Zu Freitagspredigten

Über einen Bericht von Constantin Schreiber am FFGI

Wenig Hoffnung bezüglich der Inhalte von Freitagspredigten in den von ihm besuchten Moscheen machte gestern Constantin Schreiber.

 

Schreiber hatte im letzten Jahr an den Freitagspredigten in 31 Moscheen teilgenommen. Neben einigen DITIB-Moscheen waren eine schiitische Mosche darunter und auch eine der Lahore-Ahmadiyya. Mehrheitlich seien dies Berliner Moscheen gewesen; er habe aber auch Einrichtungen in Bochum, Karlsruhe, Hannover, Hamburg und Leipzig u.a. aufgesucht: Bei einigen habe er Schwierigkeiten gehabt. die Örtlichkeiten zu finden, in denen gepredigt werden sollte. Es gebe sehr verborgene Stätten, die kaum der direkten Nachbarschaft auffielen. Die Predigten wurden nicht in deutsch gehalten. Der Zugang war relativ einfach und wesentlich unproblematischer, als Schreiber sich dies vorgestellt hatte. Er hatte ohne großes Aufsehen einfach als Gast teilgenommen und nur gelegentlich Aufmerksamkeit erfahren. Bei Weiterlesen

Muslimische Wohlfahrt

Seit einiger Zeit werden Gespräche darüber geführt, ob es – ähnlich wie die Caritas oder die Arbeiterwohlfahrt – auch explizit muslimisch geführte Wohlfahrtsverbände geben solle. Sicherlich steht es jedem frei, was auch immer zu gründen. Bei diesem Ansinnen wird gerne vorgehalten, man wolle mit den christlich geprägten Verbänden gleichziehen. Am stärksten voran getrieben wird das Anliegen von den konservativen Verbänden und einzelnen Akteuren, die auf den ersten Blick nicht, oft jedoch auf den zweiten Blick hin einer bestimmten Gruppierung zuzuordnen sind. Dabei wird jedoch übersehen, dass die Arbeit von AWO und auch der Caritas & Co in den Bereichen, in denen alle Menschen von ihren Angeboten profitieren, eben nicht demonstrativ religionsgebunden ist.

Auf einer Veranstaltung letzten März in Wiesbaden* waren allerlei Stellungnahmen zu hören und zu lesen. Von Personen und Einrichtungen, die muslimbrudernah sind, den Ahmadiyya angehören oder die sich in der Vergangenheit nicht von den Grauen Wölfen distanzieren mochten (neben etlichen anderen natürlich). Es ist schon denkwürdig, welche Gruppierungen sich in diesem Kontext zu Wort melden. Es scheint, es ginge weniger darum, dass muslimische Mitbürger gut gepflegt und versorgt werden, denn darum, ein möglichst großes Stück von einem imaginierten, riesigen Fördermittelkuchen unter dem milden Schleier der Wohltätigkeit für die eigene Lobbyarbeit zu ergattern. Zwei Vortragende, einer aus dem Hessischen Sozialministerium, einer vom Hessischen Städtetag, brachten es etwas ungläubig auf den Punkt: Man müsse sich doch darüber im Klaren sein, dass „der Kuchen nicht größer werde“. Das war einigen anwesenden Lobbyisten jedoch erkennbar zweitrangig. Es schien nicht um die Versorgungsqualität zu gehen (vielerorts wird nebenbei auf etliche gesonderte Wünsche schon eingegangen, beim Essen, bei der Pflege, in der Seelsorge), sondern darum, dass den „eigenen“ Vereinen Gelder zugewiesen werden können.

Aus der Überlegung, dass mit jeden neuen Verband ein weiterer Verwaltungsapparat notwendig ist, sich die Zahl der Beitragszahler aber nicht erhöht, bleibt die Schlussfolgerung, dass alleine das die zur Verfügung stehende Summe reduziert. Man kann weiterhin ahnen, dass fundamentalistische Kreise die anteiligen Gelder der muslimischen Beitragenden sozusagen systematisch heraus ziehen möchten und natürlich parallel möglichst viel aus der öffentlichen Hand in eine Parallelwirtschaft pumpen möchten (was man aber nicht allen Akteuren zuordnen kann). Das, was als Integration verkauft wird, dient in Wahrheit der Segregation, immer weitere Bereiche sollen aus dem relativ religionsfreien Raum in den religiösen gezogen werden. Sowohl der bpb als auch der LAB, die mit organisierten, schien das nicht recht klar. Ob es ihnen heute klarer ist, darf bezweifelt werden.

Dass muslimische Pflege z.B. von alleine wohl nicht sehr stark nachgefragt wird, zeigt ein Frankfurter Beispiel. Der „Grüne Halbmond e.V.“, nah am vom Verfassungsschutz Weiterlesen

Die letzte Unterwerfung

Werbung für die weibliche Genitalverstümmelung von Fundamentalisten und Fundamentalistinnen in den sozialen Medien

Die weibliche Genitalverstümmelung ist ein schwer wiegender Eingriff in die weibliche Sexualautonomie, der weltweit etwa 200 Mio. Frauen unterzogen wurden. Dieser Eingriff ist meist mit relevanten, oft irreversiblen gesundheitlichen Problemen verbunden und führt bei Ausführung unter unhygienischen Bedingungen durch meist weibliche Laienbeschneiderinnen in Entwicklungsländern oftmals auch zum Tod der Mädchen.

Der Artikel 24 der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen legt im Text fest, dass Kinder Anspruch darauf haben, vor Traditionen geschützt zu werden, die ihre körperliche Unversehrtheit und Gesundheit beeinträchtigen. Dort heißt es:

(3) Die Vertragsstaaten treffen alle wirksamen und geeigneten Maßnahmen, um überlieferte Bräuche, die für die Gesundheit der Kinder schädlich sind, abzuschaffen.

https://beck-online.beck.de/?vpath=bibdata/komm/SchmKoKRK_1/KindRechteUeb/cont/SchmKoKRK.KindRechteUeb.a24.htm

Der Berliner Prediger Abul Baraa erteilte schon vor Jahren in Berlin jedoch Unterrichte, die sich mit der weiblichen Genitalverstümmelung auseinandersetzten. Baraa stellt das je nach individuellen anatomischen Gegebenheiten in das Ermessen. Die Frage darf gestellt werden: Wer entscheidet das?
Frauen selber, die nach seiner Lesart nicht einmal eigenständig heiraten dürfen, sicher nicht. Man kann sich gruselige Vorstellungen davon machen, wie medizinisch ungeschulte aber dafür umso mehr religiös indoktrinierte Personen darüber beratschlagen, was dem Mädchen belassen werden darf oder was nach Sunnah entfernt werden sollte (man kann auch berechtigt fragen, wie der Herr Baraa das mit den eigenen Töchtern, wenn er welche hat, hielt):

 

 

Relativ neu ist das Phänomen, dass sich Frauen offen dazu bekennen bzw. selber Werbung dafür machen, die Genitalverstümmelung durchzuführen. Dominiert wurde die Debatte zuvor – wenn Weiterlesen

Der böse Blick

Glaube und Aberglaube sind nicht selten nah beieinander. Beliebt unter islamistischen Predigern ist die Befassung mit dem „bösen Blick“.  Ein Synonym ist das „böse Auge“. Da sich viele Personen damit beschäftigen, es nur um glauben, anmuten oder wähnen geht, gehen Diagnose und Therapie unter den einschlägigen Spezialisten naturgemäß auseinander. Nichts davon ist natürlich dem Beweis zugänglich. Das böse Auge ist kein medizinisches Problem, sondern ein – freundlich formuliert – psychologisches. Um so interessanter ist es, diese verschiedenen Sichten zu betrachten.

Eine kleine Synopse beliebter Ratgeber aus der Szene:

Abu Abdullah (Brahim Belkaid) hält den bösen Blick für überaus weit verbreitet. Aber nicht nur der der Menschen. Nein, auch der Jinns…
Das sei die Haupt-Todesursache in der Ummah*. In einer Sekunde könne einen das zu Tode bringen – aber auch langes Siechtum hervorrufen.

[Jenseits des Lustigen werden in dem Video auch psychische Störungen fehlgedeutet, was zur Nichtbehandlung durch den Psychiater oder Psychologen führen kann.]

Der Herr Muhammad al Arifi, das ist der mit dem Persilschein für Selbstmordattentäter, wenn sie im Land Weiterlesen

Bezahlen und beobachten

Der Fall Amen Dali zeigt Grundlegendes auf

Fortsetzung zu

https://vunv1863.wordpress.com/2016/03/04/seelenfang-statt-seelsorge/#more-3468

Der Mannheimer Imam Amen Dali agiert seit Jahren wohl unbehelligt und unentdeckt an der Heidelberger Uniklinik. Wie nun kam dies zustande, wie ist dies zu erklären? Welchen Eindruck vermittelt es, wenn sogar ein so prominenter Salafist unentdeckt oder unbehelligt bleibt, wenn man sogar jemandem wie ihm Zutritt zu schutzbedüftigen Personen und vielleicht sensiblen Bereichen gewährt?

Kleiner Exkurs zur Herleitung der muslimischen Seelsorge s.u.*

Das Land Baden-Württemberg hat sich vor einigen Jahren entschlossen, muslimische Seelsorge in der Breite anbieten zu wollen. Dies geht u.a. aus dem „Nachhaltigkeitsbericht“**  2014 des Integrationsministeriums hervor

„Auch im Gesundheitsbereich nimmt interkulturelle Öffnung eine wichtige Rolle ein. Das Ministerium für Integration rückt dabei einen Bereich in den Fokus, der bisher eher wenig Berücksichtigung gefunden hat: die islamische Krankenhausseelsorge. Eine wie von den christlichen Kirchen angebotene Seelsorge ist unter den Musliminnen und Muslimen bislang weitgehend unbekannt. Oft herrscht noch die Annahme vor, dass in Krisensituationen rein auf die Unterstützung der Familie vertraut werden kann. Doch die Lebenswirklichkeit der hier lebenden Musliminnen und Muslime hat sich mittlerweile geändert, sodass auch sie zunehmend auf professionelle Unterstützung angewiesen sind. Diese Unterstützung kann die islamische Weiterlesen

Seelenfang statt Seelsorge?

Imam einer unter Beobachtung stehenden Moschee betreut Patienten an Heidelberger Uniklinik als Seelsorger

Krankheit und Tod sind existenzielle Herausforderungen, die auch mental stabile Personen an den Rand der Einsichtsfähigkeit bringen können. Um so mehr ist Sorgfalt darauf zu richten, wer in diesen verletzbaren Lebenslagen Zugang zu Patienten hat. Häufig greifen Kranke und psychisch beeinträchtigte Personen in Grenz-Situationen auf Seelsorger zurück. Seit einiger Zeit wird dies vielfach auch von und für Muslime angeboten. Das Angebot als solches ist korrekt, berechtigt und es ist jedem überlassen, ob er darauf zurückgreifen mag. Im Angesicht der schutzbedürftigen Lage sind das Krankenhaus oder die sonstige Einrichtung jedoch in der Pflicht, Patienten vor allem zu schützen, was ihnen schaden könnte. Seelsorger haben Zugang zu vielen Patienten und häufig sind sie rasch Vertrauenspersonen, weil sie manchmal die einzigen Besucher sind.

 

Von Seiten eines Klinikums ist also dafür Sorge zu tragen, dass diese Aufgabe bei ihren Patienten nicht von Personen wahrgenommen wird, die neben dem Dienst am Patienten vielleicht noch eine eigene Agenda verfolgen. Zum Beispiel die der Mitglieder- oder Anhänger-Gewinnung, Weiterlesen

Gut im Glauben – schlecht in Anatomie

Die Arabische Medizin hat durchaus einen Ruf. Leider nicht die heutige – das ist etwa 1000 Jahre her. Zu Zeiten von Avicenna (arab. Ibn Sina) wurde in seinem Alterssitz Isfahan Medizingeschichte* geschrieben – es entstanden Werke, die über Jahrhunderte genutzt wurden. Nicht weil sie ihrer Zeit so weit voraus gewesen wären, sondern weil Forschung, die im anatomischen Bereich nun mal auch mit der Sektion von Menschen zum Funktionsverständnis verbunden ist, schlicht nicht stattfand. Avicenna war seinerseits von griechischen Lehren (Hippokrates, Galen) beeinflusst. Man hielt die Werke der Alten für den erreichbaren Stand und übte sich im finsteren Mittelalter lieber im vermehrten Gebet. Auch in der muslimischen Welt schritt man nicht mehr wesentlich voran. Von konservativen Muslimen ohne naturwissenschaftliche Kenntnisse werden ibn Sina und seine Sichten gerne als Monstranz durch das medizinische Dorf getragen. Das ist der Leuchtturm, mit dem man ein wenig Selbstbewußtsein hinsichtlich der aktuellen Rückschrittlichkeit im Vergleich zur „westlichen Medizin“ zurückgewinnen will.

Dass die ganze muslimische Welt, die seine Erkenntnisse wesentlich früher hatte als die christliche (es gab ja noch kein Whatsapp), seine Befunde wenig nutzte, um auf ihnen aufzubauen, bleibt meist unerwähnt. Lieber sonnt man sich im Abendglanz vergangener Größe. Weiterlesen