Kampagne für das Kinderkopftuch – islamistische Akteure

Eine Übersicht zur Kampagne und den Gruppen, die dahinter stehen

Die Landesregierung NRW denkt über ein Verbot des Kinderkopftuchs nach:

Das nordrhein-westfälische Integrationsministerium erwägt ein Kopftuchverbot für Mädchen unter 14 Jahren. Religionsunmündige Kinder dürften nicht dazu gedrängt werden, ein solches Kleidungsstück zu tragen, sagte Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) der „Bild“-Zeitung. „Daher sollten wir prüfen, das Tragen des Kopftuchs bis zur Religionsmündigkeit, also dem 14. Lebensjahr, zu untersagen.“ Jede Frau solle selbstbestimmt entscheiden, ob sie Kopftuch trägt oder nicht. Diese Selbstbestimmung sei bei Kindern jedoch noch nicht vorhanden.

https://www.tagesspiegel.de/politik/integration-und-religion-nrw-loest-kontroverse-debatte-um-kopftuchverbot-fuer-junge-maedchen-aus/21155662.html

Hinsichtlich der religiösen Einordnung äußert sich Prof. Dr. Ucar vom IIT Osnabrück so

Theologe Bülent Ucar stellt klar: Es sei Konsens in allen muslimischen Denkschulen, dass Mädchen vor der Pubertät kein Kopftuch tragen müssen. Er attestiert eine „krankhafte Fixierung“ aller Seiten auf das Thema. […} Aber für ein weitreichendes Verbot sehe ich in Deutschland auch rechtlich keine Basis.

https://www.welt.de/politik/deutschland/article175333784/Islamforscher-Buelent-Ucar-Kopftuch-fuer-kleine-Maedchen-hat-keine-religioese-Basis.html

Bei dem letzten Punkt irrt er allerdings: Das wäre zu formulieren. Ucar ist nun ganz sicher keiner, den man für liberal halten könnte.

Wer sind nun einige der Akteure, die in dieser Frage gezielt Einfluss nehmen und die muslimische Community, die Ummah, mobilisieren wollen?

Der Sprecher des Islamrats, Burhan Kesici, meint zum Thema:

Noch kritischer äußerte sich der Vorsitzende des Islamrats für Deutschland, Burhan Kesici: „Kopftuchzwang und Kopftuchverbot schlagen in dieselbe Kerbe: Beide entmündigen Musliminnen.“ Kesici nannte die Debatte „populistisch, symbolgeladen und inhaltsleer“.

http://www.taz.de/!5496780/

Da fehlt seitens der taz leider wieder die Einordnung, dass Milli Gürüs islamistische Tendenzen hat und deswegen unter Beobachtung steht:

Grund der Beobachtung / Verfassungsfeindlichkeit
Die Umsetzung des „Adil Düzen“-Konzept als Ziel der politischen Bewegung Milli Görüs ist mit den Grundprinzipien der freiheitlichen demokratischen Grundordnung nicht vereinbar. Darüber hinaus treten anti-semitische Einstellungen sowohl in „Adil Düzen“ als auch bei Äußerungen Necmettin Erbakans und einiger Milli Görüs-Funktionäre deutlich zu Tage.

http://www.mik.nrw.de/verfassungsschutz/islamismus/legalistische-organisationen/milli-goerues-bewegung.html

Kesici sollte eigentlich genau wissen, dass gegen den Kopftuchzwang selten vorgegangen wird. Das sind Dinge, denen Mädchen in ihrem sozialen Nahfeld ausgesetzt sind. Sie müssten dieses anzeigen. Das in gleicher Weise zu nennen, wie eine Regel für alle, die genau solche Mädchen schützt, das ist schon ambitioniert.

Dann sind da Hizb ut Tahrir-nahe Portale und Akteure. Die Hizb ut Tahrir ist zwar seit 2003 verboten in Deutschland. In anderen Ländern ist sie das jedoch nicht und stellt in UK sogar eine Partei dar. Das Verbot ändert nichts daran, dass es einige höchst aktive Leute gibt, die das nur anders, neutraler benennen und ungeniert weitermachen. Solche Plattformen heißen zum Beispiel „Generation Islam“ (GI, Sitz bzw. Aktionsschwerpunkt vermutlich Hamburg) und „Realität Islam“ (RI, Sitz bzw. Aktionsschwerpunkt Frankfurt und Mörfelden Walldorf, zu beiden siehe diesen blog). Zusammen haben sie mit ihrer Aktionsform bzw. ihren Followern in dieser Gegenaktion gegen die Planungen NRWs bereits etwa 60.000 Muslime erreicht. Die Zahl der jeweiligen Follower liegt noch erheblich höher (~ 23.000 RI bzw. 65.000 GI). Zusammen sind das ca. 90.000 überwiegend junge Muslime, wobei es Überschneidungen in relevanter Höhe sicher gibt. Es steht allerdings zu befürchten, dass sie über ihre spezielle Mischung aus Ängste schüren, Verschwörungstheorien anheizen und unbekümmerter politischer Chuzpe mit ihren Vorschlägen auch Muslimen erreichen, die nicht dem extremistischen Spektrum angehören. Die Kampagne zielt in die Mitte der jüngeren muslimischen Community.

„Generation Islam“ möchte heute einen „Twitterstorm“ anfachen:

 

Der NRW-Vorstoß wird zum „Islamhass“ umgetextet. Man versucht alles zu vermischen und lügt ungeniert. Das Kinderkopftuch ist mitnichten seit „Jahrzehnten hier vorhanden“. Es wird atemlos eine Verschwörungstheorie gerührt. Man beachte auch, dass bei den Mädchen auf die Biologie abgestellt wird, nicht das Lebensalter. Man verweist auf eine Petition, beschwört die Ummah.

https://www.facebook.com/events/408128686265788/

„Realität Islam“ mobilisiert über Unterschriften: Weiterlesen

Advertisements

Nouman Ali Khan in Deutschland

Veranstaltung in Berlin für den 16.02.2018 ausverkauft

Der US-Prediger Nouman Ali Khan ist eine Art Popstar des fundamentalistischen Islam, der sich insbesondere an junge Menschen im englischsprachigen Raum wendet. Eine eigene Schule, in der er mit einigen anderen lehrt, hat ihren Sitz in den Vereinigten Staaten, aber anscheinend nicht mal eine ordentliche email-Adresse:

https://bayyinah.com/

Er hat international Publikum und seine Veranstaltungen ziehen vornehmlich junge Leute an. Seine Facebook-Seite hat über eine halbe Million Anhänger, seine private sogar über 2 Millionen:

https://www.facebook.com/noumanbayyinah/

Hier auf dem blog war er vor einigen Wochen Thema, weil ein Jugendseelsorger der Berliner Moschee-Gemeinden. die als muslimbrudernah zu bezeichnen sind, ihn als Vorbild bezeichnete:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/12/22/nbs-zurueck-in-die-zukunft-ii/

Aus diesem Umfeld wird die Veranstaltung geplant, das Islamische Jugendzentrum Berlin (IJB) lädt ein:

Das IJB beschreibt sich selbst so [Anschrift entfernt im Zitat, SHM]:

Allgemeine Informationen
Wir sind in den folgenden Moscheen für die Jugendarbeit verantwortlich:
Islamisches Kultur- und Erziehungszentrum (IKEZ),
Interkulturelles Zentrum für Dialog und Bildung (IZDB),
Neuköllner Begegnungsstätte / Darassalam (NBS),
Teiba-Kulturzentrum für Bildung und Verständigung

https://www.facebook.com/pg/IJBeV/about/?ref=page_internal

Das sind die vier Gemeinden, die im Berliner Verfassungsschutzbericht als muslimbrudernah bezeichnet werden (die NBS klagt gegen diese Einstufung gegenwärtig, dies sei der Vollständigkeit halber erwähnt, s. deren Internetseite):

Quelle: Verfassungsschutzbericht des Landes Berlin, 2016, S. 75, https://www.berlin.de/sen/inneres/verfassungsschutz/publikationen/verfassungsschutzberichte/ , Abruf 13.02.2018

Die Veranstaltung – man nimmt 20 Euro Eintritt – ist ausverkauft:

Quelle: https://ijb-ev.de/ , Abruf 13.02.2018

 

Auf der Seite des IJB wird Khan so beschrieben:

Als Sohn eines pakistanischen Diplomaten in Berlin geboren, lebt Ustadh Nouman Ali Khan heute in den USA und ist einer der einflussreichsten muslimischen Persönlichkeiten weltweit. Internationale Bekanntheit erlangte er durch seine herausragenden Lernmethoden, mit denen er Millionen von Muslimen den Qur’an näherbringen konnte. Weiterlesen

Sontra: Konservierte Ehrbegriffe?

Die Sontraer Szene und ihre Verflechtungen nach Göttingen waren auf dem blog schon mehrfach Thema. Vorgestern nun ist es in Sontra zu einem Zwischenfall am Rande dieser Szene gekommen:

Am Sonntag war es gegen 17.30 Uhr auf offener Straße in der nordhessischen Kleinstadt zu einem Streit zwischen zwei Männern gekommen. Wie Zeugen beobachteten, eskalierte die Auseinandersetzung. Ein älterer Mann schoss mehrfach auf den 24-Jährigen und flüchtete zu Fuß.

Wie der HR weiter meldet, ist das Opfer im Umfeld der dortigen Islamisten-Szene zu verorten:

Nach Informationen von hr-iNFO gehört das schwer verletzte Opfer der örtlichen Salafistenszene an. Das Tatmotiv vermuten die Ermittler demnach in einem Familienstreit. Der 24-Jährige soll eine junge Frau aus Göttingen heiraten wollen, deren Eltern jedoch gegen die Verbindung sind – ob wegen seiner extremistischen Einstellung, ist unklar. Der Schütze vom Sonntag soll ein Verwandter der jungen Frau sein.

http://www.hessenschau.de/panorama/familienstreit-war-wohl-grund-fuer-schuesse-in-sontra,schuss-sontra-100.html

Diese lokale Szene setzt sich aus Anhängern von Metin Kaplan und Salafisten zusammen. Ein Gruppenbild:

Quelle: Facebook, Abruf 20.3.2016

Hintere Reihe Mitte der Göttinger Ferhat K., der seit Jahren mit den Sontraer Islamisten gemeinsame Aktionen durchführt. Weiterlesen

Muslimschwester-Strukturen I

Über einige Strukturbildungen der Muslimbruderschaft mit Frauenverbänden

Die islamische Geschlechtertrennung bedingt, dass manche Strukturbildung im islamistischen Bereich, die bei Männern beobachtet werden kann, sich auch als weibliches Spiegelbild auffindet. Es handelt sich, das muss klar dazu gesagt werden allerdings nicht um Bei- und Sonderentwicklungen, getrennte, gesonderte Interessenvertretungen, wie man sie bei Parteien und anderen demokratischen Strukturen vorfindet. Vielmehr handelt es sich um Strukturen, der Frauen so ausschließlich zugeordnet sind wie die Männerstrukturen den Männern. Der Zugang zu Entscheidergremien ist ihnen allermeist völlig versperrt und so sind die Orte, an denen die Entscheidungen getroffen werden, meist reine Männerveranstaltungen. In manchen Gremien, die mit der Mehrheitsgesellschaft Umgang haben, werden sparsam Frauen hineingesetzt; das ist aber meist eher Dekoration. Gemeinsam bestrittene Wahlen, in denen Männer und Frauen sich Männern und Frauen in demokratischen Verfahren stellen; finden sich dort ebenfalls eher nicht. Das ist mehr autoritär, wird von oben bestimmt und die Quotenfrau im Vorstand ist oft eine Multiquotenfrau, d.h. ein weiblicher Multifunktionär, der überall mal hier, mal dort für mehrheitsgesellschaftstaugliche Bilder zu sorgen scheint: Seht an, eine Frau!

Eine solche Aufteilung gibt es bei vielen Strömungen, von den Ahmadiyya bis hin zu den Salafisten. Während bei den Salafistinnen die Frauen eher im Verborgenen wirken (jenseits von z.B.  Nora Illi vielleicht), hat man bei den Legalisten durchaus erkannt, dass Frauen in der Öffentlichkeitsarbeit nützlich sein können. Denn das Vorurteil, dass Frauen weniger fanatisch und weniger problematisch seien als Männer, ist ein echter, da nutzbarer Vorteil.

Die Strukturen der Muslimbruderschaft waren in der männlichen Ausprägung schon vielfach Thema auf diesem blog. Deswegen seien hier einmal die weiblichen Parallel-Strukturen aufgegriffen. Manche Strukturen wie Bildungseinrichtungen werden zwar auch von Frauen genutzt. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis aus gesonderten Kursen gänzlich eigene Einrichtungen werden. Angebote speziell für Frauen gibt es, wenn auch nicht immer so augenfällig wie hier:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/02/27/kostenpflichtige-demuetigung/

Das „European Forum of Muslim Women“ (EFOMW) ist so ein Gremium. Hier im Jahr 2014:

http://www.efomw.eu/

Dieses Treffen fand in Istanbul statt, eine wichtige Person aus dem Männerbereich hatte einen Weiterlesen

Ideologie-Marketing und Realität I: Frauen

Oftmals bestehen bei legalistischen islamischen Verbänden große Unterschiede darin, was zur Mehrheitsgesellschaft hin vertreten wird und dem, was aufscheint, wenn man genauer hinsieht.

Teil I: Frauen

Pünktlich zum Weltfrauentag, dem 8. März, beging man diesen Tag auch im Bundesfrauenministerium. Aiman Mazyek, Vorsitzender des Zentralrats der Muslime (ZMD), hatte wohl eine Einladung erhalten. Man darf fragen: An wen ging das? An den ZMD, an Herrn Mazyek persönlich, an die Frauenbeauftragte des ZMD (ja, der ZMD hat eine, s.u)? Eine solche Einladung bekommt sicher nicht jeder. Aber da man sich so wunderbar zu präsentieren weiß, geht doch was. Es menschelte tüchtig:

Empfang bei der Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig zum #weltfrauentag im historischen Museum in Berlin. Bin mit meiner Familie da gewesen und wir folgten mit kleinen Störungen durch meinen Sohn:) den Worten von Frau Schwesig.

Weiter dazu auf der facebook-Seite von Herrn Mazyek:

https://www.facebook.com/AimanMazyek2?fref=ts

Bilder dazu:

 

Verwiesen wird auch auf einen Text auf Islam.de, wo man ausführt:

Der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) fordert zum heutigen Weltfrauentag noch mehr Einsatz der Politik für Chancengleichheit und Gleichstellung.

Weiter hier (ist aber knapp gehalten):

http://zentralrat.de/28515.php

Ein kurzer Text mit Worten, die gerne gehört werden, sofern sie nicht nur Hülsen sind. Sie stimmen ja auch – bei all den berechtigten Konnotationen – bis auf die Gewichtung, die Frau Dr. Houaida Taraji dort anführt. Frau Dr. Houaida Taraji ist im Vorstand des ZMD und die Frauenbeauftragte. Dr. Taraji war eine zeitlang Vizepräsidentin der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland (IGD), die sich selber im islamischen Niemandsland verortet, jenseits dieser organisatorischen Nebelbomberei jedoch vom Verfassungsschutz als größte Organisation in Deutschland gesehen wird, in der sich Anhänger der Muslimbruderschaft organisieren.

Bei diesen schönen Gelegenheiten wird jedoch nicht erwähnt, wofür man tatsächlich steht. Die Frau Schwesig scheint es nicht zu interessieren, dass der Gast zweierlei erzählt. Ihr das eine. Seiner Community wird durch reines Handeln schon etwas anderes signalisiert. Für sie – als mittelbare Geldgeberin – sind solche schönen Sachen gedacht wie „Safer Spaces: Respekt & Teilhabe„. Das hört sich ganz wunderbar an. Besonders für SPD-Ohren. Das ist wie abgeschrieben aus unseren Programmen.

So weit das Marketing.

Leider ist die Realität weniger herzerwärmend. Weiterlesen

Schwestern im Geiste I

Über eine unterschätzte Gruppe

Nicht erst seit im Jahr 2011 die Koranverteilaktion „LIES!“ gestartet wurde, ist das öffentliche Bild des islamistischen Akteurs durch eher junge Männer in traditioneller Kleidung geprägt. Das ist jedoch ein Fehleindruck, denn diese eine sehr öffentlichkeitswirksam auftretende Gruppe ist definitiv nur eine kleine Teilmenge. Da gibt es seit vielen Jahren die Legalisten, die allermeist in Schlips und Kragen auftreten und in Räten und Talkshows sitzen. Da gibt es die Alten, die oftmals als Graue Eminenzen wirken. Und es gibt die Frauen, die meist mit, aber auch mal ohne Kopftuch verschwimmen vor dem Meer derer, die es aus rein privaten Gründen oder wegen der Familie tragen.

Die weibliche Seite des politischen Islams ist kaum weniger aktiv als die männliche, hat aber oftmals andere Betätigungsfelder und auch andere Formen des Auftretens. In Teil I seien beispielhaft einige Vertreterinnen des politischen Islams auf der Seite der Legalisten betrachtet.

Die weibliche Seite des politischen Islam ficht z.B. in juristischen Verfahren um das Kopftuch an allen Orten unter der Vorgabe, dies sei ihre ganz persönliche Freiheit und eigene Bestimmung. Schaut man sich diese Personen jedoch genauer an, dann steht hinter dieser „freien Frau“ die Muslimbruderschaft, hinter jener „freien Frau“ die DITIB und hinter einer Dritten vielleicht die IGMG. Fereshta Ludin beispielsweise, die als Lehrerin das erste „Kopftuch-Urteil“ vorantrieb, war von 1997 bis 1999 im Vorstand der Muslimischen Jugend in Deutschland, die muslimbrudernah ist*, auch wenn sie sich juristisch getrennt darstellt:

https://de.wikipedia.org/wiki/Fereshta_Ludin

Ein älteres Interview:

http://www.deutschlandradiokultur.de/biografie-von-fereshta-ludin-die-frau-hinter-der-kopftuch.2156.de.html?dram:article_id=316026

Oder die sehr gehypte Kübra Gümüsay, die sich als Feministin bezeichnet, hier ihr blog:

http://ein-fremdwoerterbuch.com/

Frau Gümüsay versucht z.B. Frauen als Opfer zu stilisieren, wenn sie das Kopftuch in manchen Berufszusammenhängen nicht tragen dürfen. Nüchtern betrachtet könnte man ja auch mal fragen, warum das von so großer Wichtigkeit persönlich ist, es gibt ja viele verschiedene Arten, mit seiner Umwelt umzugehen (persönlich getragen ist es an sich egal, was Frauen machen, viel Spaß dabei). Ein wenig anders sieht das aus, wenn daraus eine politische Kampagne gemacht wird, das also als Mittel zum Zweck erscheint. Da gibt es manches, was irritiert. Aus dem selbstgewählten Rückzug, wenn die Forderungen nicht erfüllt werden, wird in Umdeutung ein durch die Gesellschaft verursachtes „Berufsverbot“ (diese Diktion wählt man, eine Nummer kleiner geht es nicht; das ist aber nicht nur ihre Diktion). Gümüsay möchte, dass ihr Vorbringen ihr zugerechnet wird. So weit Konsens. Es sei einmal ein kleiner Vortrag von ihr für einen Eindruck verlinkt. Sie behauptet einfach Dinge, die meist nicht hinterfragt werden

 

Hinter den bunten Ausführungen steht am Ende, dass man islamischen Feminismus nicht erklären müsse. Sie bringt da bringt wenig (das Fach hat ja durchaus was zu bieten, man muss es dafür aber Weiterlesen

Kostenpflichtige Demütigung

Kursus zum Frauenschlagen – für Frauen

Dr. Khaled Hanafy ist Frankfurter Bürger. Er ist in Glaubensdingen höchst aktiv und bei diversen Aktivitäten, die grob der Muslimbruderschaft zugeordnet werden können, immer wieder gern gesehener Gast und Vortragsredner. Dem Anschein nach macht er das hauptberuflich und man kann sich durchaus fragen, wie das funktioniert. Schließlich sind die Vereine, die ihn laden, nicht selten unter Beobachtung des Verfassungsschutzes, müssen also alles selber aufbringen. Man fragt sich schon da, wie die Anmietung der Räumlichkeiten, Nebenkosten und die Bezahlung eines Imams finanziert werden. Das aber ist nebensächlich. Ob Fatwa Ausschuss für Deutschland, ob verschiedene Gelehrtengremien, ob Events der verschiedenen Muslimbruderstrukturen – Herr Dr. Hanafy ist oft mit von der Partie. Seine Expertise wird über Deutschland hinaus geschätzt.

Von ihm gibt es – oftmals übersetzt – verschiedene Videos von Vorträgen über verschiedene Themen, die in der Ausübung des Glauben ihm und den Veranstaltern relevant erscheinen oder von allgemeinem Interesse sein sollen. Einer dieser Vorträge wendet sich demnächst konkret an Frauen. Dr. Hanafy will Frauen gegen Gebühr von 30 € Euro vermitteln, was das „Grundwissen der europäischen Muslima“ sei. Die Plattform, von der das organisiert wird, klingt neutral: „Schreibrohr“ heißt der Verein, bei dem es neben Kleidung und Schmuck auch um das Schagen der Frau gehen soll:

 

 

Da das eine Handlung ist, die sich – Denken in hiesigen Kategorien* vorausgesetzt – sowieso verbietet, macht diese Ankündigung stutzig. Wenn das Schlagen einer Frau sowieso etwas ist, was selbstverständlich verboten ist wie es das Schlagen jedweder Person ist, ist der Kontext wichtig. Dr. Weiterlesen