Für den kleinen Hassprediger

Fundamentalistische Erziehung

Islamistische Prediger bieten oftmals nicht nur Videos explizit für Heranwachsende und Erwachsene an, sondern beschäftigen sich auch mit Ratschlägen zur Kindererziehung oder machen gar selber ein „Kinderprogramm“.

Das hat den Sinn, schon von ganz jungen Jahren an die Segregation aufrecht zu erhalten und eine Gegenhaltung zu verfestigen. Der junge Mensch soll sich – in Abgrenzung von der Mehrheitsgesellschaft – zuallererst als Muslim fühlen und sich von den Ungläubigen fernhalten. Einige der Prediger werten nicht nur ab, sondern sagen explizit, man müsse – so als Muslim – Nichtmuslime per se hassen. Der Identitätsaspekt der religiösen Zuordnung soll alle anderen überwiegen. Fatal daran ist, dass nicht nur abgesondert wird, sondern auch eine Gegenhaltung zu dieser Erziehung, eine Emanzipation, ungeheuer schwer wird. Da die Umwelt stark abgewertet wird, ist eine Emanzipation von der elterlichen Linie nicht nur andere Meinung, sondern auch mit (Eigen-)abwertung verbunden: Das Kind „rebellierte“ nicht nur, sondern würde bei fundamentalistischen Eltern zugleich zum schlechtesten Menschen. Insubordination in diesen Dingen ist nicht nur verwerflich, sondern nahezu teuflisch nach Sicht von Fundamentalisten. Bestenfalls wird noch eine herablassende Haltung propagiert: Der Nichtmuslim ist per se dumm und unwissend, während der Muslim per se allen Nichtmuslimen qua religiöse Zuordnung auch intellektuell überlegen ist.

„Erfolge“ einer solchen Erziehung kann man zum Beispiel beim Wuppertaler Jungprediger Saif Eddine Chourak oder auch bei der jungen Messerstecherin aus Hannover, Safia S. (sie stach einen Polizisten nieder aus religiöser Motivation), begutachten. Bei beiden sind die Eltern selber Islamisten.

Bei dem Middle East Media Research Institute (MEMRI) kann man Beispiele auffinden von expliziter Kinderindoktrination. Solche Haltungen kommen jedoch nicht nur über Satellit nach Europa. In GB gibt es von der “Muslim Research and Development Foundation”, einer islamistischen Gruppierung, ein regelrechtes Erziehungsprogramm. In Wien gibt es bereits Probleme mit islamistischen Kindergärten. In Deutschland ist das noch nicht so stark institutionalisiert, aber auch hier gibt es bereits solche Einrichtungen. Eine breitere Präsenz ist nur eine Frage der Zeit und über die Art, wie solche Ersatzangebote öffentlich erheblich mitfinanziert werden, wird dies sogar die öffentliche Hand teilweise tragen.

Bis dahin kann man sich schon einmal anschauen, was sich Islamisten denn so unter Kindererziehung vorstellen. Die Vorträge sind sehr, sehr wortreich und weitgehend unstrukturiert. Den Gehalt muss man mühsam extrahieren. Die Sichtung aller Videos ist zum Gesamtverständnis dieses Beitrags nicht erforderlich, man kann aber einmal in den Sermon hineinhören.

Zunächst Abdellatif Rouali oder „Sheikh Abdellatif“, Ex-Chef des nunmehr verbotenen Dawaffm-Netzwerks, zu dem Thema:

 

Said El Emran alias Abu Dujana, selber Sohn eines Predigers Weiterlesen

Von den Socken

Fundamentalistisch eingestellte bzw. extrem religiöse Personen einiger Weltanschauungen vollziehen zum Teil Rituale, die befremden und die für Außenstehende kaum nachvollziehbar sind. Es werden Opfer dargebracht, Reinigungsriten vollzogen, reliquien angebetet, bestimmte Körperhaltungen eingenommen, an Körpern bleibende Veränderungen vorgenommen, um die verschiedensten Gottheiten gewogen zu stimmen. Der Nachbar, der einer anderen Weltanschauung angehört, findet diese Riten zwar meist seltsam, was ihn aber oftmals nicht dazu bringt, die eigenen Handlungen zu hinterfragen. Jeder meint von sich, die eigenen Maßnahmen zur Angstabwehr seien zweifellos die geeigneteren Handlungen, um der eigenen Gottheit, die allen anderen überlegen und sicher die einzig anbetungswürdige sei, wohl zu stimmen. Dass die Angst wiederkommt, weil jenseits der Vergewisserung durch andere Personen, die die jeweils gleichen Handlungen vollziehen, keine relevante und objektivierbare Rückmeldung zu erwarten ist, fällt auch meist nicht auf. Der Weg aus dieser speziellen Angst, deren Urgrund meist durch die Eltern gelegt wurde nebst der Tradition ihrer Methode zur Abwehr dieser selbstgeschaffenen Angst, führte für viele aber in ein Szenario, das ihnen noch mehr Angst machte: Selbstbestimmung, Freiheit und selber, als Mensch, für Gerechtigkeit sorgen helfen müssen, beansprucht mehr als Sinn und göttliches Strafgericht als vorgegeben anzunehmen und dafür allerlei rituelle Handlungen zu vollziehen.

Ein seltsamer Brauch im fundamentalistischen Islam ist das Sockenstreichen. Erwachsene Menschen lassen sich in epischer Breite darüber aus, ob das Bestreichen der Socken erlaubt sei oder nicht, ob man damit eine Zustand der rituellen Reinheit erhalten könne oder nicht, welche Fristen gälten für das Sockenstreichen und wie diese Socken beschaffen sein müssten. Welche Art Socken wohlgefällig und erlaubt und welche Art Socken das Bestreichen ungültig machten. Ziel dieser Überlegungen ist es, den für das Gebet bedingenden Zustand einer rituellen Reinheit zu erzielen. Ist man nicht im Zustand der rituellen Reinheit im Gebet, verliert dieses seine Gültigkeit, wird vor Gott nach der fundamentalistischen Auslegung nicht anerkannt: Man hat demnach umsonst gebetet. Einige Beispiele:

Muhamed Ciftci, ein problematischer Prediger aus Braunschweig, relativ kurz über Befristung bestrichener Socken:

 

Der Herr Dabbagh, problematischer Prediger aus Leipzig, wie häufig relativ knapp und präzise. Er Weiterlesen

Rechenschaft vor den Kuffar

Vierter Tag der Verhandlung gegen Aria L. vor dem OLG Frankfurt am 17.05.2016

Teil 1: https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/03/schoene-landschaft-mit-viel-blut/
Teil 2: https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/04/ausser-kontrolle/
Teil 3: https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/11/mucke-muckis-und-moschee/

 

Zur Verlesung kommen weitere Auszüge aus der Telekommunikationsüberwachung (TKÜ). Aria L. telefoniert viel und lange zu nächtlicher Stunde. Viel mit Hayat L., die er nach der Rückkehr kennen lernte. Ihr erzählte er auch von der Zeit vor der Ausreise.

Zeitweise bestand bei L. wohl der Plan, gemeinsam mit einem Kumpanen nach Marokko zu gehen, dort einen Laden zu eröffnen. Der Vater werde alles vorbereiten und organisieren. Er sei für das Leben hier nicht geeignet, meint er. Der Plan zerschlägt sich dann.

Es wird im Verlauf deutlich, dass L. viele marokkanische Freunde aus Nador hat. Er sei von den älteren Marokkanern der Moschee, in der er verkehrte, häufig eingeladen worden. Gegessen habe er bei ihnen, aber auch den Kindern Nachhilfe in Mathematik erteilt. Auch Glaube sei ein Thema gewesen. Viel Dawa habe er aber auch mit R. gemacht, habe viel mit den Brüdern von Lies unternommen. [gemeint ist wohl Tunay R. aus Dietzenbach; es wird nicht ganz klar, in welchem Zeitraum das erfolgte, SHM]

Er habe auch viele Vorträge gesehen auf seinem Tablet. Das sei jetzt noch in Syrien, das habe er vergessen. Es seien sehr viele Videos darauf. L. empfiehlt anderen die Vorträge von Abul Baraa und Marcel Krass. Letzterer halte jetzt „undercover“ Vorträge. Gemeint ist wohl die Wohnungsdawa wie sie auch Vogel durchführt, oder die „Seminare“, die er offiziell seinem „Dex-Institut“ zuordnet.

Von der Mekka-Reise im Dezember 2013 kehrt L. in einem desolaten psychischen Zustand zurück. Er Weiterlesen

Krasse Feiertage

Salafistische Prediger und Vordenker legen großen Wert darauf, dass insbesondere Konvertiten übliche Feiertage nicht bei und mit ihren Familien verbringen. Das ist Teil der strategischen sozialen Isolation, um aus familiärer Bindung und feiertäglicher Ruhe und Gesprächen nicht eine Umkehr auf dem fundamentalistischen Weg werden zu lassen. Diese Methode der sozialen Isolation ist bekannt von vielen Sekten und äußerst effektiv: Wenn es dem Menschen schlecht geht oder er einsam ist, findet er nur noch „Brüder“ im sozialen Nahfeld vor. Das ist die mitunter tödliche, feste Umarmung des Totalitarismus. Eines der ersten Opfer ist die familiäre, die menschliche Bindung.

Ostern, Weihnachten und Silvester sollen also nicht gefeiert werden, weswegen man gerne „Alternativen“ anbietet. Seminare, Treffen, gemeinsame Aktionen.

Damit es nicht allzu offensichtlich ist, wird das verschieden begründet. Einige Highlights:

 

Abula Baraa macht klar, dass man seiner Ansicht nach nicht mit am Tisch sitzen darf, wenn Alkohol getrunken wird. Dass man keine Geschenke kaufen darf. Und dass sich ihre Identität aus der Religion ableite (etwas, was er auch Christen unterstellt). Kompromisse seien nicht statthaft, denn das Wort Allahs sei nicht abänderbar oder Gegenstand von Kompromissen. Immerhin schlägt er vor, den Eltern ein anderes Angebot zu machen und an anderen Tagen „etwas Schönes mit ihnen zu unternehmen“).

 

Abdellatif Rouali rät ab, da man bei der Teilnahme an Weihnachtsfeiern als Ungläubiger stürbe.

 

Abou Nagie sieht in der Teilnahme an Weihnachtsfeiern „Shirk“ (Beigesellung, Götzendienst). Das führe direkt in die Hölle, meint er. Auch der frohe Weihnachtswunsch ist verboten, der Besuch bei den Eltern ebenfalls, s.o.

https://de.wikipedia.org/wiki/Schirk

 

Pierre Vogel ist der gleichen Meinung. Man beachte die vielen dicken Bücher, in denen sich Deutungen, Interpretationen und Erläuterungen befinden (so ähnlich wie Gesetz und Kommentare im Juristischen).

 

Abdel Adhim Camous bekundet, dass die Teilnahme generell von den Gelehrten abgelehnt werde. Unterschiedlich werde der Weihnachtsgruß bewertet, der von manchen gebilligt werde.

 

Marcel Krass erklärt Silvester so: Es ist erstens ein Geburtstag. Und zweitens der eines christlichen Papstes. Doppelt verboten und daher nach Krass´Einschätzung „schlimmer als Mord“.
[Nebenbei meint er, dass „dieses Land in den letzten 50 Jahren in ein totales Chaos verwandelt wurde von den Kuffar…]

Abu Dujana:sieht den „Zorn Allahs“ bei Silvester-Feiern insbesondere in den Kirchen herabregnen.

Diese illustre Gesellschaft ist sich also einig: Weihnachtsfeiern und -grüße führen in das persönliche Verderben. Sollte man eindeutig nicht machen. Am besten man ignoriert das oder verbringt die Feiertage in der Gesellschaft der Brüder, um den Glauben zu bestärken.

Einmal umdrehen bitte

Die Leipziger Al-Rahman-Moscheee ist seit Jahren im Fokus der Behörden. Imam ist dort Hassan Dabbagh, der durch Auftritte in TV-Shows wie Maischberger bundesweite Bekanntheit erlangte.

Auch in Leipzig ist man seit einiger Zeit in der „Flüchtlingsarbeit“ engagiert. Dabbagh ist sozusagen der örtliche Filial-Leiter der Salafi Inc.

„Es war Ende September, als sich in der Erstaufnahmeeinrichtung auf der Neuen Messe nahezu täglich Flüchtlinge vor allem aus Syrien und dem Irak bei den Betreuern meldeten und sich nach Rückkehrmöglichkeiten in ihre Heimat erkundigten.[…] Was auffiel: Alle diese Männer hatten zuvor Gespräche mit einem ehrenamtlich im Heim als Dolmetscher tätigen Perser geführt. „Wir haben dann herausbekommen, dass dieser Mann falsch übersetzt und die Flüchtlinge massiv missioniert hat“, erzählt der Betreuer. Der Dolmetscher erhielt Hausverbot, sein Name wurde den Behörden übermittelt. Die fanden bald heraus, dass er zur Leipziger Islamistenszene gehört. Inzwischen lauern die Islamisten vor den Unterkünften, sprechen dort die Flüchtlinge an.“

https://mopo24.de/nachrichten/salafisten-missionieren-fluechtlinge-fuer-heiligen-krieg-leipzig-sachsen-verfassungs-schutz-34989

Jenseits von Hausverboten gäbe es natürlich noch andere Maßnahmen: Man kann ja auch im öffentlichen Raum Umkreis-Verbote aussprechen. Vielleicht sollte man davon Gebrauch. machen, um die Flüchtlinge vor dieser Art der Gehirnwäsche zu schützen, die sie bestenfalls nervt, schlimmstenfalls aber auf einen ganz fatalen Weg leitet. Zunächst für sie selber, aber auch nachfolgend für andere. Wenigstens scheinen die Frauen, zumindest, wenn man Dabbaghs Lehre folgt, sicher:

 

 

Die Männer versucht man jedoch nach wie vor, diese Umtriebe laufen seit etlichen Jahren, anzuwerben.

„Der sächsische Verfassungsschutz hatte schon 2008 vor einem islamistischen Netzwerk gewarnt. Der damalige Behördenchef Reinhard Boos sagte dem ARD-Magazin Fakt, so genannte Salafisten würden in ganz Deutschland jugendliche Moslems anwerben. Im Zentrum des Netzwerks stehe der Imam, der laut Ermittlungen des sächsischen Landeskriminalamtes auch Kontakt mit den Hintermännern der Anschläge vom 11. September 2001 haben soll. Ein Jahr später hieß es in einem vertraulichen Bericht des Landeskriminalamts Sachsen, der Moslem sei Kontaktperson für islamische Extremisten. Er soll demnach unter anderem von Personen, die dem Umfeld von Al-Qaida zugerechnet werden, Geld überwiesen bekommen haben.“

http://www.mdr.de/sachsen/leipzig/verfassungsschutz-will-islamisten-beobachten-100_zc-20d3192e_zs-423b0bc6.html

Hassan Dabbagh ist vernetzt nach Berlin hin in die As Sahaba Moschee (das verlinkte Video ist, wie man an der Kennung „as-sunna“ erkennen kann, von den dortigen Protagonisten produziert). Auch der Imam dieser Moschee, Abul Baraa, ist umtriebig. Er macht regelmäßige Tourneen v.a. in den süddeutschen Raum. In dieser Moschee waren aber auch Reda Sayam und Denis Cuspert, jetzt zwei hochrangige Syrien-Kämpfer, die immer mal wieder für tot erklärt werden, regelmäßig zugange.

Zwischen Dabbagh und Abou Nagie gibt es eine alte Übereinkunft. Wie Abou Nagie einmal in einem Deutsche Welle Interview darlegte, wurde vor etlichen Jahren eine Arbeitsteilung vereinbart: Pierre Vogel und Abou Nagie sollten die Öffentlichkeitsarbeit machen, während Dabbagh und ein Kölner Imam mehr im Stillen wirken sollten.

So still wurde es nicht, immerhin hatte Dabbagh einige TV-Auftritte. Und auch wenn er in einzelnen Videos nur sehr konservativ bis verschroben religiös wirkt (s. blog-Beitrag zur angeblichen Wirkung von Kamelurin), sollte man ihn nicht unterschätzen. Er hat durch seine Art Einfluss auf suggestiblere, v.a. jüngere Muslime.

Alle Wege führen nach Hagen?

Wuppertal und Hagen sind Hochburgen salafistischer Umtriebe, wovon hier schon einige Male die Rede war:

https://vunv1863.wordpress.com/?s=sven+lau

https://vunv1863.wordpress.com/?s=hagen

Im Hagener Lokal „Magrib Grill“ waren diverse Personen der Szene gesichtet worden: Abou Nagie, Sven Lau, Marcel Krass, Bilal Gümüs, erkennbar schon anhand der Werbefotos des Lokals:

https://www.facebook.com/Magrib-grill-919880481402281/timeline/

 

Vor einigen Tagen war nun Abul Baraa in Hagen. Baraa macht ebenfalls deutschlandweite Tourneen durch extremistische Moscheen und Kulturvereine und sucht dabei immer wieder die gleichen Stationen, meist im süddeutschen Raum, auf. Baraa ist auch schon häufiger Thema gewesen:

https://vunv1863.wordpress.com/category/abul-baraa/

Besonders gerne kehrt er in München in der Schöttlstr. 5 ein, wie zuletzt im September.

Nun also in Hagen:

 

 

Herr Baraa zählt zu den Personen, die hinsichtlich der Einordnung der „Kuffar“, der „Ungläubigen“ wenig Blätter vor den Mund nimmt. Man kann ihm ein gewisses Radikalisierungspotenzial nicht absprechen. Die gesellschaftliche Spaltung wird von ihm – er erscheint als ein gefährlicher Demagoge – massiv befördert. Trotz des gewinnenden Lächelns, dass er immer aufsetzt. Dieses Lächeln täuscht jedoch nicht über die bösen Worte hinweg die er gebraucht. Dabei sieht er sich völlig im Recht, diese abschätzigen Worte sind nicht von Bedauern oder gar Reue begleitet. Er sieht sich als Allahs Stattwalter auf Erden und er setzt die letztgültigen Worte nur um. Er führt nur Befehle aus. Er stand länger in engem Kontakt zu Dennis Cuspert alias „Deso Dogg“, Reda Sayam, einem bekannten Terrorismusunterstützer, beide gegenwärtig in Syrien, und auch Hassan Dabbagh, gegenwärtig Leipzig.

In Hagen scheinen beste Bedingungen für die Klientel zu herrschen, denn sonst würde es sich bei überschaubarer Einwohnerzahl nicht derart häufen mit den prominenten Protagonisten.

Der Staatsschutz der Polizei hat die Facebook-Postings des Magrib-Grills registriert. Die Behörde bleibt aber dabei: Es gebe keine aktive Salafisten-Szene in Hagen. Gleichwohl beobachte man nun genau, ob die mehrfache Präsenz der salafistischen Größen in Hagen Auswirkungen auf die Gemeinden habe.“

Imbiss contra Bloggerin – „Sind kein Salafisten-Treff“ | Westfalenpost.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/wp/staedte/hagen/imbiss-contra-bloggerin-sind-kein-salafisten-treff-id10865046.html#plx1135204377

Das sehe ich nach wie vor anders.

Die Hagener sollten einmal den Stadtrat dazu befragen.

Abul Baraa in München: Werbung für den radikalen Islam

Hinsichtlich der Aktivitäten des bundesweit bekannten Hasspredigers Abul Baraa in München war schon Allgemeines neulich geschrieben worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/06/03/munchner-kindl/

Bei diesem aktuellen Besuch hatte er wohl unter anderem zwei junge Menschen alleine in München, alleine in dieser Moschee neu zu seiner Version des Islam bekehrt:

 

 

Die Tournee umfasst auch andere bayrische Städte, übliche Stationen.

Das Video ist ganz frisch eingestellt.

Man sieht, dass etwa 30 Männer anwesend waren. Selbst Kinder werden schon mitgenommen und so frühzeitig an einen radikalen Islam herangeführt. Die Frauen, die in einem getrennten Raum das Geschehen verfolgen können, sieht man nicht. Man sollte davon ausgehen, dass er bei diesem Besuch in der Moschee in der Schöttlstr. 5 etwa 60 Personen erreicht hat.

Dazu kommen dann natürlich später noch die Münchner, die daran nicht teilnehmen konnten oder wollten und sich die Ideen Baraas aus dem Internet zu Gemüte führen.

Das sind Ideen wie  „Die wahren Terroristen sind USA und Israel“. Es gibt auch eine spezielle Sicht zu „Verteidigung“ und „heilige Erde“ u.v.a.m. Der Abfall von Al Kaida durch Baghdadi wird kritisiert. Eine Aya von Allah sei: „Tötet alle in eurer Nähe.“ (im Kriegszustand; mit der Genfer Konvention kann der Herr Baraa demnach auch nicht so viel anfangen im Zweifelsfall):

 

 

Hinzu kommen als Münchner „Problembären“ noch etliche LIES!-Aktivisten. Da gibt es Schnittmengen, aber keine völlige Deckungsgleichheit der Personengruppen.

Mir scheint, dass man in München noch zu entspannt ist hinsichtlich dieser Sachlage. Auch wenn man Aktionismus ablehnen muss: Da muss mehr gemacht werden. Auf der Strasse und in den Moscheen. Da geht auch mehr, man muss nur den politischen Willen haben.

Feindbild Evolutionslehre: Pierre Vogel stammt nicht vom Affen ab!

Nicht, dass jemand behauptet hätte, Menschen stammten direkt vom Affen ab, weswegen er es zurückweisen müsste. Er tut es aber als Teil seiner Darlegungen zur Evolutionslehre. Diese ist kompletter Unsinn für ihn und einige andere.

Viele Strenggläubige lehnen die Evolutionslehre ab. Sie ist mit den alten Texten, in denen meist Schöpfungsmythen, oft sogar mit Zeitangaben, beschrieben werden, nicht kompatibel. Das betrifft die abrahamitischen Religionen besonders, aber auch andere. Die Begehrlichkeiten kreationistischer Evangelikaler im berühmt-berüchtigten „bible belt“ in den USA sind bekannt. Dort versuchen Gläubige immer wieder, den Biologie-Unterricht inhaltlich zu infiltrieren, wenn sie ihn schon nicht verbieten können (was sie am liebsten täten, nur keine Fakten bitte!). Sie möchten neben die Evolutionslehre die biblische Schöpfungsgeschichte stellen, also Meinung gleichberechtigt neben Fakten. Schau zu, Kind, wie du es sortierst! Auch in Hessen gab es vor einigen Jahren übrigens solche Ideen, die aber glücklicherweise rasch ad acta gelegt wurden.

Seitdem sich die Ideen der Prediger Vogel, Lau, Nagie und Co. verbreiten, feiern solche Vorstellungen zur Evolution jedoch auch hier wieder Urständ. In so manchem Klassenzimmer sehen sich Pädagogen mit Schülern konfrontiert, die sich im Netz Tipps vom „Evolutionsbiologen“ Nagie, vom „Zoologen“ Lau, vom „Astrophysiker“ Krass oder vom „Geologen“ Scheich Rouali holen. Sie finden also teilweise keine Schüler vor, denen sie etwas beibringen können und die lernen wollen, sondern Personen, die sich hier „informiert“ haben und schon feste Vorurteile haben:

Abou Nagie erklärt die Welt und erklärt gleich mit, warum die Lehrer „irren“: Das ist von Allah so gewollt. Der hat ihre Sinne „versiegelt“. Die Lehrer haben einen „Verstand kleiner als eine Mücke“. Verflucht sind sie obendrein, Affen und Schweine. Die Muslime hingegen stammen von Adam ab, meint er. Das ergibt eine geschlossene Weltsicht, an die so leicht nichts mehr herandringt. Man kann sich vorstellen, wie die Inhalte eines so abgewerteten Lehrers auch in anderen Fächern angenommen werden.

Der Herr Krass kommt sich sehr schlau vor mit seinen falschen Metaphern. Er verkennt die langen Zeiträume und die chemischen und astrophysikalischen Abläufe. Er wird aber bei seinem Klientel punkten können, denn er ist Ingenieur von Haus aus. Auch er stellt die Lehrer als unwissende Personen dar. Jugendliche, die seinen falschen Vorträgen zuhören, sind wegen der einfachen, falschen Darstellung und der eher mühsamen Widerlegung des Unsinns schlecht zu erreichen. Das brauchte eigentlich Einzelunterricht.

Herr Dabbagh glaubt an Jinn. Der Sinn des Lebens ist die Anbetung. Damit wird klar, dass die Unterwerfung unter die Regeln zentral ist, denn das Leben ist nur Bewährungsprobe. Ein völlig jenseitiger Lebensentwurf.

Er versteht sehr viel falsch und merkt es nicht mal (und verwechselt Darwinismus und Sozialdarwinismus bzw. zieht letzteren heran, um ersteren abzuwerten).

Viele, v.a. türkischstämmige Schüler, beziehen sich auch auf den Kreationisten Harun Yahia. Der ist zwar im wirklichen Leben einer, der sein Innenarchitekturstudium abbrach, fühlt sich aber seit vielen Jahren berufen, Kenntnisloses über Evolution zu verkünden.

Zudem leidet er wohl an einer paranoiden Schizophrenie, was hinsichtlich seiner bunten Aussagen zusätzlich befremdet:

https://www.psiram.com/ge/index.php/Adnan_Oktar

In vielen islamischen Ländern ist die Evolutionslehre im Unterricht nicht regelhaft vorgesehen. Insofern können die hier angekommenen Eltern da auch wenig helfen oder konterkarieren das aus eigener Unkenntnis. Beispiel Marokko:

http://www.maroczone.de/forum/archive/index.php/t-87246.html

Im mittlerweile geschlossenen Extremistenforum Ahluh Sunnah fragten ab und an Schüler nach, wie sie Lehrer am besten „aushebeln“ könnten.

Das wird dann z.T. so diskutiert:

http://islam-forum.info/archive/index.php?thread-6592-5.html

Ein Pädadoge meldet sich hier zu Wort:
„aber ich habe den Eindruck, dass es unter unseren muslimischen Jugendlichen gerade ein Umdenken gibt. Fälscher wie Harun Yahya schüren Zweifel, und zur Zeit stehen bei uns die Salafisten vorm Saturn-Hansa und predigen ihre Weltsicht – und das ist für türkischstämmige Kinder in der Pubertät, die gerade aus verschiedenen Gründen nicht wissen, ob sie Fisch oder Fleisch sind, ziemlich anziehend. Daher ist gerade ein muslimischer Kreationismus auf dem Vormarsch, dem ich gerne etwas entgegensetzen würde.“

http://www.atheisten.org/forum/viewtopic.php?f=5&t=7931

Es ist also keine einfache Aufgabe, zum Teil bereits fehlinformierten Schülern da etwas beizubringen. Denn sowohl der Inhalt als auch die Lehrperson werden abgewertet. Gegensteuern kann man da nur mit mehr naturwissenschaftlichem Unterricht, nicht mit mehr Religionsunterricht. Da solcher Aberglaube und Unsinn nicht singulär im Raum stehen und mit einer antiwestlichen und antiegalitären Weltsicht einhergehen, sind dringend mehr Gegenmaßnahmen erforderlich. Pädagogen müssen fit gemacht werden für diese oft feindseligen Debatten, die man als friedlicher Pädagoge, der eine Klasse über lange Zeit betreut, schwer erträgt. Es darf nicht dahin gehen, dass diese Inhalte vermieden werden.

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Zur Erheiterung noch ein besonders törichter Beitrag von Abul Baraa über Wissenschaft. „In einem Flügel der Fliege ist Krankheit, im anderen ist Heilung.“ Er nimmt das nicht wirklich als Metapher… :

Münchner Kindl

Hinsichtlich der islamistischen Aktivitäten gibt es Schwerpunkte, in denen die Szene jenseits der legalistischen Gruppierungen besonders aktiv ist. Eine der Städte, in der sich die Lage in den letzten Monaten verschlechtert hat, ist auch München. Vor Jahr und Tag wurde ein kleiner LIES-Stand wohl von bosnischen oder albanischen Frauen betrieben. Trotz der LIES!-GmbH im Hintergrund dürfte dieser Stand vom Radikalisierungspotential unterdurchschnittlich gewesen sein. Seit zwei Jahren haben jedoch die jungen Männer übernommen:

Noch aufgenommen von Sabri Ben Abda nebenbei.

Und hier der aktuelle LIES-Stand München vom 10.05.2015:

Lies München 150510

Quelle: fb-Seite „Die wahre Religion“

Man kann erahnen: Da sind auch Konvertiten dabei. Die jungen Muslime werden auch in manchen Moscheen angeworben, die Konvertiten eher in peer groups und auf der Strasse. Nicht zu vergessen das Internet.

Ob Muslim oder Konvertit, ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Das sind Münchner Kinder und Jugendliche. Nicht auf dem Bild, aber auch nicht zu vernachlässigen: beiderlei Geschlechts.

Das ist oben natürlich nur das, was man sieht. Vieles andere sieht man nicht auf der Strasse. Das findet im Hinterhof oder in der Wohnung statt. In München auch in zwei Moscheen (womit München eine unterdurchschnittliche Zahl Problem-Moscheen hätte, wenn es denn stimmt).

Diese Veränderung ist nicht nur durch die Anleitung von Herrn Abou-Nagie zustandegekommen. Es zeigen sich jetzt auch die Folgen jahrelanger, nahezu ungestörter Betätigung anderer Akteure.

Zum Beispiel Abul Baraa. Abul Baraa ist seit etlichen Jahren in der Berliner As Sahaba Moschee aktiv. Dort verkehrten auch Hassan Dabbagh, Reda Seyam und Dennis Cuspert alias Deso Dogg oder seit einiger Zeit umbenannt in „Abu Talha al almani“. Neuer Beruf: International gesuchter Top-Terrorist. Abul Baraa machte und macht regelmäßige Bayern-Tourneen. Ein paar Beispiel-Videos für seine Haltungen:

So war der Herr Baraa 2010 drauf, der Islam wird angegriffen (Westergaard-Preis)

Und so 2011: Muslime verteidigen sich nur gegen Angriffe

Die Auswanderung ist Pflicht (2012)*:

http://www.myvideo.de/watch/8536225/Ist_die_Auswanderung_Hidschra_Pflicht_Ahmad_Abul_Baraa

Keine Freundschaft zu Ungläubigen (2013):

Ungläubige trauern nicht für Muslime etc.  (2014):

In München geht der Herr Baraa seit Jahren immer wieder u.a. in die Gemeinde in der Schöttlstr. 5.

Vor 10 Wochen gab es einen Bericht über Baraas Aktivitäten in Bayern. Dass der BR nun darüber berichtet, ist ja schön, aber auch der BR wurde schon vor Jahren auf diese Tourneen aufmerksam gemacht:

http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/radikaler-salafist-tourt-durch-oberpfalz-100.html

Daraus:

„Laut Bayerischem Verfassungsschutz leben rund 550 Salafisten in Bayern, davon 200 in München. Die Szene gilt dementsprechend als sehr groß. Vieles spricht dafür, dass einige aus München nach Syrien ausgereist sind oder eine solche Reise planen. Insgesamt betrifft das bayernweit 40 Salafisten. […]

Es ist vor allem ein Jugend-Phänomen, das bisher unterschätzt wurde. […]“

Jugend-Phänomen, das klingt eigentlich ganz nett. So wie unerfahren einen über den Durst trinken. Auch wenn das von einigen so eingeordnet wird: Nein, so „nett“ ist das m.M.n. nicht. Nicht alles, was *auch* Jugendliche betreiben, ist ein Jugendphänomen. Die Art, wie das ausgelebt wird, ist bei Jugendlichen vielleicht verschieden und auch die Art der Anwerbung mag anders ablaufen beim Teen. Das mag aktuell auch bei Jugendlichen gehäuft vorkommen. Aber man muss es auch sehen wie eine Sekte UND wie eine politische Strömung. Die Begriffe „Jugend-Phänomen“, „Pop-Kultur“ sind n.m.M. in der Mehrheitsgesellschaft mit den falschen Assoziationen und Konnotationen verknüpft. Das wird dem Phänomen nicht gerecht. Das beruhigt eher zu stark, sorgt für weitere Unterschätzung.

Auch der BR,vom letzten September:

http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/salafismus-muenchen-100.html

Der letzte BR-Bericht vom März hatte offenkundig keine Folgen für den Verein, von Einsicht ganz zu schweigen. Im April war der Herr Baraa denn auch fröhlich wieder vor Ort:

http://heyevent.de/event/rftwurwz3wvaaa/eilmeldung-abulbaraa-kommt-am-24042015

Und die nächste Tour steht an:

„Deutschlandtour im Süden:

Am Freitag den 12.6.15 um 20 Uhr in Regensburg

Am Samstag den 13.6.15 um 15 Uhr in Schwandorf

Am Samstag den 13.6.15 um 20 Uhr in München“

Quelle: http://as-sirat.de/

Der Herr Baraa geht also wieder Menschen fischen in 10 Tagen.

 

 

* Man muss sich wundern, dass der Herr Baraa noch hier ist.

Luft(nummern)hoheit

Kaum ein Bereich ist so privat, so individuell und so persönlich beglückend wie der Bereich der Sexualität. Eine Person, die sich in diesen privatesten Bereich hineinreden lässt, ist auch in sehr vielen weiteren Belangen beeinflussbar. Sie lässt sich schmackhaftes und zuträgliches Essen verbieten. Sie lässt ihren Schlaf stören. Sie beugt sich Gruppennormen, die nicht einleuchtend sind, weil sie Ritualcharakter haben. Im Grunde ist dies eine Art Lackmus-Test: Wer seine elementaren Bedürfnisse beherrschen lässt, ist auch sonst ein guter Untertan. Das muss für das Subjekt und die Gesellschaft nicht schädlich sein (sofern man eine freie Gesellschaft als erstrebenswert erachtet), wenn Platz für die Abweichung bleibt, wenn die Abweichung nicht durch Gruppendruck verhindert wird. Wenn also der mit dem anderen Essen, der mit der anderen Sexualität oder der mit anderen Gewohnheiten nicht stigmatisiert und reglementiert wird, so lange er keinen anderen stört. Das ist bei Gruppen mit religiösen Ansätzen jedoch oft nicht der Fall.

Insofern versuchen alle, die Macht über Religion zu gewinnen trachten, auch und zu allererst den Weg über die Sexualität. Natürlich existieren daneben noch vielerlei Volksmythen, die in dieses Machtspiel eingebunden werden. Kaum zu überbieten in gleichzeitigem Machtanspruch und abergläubischem Unsinn ist ein türkischer TV-Imam, der für Masturbation schwangere Hände im Jenseits herbeiwähnt:

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2015/05/512660/hobby-imam-masturbation-fuehrt-zur-schwangerschaft-der-hand/

Sicher kann man darüber belustigt sein. Auch bietet diese Einlassung reichlich Raum für spannende Fragen. Zentral ist jedoch, dass dieser Herr versucht, anderen durch Angsterzeugung in ihren privatesten Bereich hineinzureden und so Macht über sie auszuüben. Noch unter der Decke nachzuschnüffeln, hat etwas Totalitäres.

Totalitäre Systeme haben die Tendenz, selbst privateste Lebensbereiche zu durchdringen. Dem Individuum soll keine Rückzugsmöglichkeit gegeben werden, kein Moment der Privatheit, der auch immer ein Moment der Individualität ist. Individualität, Privatheit sind gefährlich, weil da selbstständig gedacht und gewollt werden könnte, nicht mehr das, was befohlen wird. Wer sich seiner Individualität berauben lässt, ist Marionette, ist perfekter Untertan. Aus dem Menschen wird ein Zahnrad.

Der Frankfurter Abdellatif Rouali widmet sich denn auch dem Thema Selbstbefriedigung in ausschweifender Länge und Ausführlichkeit. Zwei Stunden, in denen er u.a. darauf abstellt, dass man jungen Leuten keinen Freiraum geben sollte, um diesen „schlechten Gewohnheiten“ nachzugehen.

Onanie-Polizei a la Sheikh Abdellatif.

Er weckt erhebliche Ängste vor Masturbation, schwadroniert über Impotenz, Schwäche, mentalen Abbau, Verlust der Jungfräulichkeit und trockene Haut (!).

Der Prediger Abul Baraa fasst das kürzer zusammen, er kommt mit etwa fünf Minuten aus. Auch er bezeichnet Selbstbefriedigung als verboten:

Zum Ausgleich hält er Sex mit Sklavinnen für legitim.
Ansonsten empfiehlt er Fasten gegen die Gelüste.
Auch in die Beziehung zueinander spielt das hinein:

Ehepaare (andere gibt es erlaubterweise nicht) sollen ihre sexuellen Betätigungen zur Zufriedenheit von Gott ausüben. Das hat schon etwas viktorianisches.

Gott ist also immer mit dabei. Man ist mit einer Frau niemals alleine, nicht mal mit sich selber. Es soll ein ständiges Gefühl der Beobachtung erzeugt werden, das von authentischen Empfindungen entfremdet: Ist diese Freude, dieser Kontakt gottgefällig? Darf ich das wollen, darf ich das machen? Das Belohnungszentrum, eigentlich Ort authentischer Empfindung, soll ausgebootet werden. Die direkte Belohnung, nämlich die über die (evolviert) freudemachende Betätigung, wird verwehrt und ins Jenseits verlagert. Das ist der Ort der Belohnung. Imaginär zwar, aber dafür überbordend in der Fülle der Verheißung. Die Prediger wissen denn auch, wie man dahin gelangt: Durch Gehorsam Gott gegenüber, der doch nur Gehorsamkeit ihnen gegenüber ist. Wie „gut“ also, dass es diese und viele andere Prediger gibt, die ganz genau zu wissen vorgeben, was Gott von den Menschen will. Die bei den Menschen Angst und Unsicherheit erzeugen und diese dann für sich zu nutzen wissen. Das ist der Geist, der aus Menschen Untertanen macht und aus Untertanen im Zweifelsfall gute Soldaten: Nicht fragen, nichts selbst entscheiden, sondern gehorchen. Sogar, wenn es um die Luftnummer geht.