Frauenpower? Ausgepowert!

Der Druck auf Mädchen und Frauen nimmt zu – „Feministinnen“ schweigen

Es waren einmal Frauen, die verbrannten ihre Büstenhalter.* Das war ein symbolischer Akt und er sollte demonstrieren, dass sich Frauen bestimmten Normen nicht unterwarfen. Auch wenn man die Art des symbolischen Akts ein wenig merkwürdig finden kann – es stand ein Gedanke von Freiheit dahinter und von Frauensolidarität. Sozusagen pars pro toto wurde mit dieser Handlung symbolisch die ganze Frau befreit. Ein Zeitdokument von 1968:

 

Von dieser Frauensolidarität in Bezug auf Freiheitsrechte ist mancherorten in diesem Land nur noch wenig zu spüren. Ja, man beschwört die „Frauenpower“ noch, wenn es um mehr Geld für die Arbeit, Seilschaften in Parteien  oder Aufsichtsratsposten geht. Das sind jedoch meistens Luxusprobleme einer Schicht Frauen, die sowieso schon eher kariere- und machtbewußt sind. Zum richtigen Verständnis: Macht muss nichts Schlechtes sein. Man sollte sie aber, insbesondere, wenn man Solidarität in Anspruch nimmt oder genommen hat, nicht nur der eigenen Kaste zuschieben, sollte also den Benefit nicht nur „sich selber“ zuordnen.

Die normale Solidarität unter Frauen funktioniert in einigen Bereichen schlicht nicht mehr. Feminismus zeigt sich oft nur noch beim Kampf um Sprache und andere Petitessen. Alte Muster im Kampf gegen einen männlichen Chauvismus alter Schule, der sowieso nur noch Rückzugsgefechte liefert.

Dem neuen Anti-Feminismus unter religiöser Flagge hingegen setzt man nichts Weiterlesen

Offenbacher Puzzle

Fünfter Tag der Verhandlung gegen Aria L. vor dem OLG Frankfurt am 07.06.2016

Teil 1: https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/03/schoene-landschaft-mit-viel-blut/

Teil 2: https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/04/ausser-kontrolle/

Teil 3: https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/11/mucke-muckis-und-moschee/

Teil 4: https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/17/rechenschaft-vor-den-kuffar/

Da eine Zeugin, eine ehemalige Freundin von Aria L,. trotz Ladung beim letzten Termin nicht erschienen war und auch eine Kontaktaufnahme aus der Verhandlung heraus gescheitert war, ordnete der Richter am 17.05. an, dass die junge Frau zum gestrigen Termin vorgeführt werde. Allen Anwesenden – es waren wenige Personen im Zuschauerraum – schärfste der vorsitzende Richter ein, diesen geplanten Vorführungsversuch nicht weiterzugeben, damit die vorzuführende Person nicht gewarnt werde. Der Vorführungsversuch scheiterte allerdings. Zum nächsten Termin wird noch einmal ein Kontaktversuch unternommen.

 

Die Vernehmung einer Zeugin aus dem Polizeipräsidium Südosthessen war überaus interessant. So stellte die Beamtin die ganz erheblichen Bemühungen ihrer Behörde dar, Aria L. sozial aktionsfähig zu halten. Er galt als Gefährder. Aktuell wird nur ein weiterer Islamist im Zuständigkeitsbereich derart intensiv betreut (man fragt sich allerdings, ob das nicht eigentlich Aufgabe von VPN und nicht des Staatsschutzes ist). In der Spitzenzeit wurden neben Telefonaten bis zu 4 Betreuungstermine pro Woche absolviert. Das ging vom Kurztermin bis hin zur Begleitung auf dem Gang zur Schuldnerberatung, vom Kümmern um einen Paß bis hin zur Arbeitssuche. Der junge Mann hatte völlig sein Leben aus der Hand verloren, kümmerte sich um wichtige Dinge und Post kaum noch. Trainingstermine hingegen habe er wahrgenommen, nachts viele Stunden lang telefonieren können. Seine Kooperativität sei anfangs gut gewesen, habe dann aber nachgelassen. Aria L., das wird deutlich, war trotz intensivster Betreuung immer auf auf der Kippe und wurde trotzdem straffällig. Hinsichtlich des Einbruchs in das Bieberer Pfarrhaus in Offenbach wurde gegen ihn  und mehrere Kumpane ermittelt, auch wegen eines Fundes bei ihm bei einer Hausdurchsuchung. Die Kumpane sind heute auch teilweise abgängig. Das Verfahren wurde aber dann eingestellt.

Insbesondere Beamtinnen gegenüber habe er häufig ein provokantes Verhalten an der Tag gelegt. Die Autorität wurde ständig herausgefordert. Von 2 Schulen sei er wegen Schlägereien „geflogen“. Die Beamtin bedauert, dass Aria L. nicht mehr aus seinem bisherigen Leben gemacht habe; sie meint, da wäre mehr möglich gewesen. Nach der Trennung der Eltern habe er die Schule ganz aufgegeben. An geregelter Arbeit sei nur etwa ein Monat Halbtagsarbeit bekannt, von November bis Dezember 2014.

In einem der Fitness-Studios in Offenbach habe es einen gesonderten Raum gegeben, der von Weiterlesen

Die letzte Unterwerfung

Werbung für die weibliche Genitalverstümmelung von Fundamentalisten und Fundamentalistinnen in den sozialen Medien

Die weibliche Genitalverstümmelung ist ein schwer wiegender Eingriff in die weibliche Sexualautonomie, der weltweit etwa 200 Mio. Frauen unterzogen wurden. Dieser Eingriff ist meist mit relevanten, oft irreversiblen gesundheitlichen Problemen verbunden und führt bei Ausführung unter unhygienischen Bedingungen durch meist weibliche Laienbeschneiderinnen in Entwicklungsländern oftmals auch zum Tod der Mädchen.

Der Artikel 24 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen legt im Text fest, dass Kinder Anspruch darauf haben, vor Traditionen geschützt zu werden, die ihre körperliche Unversehrtheit und Gesundheit beeinträchtigen. Dort heißt es:

(3) Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

https://beck-online.beck.de/?vpath=bibdata/komm/SchmKoKRK_1/KindRechteUeb/cont/SchmKoKRK.KindRechteUeb.a24.htm

Der Berliner Prediger Abul Baraa erteilte schon vor Jahren in Berlin jedoch Unterrichte, die sich mit der weiblichen Genitalverstümmelung auseinandersetzten. Baraa stellt das je nach individuellen anatomischen Gegebenheiten in das Ermessen. Die Frage darf gestellt werden: Wer entscheidet das?
Frauen selber, die nach seiner Lesart nicht einmal eigenständig heiraten dürfen, sicher nicht. Man kann sich gruselige Vorstellungen davon machen, wie medizinisch ungeschulte aber dafür umso mehr religiös indoktrinierte Personen darüber beratschlagen, was dem Mädchen belassen werden darf oder was nach Sunnah entfernt werden sollte (man kann auch berechtigt fragen, wie der Herr Baraa das mit den eigenen Töchtern, wenn er welche hat, hielt):

 

 

Relativ neu ist das Phänomen, dass sich Frauen offen dazu bekennen bzw. selber Werbung dafür machen, die Genitalverstümmelung durchzuführen. Dominiert wurde die Debatte zuvor – wenn Weiterlesen

Offener Brief an die Kölner Oberbürgermeisterin

Sehr geehrte Frau Reker,

die Kölner Exzesse sind um die Welt gegangen. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass Sie sich Ihren Amtseinstieg unter anderen Vorzeichen gewünscht hätten. Nur vom Wünschen alleine wird es jedoch nicht besser.

Aktuell hat sich auch der Imam der Kölner Tauhid-Moschee zu den Vorgängen der Silvesternacht eingelassen. Gegenüber einem russischen Sender stellte er seine Sicht dar, wonach die Opfer selber schuld seien.

Das Statement:
http://ren.tv/…/imam-mecheti-v-kyolne-poyasnil-chto-bezhenc…

Weiterlesen

Der Stoff, aus dem die Übergriffe sind

In der Kölner Silvesternacht war der bislang schlimmste Exzess in Deutschland, in dem die Sicherheit und die Kontrolle des öffentlichen Raumes aufgegeben wurden. Viele weitere Vorfälle an anderen Orten erfolgten nach einem ähnlichen Schema. Es wurden nicht nur Frauen missachtet, sondern auch auf die Anweisungen der Ordnungshüter nicht das Mindeste gegeben. Die Polizei hätte die Ordnung wohl wiederherstellen können, auch in der Mannschaftsstärke vor Ort – hätte dann aber wahrscheinlich von der Dienstwaffe Gebrauch machen müssen. Das wollte man um jeden Preis vermeiden, auch um den Preis, den eigentlichen Auftrag nicht mehr ausüben zu können und Opfer ohne Hilfe zu lassen. Das ist nicht nur ein verheerendes Zeichen in die Zivilgesellschaft, sondern auch in die Polizei hinein.

Diese Entwicklung hat einen Boden, auf dem das gedeihen kann. Eine Politik, die häufig lieber die Blaupause poliert als sich den Realitäten zu stellen. Eine Verwaltung, die das hinnimmt und – man ist in Hierarchien eingebunden – Befehle befolgt, auch wenn sie dem eigentlichen Auftrag etwas zuwiderlaufen. Eine Presse, die teils falsch informiert wurde, teils auch ein wenig die Blaupause schöner und relevanter fand als die Wirklichkeit. Und auch Gruppen, die diese Gemengelage ausnutzten, weil man ihnen seit Jahren zu viele Spielräume lässt. Das fängt an bei den als „Nafri“ bezeichneten Tätergruppen und hört nicht auf bei den radikalen Moscheegemeinden, in denen Frauenbild und Gegengesellschaft vorgegeben und Abwertung und Verachtung für die Mehrheitsgesellschaft und ihre schwächsten, die Frauen, aber auch vermeintlich stärksten, die Ordnungshüter, Repräsentanten propagiert wird. Das hat weniger mit (syrischen) Flüchtlingen oder anderen, die aus akuter kriegsbedingter Not fliehen, zu tun als mit der unkontrollierten Einwanderung aus anderen Gründen als dem temporärem Unterschlupf. Personen, viele von ihnen sind schon länger hier, bilden Gegengesellschaften und die Zuwanderung erfolgt gegenwärtig besonders intensiv in diese Gegengesellschaften. Das hat verschiedene Gründe. Weiterlesen

Die neue Erbsünde

Ein notwendiger Widerspruch

Nach den Ereignissen von Köln gibt es erbitterte Debatten darüber, wie diese einzuordnen sind. Das eine Extrem wird markiert durch die Pauschalisierung, dass alle Muslime, alle Flüchtlinge, am weitestgehenden alle Ausländer so ein Frauenbild hätten. Man muss kaum erwähnen, dass das Humbug ist. Eine grundsätzlich xenophobe, meist klar rassistische Haltung, da an (bis auf die Zugehörigkeit zur Religionsgemeinschaft) Ethnien oder Nationalitäten festgemacht wird, die ein Mensch nicht frei wählen kann. Häufigkeiten von Frauenbildern wegen einer bestimmten zuzuordnenden Sozialisation gibt es trotzdem, das kann man anhand soziologischer Erkenntnisse aus verschiedenen patriarchalen Herkunftsländern festmachen. Die (vernünftige und sachliche) Mitte ist also, klar zu benennen, aber nicht zu pauschalisieren. Das andere Extrem stellt sich durch die Einordnungsversuche dar, dadurch, dass die Taten im Gender-Hintergrundrauschen verschwinden sollen. Das Verhalten der übergriffigen Gruppen wird als qualitativ nichts besonderes dargestellt, denn „deutsche Männer“, ja Männer allgemein seien halt so. Das gipfelt in der Selbstbezichtigung eines jungen Mannes von den Grünen, immerhin Vize in Hamburg, der meinte zur Debatte beitragen zu müssen, dass „alle Männer potenzielle Vergewaltiger“ seien, auch er:

http://www.abendblatt.de/hamburg/article206901503/Gruenen-Vize-Alle-Maenner-sind-potenzielle-Vergewaltiger.html

Das ist entweder banal oder bösartig. Banal, wenn es um die physische Umsetzbarkeit geht. Nur impotente Männer und kleine Jungen sind da außen vor. Ja, Männer sind i.d.R. stärker als Frauen und sie haben einen Penis. Willkommen in der Realität. Bösartig, wenn Gwosdz anderen Männern unterstellt, sie würden sich über die Wünsche von Frauen bei Gelegenheit hinwegsetzen und zwar entindividualisiert und sozialisationsunabhängig in gleicher Weise. Die „Realität“ von Gwosdz ist der Generalverdacht gegen Männer.

Der logische Fehler, dass bei der einen Gruppe Pauschalisierung ganz unzulässig sei, bei einer anderen, viel größeren Gruppe aber völlig akzeptabel, offenbart die intellektuelle Unredlichkeit nur teilweise. Die unredliche Haltung wird dadurch deutlich, dass man Menschen unterschiedlich gewichtet und ihnen im Grunde keine gleichen Rechte (mehr) zusteht unter der Vorspiegelung, genau das abzulehnen. Manche sind gleicher als andere..

Deutlich wird dies u.a. an dem Aufruf

http://ausnahmslos.org/

Für die Verfasserinnen sind nicht nur die Opfer von Köln Opfer, sondern es muss jetzt gleich um alles andere auch gehen – damit die Tätergruppe verschwimmt. Die Schlagrichtung wird noch deutlicher, wenn man weiß, dass die Frau, die die „Aufschrei“-Debatte lostrat, also die völlig belanglose und unwichtige Sache mit Rainer Brüderle in jener Hotelbar, auch hier den Anstoß gab.

 

Das Feindbild ist dort explizit der „weiße, heteronormative Mann“, dessen Neigungen und Taten nicht nur vergleichbar seien. Nein, man spricht ihm pauschal ab, sensibel zu sein. Insbesondere die Einlassungen zu den Medien im Aufruf zeigen auf, wo man hin will: Man will keinen objektiven Blick auf Geschehnisse, sondern den subjektiven Betroffenheitsblick. Medien sollen nicht mehr die Abwägung suchen, sondern sich gemein machen, sie sollen aus der Sicht des Betroffenen seine Sicht der Dinge darstellen. Bemühung um Objektivität war gestern.

Der Aufruf wird u.a. von der Bundesfamilienministerin Schwesig vertreten. Männer scheinen da irgendwie nicht dazuzugehören, zumindest nicht, wenn sie „heteronormativ“ sind. Der normale hiesige Mann ist also im Fokus alleine durch seine physischen Merkmale. Ist der Mann – an den biologischen Realitäten kommen auch Feministinnen nicht vorbei – wenigstens nicht „weiß“, sieht es schon besser aus. Man muss sich wirklich fragen was für eine grundsätzliche Ablehnung dahinter steht, um eine solche Abwertung psychisch kompatibel zu machen. Jeder Mann, der mit den Unterzeichnerinnen zu tun hat, sollte ihnen eigentlich unter die Nase reiben, was für ein unpassendes und fast schon faschistoides Bild sie da von Männern im Allgemeinen und somit auch von ihm haben. Der Mann an und für sich – zumindest, wenn er weiß und „heteronormativ“ ist – als so eine Art Untermensch, als triebgesteuertes Wesen. Männer dürften sich so etwas nicht gefallen lassen. Man hat auch deutlich den Eindruck, dass die Erstunterzeichnerinnen zwar heftig über Männer nachdenken und über sie reden, aber eher weniger mit ihnen. Diese ganzen „Einzelfälle“ an kultivierten, freundlichen und nicht übergriffigen Männern im Umfeld müssten doch eigentlich auffallen… Und erst der eigene: one in a billion… Tut es aber diesen „besseren Menschen“ anscheinend nicht. Petitesse am Rande ist, dass auch angemahnt wird, dass mediale „Berufswege vor allem Menschen mit formal hoher Bildung offen“ stehen. Bildung ist also nicht erforderlich für Medienarbeit. Die richtige Gesinnung reicht, wer muss da schon gebildet sein. Die eigene Betroffenheit reicht. Einordnen können für die Rezipienten fällt dann ohne Bildung, also erweiterten Horizont im besten Falle, auch weg. Da tritt dann neben die Männerverachtung auch die Bildungsverachtung. Alles unnötig, Ballst bei der Darstellung subjektiven Empfindens.

Zu besichtigen ist eine sexistische und rassistische Haltung auch hier:

Frauenfrieden jetzt!

In diesem Aufruf werden auch Pornographie und Prostitution gegeisselt. So sehr Zwangsprostitution zu bekämpfen ist, so sehr sollten die Aufrufenden einmal realisieren, dass die freiwillige Vereinbarung zwischen einer Frau und einem Mann sie wenig angeht. Man kann dafür eintreten, dass Prostituierte eine Krankenversicherung etc. haben. Aber das Gewerbe an sich ist frei. Das ist auch gesellschaftlich gut so. Den Damen scheint es nicht klar, dass es nicht wenige Männer gibt, die „in der freien Wildbahn“ real wenig Chancen haben, ihre Sexualität auszuleben, Behinderte z.B. Will man ihnen – Freiwilligkeit vorausgesetzt – dieses verbieten? Was ist mit Frauen, die Männer zeitweise buchen? Auch scheinen die Damen nicht zu wissen – das sieht man schon bei kurzer Recherche – dass sich nicht wenige Frauen sehr wohl völlig freiwillig, nicht an Geld interessiert und mit Spaß vor Männern ausziehen und noch ganz andere Sachen machen. Es gibt entsprechende Portale für Erwachsene. „Pornographie“ findet längst eher privat organisiert und im Internet statt. Das klassische Bild, dass die Damen im Kopf haben, ist schlicht von vorgestern. Auch das soll verboten werden? Menschen die Freude an ihren Körpern verbieten? Erwachsene in ihrem Privatbereich gängeln?

Manche Vokabel bleibt auch im Nebel der feministischen Gedanken halb stecken: Eine „überall sichtbare Entmenschlichung von Frauen“ bleibt diffus. Ist die Abbildung von Frauen schon „Entmenschlichung“? Werden auch Männer in der Rasierwasser-Werbung „entmenschlicht“? Fragen über Fragen. Das gipfelt in der Darstellung „Trotzdem sind ALLE Frauen in der einen oder anderen Form von Diskriminierung und Sexismus betroffen.“

Dem ist deutlich zu widersprechen. Frauen sind nicht das genuine Opfer. Nicht mehr in der Breite in *dieser* Gesellschaft. Das ist auch gut so, aber jetzt schiesst man über das Ziel, Gleichberechtigung etc. hinaus. Schon die Sprachregelungen und -kosmetiken sind völlig unnötige und dekadente Problembeschaffungsmaßnahmen. Diese Opferzuweisung nervt nicht nur, sie ist auch falsch. Dieser Aufruf macht klar, dass alle Männer Täter seien. Es ist eine bizarre Nischenmeinung, dass alle Frauen Opfer und alle Männer Täter seien. Auch Frauen sprechen und handeln übrigens sexistisch nach deren Definition. Die Verfasserinnen dieses Aufrufs sogar explizit. Der Umstand, dass wir biologisch in zwei Geschlechter fallen, kann die Verfasserinnen noch so sehr stören; ihre Sichten werden daran wenig ändern (das ist auch gut so). Es ist wenig zielführend, wenn sie auch allen anderen Menschen die Freude am jeweiligen Geschlecht vermiesen und diese Leibfeindlichkeit und Verbissenheit auch noch für Feminismus verkaufen. Nein: Feminismus will Gleichberechtigung. Nicht mehr, nicht weniger. Der Mann ist Partner, ein Kamerad, nicht Untertan und nicht Untermensch.

Das bislang charakterlich minderwertigste und unanständigste von Journalistinnenseite ist jedoch dieser Artikel im Tagesspiegel:

http://www.tagesspiegel.de/politik/nach-den-uebergriffen-in-koeln-warum-habt-ihr-keinen-respekt/12810330.html

Die beiden Autorinnen stellen zunächst scheinheilig darauf ab, es ginge niemandem um die Opfer. Nur um dann selbst eben diesen Opfern zu unterstellen:

Womöglich sind aber auch Frauen dabei, die gar nicht Opfer geworden sind, sondern aus politischer Überzeugung der Meinung waren, dass die Täter mit Migrationshintergrund oder die Flüchtlinge, die das Chaos auf der Domplatte für sexuelle Übergriffe ausgenutzt haben, abgeschoben gehören. Das hoffen sie womöglich mit einer Anzeige zu beschleunigen.

Das ist der Geist, aus dem Rotherham gemacht ist.

Im Grunde zielt all das darauf ab, den Mann an und für sich unter dem Deckmantel eines überbordenden Feminismus abzuwerten. Es geht um Macht. Um die, zu definieren, für manche auch um politische Macht und um Fördergelder. Es geht darum, die Idee von der Erbsünde gesellschaftsfähig zu machen und zwar die des weißen heteronormativen Mannes. Frauen sind ohne Sünde, Personen, die eine andere sexuelle Orientierung haben, auch und erst recht alle, die „nicht weiß“ sind. Weil der „weiße, heteronormative Mann“ der Feind ist, da er an der (oder noch zu viel) Macht gewähnt wird, gibt es seltsame Allianzen: Der Feind meines Feindes ist mein Freund. Und so tun sich Feministinnen mit Gruppierungen zusammen, die ebenfalls als marginalisiert wahrgenommen werden.

Bei all dem Aktionismus fällt kaum auf, dass manches „Victim Blaming“, also die Zuordnung der Verantwortung für sexuelle Übergriffe beim Opfer fester Bestandteil der Ideologie von „Mitstreitern“ ist. Was dem christlichen Konservativen der Minirock ist, ist dem islamischen Konservativen das nicht getragene Kopftuch. Eine anständige Frau bedeckt sich. Alles andere ist irgendwie Schlampe und daher vielleicht nicht legitimes Opfer, aber doch möglicherweise irgendwie selbst schuld.

Über all diese Dinge denkt man jedoch nicht nach, weil es gegen den gemeinsamen Feind gemeinsam so bequem ist. Sexualfeindlichkeit wird als Anti-Sexismus umgedeutet. Rassistische Inhalte werden durch andere ersetzt, deren Inhalt nur deshalb nicht angemahnt wird, weil er gegen eine Mehrheit gerichtet ist. Läuft.

Das wird diesen „Super-Feministinnen“, den einzig echten wahren selbstempfundenen, noch, das ist absehbar, vor die Füsse fallen. Ein nicht sexistischer und nicht rassistischer Diskurs, eine Bewegung kann daher nur unter Einbindung der freundlichen, nicht sexistischen Männer gelingen. Ob sie weiß sind und mit wem sie ins Bett gehen, darf keine Rolle spielen. Die Haltung dieser Männer zählt, sonst nichts. Wie bei jeder Bewegung für Frauen jemals zuvor. Emanzipation kann nur gelingen MIT den Männern, nicht gegen sie. Die Linie ist zwischen den menschenfeindlichen, übergriffigen Männern und der Gesellschaft zu ziehen, nicht zwischen Männern und Frauen.

Opfer-Regeln für Köln

Die Stuttgarter, Hamburger und Kölner Vorgänge in der Silvesternacht, Raub und sexuelle Übergriffe in größeren Männergruppen, haben es denn doch breiter in die Medien und die internationale Presse geschafft. Sogar die New York Times berichtete nachfolgend. Die Politik greift es auch auf und spricht von ungeheuerlichen Vorfällen. Hinsichtlich der Einordnung ist man sich jedoch noch nicht so sicher. Was heißt das nun?

In Köln gab es heute eine „Krisensitzung“, in der Vorgänge und evtl. Versäumnisse beleuchtet werden sollten. Die Polizei hatte in ihrem Bericht von der Silvesternacht zwar von einer Gruppe von etwa 1000 Personen berichtet. Sexuelle Übergriffe kamen darin jedoch nicht vor. Heute wurde nun ergänzt, dass die Lageeinschätzung wohl falsch war:

http://www.faz.net/aktuell/politik/inland/henriette-reker-sieht-keine-hinweise-auf-fluechtlinge-als-taeter-13998784.html

Man muss sich fragen, wenn die Lageeinschätzung so falsch war und es wohl zu etlichen Übergriffen kam, wie dann von einer ausreichenden Präsenz gesprochen werden kann. Wenn Übergriffe nicht einmal bemerkt wurden, ist „ausreichende Präsenz“ schon die nächste falsche Einschätzung. Polizisten werden nicht wie Tannenbäume nach Fläche berechnet, sondern ob die Aufgaben erfüllt werden konnten, was hier offenkundig nicht der Fall war. Man sollte aufhören, das zu beschönigen.

Sicher muss bei den nun vorliegenden 90 Strafanzeigen geschaut werden, was eine Relevanzschwelle überschreitet. Unter dem Aspekt, dass eine solche Strafanzeige von weiblichen Personen, die meist wissen, dass vor Gericht im Zweifelsfall penibel und peinlich nachgefragt wird, eher nicht erstattet wird bzw. große Hemmungen bestehen, kann man jedoch eine gewisse weitere Anzahl im Hintergrund vermuten. Solche Strafanzeigen werden, zumal sie nicht in einem Beziehungszusammenhang stehen, in dem Falschanzeigen schon mal vorkommen, meist nicht leichtfertig gestellt.

Es wird eine Aufarbeitung geben, die sicher einige Zeit in Anspruch nehmen wird.

Da mit dem Kölner Karneval bereits das nächste Großereignis absehbar ist, haben die Kölner Verantwortlichen auch bereits dieses in ihre Überlegungen einbezogen. Ab diesem Punkt wird es jedoch ebenso weltfremd wie bizarr..

So soll es etwa „Verhaltensregeln“ für junge Frauen und Mädchen geben, „damit ihnen solche Dinge nicht widerfahren“, sagt Reker mit Bezug auf die sexuellen Übergriffe in der Silvesternacht. Es gebe bereits einen Verhaltenskatalog, der nun aktualisiert würde und bald online abrufbar sein wird.

Einen ersten Vorgeschmack gibt es bereits:

Frauen sollen zu Fremden „eine Armlänge“ Distanz halten

http://www.rp-online.de/nrw/panorama/koeln-krisenstab-will-verhaltensregeln-fuer-karneval-aufstellen-aid-1.5669639

http://www.n-tv.de/mediathek/videos/politik/Verhalten-der-Taeter-war-absolut-intolerabel-article16695326.html

 

atoms

Kölner Modell gegen Vergewaltigung im Bild rechts Bild: http://www.chemguide.co.uk/atoms/properties/atradius.html

 

Das wird sicher ein Exportschlager.

Reker und der Kölner Polizeipräsident scheinen die eigenen Berichte nicht gelesen zu haben und auch nicht die aus Hamburg. Da war von Jagden auf Frauen die Rede und Umzingelungen. Reker und Albers scheinen sich so etwas gar nicht vorstellen zu können: Personen, die einen feuchten Kehrricht auf die eigenen Distanzbemühungen geben, sondern trotz Aufforderung und eigenem Abrücken so nah kommen, dass man ihren Atem im Nacken spürt. Eine Armlänge Distanz ist irrelevant, wenn man gejagt wird. Ist man umzingelt auch. Rekers und Albers Tipps hätten – eingehalten – den Opfern ungefähr so geholfen wie der Knoblauch auf der Fensterbank.

Es ist aber mehr als Hilflosigkeit, wenn solche Statements erfolgen: Es ist der alte Minirock im neuen Schnitt: Mädchen, passe dein Verhalten an, dann passiert weniger. Regeln für die Frauen zu machen, heißt Regeln für die Opfer zu machen, weil man die Regeln bei potentiellen Tätern nicht durchsetzen kann. Man macht weitere Regeln für diejenigen, die Regeln einhalten, weil man bei denen, die Regeln nicht einhalten, nicht oder nicht spürbar genug durchgreifen kann. Und natürlich ist das im Vorfeld schwierig. Diese Bankrotterklärung nebst mehr Regeln für die Regelgetreuen hätte man sich aber sparen sollen. Dann lieber ehrlich gesagt: Wir denken noch mal in Ruhe drüber nach, was man zweckmäßig machen kann.

Ich gebe zu, dass das Sicherheitskonzept für den Karneval herausfordernd ist. Was aber Reker und auch Albers dringend begreifen müssen, ist, dass Regeln für den sind, der sie bricht. Bei den Männern, nicht bei den Frauen.

Sonst ist das erste wirklich abschließend Geschaffte der Kölner Karneval.