Ansaar International: Ein Düsseldorfer Familienbetrieb

Als Ansaar International Anfang Mai verboten wurde, betraf dies auch ein ganzes Netzwerk anderer Vereine. Die vom Bundesinnenminister als Teilorganisationen bezeichneten Vereine wurden neben Vertrauten wie Änis Ben-Hatira häufig von Personen mit gleichem Familiennamen gegründet, geleitet oder in anderen Vorstandsämtern beeinflusst. Dieses überwiegend in Düsseldorf beheimatete Aktionsgeflecht erscheint in seiner Motivation und Handlungsbereitschaft ungebremst.

Der ehemalige Sitz von Ansaar International in Düsseldorf (Bild: Sigrid Herrmann-Marschall)

Der Verein Ansaar International hatte seinen Sitz in Düsseldorf. Bereits kurz nach der Gründung 2012 geriet er ins Visier des nordrhein-westfälischen Verfassungsschutzes und wurde in den folgenden Jahren immer wieder in dessen Berichten der Salafisten-Szene zugeordnet. Trotzdem konnte der Verein mit seinen Aktivitäten und nach außen getragenen Haltungen, die über den Anschein einer Hilfsorganisation anschlussfähig waren, viele Fürsprecher gewinnen. Darunter waren auch Prominente wie der Fußballer Änis Ben-Hatira. Weniger im Licht der Öffentlichkeit aber standen jene, die um Ansaar International herum ein ganzes Netzwerk aufgebaut hatten.

Öffentlich wahrgenommen wird in der Regel nur Ansaar-Chef Joel Kayser, der unter verschiedenen Namen auftritt. Als Vornamen werden geführt Joel Nicolas Abdurrahman und als Nachnamen Araya, Ayaya, Güzelsoy, Kayser (alles in wechselnder Zusammensetzung) alias Abu Rahma. Kayser war auch von 2017 bis 2019 stellvertretender Vorsitzender des Änis Ben Hatira Help e.V., bis er von einem anderen Düsseldorfer Souhali oder Souhail Kahla abgelöst wurde. Kahla ist im Rahmen einer Handelstätigkeit, die auf Haider Kahla, wohl einen Verwandten, registriert ist, viel unterwegs. Unter dem Namen Nabali, so heißt der Handel, werden „faire“ Produkte vertrieben, oftmals aus „Palästina“.

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