Akteure im Feld wohl nicht wahrgenommen hatten. Natürlich trägt man den Herrn Erbakan nicht als Medaille am Revers bei Dialogen:

http://www.fr.de/rhein-main/alle-gemeinden/offenbach/offenbach-moschee-neubau-fuer-600-glaeubige-a-1528379

Solche (Vor-)Bilder und solche Akteure in der Jugendarbeit? Das sollte sich die Gemeinde durchaus fragen, sofern sie vielleicht die Betätigungen des Jugendverbandes nicht so recht mitbekommen haben sollte. Da sollte auch einmal über das pädagogische Konzept nachgedacht werden, das Obiges eben auch beinhaltet und ebenfalls die Ausrichtung auf die Milli Görüs. Bei allem sicher schönen, das für die Jugendlichen gemacht wird, ist das jedoch keine ideologiefreie oder -arme, nicht mal vorwiegend religiöse Jugendarbeit. Sondern eine Jugendarbeit, die einen politisch verstandenen Islam befördert und befördern soll. Die nicht integrativ wirkt, sondern sowohl rückwärtsgewandt wie chauvinistisch ist. Für eine gelungene Jugendarbeit sollte man sich anderer Ansätze bedienen, um die Jugendlichen für das hier und heute fit zu machen.

*
https://de.wikipedia.org/wiki/T%C3%BCrkisch-islamische_Synthese

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