ZMD und MWL: Weitere Kooperationen

In diesem Jahr hat der Zentralrat der Muslime eine weitere Kooperationsvereinbarung mit der Muslim World League unterzeichnet. Was so harmlos klingt, muss – insbesondere aus jüdischer und israelischer Perspektive – näher beleuchtet werden.

Symbolbild

Bereits am 11. Juni hat der Zentralrats der Muslime (ZMD) in der saudi-arabischen Hauptstadt Riad eine weitere Kooperationsvereinbarung mit der Muslim World League (Islamische Weltliga, MWL) unterzeichnet. Wie aus einer Mitteilung des ZMD vom 28. Juni hervorgeht, nahmen dessen Vorsitzender Aiman Mazyek sowie dessen Generalsekretär Abdassamad El Yazidi an der Unterzeichnung teil. Ein weiterer Teilnehmer war der deutsche Botschafter in Saudi-Arabien, Jörg Ranau. „Zu den wichtigsten Punkten der Vereinbarung, zu dessen Verwirklichung sich beide Parteien verpflichtet haben, gehört die Aktivierung der Inhalte der sogenannten ,Makkah Al-Mukarramah Charta‘ in verschiedenen pädagogischen, religiösen und kulturellen Bereichen im Einklang mit den Prinzipien der hiesigen (dt.) Verfassung“, hieß es in der Mitteilung des ZMD weiter.

Was so harmlos klingt, muss – insbesondere aus israelischer Perspektive – näher beleuchtet werden: Bei der MWL handelt es sich um eine Organisation mit Sitz in Saudi-Arabien, die einen globalen Vertretungsanspruch für Muslime gegenüber nichtmuslimischen Gesellschaften erhebt. Dazu teilte die Landesregierung von Mecklenburg-Vorpommern 2017 auf Anfrage hin mit: „Die Islamische Weltliga wurde 1962 in Mekka (Saudi-Arabien) gegründet. Sie ist ein Werkzeug Saudi-Arabiens zur weltweiten Verbreitung des dortigen Islamverständnisses und erfüllt eine entsprechende Funktion innerhalb der saudischen Außenpolitik. Ziel der Islamischen Weltliga ist es, sowohl Andersgläubige zum Islam zu bewegen, als auch Muslime zu ihrem speziellen Islamverständnis zu bekehren. Konkret verbreitet die Islamische Weltliga die wahhabistische Ideologie.“

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