Hase und Igel

Über das Versteckspiel islamistischer Strukturen in Frankfurt und Darmstadt

Die Struktur und die Einbindungen des Deutsch-Islamischen Vereinsverbandes Rhein-Main e.V. (DIV) waren bereits etliche Male Thema auf diesem blog. Nachdem die offizielle Beobachtung durch das Landesamt für Verfassungsschutz im August öffentlich wurde, wurde erst noch ebenfalls öffentlich geklagt. Mittlerweile ist es sehr still geworden um den Verband. Die Verbandsseite ist seit Monaten im Wartungsstatus:

https://www.div-rm.de/

Da scheint nicht nur der Internetauftritt komplett überarbeitet zu werden. Prominente Vertreter des Verbandes, die vorher sehr lautstark und öffentlich vernehmbar agierten, sind nahezu in der Versenkung verschwunden. Die Vereine selber treten meist wieder einzeln in Erscheinung. Das Frankfurter Europäische Institut für Humanwissenschaften (EIHW) und der Verein Islamische Informations- und Serviceleistungen e.V. (I.I.S.) beispielsweise machen ihre Veranstaltungen unbeirrt weiter*. Gemeinsam mit dem neuen Gremium „Deutsche Koran Gesellschaft“:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/06/neue-struktur-in-frankfurt/

veranstaltet man z.B. solche Events für die Glaubensgenossen aus dem Ruhrgebiet anreisten und sogar aus Kalifornien:

 

Zumindest die problematischeren und muslimbrudernahen Vereine im DIV scheinen also schon eine neue gemeinsame überregionale Struktur aufgebaut zu haben. Es wird sicher weitere Kooperationen und absehbar wahrscheinlich auch einen neuen, anderen Dachverband geben: Protagonisten, Strukturen und Motivation sind weiterhin vorhanden. Jetzt fehlt es nur noch an einer Struktur, mit der man erneut gegenüber der Mehrheitsgesellschaft gemeinsam auftreten kann und darauf pochen kann, dass man als Gremium, als Organisation neu betrachtet werde.

Ähnliches scheint sich nun in Darmstadt abzuzeichnen. Das B.I.S. ist ein Dachverband aus Bilal e.V., Weiterlesen

Erneuerbarer Islamismus

Nicht ganz neu als Vehikel und Tarnung für islamistische Betätigungen sind manche Aktivitäten, die man auch als „grün-alternativ“ bezeichnen kann. Ist es bei anderen Muslimen völlig normal und auch nicht Gegenstand einer Betrachtung hier, sind Betätigungen, die von bestimmten Einrichtungen und Personen ausgehen, durchaus geeignet, zumindest Interesse und Nachfragen auszulösen. Das Landesamt für Verfassungsschutz merkt z.B. an:

In Anlehnung an ihre ägyptische Mutterorganisation versucht die IGD durch soziales und religiöses Engagement sowie durch Dialogangebote Akzeptanz in der Gesellschaft zu finden. Letztlich zielen diese Versuche darauf ab, die Ideologie der MB gesellschaftsfähig zu machen.

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/Bericht2013/html/02_Islamismus/02_Beobachtungsobjekte/02_Muslimbruderschaft/index.html

Global denken, lokal handeln.

So versucht die Frankfurter Einrichtung Islamische Informations- und Serviceleistungen e.V. I.I.S. etwa seit Jahren, über einen „Fair trade“-Shop und entsprechende Angebote den Gang durch die jeweiligen grünen Institutionen. Über gemeinsame „faire“, hier wohl eher katholisch geprägte, Betätigung werden dem Anschein nach wertvolle Fürsprecher gewonnen:

https://www.iisev.de/aktivitaeten/fairtrade/

https://www.iisev.de/news/die-tour-de-fair-macht-halt-im-iis/

Man kann sicher zu Recht vermuten, dass über solche Aktionen

https://www.iisev.de/48-0-Fairtrade-Produkte-im-IIS-Infoladen.html

und solche Broschüren

http://www.weltladen-bornheim.de/wp-content/uploads/2016/04/Fair-Trade-und-Islam-Aufl-2016.pdf

besonders wohlwollende Mitstreiter gewonnen werden können. Mitstreiter, die wohl wenig Fragen über den ideologischen Hintergrund stellen und das vermeintlich gemeinsame große Ganze im Blick haben. Es grünt so grün. Parallel kann man über den Mitstreiter dann politische Entscheider zu Grußworten, Glückwünschen und anderem bringen: mehr Testimonials.

Frankfurt ist nicht die einzige Kommune, in der so etwas funktioniert. In Darmstadt gibt es den Verein „Nour energy“. Nach Eigenangabe widmet man sich mit Hingabe der Verbreitung „alternativer Energien“:

http://www.nour-energy.com

http://www.nour-energy.com/team/

Man kann sich schon etwas wundern, wenn bei etwas so vermeintlich Harmlosem wie grünem Engagement die Beteiligten nur bildlich, aber nicht namentlich erwähnt werden. Grün, aber nicht transparent.

Das grüne Engagement ist es aber wohl nicht ganz oder nicht alleine, was die seltsam im Dunklen bleibenden Akteure des Vereins antreibt. Auf Tagungen werden andere „alternative“ Akteure eingebunden und in Darmstadt die evangelische Kirche zu gemeinsamen Tagungen gebracht:

http://www.nour-energy.com/wp-content/uploads/2015/09/Flyer-NE-Tagung-2015.pdf

Da finden sich dann auch Beflissene, die aus anderen Zusammenhängen bekannt sind:

 

Man beachte auch den Abspann: Die Robert Bosch Stiftung sponserte und – Islamic Relief war auch Weiterlesen

Unbelehrt

Hanauer Verein versucht dieselbe Vorgehensweise wie der DIV e.V.

Der Deutsch-islamische Vereinsverband e.V. (DIV) wurde Mitte August offiziell unter Beobachtung des Landesamtes für Verfassungsschutz gestellt, siehe Beiträge hierzu auf diesem blog.

Neben der finanziellen Förderung durch das Bundesfamilienministerium aus dem Bundesprogramm „Demokratie leben“ vergab auch die Bundeszentrale politische Bildung (bpb) über das „Bündnis für Demokratie und Toleranz“ (bfdt) etwas Geld an den Verband für ein Projekt bzw. als Preisgeld:

http://www.buendnis-toleranz.de/themen/demokratie/170119/ich-waehle-anerkennung

Man machte also ein paar Plakate etc. Ob die Projektangaben so stimmen, sei einmal dahingestellt. Relevanter ist, dass der nunmehr unter Beobachtung stehende Verband weiterhin mit dem Preis wirbt:

bfdt DIV 160714

Screenshot von der DIV Seite

Das bfdt lässt es demnach zu, dass ein unter Beobachtung stehender Verein mit ihrem Logo für sich wirbt und Spender täuscht. Das ist inakzeptabel und deutlich anzumahnen.

Aus diesem Fall kann man nun lernen, dass das bfdt es wohl bis auf Weiteres nicht beabsichtigt, diese Auszeichnung, die damals zwar auf den guten Glauben hin erfolgte, aber unter aktuellen Gesichtspunkten etwas definitiv falsches suggeriert, an die aktuellen Sichten anzupassen. Darunter leidet der Ruf des bfdt: Wenn Verfassungsfeinde dieses Siegel weiterhin tragen dürfen, wird das Logo völlig entwertet, denn es ist genau nicht mehr geeignet, den guten Demokraten vom Verfassungsfeind zu scheiden. Das muss also definitiv entfernt werden, soll der Ruf des bfdt nicht fortgesetzt beeinträchtigt werden. Man kann weiterhin daraus lernen, dass der DIV durch die Verfassungsschutzbeobachtung wenig beeindruckt ist und das Logo weiterhin nutzt.

In diese Grundlinie passt auch, dass nun ein Verbandsmitglied des DIV genau dieselbe Vorgehensweise versucht: Das Hanauer Islamische Informations- und Begegnungszentrum e.V. I.I.B bewirbt sich um genau denselben Preis: Weiterlesen

Muslimbrüder in Frankfurt: Gut vernetzt ist halb gewonnen I

Als vor einigen Tagen die Förderung des Deutsch-islamischen Vereinsverbandes e.V. (DIV) gestoppt wurde, war eines der interessanten Details der Meldung, dass das hessische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) nun neben dem „Europäischen Institut für Humanwissenschaften e.V.“ (EIHW) die Einrichtung “ Islamische Informations- und Serviceleistungen e.V.“ (IIS) klar „der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e. V.“ (IGD) zuordnet. Der IIS ist Mitglied beim DIV:

Außerdem gehört dem DIV der „Verein Islamische Informations- und Serviceleistungen e.V.“ (IIS) in Frankfurt an.

Der Verein wird vom LfV „der Islamischen Gemeinschaft in Deutschland e. V. (IGD) zugeordnet“. Die IGD wiederum gilt als die mitgliederstärkste Organisation von Anhängern der Muslimbruderschaft in Deutschland.

https://www.tagesschau.de/inland/bundesprogramm-islamisten-101.html

Das ist nicht nur für Frankfurt interessant, weil der IIS bestens vernetzt ist. Nicht nur in die Frankfurter Stadtgesellschaft, sondern auch mit weiteren Strukturen in Frankfurt und Hessen, die in einem weiteren Beitrag thematisiert werden.

wilson-ken-exterior-of-the-replica-trojan-horse-troy-anatolia-turkey-minor

In dem enger betroffenen Teil der Frankfurter Stadtgesellschaft scheint die Kunde, dass man jahrelang mit Verfassungsfeinden den Dialog führte, wenig beeindruckt zu haben. So mag sich der Islambeauftragte des Bistums Limburg, der Frankfurter Professor und Herr des „Hauses am Dom“, Dr. Joachim Valentin, der neuerdings gegenüber der DITIB den markigen Rote-Linien-Zieher gibt:

Die Geduld kirchlicher und staatlicher Gesprächspartner, die die DITIB jahrelang mit viel Aufwand in die Rolle eines geschätzten Kooperationspartners gebracht haben, ist zu Ende.

http://www.katholisch.de/aktuelles/standpunkt/ditib-muss-sich-entscheiden

zum IIS anscheinend nicht äußern und wird unwirsch:

Valentin will sich nicht zu dem Extremismus-Verdacht äußern. Er sehe es nicht als seine Pflicht an, Gemeinden „auf ihre Verfassungsstreue zu überprüfen“.“

http://hessenschau.de/gesellschaft/islamismus-verdacht-schwesig-streicht-foerdermittel-fuer-moschee-dachverband,moscheedachverband-100.html

Interessanterweise wird über das IIS in dem folgenden Artikel gar nicht gesprochen, Weiterlesen

Ihr Brüderlein kommet

Frankfurter I.I.S. aktiv in der Flüchtlingshilfe

Die Muslimbrüder residieren an verschiedenen Orten im Rhein-Main-Gebiet. Der den Muslimbrüdern sehr nahe stehende Verein I.I.S. in der Mainzer Landstr. 116 z.B. in der Nähe des Frankfurter Hauptbahnhofs. Sie rufen aktuell dazu auf, in der Flüchtlingshilfe aktiv zu werden:

https://www.iisev.de/startseite/fluechtlingshilfe/

https://www.iisev.de/startseite/organigramm-fluechtlingshilfe/

Ja, die Ankunftszahlen sind so groß, das zu Beginn fast jede helfende Hand nützlich ist. Bei nur temporärer Hilfe und Erwachsenen ist man auch versucht zu sagen, dass dies noch im Rahmen ist. Es wird wie selbstverständlich (aus dem zweiten link ersichtlich) nach dortiger Angabe ein Lager der Stadt Frankfurt mitgenutzt. Bei Jugendlichen, die stationär in Frankfurt aufgenommen werden, gar noch in fußläufiger Nähe zu den I.I.S., kann man da jedoch Bedenken haben. Erst recht, wenn von Muslimbrüdern Kinder adoptiert werden sollen, die gar nicht wissen, in welcher Indoktrinationsmühle sie im Zweifelsfall landen. Die, die es wissen könnten, sind entweder machtlos oder nicht informiert zum konkreten Fall.

Nun ist das Adoptionsrecht ein persönliches Recht, bei dessen Ausübung die Ideologie der potentiellen Eltern nicht erfragt wird. Damit es keine Missverständnisse gibt: Ich will das nicht aberkennen. Ich habe aber Bedenken, ähnliche Bedenken, wie ich sie auch bei überzeugten Faschisten hätte. Dass das Kind nämlich nicht individuell, sondern strukturell betrachtet wird.

Das Frankfurter Amt für multikulturelle Angelegenheiten und das Frankfurter Jugendamt* haben, wohl nach Beratung u.a. durch die katholische Stadtkirche, anscheinend jedoch keine Probleme, Muslimbrüdern auch bei der Mission und Adoption zu helfen. Schließlich ist Herr Johari auch Multiplikator beim AmkA. Das Jugendamt selber kennt Muslimbrüder mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht namentlich und kann daher nicht tätig werden.

Über den direkten Kontakt in einer neuen Umgebung soll ein Band geknüpft werden, das den Tag überdauert. Das mag bei Erwachsenen wenig fruchten. Bei Kindern sieht das anders aus, sie bleiben auch eher in Frankfurt. Sie sind daher leichter verfügbar und leichter indoktrinierbar. Mohamed Johari nahm am 08.09. an einem Informationstag im Jugendamt teil, wie er selber in einer Freitagspredigt berichtet. Er stellt die Zahlen der minderjährigen unbegleiteten Flüchtlinge (muF) heraus, die das Jugendamt an dem Tag bekannt gab: 1192 minderjährige unbegleitete Flüchtlinge sollen es sein (Zeitrum nicht angegeben), davon 406 aus Afghanistan, 302 aus Eritrea, 300 aus Somalia. Die Zahlen für dieses Jahr seien wesentlich höher.

Alleine letzten Dienstag seien von der Bundespolizei 50 muF in die Obhut des Frankfurter Jugendamtes übergeben worden, gibt Johari bekannt. In der Vorwoche waren es gesamt fast 90, wie aus guter anderer Quelle berichtet wurde.

 

 

Ja, manchmal ist Mildtätigkeit nur Mildtätigkeit. Bei Muslimbrüdern besteht jedoch der begründete Zweifel, dass die Kinder und Jugendlichen nicht auf dem Boden des Grundgesetzes erzogen werden. Man kann vermuten, wenn so allgemein aufgerufen wird, dass die Jugendlichen als Rekrutierungspotential gesehen werden, das man nicht der Wertegemeinschaft der Mehrheitsgesellschaft überlassen möchte.

Passend dazu wird am Sonntag Khaled Hanafy über „Adoption und Pflegeelternschaft im Islam“ referieren:

https://www.iisev.de/startseite/adoption-und-pflegeelternschaft-im-islam/

Hier würde nicht einmal – wollte man das so tun, also theoretisch – die Aufhebung des Datenschutzes gegenüber dem Jugendamt helfen: Manche Daten werden schlicht nicht erhoben wie Gruppierungszugehörigkeit, was man ja auch gut finden kann. Der Staat hält sich also jenseits des organisatorischen Ablaufs relativ zurück. Hier jedoch lässt er die Kinder alleine, die das nicht wissen können. Ich habe da ähnliche Bauchschmerzen, wie ich sie bei der Vermittlung – mindestens – an Fundamentalchristen hätte, die ihren Kindern die Schule verweigern.
Diese Kinder bekommen ein falsches Bild von der Gesellschaft, die sie aufnahm.
Kein gutes Vorzeichen für gelingende Integration.

Das Frankfurter Jugendamt schickt also wohl junge Flüchtlinge zum I.I.S. Gleichzeitig werden die Muslimbrüder vom Landesamt für Verfassungsschutz beobachtet, ergo auch das I.I.S. Vielleicht sollte das Landesamt für Verfassungsschutz das Jugendamt beobachten, könnte man spöttisch anmerken, denn das ist derart verantwortungslos und hilflos, dass es einen gruselt.

Jeder sieht nur seinen kleinen Zuständigkeitsbereich: Das Jugendamt sucht muslimische Ansprechpartner und bevor es sich (das ist allerdings weniger die Blöße des Jugendamtes denn der muslimischen Gemeinden!) die Blöße gibt zu sagen: Nein, wir können KEINE Einrichtung empfehlen, macht man lieber den ganz, ganz flauen Deal mit einem den Muslimbrüdern nahe stehenden Verein. Das ging schon bei Hassan Massood, dem „Fussfessel-Islamisten“, der derzeit in Syrien kämpft, schief und das ging auch bei anderen schief.

Das ist furchtbar und das ist verantwortungslos, denn dieses kleine Problem, mal eine Hilflosigkeit zuzugeben, wird durch diese Rückendeckung für die Muslimbrüder zum sehr großen und langfristigen: Man macht eine Einrichtung, hinter der eine totalitäre Ideologie steht, hoffähig.
Die Stadt Frankfurt, zuständig ist direkt Prof. Dr. Daniela Birkenfeld von der CDU als Dezernentin, ist leider völlig planlos in dieser Hinsicht. Man fährt auf Sicht und der wohlmeinende, im Ergebnis aber fatale Integrationsplan ist da nicht hilfreich. In Ermangelung einer echten Opposition in Frankfurt – jeder macht da mit jedem herum politisch und so mischen zwar alle irgendwie mit, aber keiner mahnt mehr so richtig an, Selbstreflexion ist ja nicht erste politische Tugend bei vielen – will da keiner ran. Jeder hofft, dass man noch die Zeit der eigenen „Verantwortung“ übersteht, OHNE ernsthafte Entscheidungen treffen zu müssen. Man versucht auszusitzen, was aber hier definitiv nicht funktioniert. „Nach mir die Sintflut“ ist politische Verwahrlosung.

Da müsste man auf Landesebene herunterwirken als Aufsichtsstruktur, denn Frankfurt schafft das offenkundig nicht mehr selber, zu verflochten ist alles. Man meldet anscheinend nach „oben“ immer, alles sei irgendwie gut und werde noch besser. Das Landesamt für Verfassungsschutz kann da nichts machen; die stehen daneben, haben aber keine Rechtsgrundlage, deutlich(er) zu intervenieren. Das müsste also vom Innenminister kommen. Da kommt aber nichts.

Und so geht das Verhängnis seinen Lauf.

.
* In einem aktuellen Artikel der ZEIT:

„Die Gefahr ist aber ganz real, dass muslimische Gruppierungen mit einem zweifelhaften Verhältnis zu Demokratie und Grundgesetz versuchen, aus der allgemeinen Verunsicherung mit der islamistischen Radikalisierung von Jugendlichen Einfluss und Geld zu ziehen. Im Rhein-Main-Gebiet lässt sich das am Verein Islamische Informations- und Serviceleistungen e.V. (IIS) beobachten. Er hat verschiedene Ableger, deren Mitglieder sich dort, wo radikalisierte Jugendliche auffallen, den Sozial- und Jugendbehörden als Ansprechpartner in religiösen und integrationspolitischen Fragen anbieten. Dankbar lassen Träger der Jugendhilfe, wie die Frankfurter Caritas, ihre Sozialarbeiter in Fragen des Islams durch IIS-Funktionäre schulen. Jugendliche, die sich radikalisiert haben, werden vom Jugendamt aus in die geistliche Obhut von IIS-Imamen gegeben.“

Wenn dorthin schon die radikalisierten Jugendlichen gesandt werden, dürfte es bei anderen kein Halten geben. Oder Sinn und Verstand.

http://www.zeit.de/politik/ausland/2015-09/islamische-sozialarbeit-intergration-muslime-deutschland?commentstart=65#comments

Problemzonen in Hanau

hanau-neustaedter_marktplatz-markttag

Hanauer Marktplatz mit Rathaus Bild: Bildstelle Hanau

In Hanau gibt es seit etlichen Jahren islamistische Umtriebe verschiedener Schattierung. Salafisten, Muslimbrüder, Milli Görus etc. Das wird von der Kommune gerne heruntergespielt, weil es an schlüssigen Konzepten fehlt, ja oft genug schon an der Wahrnehmung, wer denn nun Islamist sei. Würde man zugeben, dass ein Problem besteht, könnte ja der Lehrer, Sozialarbeiter oder Polizist, die mit diesen real existierenden Einrichtungen bzw. deren Akteuren zu tun haben, auf die Idee kommen, ob die Stadt wirklich all ihre Handlungsspielräume ausnutzt.

Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass in einer jahrelang bekannten Moschee mindestens 5 radikalisierte junge Männer aktiv waren:

http://www.deutschlandfunk.de/salafisten-von-hanau-aus-in-den-dschihad.862.de.html?dram%3Aarticle_id=327557

Kurz vor der Bürgermeisterwahl aufgedeckt, wurde dann schnelles Eingreifen über eine Baurechtsfinte angekündigt. Die Genehmigung für die Moschee ist von 2004. Wusste man von den Übernachtungen, die nun zur Durchsetzung eines baurechtlichen sozusagen Betriebsverbots hergenommen werden, erst durch die Journalisten? In dem Beitrag wird deutlich, dass die Stadt eingeräumt hat (auf sicher hartnäckiges Nachfragen!), bereits im März vom Staatsschutz informiert worden zu sein, dass dort möglicherweise schwere Straftaten geplant werden. Offensichtlich hat diese Information nicht ausgereicht, einmal abzuklopfen, was dort möglich ist. Das wurde erst durch den Pressebericht initiiert. Es erstaunt schon, wie schnell es nach ein wenig Öffentlichkeit so gehen kann nach jahrelanger Untätigkeit zumindest für die Öffentlichkeit.

Das ist an sich schon so eine Sache. Es ist natürlich abzuwägen, ob man Personen aus ermittlungstaktischen Gesichtspunkten ihre Aktivitäten weiterführen lässt. Man riskiert aber auch, dass in der Zeit, in der man so vor sich hin ermittelt, weitere junge Menschen geworben werden.

Das ist jedoch nur eine der Problemzonen in Hanau. Die Organisation „Medizin mit Herz e.V.“ unterhält nach Angaben aus dem letzten jahr auf der fb-Seite des Vereins in Hanau – genauer wahrscheinlich Wolfgang – ein Lager, in dem Lieferungen für Syrien zusammengestellt werden. Was immer alles in den Containern nebst Essen und gespendeter Kleidung noch sein mag. Man könnte ja denken, dass nicht gerade in D die Lebensmittel am preiswertesten wären. Aber dann könnte man natürlich nicht hier die Lieferungen zusammenstellen. Das wird also einen Sinn haben, der den pekuniären Nachteil aufwiegt. Das ist nämlich kein harmloser Hilfsverein, sondern ist mit dem Herrn Belkaid direkt in die Frankfurter Szene und über seinen Bruder, Brahim Belkaid, bestens in die Top Ten der deutschen Hasspredigerszene verknüpft.

„Medizin mit Herz e.V.“ wird vom NRW Verfassungsschutz beobachtet. Man machte letztes Jahr – noch unter dem alten Namen „Medizin ohne Grenzen“ – Spendensammlungen auf der Zeil und legte es wohl darauf an, mit „Ärzte ohne Grenzen“ verwechselt zu werden.

https://vunv1863.wordpress.com/tag/medizin-mit-herz/

Das mit dem Hanauer Lager wurde schon letztes Jahr einem Hanauer Offiziellen zur Kenntnis gegeben, der sich darum kümmern wollte. Ob das „Kümmern“ in konkrete Handlungen mündete, ist nicht bekannt. Vielleicht wird ja eingeschritten, sobald da Personen übernachten. Zumindest dann, wenn die Presse über die Übernachtungen berichtet. Dass es da noch andere Möglichkeiten gibt auf dem selben juristisch etwas wackeligen (schließlich hat das VORHER ja NICHT durchgesetzt), aber unter Güterabwägung rechtsstaatlich durchaus vertretbaren Niveau wie baurechtliche Finten – ja, da reicht möglicherweise die juristische Phantasie nicht oder es wird chefseitig nicht klar genug darauf angesetzt.

Es geht jedoch noch weiter.

Unter anderem die Muslimbrüdern nahestehenden Gruppierungen werden in Hanau aktuell als Ansprechpartner bei Radikalisierungen gehandelt bzw. bringen sich selber ins Spiel. Nun – so richtig ehrlich ist man jedoch nicht, es steht auf dem Verein nicht Muslimbrüder Ltd., sondern I.I.B. Das steht für „Islamischen Informations- und Begegnungszentrum“. Man legt es darauf an, dass damit keiner so recht etwas anfangen und schon gar nicht den klar islamistischen Muslimbrüdern zuordnen kann. Dieses schäbige Kalkül geht voll auf:

 

IIS IIB Hanau Kaminsky 150516

 

Wer nun eine Namensähnlichkeit mit dem I.I.S. in Frankfurt oder Mainz für Zufall hält, irrt: Man hilft sich untereinander unter (Muslim-)Brüdern. Das Kürzel I.I.B. führt jedoch dazu, dass man sich, sozusagen mit Laurins Tarnkappe bewaffnet, genau so geschmeidig in die Hanauer Stadtgesellschaft einschmusen kann wie das dem I.I.S. in Frankfurt gelang:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/05/09/der-nette-muslimbruder-von-nebenan/

Auf der Veranstaltung treten verschiedene politische Akteure auf und auch eine Journalistin. Ob ihnen allen klar ist, dass der Herr Johari nach seiner eigenen fb-Zuordnung bekennender Muslimbruder ist und der Herr El Bakry böse antisemitische Bilder auf fb postet? Hat die Journalistin mal geschaut, mit wem man da zu Tische sitzt? Wahrscheinlich nicht. Man fühlte sich durch die Einlader, u.a. das Diakonische Werk, auf der ganz, ganz sicheren Seite. Diese wiederum dürften auch nicht nachgeprüft haben usw. Das beliebte und sehr bequeme Testimonial-Spielchen geht in die nächste Runde: Nun ist man geadelt und kaum einer fragt nach, wenn Kaminsky und eine Journalistin vom Hanauer Boten mit am Tisch saßen, denn, die werden doch… Auch andere Journalisten fragen leider nicht ordentlich nach bzw. recherchieren anscheinend nicht vor einem Interview:

http://www.fr-online.de/hanau-und-main-kinzig/hanau–verqueres-bild-vom-islam-,1472866,28902616.html

Einer der politischen Akteure wurde informiert. Anscheinend genügt es nicht, wenn eine Gruppierung im Verfassungsschutzbericht genannt wird, um sie NICHT zu adeln. So lange ein Verein nicht explizit verboten ist, hat man da offenkundig kein Problem. Das wäre bei Linksextremisten, Rechtsextremisten oder Scientology UNDENKBAR. Auch unter wahltaktischen Gesichtspunkten unklug: Das Potential der dort erreichbaren Wähler ist äußerst überschaubar. Da hätte es deutlich mehr Sinn ergeben, sich 2 Stunden auf den Marktplatz zu stellen. Also eine loose-loose-Situation für die Stadtgesellschaft, deren Täuschung man Vorschub leistet, und für den betreffenden Politiker.

Wie unpolitisch muss man als politisch Verantwortlicher sein, um das auf die Reihe zu kriegen? Oder wie ängstlich und definitiv nicht parkettsicher bei diesem Thema?

Die politischen Entscheider brauchen da klare Entscheidungshilfe, denn wir haben derzeit leider nicht selten ein politisches „Personal“, dass hinsichtlich Zeigens von demokratischem Rückgrat erst mal schauen muss, ob das verwaltungsrechtlich statthaft ist.

Frankfurt, total normal: Muslimbrüder im öffentlichen Gebäude

Die Muslimbrüder, in Frankfurt u.a. im Gewand der „Islamischen Informations- und Serviceleistungen e.V.“, waren schon mehrfach Thema, u.a. hier:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/05/09/der-nette-muslimbruder-von-nebenan/

Diese Einrichtung bzw. diese Gruppierung begeht am Samstag das Eid Fest.

 

muslim-brotherhood-1-638

Bild: http://de.slideshare.net/zooooni/muslim-brotherhood

 

Bei etwa 300 geladenen Personen, von denen nur ca. 70 zugesagt haben, wäre das problemlos auch im eigenen Gebäude möglich gewesen. Man möchte jedoch in die Stadtgesellschaft hinein, in die es schon viele, viele ungute Verflechtungen gibt, und wählte daher wohl einen neutralen Ort. Die geschickte Öffentlichkeitsarbeit wird in Frankfurt übrigens wohl professionell amtlich unterstützt. Ganzheitliche liebevolle Betreuung von Verfassungsfeinden also. Räume, Know how, da fühlt man sich doch so richtig wohl.

Das EID Fest begehen die Muslimbrüder jedoch nicht irgendwo, sondern im traditionsreichen Saalbau Griesheim:

https://www.facebook.com/events/586050054871495/

Die Saalbau GmbH ist eine 100 % Tochter der stadteigenen ABG Frankfurt Holding. Aus dem Leitbild:

Wir bieten in Frankfurt am Main den Rahmen dafür, dass sich Menschen verschiedener Generationen, Milieus und aller Kulturen treffen können. Dabei erfordert die Verantwortung gegenüber unseren Kunden und Gästen, aber auch gegenüber unserer Auftraggeberin, der ABG FRANKFURT HOLDING, und unseren Mitarbeiter/innen ein erfolgreiches und klar kostenbewusstes und umweltfreundliches Handeln.

Unser wirtschaftlicher Erfolg stellt sicher, dass die SAALBAU auch in Zukunft ihre gesellschaftlichen Aufgaben erfüllt, Begegnungen möglich macht und damit einen wichtigen Baustein für das kulturelle und gesellschaftliche Miteinander in Frankfurt am Main darstellt.

Damit ist sicher nicht das Zusammentreffen mit Milieus gemeint, die vom Verfassungsschutz beobachtet werden.

Der Hessische Verfassungsschutz meint zu den Muslimbrüdern:

Mit vordergründig positiven Aktivitäten im Alltag soll die islamistische Ideologie der MB in Staat und Gesellschaft etabliert werden.

Völlig korrekt. So ein gemeinsames Fest und Essen ist ziemlich positiv und ziemlich vordergründig. Im Hintergrund gibt es dann weitere Verflechtungen, Kontakt zu Stadt-Honoratioren als Testimonials. Und ganz hinten steht die Ideologie. Ebenso festgefügt wie verdeckt. Ob das keiner bei der Stadt Frankfurt weiß? Vielleicht ist die Vergabe an eine solche Gruppierung ja auch nur besonders ausgebufftes Manöver: Da kann man viel, viel besser beobachten als in der Mainzer Landstraße 116.

Spaß beiseite: Wie kann eine Tochter der Stadt Frankfurt Räume vergeben an eine Gruppierung, die vom Verfassungsschutz beobachtet wird? Ist da er Kompass noch in Ordnung? Hat man einen?