Evidence: Islamologen auf Süd-West voraus

Junger Verein „Evidence e.V.“ in Stuttgart mit problematischen Akteuren

Der noch relativ junge Verein „Evidence e.V.“ aus Stuttgart ist seit etwa anderthalb Jahren eingetragen. Trotz dieser kurzen Bestehenszeit ist es dem Verein nach eigenen Angaben gelungen, das „Demokratiezentrum Baden-Württemberg“ als „Kooperationspartner“ zu gewinnen:

https://www.evidence-institut.de/referenten/

Das allerdings kann nicht mit rechten Dingen zugehen. In der „Präambel“ finden sich zwar schöne Worte über den Wert der Verfassung, über deren Ethik und Moral:

Die Mitglieder des Vereins “Evidence e.V.” geben sich
– geleitet von der gemeinsamen Überzeugung, der deutschen Verfassung und dem Islam, insbesondere ihrer Moral und Ethik verpflichtet zu sein:
– einig darin,
das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland, die Verfassung der Bundesländer, und das deutsche Recht in seiner Gesamtheit zu befolgen.“

Und weiter:

Bei der Auswahl der Mittel und Wege zur Erfüllung der gemeinsamen Aufgaben des Evidence e.V. werden die islamischen Lehren im Rahmen des Grundgesetzes und im Einklang mit den Gesetzen der Bundesrepublik Deutschland angewendet. Ist ein solcher Einklang nicht gegeben oder bestehen Zweifel daran, so geht die Rechtsordnung der Bundesrepublik Deutschland vor.

https://www.evidence-institut.de/fileadmin/user_upload/PDF/Satzung%20des%20Vereins%20Evidence%20e.V.pdf

Fragt sich immer, wo und bei wem solche Zweifel aufkommen könnten. So mancher ist da ja überaus flexibl und sieht keinen Widerspruch – sofern er nicht darauf angesprochen wird und am besten erst gar keinr die Widersprüche entdeckt. Auch sind die Herrschaften, die im Vereinsregister auftauchen, (noch) weniger bekannt:

Gemeinschaftlich vertretungsbefugt im Vorstand sind:

Herr Phillip Nürk
Frau Hyat Abdul Ghani
Frau Süreyya Simsek-Merdivan
Frau Amaal Misir
Frau Sara Behr

https://www.evidence-institut.de/rechtliches/impressum/

Doch schon in seiner Satzung heißt es unter § 2:

Der Verein strebt zudem nach einer eigenen Einrichtung zur islamwissenschaftlichen und islamologischen Aus- und Weiterbildung für Muslime und Nichtmuslime.

https://www.evidence-institut.de/rechtliches/satzung/

Wenn man denn kundig ist, ist das ein wichtiger und auch oft weiterführender Hinweis, denn dann muss man schauen, wer dies betreibt und ob die Spur nicht nach Wien führt. Völlig offensichtlich wird es dann beim Angebot der Veranstaltungen, Lehrinhalte und vor allem bei dem genaueren Blick auf die Referenten*:

https://www.evidence-institut.de/referenten/

Dr. Amir Zaidan ist ebenso langjährig einschlägig bekannt wie Dr. [Michael Frank Ahmad] Abdurrahman Reidegeld. Zum Herrn Zaidan, der in Wien das „Islamologische Institut“ betreibt, siehe unter anderem:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/08/30/mainzer-huetchenspiele/

Man machte beim „Islamologen-Tag“ 2017 mit:

http://islam.de/28793

https://www.islamische-zeitung.de/von-empoerung-zum-engagement/

Beim Blick in das Video von dem Tag klärt sich wohl auch die Sache mit dem „Kooperationspartner“:

Man beachte bei 1:21 etwa auch unerwartete Besucher: Das sind wohl die Herren Hoffmann und Kil von „Realität Islam“ **:

Quelle: obiges Video

[Bemerkenswert auch die Geschlechtertrennung schon beim Essen.]

Das „Demokratiezentrum Baden-Württemberg“ machte dort wohl schlicht einen Stand. So flott wird Weiterlesen

Weihnachtsspecial: Jinns – gar nicht bezaubernd

Um diese netten und fiktiven Geister soll es heute nicht gehen:

Sondern um die anderen, die von einem fundamentalistischen Reißbrett stammen und die als lebhaft ausgeschmückte Imaginationen dazu diesen sollen, Suggestible weiter zu ängstigen und zu verunsichern..

Der Glaube an Jinns ist eine verbreitete Angelegenheit unter konservativen bis fundamentalistischen Muslimen weltweit*, wobei die Ausgestaltung des Konzepts oftmals lokale Traditionen aufnahm. Der Vorstellung wird also in verschiedenen Ländern und Glaubenstraditionen unterschiedlicher Raum gegeben und unterschiedliches Gewicht beigemessen, wobei es eher im Volksglauben eine Rolle spielt. An einigen Orten gibt es sogar so etwas wie einen Exorzismus, sofern menschliche Handlungen oder z.B. psychische Erkrankungen auf diese angenommenen geisthaften Wesenheiten zurückgeführt werden. Andernorts und bei moderner gestimmten Muslimen spielt das Konzept jedoch eine geringere bis gar keine Rolle mehr.

Bei Fundamentalisten sind jedoch Jinn eine feste Größe, auch wenn man sie angeblich nur nicht sehen und nicht direkt wahrnehmen kann. Wie sie sich denn doch „zeigen“, wird von fundamentalistischen Predigern unterschiedlich dargestellt und erklärt.** Über die eine Vorstellung zu Jinn machen sie sich lustig, während sie andere mit ernstem und getragenem Blick verkünden. Diese Vorstellung ist zwar objektiv betrachtet nicht weniger abstrus, passt aber dann in die eigenen Denkmuster des Betroffenen. Dieses Jahr zu Weihnachten also ein Streifzug durch die Welt der Jinns – in der Sicht fundamentalistischer Akteure.

Hier Hassan Dabbagh*** (imam der Al Rahman-Moschee Leipzig), der Sex mit Jinn (!) für möglich, aber „nicht erlaubt“ hält. Sie könnten „Menschenform“ annehmen:

Man beachte die ehrerbietenden und unterwürfigen Nachfragen der jungen Männer.

Oder Herr Abdellatif Rouali****, ehemals Kopf des dann verbotenen Netzwerks „Dawaffm“ und jetzt Weiterlesen

Bochum: Al Qaradaghi ante portas

Event muslimbrudernaher Kreise und Organisationen in Bochum am 26.12.2018

Für viele islamistische Akteure ist Weihnachten eine willkommene Zeit der allgemeinen Ruhe, um ihrerseits höchst aktiv zu sein. Während salafistische Prediger und ihre Unterstützer-strukturen gerne die Seminarform wählen, auch um Konvertiten ein Alternativangebot zur vielleicht für den Glauben „gefährlichen“ nichtmuslimischen Familienrunde zu bieten*, haben andere Akteure dieses Jahr größere Planungen. So veranstaltet der Islamische Kulturverein Bochum am zweiten Weihnachtsfeiertag sein „5. Jahreskulturtreffen“, zu dem hochrangiger Besuch aus dem Ausland angekündigt ist:

 

Die Unterstützer noch einmal in vergrößerter Ansicht:

Quelle: Veranstaltungsplakat, Abruf 23.12.2018, selbst vergrößerter Bildausschnitt

Zur KT Bank siehe unten *.

Die Veranstaltungsankündigung mit Video:

https://www.facebook.com/events/212107173007532/

Mit Al Qaradaghi ist an dem Tag ein hochrangiger Funktionär in Gremien der Muslim-bruderschaft geladen. Es war bis vor kurzem stellventrender Vorsitzender des European Council for Fatwa and Research (ECFR) und war langjährig, bis dieser abdankte, Stellvertreter von Yusuf Al Qaradawi, einem der wichtigsten Vordenker der Muslimbruderschaft. Man kann vermuten, dass einerseits die Bewegungs-Prominenz teilnimmt und er auch nicht nur diesen einen Termin in Deutschland wahrnimmt.

Al Qaradaghi wird zu „Islamische Rechtsgrundlage der Finanztransaktionen im europäischen Kontext“ referieren. Interessant ist neben dem „Star“ des Tages auch der Titel des Vortrags von Imam Hedi Brik „Entwicklung eines zeitgemäßen Konzeptes für den Übergang in eine islamkonforme Weiterlesen

Leipzig: Linkes Bündnis demonstriert vor Problem-Moschee

Bundesweit erste größere linke Aktion vor Problem-Moschee

Im strömenden Regen fand heute eine Kundgebung gegen Islamismus vor der Leipziger Al Rahman-Moschee statt. Gefordert wurde, dem Verein die Gemeinnützigkeit zu entziehen und am besten mit einem Verbot zu belegen. In einem ausführlichen Aufruf waren die Gründe des Veranstalters, der „Leipziger Initiative gegen Islamismus“, dargelegt worden:

https://www.facebook.com/events/369603310443968/

Trotz des schlechten Wetters und einer angekündigten Gegenaktion eines „Netzwerks gegen Islamfeindlichkeit und Rassismus“ fanden etwa 150 Aktivisten (nach MDR) den Weg vor die Einrichtung. In Grußworten von u.a. Susanne Schröter, Birgit Ebel und Necla Kelek wurde die Notwendigkeit betont, sich vor Menschen zu stellen, die an solchen Orten indoktriniert werden sollen. Diese Kritik wollte die Initiative auch auf die Straße tragen. Nach einem Infostand am 19.12. wurde deshalb die Aktion vor der Moschee geplant. Bilder von der Veranstaltung:

Die Leipziger Al Rahman Moschee ist mit ihrem Imam, dem bundesweit bekannten Hassan Dabbagh, seit etlichen Jahren im Fokus des sächsischen Verfassungsschutzes. Besonders eklatant: Ein Übersetzer, der der Einrichtung zugeordnet werden konnte, bewegte Geflüchtete, wieder nach Syrien zu wollen – als Kämpfer für den IS:

Die Leute waren unter großen Strapazen aus den Kriegsgebieten geflohen und plötzlich wollten sie Weiterlesen

Rheinland-Pfalz: Kardinalproblem mit dem Islamunterricht

Nicht nur Arab Nil und I.I.S. problematisch

Aktuell hat sich der salafistisch beeinflusste Mainzer Verein „Arab Nil-Rhein Verein – Al Nur Moschee e.V“ (kurz Arab Nil) aus einem Mainzer Arbeitskreis einiger der dortigen Moscheevereine zurückgezogen. Der Arab Nil Verein ist zugleich Betreiber einer öffentlich geförderten Kita in Mainz und war über den Arbeitskreis mit organisiert, um auch hinsichtlich des Religionsunterrichts mitzuarbeiten

Für eine weitere Zusammenarbeit beim islamischen Religionsunterricht in Mainzer Schulen hatte das Land gefordert, dass der AKMM den Arab-Nil-Rhein-Verein als Mitglied ausschließt oder den Kontakt ruhen lässt. Das soll aber auch für den Islam-Info-Service gelten, bei dem der Verfassungsschutz ebenfalls Bezüge zur Muslimbruderschaft und zum Salafismus sieht.

http://www.fr.de/rhein-main/mainz-rueckzug-aus-arbeitskreis-der-muslime-a-1632174

Dieser Arbeitskreis setzt sich so zusammen:

Quelle: Seite der Al Nur Moschee, Arab Nil, Abruf 14.12.2018, eigene Markierungen farbig

[Rote Kreuze: Beobachtung durch das LfV, gelbes Kreuz: frühere Beobachtung des Dachverbands IGMG, A MB : Aktionsgeflecht der Muslimbruderschaft, Fragezeichen: mindestens konservativ bis fundamentalistisch]

Hinsichtlich der engen Verknüpfungen I.I.S. und IBIZ siehe:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/08/30/mainzer-huetchenspiele/

Da stellen sich alleine in Mainz schon noch sehr viel mehr Fragen als bislang öffentlich besprochen wurden.

Hinsichtlich des Islamunterrichts des Landes wurden jedoch auch noch mit einigen anderen Akteuren Weiterlesen

Muslimbrüder: Viertel nach Zwölf

Anmerkungen zu aktuellen Stellungnahmen von Verfassungsschützern zur Muslimbruderschaft

Gestern warnte der Leiter des NRW-Verfassungsschutzes, Burkhard Freier, im Kölner Stadtanzeiger noch einmal ausdrücklich vor der Muslimbruderschaft (MB) als einer Bewegung, die letztlich gefährlicher für unser Gemeinwesen sei denn die Salafisten. Muslimbruderstrukturen sind jedoch an vielen Orten nachzuweisen, auch wenn sie meist eher verdeckt agieren. Hinsichtlich der übergeordneten Struktur stellte das Bundesamt für Verfassungsschutz im gleichen Artikel wiedergegeben fest:

Laut dem Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) firmiert die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V.“ (IGD) mit Hauptsitz in Köln als zentrale Stelle des hiesigen MB-Netzwerks. „Mit ihren Bemühungen zur Schaffung eines gesellschaftlichen und politischen Systems auf Grundlage der Scharia (islamische Rechtssammlung) verstößt sie gegen die freiheitliche demokratische Grundordnung“, teilt der Inlandsnachrichtendienst dem „Kölner Stadt-Anzeiger“ mit.

https://www.ksta.de/politik/verfassungsschuetzer-alarmiert-koelner-muslimbruderschaft-gilt-als-extrem-gefaehrlich–31716570

Die Organisationen, die diesem Aktionsgeflecht zuzuordnen sind, übersteigen zahlenmäßig die alten Angaben. Nicht nur die in vielen Kommunen vorhandenen arabischsprachigen Moscheevereine haben oftmals Bezüge, sondern auch viele Arten anderer Vereine, die auf den ersten Blick nicht einmal religiös konnotiert wirken müssen. Oder wer ahnte hinter einem Umweltschutzverein Aktivitäten der MB? Im Eigenmarketing allenfalls anschlußfähig religiös, sind die Bezüge mit Fachkenntnissen jedoch offensichtlich. Das Feld an Organisationen ist also strukturell sehr komplex, bei den Akteuren für den Laien unübersichtlich. Das liegt auch daran, dass Akteure, die die Ideologie verinnerlicht haben, zur Selbstorganisation und Eigeninitiative neigen, dabei aber oftmals eine Doppelstrategie verfolgen. .

Nicht wenige Organisationen und Vereine gründen sich autark, suchen dann aber Anschluß an die Dachverbände oder die Lehrinstitutionen. Parallel gibt es aber auch die „von oben“ gesteuerte Gründung von Unterstrukturen. Der im Focus-Artikel benannte „Fatwa-Ausschuss Deutschland“ ist so eine Unterstruktur (s. dazu Beiträge auf diesem blog ab April 2016, der Konstituierung in der Neuköllner Begegnungstätte, NBS) des „European Council for Fatwa and Research“ (ECFR), einer wichtigen Institution der MB. Vorsitzender war bis vor kurzem Yusuf Al Qaradawi.

Heute im Focus:

Besonders brisant: Die IGD, die sich inzwischen auch Deutsche Muslimische Gemeinschaft nennt, „beeinflusst“ laut den Staatsschützern maßgeblich den Zentralrat der Muslime. Die Dachorganisation mit ihren 35 Mitgliedern und Verbänden sieht sich als Vertreter der 4,4 Millionen Muslime hierzulande.

https://www.focus.de/politik/deutschland/auch-zentralrat-im-visier-der-extremisten-verfassungsschuetzer-muslimbrueder-wollen-deutschland-in-islamischen-gottesstaat-verwandeln_id_10049144.html

Das ist vor allem die Eigenbehauptung, die aber nicht so untypisch ist und von so einigen Strömungen in Anspruch genommen wird. Man vertrete alle Muslime, mindestens aber alle ECHTEN Muslime (die dort mitschwingende Abwertung wird meist nicht hinterfragt). Die IGD ist Gründungsmitglied im ZMD, Vorstandsmitglieder sind hochrangige IGD-Funktionäre.

Im Focus weiter:

Burkhard Freier, Chef der NRW-Verfassungsschützer, geht noch einen Schritt weiter: „Die IGD und das Netzwerk kooperierender Organisationen verfolgen trotz gegenteiliger Beteuerungen vor allem eines: Die Errichtung islamischer Gottesstaaten und in letzter Konsequenz auch in Deutschland.“ Mittelfristig gesehen, warnte Freier, gehe von einer verstärkten Einflussnahme der MB eine weitaus größere Gefahr für die deutsche Demokratie aus, als von der radikal-islamischen Salafisten-Szene, deren militante Protagonisten Terror-Gruppierungen wie Al Kaida oder den „Islamischen Staat“ (IS) unterstützten. Die Gründe für diese Einschätzung sind vielfältig: Zum einen verfügen die Führungsfiguren der Bewegung über einen hohen Bildungsgrad, ferner werden sie großzügig durch Geldgeber von der arabischen Halbinsel unterstützt.

Doch die Unterstützer sind nicht nur ferne Scheichs, Stiftungen und Staaten. Sondern die Unterstützer und Testimonials sitzen mittlerweile auf Bürgermeistersesseln, in Kirchen und in Parlamenten. Ganz Weiterlesen

Urteil Bilal Gümüs

Frankfurter Kammer geht über Forderung der Staatsanwaltschaft hinaus

Der Frankfurter Bilal Gümüs wurde heute nach 20 Hauptverhandlungstagen von der 27. Strafkammer des Landgerichts Frankfurt zu 3 Jahren 6 Monaten Haft verurteilt.  Gümüs, der jahrelang die Logistik für die Verteilungen von Koranen und anderen Materialien auf der Straße verantwortet hatte, wurde vorgeworfen, jungen Männern die Ausreise nach Syrien ermöglicht, erleichtert und angeregt zu haben. Ein 16-Jähriger, in dessen Pläne er verwickelt war, war 2013 ausgereist. Gümüs soll u.a. das Flugticket besorgt haben. Der Frankfurter Junge hatte nachfolgend an Kriegshandlungen in Syrien auf Seiten des IS teilgenommen. Der Junge wurde getötet.

Gümüs war Anfang März dieses Jahres nach langen Ermittlungen festgenommen worden. Pierre Vogel hatte dies seinerzeit als „großen Rückschlag für die Dawa“ (Mission) bezeichnet:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/03/04/pierre-vogel-grosser-rueckschlag-fuer-die-dawa/

Der Prozess hatte am 9. April begonnen:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/04/09/prozessauftakt-bilal-guemues/

Die Staatsanwaltschaft hatte auf 2 Jahre und 6 Monate plädiert, die Verteidigung wollte einen Freispruch erwirken. Die Schuld des Angeklagten sei nicht hinreichend dargelegt.

An vielen Verhandlungstagen war die Familie von Gümüs anwesend, insbesondere auch ein jüngerer Bruder. Bernhard Falk reiste das eine oder andere Mal an, um sich zum Fortgang des Verfahrens zu informieren. Die Mutter des getöteten Jungen war als Zeugin vernommen worden. Bei einer Gelegenheit waren ihr vom Vorsitzenden die übermittelten letzten Worte ihres Sohnes vor ihrer geplanten Aussage mitgeteilt worden. An diesem Tag war ihre Vernehmung nicht mehr möglich, da dieses Vorgehen in der Verhandlung zu Weinkrämpfen der Mutter führte. Weitere Aussagen verdeutlichten jedoch, dass die Familie des getöteten Jungen – letztlich vergeblich – um ihn gerungen hatte. Zu stark war der Einfluß der Gruppe um Gümüs auf den 16- Jährigen.

Neben der engeren Familie waren zur Urteilsverkündung auch mehrere Männer aus der Szene sowie Pierrre Vogel angereist. Ein traditionell gewandeter Glaubensbruder, der häufiger teilgenommen hatte, war die Ablehnung der Ausführungen des Vorsitzenden immer wieder anzumerken. Er lachte vor sich hin.

Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Gümüs bei der Ausreise von Frankfurter Reisegruppen in Weiterlesen