DITIB LJV Rheinland Pfalz: Unbunte Seminarreihe

Die DITIB Landesjugendverbände stellen sich selber als relativ selbständige Jugendorganisationen dar. In Hessen sind sie beispielsweise seit einigen Monaten als Träger der freien Jugendhilfe angemeldet. In Rheinland-Pfalz ist der Vorsitzende Ibrahim Alboga, der Sohn von Dr. Bekir Alboga, dem Beauftragten für interreligiösen Dialog des DITIB Bundesverbandes.

In der Jugendarbeit ist es besonders wichtig, welche Art von Selbstverständnis vermittelt wird. Schließlich sind manche Haltungen noch in der Findungsphase und auch die Lernbereitschaft ist oft auf einem besonders hohen Niveau. Im Grunde segregative Jugendangebote, unabhängig von welcher Seite, erscheinen gerade im Hinblick auf ein gutes Miteinander als Erwachsene wenig hilfreich, nehmen aber zu. Die Kontakte gerade in der Freizeit sind eigentlich wichtig, um Freundschaften entstehen und gedeihen zu lassen. Zusätzliche Konzepte wie Geschlechtertrennung erscheinen nur in wenigen Fällen wirklich nützlich und förderlich (z.B. wenn eine gesonderte Mädchen- oder Jungenförderung notwendig ist). Bei größeren Events, wie z.B. hier bei einer Jugendleitertagung der DITIB Jugend in Hessen, geht es zumindest auch hinsichtlich der geladenen Gäste noch relativ „bunt“ zu:

 

Bei eher internen Veranstaltungen ist das meist anders.

Der DITIB Landesjugendverband Rheinland-Pfalz plant aktuell eine Seminarreihe. In der Folge dieser Veranstaltungen tritt nicht nur der bereits erwähnte Landesvorsitzende auf, sondern es sind weitere Referenten eingeplant:

 

Mehmet Alparslan Celebi ist seit fast einem Jahr stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Weiterlesen

Ciftci, Naik und die IHH Türkei

Die „Internationale Humanitäre Hilfsorganisation e.V.“ (IHH) ist seit 2010 in Deutschland verboten. Die Verbotsverfügung wurde vor dem Bundesverwaltungsgericht 2012 bestätigt:

http://presseservice.pressrelations.de/standard/result_main.cfm?aktion=jour_pm&r=417592

In der Türkei besteht eine assoziierte Organisation jedoch fort. Wie bei vielen Organisationen in diesem Bereich kapriziert man sich darauf, dass man trotz gleichen Namens, gleicher Ausrichtung, intensiver Kooperation etc. ja „rechtlich getrennt“ sei – eine völlig wertlose Stellungnahme, die rein dem Verschleiern dient. Organisationen wie „Islamic Relief“ (Eigenangabe IR Australia) oder „Ansaar International“ kooperieren mit der türkischen IHH bei verschiedenen Projekten. Hier ein Projekt von „Ansaar International“ im letzten Mai:

 

Doch auch andere haben seit langem engen Kontakt zu der IHH. Aus der Stuttgarter Zeitung von 2011:

Die Freiburger IHH-Gruppe schleuste mehrere Männer als Kämpfer ins bosnische Kriegsgebiet: nach unserer Zeitung vorliegenden Unterlagen den wegen Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung verurteilten Deutschen Aleem Nazir, den in Ulm lebenden Reda Seyam, der mit dem Terroranschlag in Bali im Jahr 2002 in Verbindung gebracht wird. Und Mohammed Seyfundin Ciftci aus Braunschweig, der nach Unterlagen der kroatischen Polizei vom Jahr 1993 an auf den kroatischen und bosnischen Schlachtfeldern unterwegs war. Die Nachrichtendienste aller drei am Krieg beteiligten Balkanländer beschuldigen ihn, Dschihadisten besonders nach Zentralbosnien geschleust, sie unterstützt und versorgt zu haben. […] 

Im Rausgehen wird Ciftci redselig. Er habe gute Kontakte in die Türkei. So gute, dass er von der türkischen Hilfsorganisation Insan Hak ve Hürriyetleri ve Insani Yardim Vakfi – IHH – gebeten worden sei, die „geistliche Begleitung der diesjährigen Gaza-Flottille zu übernehmen“. Er habe abgelehnt – weil er kein mutiger Mann sei und absehbar sei, „dass es da zu Gewalt kommt“.

Die türkische IHH? Recherchen unserer Zeitung ergeben, dass auch diese Hilfsorganisation während des Krieges in Bosnien aktiv war. Mit engen Kontakten zu den Brigaden der Gotteskrieger besonders im Raum Zenica. Ex-NSA-Mann John R. Schindler sagt: „Die waren auf der ganzen Bandbreite aktiv: Finanzierung, Rekrutierung, Bewaffnung, Nachschub.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.islamisten-handgranaten-auf-der-einkaufsliste-page2.108c9d40-947a-4083-a6af-0231ef2f4237.html

Diese Kontakte bestehen offensichtlich immer noch (sind über die Jahre nachweislich). Erst kürzlich war Herr Ciftci, wie er stolz auf seiner Facebook-Seite verkündet, wieder in der Türkei – und traf sich dort mit Zakir Naik:

 

Zu Naik: Weiterlesen

Fatwa-Ausschuss: ECFR-Filiale Deutschland

Der Fatwa-Ausschuss Deutschland war schon verschiedentlich Thema seit seiner Gründung im März letzten Jahres in der Neuköllner Begegnungsstätte (NBS):

https://vunv1863.wordpress.com/2016/03/18/fatwas-made-in-germany/

Bestanden – auch wegen der Einbindung der DITIB/Dyanet – anfangs noch Unschärfen hinsichtlich der ideologischen Zuordnung (obwohl man ahnen konnte, wohin die Reise geht), so hat sich das nun mit der neuen Internetpräsenz eindeutig geklärt. In dankenswerter Transparenz ordnet man sich selber so zu:

 

 

Die Muslimbruderschaft also als ideologische Einbindung:

https://de.wikipedia.org/wiki/European_Council_for_Fatwa_and_Research#cite_note-4

Aus diesem Grunde ist der Fatwa-Ausschuss in Deutschland das erste gemeinschaftliche Fatwa-Gremium, das in beiderlei Sprachen operiert: deutsch und arabisch. Er ist ein spezialisierter Fiqh-Ausschuss, welcher dem European Council for Fatwa and Research folgt.

http://www.fatawa.de/ueber-uns/

Auf der zugehörenden Facebook-Seite werden schon Tagungen und Kolloquien angekündigt (die Fotos sind von der Gründungsveranstaltung am 12.03.2016 in der NBS):

Die Organisation von wissenschaftlichen Tagungen in verschiedenen Städten Deutschlands.[…]
In naher Zukunft wird ein großes Kolloquium in einer der größeren Städte Deutschlands veranstaltet, in šā Allah.

 

Man ahnt: Sonderschichten für den Verfassungsschutz.

Die hiesigen bin Bayyah-Jünger hingegen wird das freuen: Endlich kurze Wege zur ersehnten Gelehrsamkeit!

Zur Erinnerung, das europäische Gremium: Weiterlesen

Frankfurt: We love Muhammad wieder unterwegs

Am 15.11.2016 war die Koranverteilungsaktion „LIES!“ verboten worden. Das Verbot wurde von bundesweiten Razzien flankiert. Seither ist der Aufenthaltsort des Initiators Ibrahim Abou Nagie nicht bekannt.

Das Projekt „we love Muhammad“, das schon kurz vor dem Verbot in die Startphase gegangen war, wurde dadurch im Aufbau gestört. Ziel der breit angelegten Kampagne sind weniger Nichtmuslime, sondern junge Muslime, die die Religion entdecken sollen. Siehe dazu auch:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/13/lies-wird-umfirmiert/

In den letzten Monaten wurde wenig von den Frankfurter Aktivisten an öffentlichen Aktionen wahrgenommen. Die letzten Freitage jedoch sollen die jungen Männer – diesmal allerdings unter weitgehender Verdeckung der Identität zumindest im Internet – nach eigener Angabe vor Ort gewesen sein:

 

Die Woche danach: Weiterlesen

Muslimbrüder: Einmal Dublin und zurück

Über ein wenig bekanntes Gremium, das die Politik in Europa beeinflussen will

Zu einem 2016 gegründeten Rat, der künftig muslimische Belange in Deutschland koordinieren soll, war bereits berichtet worden, ein Beitrag zum Fatwa-Ausschuss Deutschland:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/03/18/fatwas-made-in-germany/

Es fiel schon dort auf, dass man zwar in der Berliner Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) tagte, jedoch wegen der Besetzung eher von einem Rat FÜR Deutschland als einem Rat von Personen, die mindestens in Deutschland wohnen, sprechen konnte. Die Besetzung dieses Ausschusses ist mehrheitlich aus islamischen Kernländern herstammend. Einzig der Frankfurter Dr. Khaled Hanafy findet sich in dem Gremium (zumindest was die öffentlich sichtbaren Quellen angeht; ich lasse mich da gerne belehren). Besucht wurde die Auftaktveranstaltung im März letzten Jahres aber von Personen wie Kamouss, Ibrahim El Zayat oder Ferid Heider, die in Deutschland die Weichenstellungen für die Ausbreitung einer muslimbrudernahen Ideologie vorantreiben und gesellschaftlich eingebunden sehen möchten.

Auf europäischer Ebene ist dies kaum anders. Ein Gremium für Europa besteht seit langem (1997), ist aber mehrheitlich von außereuropäischen Akteuren besetzt, das „European Council for Fatwa and Research“ (ECFR). Der Sitz ist aktuell in Dublin. Auch dort findet sich wieder der Frankfurter Dr. Hanafy, der sehr viel unterwegs erscheint, was das Voranbringen der Sache an und für sich betrifft. Da kann man auch schon mal grübeln, womit tatsächlich das Brot und die Reisen verdient werden. Hier bei einer Ausschuss-Sitzung letzten Oktober dieses Gremiums.

Ganz links auf dem Podium.

Hier noch mal beim allgemeinen Gruppenbild vom letzten Oktober: Weiterlesen

VPN: Interessanter Fischteich*

Reaktionen auf die Bekanntgabe der Suspendierung von Mitarbeitern von VPN

Nach der Meldung des HR über die Suspendierung von Mitarbeitern bei einem Präventions-Dienstleister durch das hessische Innenministerium von heute morgen gab es verschiedene Reaktionen. Es ging um zwei Mitarbeiter des „Violence Prevention Network e.V.“ (VPN):

http://hessenschau.de/gesellschaft/mitarbeiter-von-beratungsstelle-gegen-radikalisierung-suspendiert,verfassungsschutz-beratungsmitarbeiter-extremismus-100.html

Der Geschäftsführer von VPN, Thomas Mücke äußerte sich mittlerweile zur Presse hin:

VPN weist die Vorwürfe zurück. Laut Hessischem Rundfunk erklärte die Initiative die nun untersuchten Aktivitäten der beiden Mitarbeiter als ehrenamtliches Engagement außerhalb ihres Dienstes. „Und natürlich bedeutet der eventuelle Kontakt zu Personen mit demokratiedistanzierten Einstellungen nicht, dass es irgendeine ideologische Affinität zu diesen Personen gibt“, sagte VPN-Geschäftsführer Thomas Mücke.

Das Präventionsnetzwerk VPN betreut in Frankfurt Menschen, die sich bereits islamistisch radikalisiert haben oder dafür gefährdet sind. VPN verfolgt laut Selbstdarstellung einen „nicht konfrontativen Ansatz“. Akzeptanz und der Verzicht auf Demütigung ermöglichten ein Beziehungsangebot an Betroffene.“

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/salafismus-zwei-mitarbeiter-von-beratungsstelle-vpn-suspendiert-a-1136287.html

Man könnte fast den Eindruck gewinnen, dass auch gegenüber den Mitarbeitern ein „nicht konfrontativer Ansatz“ verfolgt wird. Anders ist es kaum zu erklären, dass Herr Mücke belegte Vorwürfe „zurückweist“. Zurückweisen heißt in diesem Zusammenhang: vorliegende Belege nicht anerkennen. Das allerdings ist etwas verwegen. Bitte noch mal die Strategie überdenken – das sage ich hier dazu, weil es bei VPN wirklich gute und bemühte Leute gibt – aber halt auch die anderen. Das hessische Innenministerium, im Grunde also der Auftraggeber von VPN, scheint diese Belege ja für schwerwiegend und gehaltvoll zu halten.

So melden sich auch andere Akteure mit interessanten Stellungnahmen zu Wort. So zum Beispiel der Frankfurter Verein „Islam auf deutsch e.V.“: Weiterlesen

Marburg: Noch eine Problemzone

Über die Lage in Marburg war hier schon mehrfach berichtet worden. Meist standen die benannten Vereine in einem Zusammenhang mit der Muslimbruderschaft. Diese Einrichtungen haben relevante Unterstützung von der Stadtgesellschaft in der Weise, dass man genau diese Einbindungen und Zugehörigkeiten nicht offen benennt und peinlich vermeidet, die belegten Zusammenhänge öffentlich wahrzunehmen. Klare Einordnungen des Landesamtes für Verfassungsschutzes werden von der Stadtpolitik weitgehend ignoriert oder sogar in Abrede gestellt auf der Basis persönlicher Eindrücke und persönlicher Bekanntschaft. Trotzdem bestehen diese Einschätzungen jedoch und man kann da nur nachdrücklich raten, sich auch der anderen Seite der Medaille (wenn man es einmal so freundlich-euphemistisch nennen möchte) zu widmen.

Gegenstand heute ist jedoch nicht die Muslimbruderschaft, sondern eine Einrichtung anderer Zuordnung.

Der Verein Dar al Salam e.V.  am Richtberg hat allem Anschein nach eine andere Ausrichtung. Die öffentlichen Bekundungen sind dünn gesät und man scheint wenig Kontakt zur Mehrheitsgesellschaft zu suchen. Die Moschee in der Friedrich-Ebert-Straße wirkt in der ersten Anmutung eher salafistisch.

Einige der auf deutsch gehaltenen Freitagspredigten sind auf dem Moschee-eigenen youtube Kanal öffentlich verfügbar:

 

 

und Weiterlesen