Mummenschanz mit Kittel

Gruppe „Muslimische Ärzte Deutschlad“ stellt sich gegen Kinderärzteverband

Eine Gruppe muslimischer Ärzte hat ein Positionspapier veröffentlicht, mit dem sie gegen den Verband der Kinder- und Jugendärzte mobil machen wollen. Hintergrund ist die Debatte um einen Vorstoß aus NRW, in Schulen Kindern bis zur Religionsmündigkeit, mindestens aber im Grundschulbereich, das Tragen eines Kopftuch zu untersagen. Obwohl diese Idee seitens der Politik schon wieder ad acta gelegt wurde, sammelten Gruppen, die der verbotenen Organisation Hizb ut Tahrir nahestehen, Unterschriften und Stellungnahmen für eine Petition. Zur Einordnung, Beitrag vom 15.04.:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/04/15/kampagne-fuer-das-kinderkopftuch-islamistische-akteure/

Und das update, Akteure fallen in Fußgängerzonen auf, vom 14.08.:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/08/14/wertediktatur-in-frankfurt-ruesselsheim-offenbach/

Terre des femmes hatte dazu aufgerufen, die Schule als neutralen sozialen Raum zu erhalten und ein Verbot der religiösen Markierung von Grundschulkindern gefordert:

https://www.tagesschau.de/inland/kopftuch-143.html

Es gibt dazu eine Petition „Den Kopf frei haben“:

https://www.frauenrechte.de/online/themen-und-aktionen/gleichberechtigung-und-integration/kinderkopftuch/3338-terre-des-femmes-unterschriftenaktion-den-kopf-frei-haben

Diese Petition hatte u.a. Dr. med. Thomas Fischbach als Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte e.V. unterstützt:

https://www.frauenrechte.de/online/themen-und-aktionen/gleichberechtigung-und-integration/kinderkopftuch/3338-terre-des-femmes-unterschriftenaktion-den-kopf-frei-haben#weitere-unterstuetzerinnen-des-oeffentlichen-lebens

Dieser Verein hat über 12.000 Mitglieder, worunter sich sicherlich auch viele muslimische Ärzte befinden dürften. Die Argumentation, dass Kinder- und Jugendärzte sich gegen das Kinderkopftuch aussprechen auch aus gesundheitlichen Gründen, könnte viele muslimische Eltern überzeugen.

Heute nun veröffentlichte eine neue Gruppe „Muslimische Ärzte Deutschland“ ein Positionspapier::

 

Das Papier greift konkret den Verband der Kinder- und Jugendärzte an. Mit dieser „Gegendarstellung“ soll suggeriert werden, es gäbe gute Gründe, ein Verbot zurückzuweisen. Das Papier soll, so kann man ahnen, die Ärzteschaft spalten, soll die Ärzte in (glaubensstrenge) Muslime, säkulare Muslime sowie Nichtmuslime unterteilen. Religion soll Thema werden bei muslimischen Ärzten. In dem Papier gibt es u.a. ein Wort, das aufhorchen lässt. „Islamhetzer“. Dieses polarisierende Wort beendet jegliche Diskussion darüber, was vernünftig von einem Arzt mitgetragen werden kann oder nicht. Er stellt medizinische Argumente in einen religiösen Kontext und soll ein Diskussionsverbot religiöser Regeln bewirken. Münden soll das in die Akzeptanz fundamentalistischer Kindererziehung. Alles, was fundamentalistischer Deutung widerspricht, kann übrigens derart polemisch umgedeutet werden.

Doch wer ist diese Gruppe, die sich dem großen Verband entgegenstellt?

Der Facebook-Account ist ganz frisch aufgesetzt:

Die zugehörende Internetseite:

http://musaed.de/ueber-uns/

Im Impressum finden sich der Erstunterzeichner des Positionspapiers, Dr. med. Akan Gül aus Darmstadt und als Verantwortlicher für „Konzept, Webdesign und Umsetzung“ der Herr Kürsat Cifci:

http://musaed.de/impressum/‘

Der Herr Ciftci gibt über sich auf seinem linkedin-Profil an, er sei Marketingchef bei „süssundclever“ in Walldorf:

„suessundclever“ ist diese kleine Firma hier:

https://suessundclever.de/

Quelle: https://suessundclever.de/impressum/, Abruf 31.08.2018

Das ist der Biofood-Versand der Herren Suhaib Raimund Hoffmann und Ali Kil.

Das wiederum sind die beiden Herren, die für „Realität Islam“ die vielen Videos machen, abgerufen vom Facebook-Accout von RI heute:

Der „Marketingchef“ dieser beiden Herren (GbR) macht also auch für die Muslimischen Ärzte Deutschland das Konzept.

Da die Gruppe vorher zumindest m.K. nach nicht in Erscheinung trat, es keinen Verein oder eine ähnliche Organisation zu geben scheint, ist das möglicherweise ganz frisch und eigens für diesen Zweck gemacht. Die letzte Aktualisierung der Internetseite der Muslimischen Ärzte Deutschland bei der denic, worunter denic auch die Einrichtung versteht bzw. das oft identisch ist, ist von Ende Juni dieses Jahres.

Dr. Akan Gül wiederum ist Hausarzt in Darmstadt, die Adresse des „Zusammenschlusses“ ist die angegebene Praxisadresse.

https://praxis-guel.de/impressum/

Und wer ist da wiederum für „Markenentwicklung, Konzept, Webdesign und Umsetzung“ zuständig?
Der Herr Ciftci.
So klein ist die Welt.

Bei den anderen Ärzten wird man persönlich nachfragen müssen, wie sie sich dazu stellen. Man wird sie damit konfrontieren müssen. Und man wird sie fragen müssen, was sie unter „Islamhetze“ verstehen.
Vielleicht ist das aber auch eine Auswertung aus der Unterschriftensammlung – sicher gab es da weitere Angaben. Man sollte also die Hintergründe dieser vermeintlichen Fachattacke David gegen Goliath sehr genau beleuchten. Bis auf Weiteres stehen die bereits bekannten Akteure dahinter. Kittel hin, Kittel her.

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