München: „Marketing“ mit der Mitte II

Über fromme Betätigungen, die jung, akademisch und mittig daherkommen – und es doch nicht sind

Der junge Münchner Ahmed Schekeb Popal war im vorherigen Beitrag

https://vunv1863.wordpress.com/2017/06/18/muenchen-marketing-mit-der-mitte-i/

in seiner Eigendarstellung und Auftreten zur Mehrheitsgellschaft hin betrachtet worden. In diesem blog-Artikel soll nun seine Selbstdarstellung hin zur eigenen Community Thema sein. Die eigene Community, damit ist hier nicht die Münchner Stadtgesellschaft gemeint, sondern die, der sich Herr Popal anscheinend in besonderem Maße verpflichtet fühlt: die muslimische Community. Auch das steht natürlich frei. Man sollte aber, will man sich ein ganzheitliches Bild machen, um beide Aspekte bemühen.

Kritisch sieht Herr Popal z.B. den Herrn Mansour (er teilt eine Darstellung der Seite „Deutschlands Hausmuslime“ !). Er meint, man müsse dringend auf ihn reagieren, ihm antworten:

 

Weniger kritisch werden allerdings dem Anschein nach Personen und Umfelder gesehen, die konservativer eingestellt sind:

 

Noch weniger Kritik gibt es bei den Altvorderen:

 

Das ist dieser Gelehrte hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Ibn_Taim%C4%ABya

Ganz herzige Selfies gibt es auch mit Herren vom RIGD (s. dazu Beiträge auf diesem blog, eine Weiterlesen

München: „Marketing“ mit der Mitte I

Über fromme Betätigungen, die jung, akademisch und mittig daherkommen – und es doch nicht sind

Der junge Münchner Ahmad Schekeb Popal* wurde in letzter Zeit einige Male in der Presse erwähnt, z.B. hier.

http://www.br.de/radio/bayern2/politik/radiowelt/ot-ahmad-popal-100.html

https://www.tz.de/muenchen/stadt/buergerkrieg-in-syrien-ere25822/muenchnerin-organisiert-kundgebung-fuer-aleppo-7119560.html

Zuletzt erregte er ein wenig Aufsehen, da er auf den Raummangel für Muslime in der Münchner Innenstadt aufmerksam machte (was prinzipiell statthaft ist, wenn auch die Stadt bzw. die Mehrheitsgesellschaft dafür nicht der richtige Ansprechpartner sind):

http://www.deutschlandfunk.de/gebetsraeume-moscheemangel-in-muenchen.886.de.html?dram:article_id=388137

Der Vorgang war auch schon hier Thema:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/05/14/muenchen-freitagsgebet-als-protestaktion/

Die tatsächliche Nachfrage scheint jedoch nicht die Vehemenz der Forderung und Darstellung wiederzuspiegeln:
Vorletzte Woche hatten rund 150 Muslime im Gemeindesaal von St. Michael Unterschlupf gefunden. Diesen Freitag durften sie zum zweiten Mal in einen Raum der Kammerspiele, jedoch kamen nur rund 20 Gläubige.

https://www.tz.de/muenchen/stadt/altstadt-lehel-ort43327/muenchner-muslime-sind-weiter-auf-raumsuche-8375187.html

Der sympathisch wirkende Mittzwanziger wohnt nach eigener Angabe in München und versucht dort dem Anschein nach, seine für ihn wohl prägende starke religiöse Beflissenheit in den verschiedensten Betätigungen auszuleben. Da gibt es einen youtube-Kanal, andere Betätigungen, man reist nach den Fotos auf Facebook zu schließen viel und gerne, vernetzt, was Zeit und Kontakte hergeben. Sein Bruder, Massi Popal, macht nach Eigenangabe parallel „Life Makers“ in München. Eine Arbeitsteilung in hipp und religiöser scheint unter den Brüdern wahrscheinlich. Breite Abdeckung der muslimischen Community scheint das Ziel, ein kleines Familien-Marketing-„Unternehmen“ in Sachen Islam.
Medien und der Mehrheitsgesellschaft gegenüber wird dies, siehe Zitat beim BR („das, was wir wirklich sind“), als einfacher Ausdruck einer Frömmigkeit dargestellt. Diese Frömmigkeit wird demonstrativ in den Vordergrund gestellt, etwas, was in mitteleuropäischem Kontext eher mit gemischten Gefühlen gesehen wird. Das gilt für jedwede Religion; es ist unüblich geworden, ständig seinem Umfeld z.B. im Beruf oder an der Schule die eigene spirituelle Einbindung als primär wahrzunehmenden Identitätsaspekt aufzudrängen. Dem Anschein nach will Popal nicht zunächst als Mitbürger, Kollege, Mann wahrgenommen werden, was ja zu allen Personen hin verbinden könnte, sondern legt Wert auf die Erst-Wahrnehmung als Muslim – immer und überall. Ein solcher Wunsch der Priorisierung der Wahrnehmung seines sozialen Umfelds steht natürlich frei. Es ist allerdings dann auch nicht anzumahnen, wenn dies gelingt.

Popal macht nette Selfies mit bekannteren Personen der sog. Mehrheitsgesellschaft, denen oftmals Person und Ausrichtung nicht bekannt gewesen sein dürften.

Mit dem Herrn Lüders:

Der Herr Rohe: Weiterlesen

Weniger Ausreisen, mehr Salafisten

In den letzten Wochen scheint die Steigerungsdynamik der Anzahl der in Kampfgebiete ausreisenden Personen sich abzuflachen. Ist da ein Aufatmen angesagt? Eher nicht. Denn der allgemeine Zulauf zur salafistischen Bewegung ist ungebrochen. Die Zahlen der Ausreisenden spiegeln nur wieder, wie viele Menschen in Syrien ihren „Einsatzort“ sehen. Das sind demnach nur die, bei denen die Radikalisierung in einen unmittelbaren Ausreisewunsch mündet. Dass es in Syrien vielleicht nicht ganz so abenteuerlich und zugleich brüderlich-gemütlich sein könnte wie in den Propagandavideos verbreitet, mag sich teilweise herumgesprochen haben. Nicht im Kampf Mann gegen Mann zu sterben, sondern einfach nur einer Bombe zum Opfer zu fallen oder einer Durchfallerkrankung, mag manchem auch nicht viril-heroisch genug erscheinen. Nicht wenige reisen aus, weil es ihnen durchaus um den Kampf und da vor allem auch um das eigenhändige Besiegen und Töten geht.

Die Steigerung von 7900 im letzten September auf aktuell 8350 geschätzte Anhänger hierzulande ist nicht unerheblich. Bei also ungebrochenem Zulauf und Verfestigung der Szene Weiterlesen

Schwesternsache

Der Einblick in die Szene islamistischer Frauennetzwerke ist nicht ganz leicht zu gewinnen: Im Gegensatz zu den „Brüdern“ imponieren sie weniger auf der Straße. Das sei auch nicht ihre Aufgabe, räsoniert Erol Selmani, Chef von „Siegel der Propheten“, in einer aktuellen Botschaft hinsichtlich eines von ihm angebotenen Seminars. Trotzdem gibt es natürlich eine lebhafte „Schwestern-Szene“. Die Begegnungen und Betätigungen der „Schwestern“ finden seit Jahren eher abgeschieden in angrenzenden Räumen von Moscheen, bei häuslichen Treffs und im Netz statt.

Über letztere Schiene werben einige „Schwestern“ Frauen an. Primär als Ehefrauen für Kämpfer, für die heimelige Ausgestaltung von Tisch und Bett nach dem Kampf, als Gebärerinnen des erwünschten Nachwuchses im neuen Utopia. Heldenfrauen und Heldenmütter. Eine dieser fanatischen Anwerberinnen ist die Ehefrau eines Mannes, gegen den aktuell vor dem OLG Frankfurt verhandelt wird, s.u. Das Paar wohnte zeitweise in Rüsselsheim.

 

 

Eine der Geworbenen obsiegte aktuell vor dem BGH, weil die Vorinstanz nach Ansicht des BGH korrekt urteilte und die Erfüllung des § 89a StGB (Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Straftat) nicht als nachweislich gegeben bei der Frau ansah:

http://juris.bundesgerichtshof.de/cgi-bin/rechtsprechung/document.py?Gericht=bgh&Art=en&Datum=Aktuell&Sort=12288&nr=72638&linked=pm&Blank=1

http://www.welt.de/print/die_welt/politik/article148108590/Schiesse-Unglaeubigen-den-Kopf-ab.html

Wortlaut der Vorschrift:

http://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__89a.html

Wenn diese Sicht nun höchstrichterlich bei den bekannten Eckdaten bestätigt ist, wird man Rückkehrerinnen mit dieser Vorschrift kaum rechtlich fassen können, da ein für Islamisten geschlechtsuntypisches Verhalten bzw. Einsatz gefordert wird. Nach dem Wortlaut ist dies n.m.M. korrekt. Vorbehaltlich der noch ausstehenden schriftlichen ausführlichen Urteilsbegründung ist dies dann eine Vorschrift, die nahezu ausschließlich auf Männer Anwendung finden dürfte, es sei denn, die Frau baut eine Bombe oder unterweist andere darin. Evtl. ergibt sich daraus ein juristischer Nachjustierungsbedarf.

Insofern ergibt sich im verlinkten Welt-Artikel denn auch juristische Verwirrung:

Wie der BGH nun bestätigte, ist es also per se nicht strafbar, nach Syrien zu reisen, dort im direkten Umfeld von al-Qaida zu leben, sich an Waffen ausbilden zu lassen und diese dann Tag und Nacht in der Küche an der Wand hängen zu haben, wie Andrea B. es tat. Das wird den deutschen Gerichten den Umgang mit Heimkehrern nicht leichter machen. Die Ankläger müssen den Beschuldigten nachweisen, dass diese aktiv ins Kriegsgeschehen eingreifen wollten.

 
Der Journalist sah nicht: Die beweisbaren Taten sind nach diesem Paragraphen im vorliegenden Fall nicht strafbar. Nach anderen Vorschriften im StGB möglicherweise schon.

Man muss sich somit fragen, warum die Staatsanwaltschaft wohl nicht auch nach dem § 129 b StGB angeklagt hat. Das wäre n.m.M. bei Strafwillen – den eine Staatsanwaltschaft natürlich nur im Rahmen haben darf – sicherer gewesen, denn das wäre einfacher im Nachweis gewesen:

http://dejure.org/gesetze/StGB/129b.html

Die Staatsanwaltschaft legte an Beweismitteln martialische Einlassungen noch nach der Rückkehr vor und auch einiges der sonstigen Beweismittel wäre wohl geeignet gewesen, dies zu stützen. Sollte die Münchner Staatsanwaltschaft auf die Mitanklage des Verstoßes gegen diese Vorschrift verzichtet haben, wäre dies wohl ein Fehler gewesen. Vielleicht klärt sich dies in der Urteilsbegründung des BGH (vielleicht mag es aber auch ein mitlesender Strafrechtler erläutern). Sobald die Urteilsbegründung vorliegt, wird sie hier eingepflegt.

Zurück zur geworbenen, juristisch siegreichen Verkäuferin. Über den Gatten zunächst Einbindung in ein islamisches Milieu. Nach der Trennung durch Bekannte Kontakt zu glaubensstrengeren Personen. Radikalisierung dann durch das Netz und anschließend über diesen Weg konkrete Anwerbung.
Frauen wie diese Verkäuferin gibt es nicht wenige, die romantische Verklärung der Geschlechterrollen und die jeweilige Überhöhung, wenn man diese Rolle ausfüllt, mag orientierungsarmen Menschen Halt vorgaukeln. Den narzisstischen Gewinn, von der alleinerziehenden Verkäuferin zur Heldenmutter aufzusteigen, kann unsere Gesellschaft so nicht bieten. Dafür sind die totalitären Muster zu einfach gestrickt und unsere Gesellschaft zu arm an positiven Identitätsmustern und -verstärkern auch für diese Rolle. Hausfrau und Mutter sein wird i.d.R. nur noch wenig wertgeschätzt, von Frauen wird mehr gefordert. Schon das abgesprochene teamwork eines Paares wird durchaus kritisch beäugt und manchmal auch bespöttelt oder mit Kopfschütteln bedacht. Nicht jeder kann jedoch diese Erwartungen an die Doppellrolle erfüllen, die auch oft genug noch bei besser ausgebildeten Frauen sich nicht erfüllen lassen. Wenn junge Frauen diese – traditionellen – Vorstellungen attraktiver finden, sollten sie nicht einen autoritären Gatten oder totalitäre Ideologien als Umweg nehmen müssen, um diese Vorstellungen in einer Gesellschaft in Wertschätzung dieser Gesellschaft verwirklichen zu können (das erfordert aber natürlich einen entsprechenden Mann, der diese Verantwortung tragen will). Denn der moderne Gesellschaftsentwurf – die Frau ohne Kinder gilt vielen als egoistisch, die mit, aber als Hausfrau als faul und dumm – lebt zumindest in Deutschland auch davon, dass er sozial mehr Forderungen an Frauen als an Männer stellt. Manch eine Frau mag sich da lieber einem altertümlichen Ehrbegriff und nur einem Mann (bzw. dem Clan) unterwerfen als sich diesen anstrengenderen Herausforderungen zu stellen, zumal eine Überhöhung stattfindet und der Sinn frei Haus geliefert wird.

Um nicht falsch verstanden zu werden: Nichts rechtfertigt die menschenverachtenden Haltungen, die sie sich dann parallel zu Eigen machte oder auslebte. Und auch noch so viel Wertschätzung für die Mutterrolle macht aus einer Verkäuferin noch keine Heldin, es sei denn, man führte auf niedrigem Niveau das „Heldin der Arbeit“-Konzept wieder ein (was so keiner haben wollen kann). Teil einer Gegenstrategie muss also auch sein, frühzeitig mancher persönlicher zu hoher Erwartung an das Leben gegenzuwirken: Viele Dinge gibt es nicht umsonst und manche auch trotz Bemühung nicht. Und auch die Gesellschaft sollte manche Erwartung zurückschrauben: Mit noch so viel Bildungsangeboten kann (und soll – wir brauchen alle Teile dieser Gesellschaft, die von Aufgabenverteilung lebt!) nicht aus jedem ein Einstein werden, mit noch so viel an sozialem Vorleben wird nicht aus jeder Person ein Gandhi. Und selbstredend gibt es Personen, die für ihre grundlegende Menschenverachtung nur einen sozialen Rahmen finden wollen, in dem dies akzeptiert wird. So lange sie sich im Rahmen bewegt, der andere nicht belästigt, muss eine Person als Mensch ungeachtet seines Lebensentwurfs und seiner Stellung Achtung erfahren – sofern er anderen diese auch zu teil werden lässt. Das ist der Knackpunkt – bei „Brüdern“ wie bei „Schwestern“.

 

* Der Gatte wurde im letzten Oktober bei der Wiedereinreise festgenommen:

http://www.faz.net/aktuell/mutmasslicher-terrorhelfer-in-frankfurt-festgenommen-13212187.html

SEin Verfahren vor dem OLG Frankfurt läuft noch mindestens bis Januar:

https://olg-frankfurt-justiz.hessen.de/irj/OLG_Frankfurt_am_Main_Internet?uid=1cd20043-bbd1-8531-f012-f312b417c0cf

Ein bisschen Jihad in München

Der bundesweit bekannte Hassprediger Izzuddin Jakupovic wohnt aktuell in Bonn, nach anderen Quellen Wien, war aber vorher der süddeutschen Salafistenszene zuzurechnen. Im Jahr 2014 gab es bei ihm eine Hausdurchsuchung, da er nicht nur geworben, sondern auch Hilfsgüter für Syrien gesammelt und verschickt haben soll:

http://www.general-anzeiger-bonn.de/bonn/bonn/tannenbusch/bonner-unterstuetzung-fuer-is-terrormiliz-article1459456.html

Aktuell zieht es den Herrn nach München:

 

 

Izzuddin München Sept 2015

 

 

Der Ort ist noch nicht bekannt. Die Chancen stehen aber nicht schlecht, dass es ihn in die bekannte Problem-Moschee in der Schöttlstr. 5 ziehen wird. Dort ist der Berliner Hassprediger Abul Baraa seit Jahren gern gesehener Gast und lieber Bruder.

Der Herr Jakupovic nun verbreitet auch auf youtube seine Botschaften. Man kann sich über seine öffentlich getätigten Haltungen demnach grob informieren, z.B. hier:

 

Sein Gott soll unser aller Herr sein, glaubt er, und er meint, dass wir uns dem unterwerfen müssten.

Es gibt viele weitere Videos:

https://www.google.de/search?q=izzuddin&num=100&newwindow=1&biw=1745&bih=860&source=lnms&tbm=vid&sa=X&ved=0CAoQ_AUoBGoVChMIsoytmf2JyAIVCdQaCh2yYwVs

Die Münchner Salafisten-Szene wächst stark. München ist seit langem keine Insel der Seligen mehr, wie mancher aus Politik und auch Behörden annehmen könnte. Die Münchner täten gut daran, das sehr fest im Blick zu haben.

Abul Baraa in München: Werbung für den radikalen Islam

Hinsichtlich der Aktivitäten des bundesweit bekannten Hasspredigers Abul Baraa in München war schon Allgemeines neulich geschrieben worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/06/03/munchner-kindl/

Bei diesem aktuellen Besuch hatte er wohl unter anderem zwei junge Menschen alleine in München, alleine in dieser Moschee neu zu seiner Version des Islam bekehrt:

 

 

Die Tournee umfasst auch andere bayrische Städte, übliche Stationen.

Das Video ist ganz frisch eingestellt.

Man sieht, dass etwa 30 Männer anwesend waren. Selbst Kinder werden schon mitgenommen und so frühzeitig an einen radikalen Islam herangeführt. Die Frauen, die in einem getrennten Raum das Geschehen verfolgen können, sieht man nicht. Man sollte davon ausgehen, dass er bei diesem Besuch in der Moschee in der Schöttlstr. 5 etwa 60 Personen erreicht hat.

Dazu kommen dann natürlich später noch die Münchner, die daran nicht teilnehmen konnten oder wollten und sich die Ideen Baraas aus dem Internet zu Gemüte führen.

Das sind Ideen wie  „Die wahren Terroristen sind USA und Israel“. Es gibt auch eine spezielle Sicht zu „Verteidigung“ und „heilige Erde“ u.v.a.m. Der Abfall von Al Kaida durch Baghdadi wird kritisiert. Eine Aya von Allah sei: „Tötet alle in eurer Nähe.“ (im Kriegszustand; mit der Genfer Konvention kann der Herr Baraa demnach auch nicht so viel anfangen im Zweifelsfall):

 

 

Hinzu kommen als Münchner „Problembären“ noch etliche LIES!-Aktivisten. Da gibt es Schnittmengen, aber keine völlige Deckungsgleichheit der Personengruppen.

Mir scheint, dass man in München noch zu entspannt ist hinsichtlich dieser Sachlage. Auch wenn man Aktionismus ablehnen muss: Da muss mehr gemacht werden. Auf der Strasse und in den Moscheen. Da geht auch mehr, man muss nur den politischen Willen haben.

Münchner Kindl

Hinsichtlich der islamistischen Aktivitäten gibt es Schwerpunkte, in denen die Szene jenseits der legalistischen Gruppierungen besonders aktiv ist. Eine der Städte, in der sich die Lage in den letzten Monaten verschlechtert hat, ist auch München. Vor Jahr und Tag wurde ein kleiner LIES-Stand wohl von bosnischen oder albanischen Frauen betrieben. Trotz der LIES!-GmbH im Hintergrund dürfte dieser Stand vom Radikalisierungspotential unterdurchschnittlich gewesen sein. Seit zwei Jahren haben jedoch die jungen Männer übernommen:

Noch aufgenommen von Sabri Ben Abda nebenbei.

Und hier der aktuelle LIES-Stand München vom 10.05.2015:

Lies München 150510

Quelle: fb-Seite „Die wahre Religion“

Man kann erahnen: Da sind auch Konvertiten dabei. Die jungen Muslime werden auch in manchen Moscheen angeworben, die Konvertiten eher in peer groups und auf der Strasse. Nicht zu vergessen das Internet.

Ob Muslim oder Konvertit, ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Das sind Münchner Kinder und Jugendliche. Nicht auf dem Bild, aber auch nicht zu vernachlässigen: beiderlei Geschlechts.

Das ist oben natürlich nur das, was man sieht. Vieles andere sieht man nicht auf der Strasse. Das findet im Hinterhof oder in der Wohnung statt. In München auch in zwei Moscheen (womit München eine unterdurchschnittliche Zahl Problem-Moscheen hätte, wenn es denn stimmt).

Diese Veränderung ist nicht nur durch die Anleitung von Herrn Abou-Nagie zustandegekommen. Es zeigen sich jetzt auch die Folgen jahrelanger, nahezu ungestörter Betätigung anderer Akteure.

Zum Beispiel Abul Baraa. Abul Baraa ist seit etlichen Jahren in der Berliner As Sahaba Moschee aktiv. Dort verkehrten auch Hassan Dabbagh, Reda Seyam und Dennis Cuspert alias Deso Dogg oder seit einiger Zeit umbenannt in „Abu Talha al almani“. Neuer Beruf: International gesuchter Top-Terrorist. Abul Baraa machte und macht regelmäßige Bayern-Tourneen. Ein paar Beispiel-Videos für seine Haltungen:

So war der Herr Baraa 2010 drauf, der Islam wird angegriffen (Westergaard-Preis)

Und so 2011: Muslime verteidigen sich nur gegen Angriffe

Die Auswanderung ist Pflicht (2012)*:

http://www.myvideo.de/watch/8536225/Ist_die_Auswanderung_Hidschra_Pflicht_Ahmad_Abul_Baraa

Keine Freundschaft zu Ungläubigen (2013):

Ungläubige trauern nicht für Muslime etc.  (2014):

In München geht der Herr Baraa seit Jahren immer wieder u.a. in die Gemeinde in der Schöttlstr. 5.

Vor 10 Wochen gab es einen Bericht über Baraas Aktivitäten in Bayern. Dass der BR nun darüber berichtet, ist ja schön, aber auch der BR wurde schon vor Jahren auf diese Tourneen aufmerksam gemacht:

http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/radikaler-salafist-tourt-durch-oberpfalz-100.html

Daraus:

„Laut Bayerischem Verfassungsschutz leben rund 550 Salafisten in Bayern, davon 200 in München. Die Szene gilt dementsprechend als sehr groß. Vieles spricht dafür, dass einige aus München nach Syrien ausgereist sind oder eine solche Reise planen. Insgesamt betrifft das bayernweit 40 Salafisten. […]

Es ist vor allem ein Jugend-Phänomen, das bisher unterschätzt wurde. […]“

Jugend-Phänomen, das klingt eigentlich ganz nett. So wie unerfahren einen über den Durst trinken. Auch wenn das von einigen so eingeordnet wird: Nein, so „nett“ ist das m.M.n. nicht. Nicht alles, was *auch* Jugendliche betreiben, ist ein Jugendphänomen. Die Art, wie das ausgelebt wird, ist bei Jugendlichen vielleicht verschieden und auch die Art der Anwerbung mag anders ablaufen beim Teen. Das mag aktuell auch bei Jugendlichen gehäuft vorkommen. Aber man muss es auch sehen wie eine Sekte UND wie eine politische Strömung. Die Begriffe „Jugend-Phänomen“, „Pop-Kultur“ sind n.m.M. in der Mehrheitsgesellschaft mit den falschen Assoziationen und Konnotationen verknüpft. Das wird dem Phänomen nicht gerecht. Das beruhigt eher zu stark, sorgt für weitere Unterschätzung.

Auch der BR,vom letzten September:

http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/salafismus-muenchen-100.html

Der letzte BR-Bericht vom März hatte offenkundig keine Folgen für den Verein, von Einsicht ganz zu schweigen. Im April war der Herr Baraa denn auch fröhlich wieder vor Ort:

http://heyevent.de/event/rftwurwz3wvaaa/eilmeldung-abulbaraa-kommt-am-24042015

Und die nächste Tour steht an:

„Deutschlandtour im Süden:

Am Freitag den 12.6.15 um 20 Uhr in Regensburg

Am Samstag den 13.6.15 um 15 Uhr in Schwandorf

Am Samstag den 13.6.15 um 20 Uhr in München“

Quelle: http://as-sirat.de/

Der Herr Baraa geht also wieder Menschen fischen in 10 Tagen.

 

 

* Man muss sich wundern, dass der Herr Baraa noch hier ist.