Ziemlich grau in Offenbach

Über Betätigungen der Grauen Wölfe in Offenbach

Türkischer Nationalismus inkl. Militarismus war zuletzt in den Medien wegen Kindergruppen in DITIB-Moscheen, die Soldaten mimten. Zumindest die Jungen. Mancherorts war auch den Mädchen eine Rolle zugedacht. Sie übten schon einmal Märtyrer beweinen. Doch nicht nur bei der DITIB finden sich irritierende nationalistische Inhalte. Um weitere Gruppierungen Türkeistämmiger ist es jedoch stiller. Ihre Betätigungen finden eher verdeckt statt, weil man aus früheren Jahren noch einen wenig friedlichen Ruf hat und eher vermeiden möchte, dass die Mehrheitsgesellschaft ihre Zugehörigkeit thematisiert. Zu diesen Gruppen zählt man die verschiedenen Verbände, die den „Grauen Wölfen“ zugerechnet werden.

Zugehörig zum Spektrum der türkisch-nationalistischen Grauen Wölfe sind im wesentlichen drei Dachorganisationen: Die ADÜTDF, kurz ATF, die ATIB und als kleinste Gruppierung die ADIB. Die Unterschiede sind vorhanden; geteilt wird jedoch eine stramm nationalistische Haltung, mal mehr, mal weniger stark islamistisch konnotiert. Gemeinsam träumt man von einer Großtürkei, Turan, und einer Wiederbelebung des Osmanischen Reichs. Betätigungen von Personen aus dem Spektrum werden kommunal jedoch oftmals nicht ausreichend wahrgenommen, da sich die Haltungen weniger im Verhältnis zur Mehrheitsgesellschaft, sondern mehr in den Wechselwirkungen innerhalb der Community der Türkeistämmigen zeigen. Am kommunalen Integrationstisch mag man mit anderen Gruppierungen sitzen, auch wenn ansonsten auf Abgrenzung und Abwertung gesetzt wird. Schließlich erhofft man sich Vorteile, Akzeptanz und Wertschätzung durch die Mehrheitsgesellschaft für die „kulturelle Betätigung“; über Problematisches wird in solchen Gremien kaum einmal gesprochen.

Dies trifft für viele Kommunen zu: Auch mit Akteuren, deren Haltungen eigentlich bekannt sein sollten, wird so verfahren, als nehme man ihre Ausrichtung und die vertretenen Positionen nicht wahr. Als sei genau die Betätigung, die an solchen Gremien teilhaben lässt, im Grunde weder ernst gemeint noch relevant. Dass über die vertretenen Haltungen nicht gesprochen wird, führt jedoch nicht weiter. Redet man über solche Haltungen nicht, sind bei öffentlicher Wahrnehmung dann beide Seiten überrascht (oder tun so).

Das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen gibt die grundlegende Ausrichtung so wieder, S. 194 des Berichts 2016:

Diese Haltung kommt im „Ülkücü-Eid“ zum Ausdruck:
„Ich schwöre bei Allah, dem Koran, dem Vaterland, bei meiner Flagge. Meine Märtyrer, meine Frontkämpfer sollen sicher sein, wir die idealistische türkische Jugend, werden unseren Kampf gegen Kommunismus, Kapitalismus, Faschismus und jegliche Art von Imperialismus fortführen. Unser Kampf geht bis zum letzten Mann, bis zum letzten Atemzug, bis zum letzten Tropfen Blut. Unser Kampf geht weiter, bis die nationalistische Türkei, bis das Reich Turan erreicht ist. Wir, die idealistische Jugend, werden niemals aufgeben, nicht wanken, wir werden siegen, siegen, siegen. Möge Allah die Türken schützen und sie erhöhen“.

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/content-downloads/Verfassungsschutzbericht%202016.pdf

Aus einem allgemeinen Artikel zu den Verbänden von der bpb:

Im Zuge interner Auseinandersetzungen spalteten sich von der Türk Federasyon die ATB (Europäisch-Türkische Union) und ATIB (Türkisch Islamische Union Europa) ab, die sich mehr als islamisch orientierter Flügel der Szene der „Grauen Wölfe“ verstehen. Bundesweit unterhalten Türk Federasyon, ATIB und ATB gemeinsam ungefähr 300 lokale Vereine und Zweigstellen […] Ein Teil des Erfolgsrezepts der drei Dachverbände ist, dass sich ihre lokalen Mitgliedsvereine häufig als türkische Selbsthilfeorganisationen und Moscheegemeinden etablieren konnten. So haben Türk Federasyon, ATIB und ATB Einfluss auf zahlreiche Kultur- und Elternvereine, Unternehmerverbände, Jugendgruppen, Fußballclubs und Moscheen – und damit auf das soziale Leben vieler türkei-stämmiger Menschen in Deutschland.

https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/260333/graue-woelfe-die-groesste-rechtsextreme-organisation-in-deutschland

Es empfiehlt sich auch, die ZDF-Doku anzuschauen; hier die webstory dazu:

http://webstory.zdf.de/graue-woelfe/

Einer der Vereine in Offenbach, die sich dergestalt „kulturell“ betätigen, sitzt in der Offenbacher Geleitsstrasse. Der „Türkisch-Deutscher Freundschaftsverein“ ist nach Vereinsregister seit Mitte der 90er eingetragen.

Die Grauen Wölfe bzw. deren Umfeld in Offenbach haben verschiedene Accounts in den sozialen Medien, auf denen sie sich ungeniert der einschlägigen Symbolik bedienen. Oder auf denen Personen der Bewegung wie der Begründer gepriesen werden. Einige Beispiele mögen dies verdeutlichen. Hier ein Bezug auf den Begründer Alparslan Türkes:

Quelle: Fb-Account, https://www.facebook .com/Offenbachulkuocagiresmisayfa/ , Abruf 11.07.2018

Der Deutschland-Präsident in Offenbach: Weiterlesen

Ausschuss für Mondsichtung – Deutschland

Wichtiges Gremium salafistischer Akteure gegründet

Der Mond spielt als Taktgeber muslimischer Zeitberechnung eine wichtige Rolle im Islam.* Die Frage, ob und wann die Mondsichel gesichtet wird, ist durchaus Gegenstand muslimischer Debatten – und Dissense. Es gibt unterschiedliche Herangehensweisen und zwischen den Befürwortern verschiedener Verfahren gibt es nicht selten erheblichen Streit. Solcher Streit ist real existierend, auch wenn die Begründungen esoterisch anmuten mögen.** Eine knappe Zusammenfassung von 2007 findet sich auf dem fundamentalistischen Portal „way to allah“ von dem Gelehrten Prof. Dr. Mohammad Hawari. Hawari war damals – er ist wohl mittlerweile verstorben – Vorsitzender eines Gremiums (DIWAN), das sich ebenfalls die korrekte Mondsichtung zur Aufgabe gemacht hatte:

Der Diwan hat ausschließlich eine beratende Funktion, ein wissenschaftlich religiöser Apparat, der zum Zentralrat der Muslime gehört. Er arbeitet in diesem Themenbereich Hand in Hand mit dem europäischen Rat für Fatwa und Islamische Studien [gemeint ist wohl das ECFR, s. unten, SHM].

Der Diwan trifft seine Entscheidungen unabhängig von Saudi Arabien, da sie mit ganz anderen Methoden arbeiten. Zum Beispiel haben sie letztes Jahr in 2 Bereichen anders entschieden als die Saudis.

http://www.way-to-allah.com/themen/mondsichtung_interview.html

Ein Gremium, dass diese Debatten für Deutschland beenden sollte und damit die Deutungsmacht hinsichtlich der deutschen Muslime beanspruchte, ist der muslimbruderdominierte Fatwa-Ausschuss Deutschland (FAD). Hawari sollte diesem wohl eigentlich vorsitzen; dann kam aber seine Erkrankung dazwischen (Eigenangabe FAD):

https://vunv1863.wordpress.com/2016/03/18/fatwas-made-in-germany/

Dieser Ausschuss ist sozusagen die deutsche Filiale des Gremiums „European Council of Fatwa and Research“ (ECFR), dem Yusuf al Qaradawi vorsitzt. Im Grunde also eine vom Zentralrat der Muslime nunmehr eigenständige Organisationsform, die aber auch ihre Wurzeln – nach dieser Quelle – dort hat.

Der Fatwa Ausschuss Deutschland empfiehlt die „türkische Methode“:

Wir empfehlen den Moscheen den Winkel von 13° zu verwenden, mit dem auch die türkischen Moscheen die Gebetszeiten berechnen, um mit der Mehrheit der Muslime in Deutschland zu gehen und um den Menschen das Gebet und Fasten zu vereinfachen.

https://www.fatawa.de/die-richtige-berechnungsmethode/

Hier führt in einem nicht datierten Text Dr. Khaled Hanafy, der Vorsitzende des Fatwa-Ausschusses, weiter aus (der Text stammt mindestens aus dem Jahr 2016, ist also max. ca. 2 Jahre alt):

Es ist demnach statthaft, sich an den Imsāk-Zeiten der türkischen Gemeinden zu orientieren und entsprechend dieser zu fasten. Wobei diese Zeiten dann auch über den Ramadan hinaus für das persönliche Gebet verwendet werden müssen. Damit gehen folgende Erleichterungen einher:

Eine Stunde weniger Fasten
Verlängerung der Nacht um eine Stunde
Übereinkunft mit der Mehrheit der Muslime im Gebet und dem Fasten (türkischstämmige Muslime machen ca. 60% der Muslime Deutschlands aus)
Abkehr von fragwürdigen Fatwas (Rechtsgutachten), die authentischen und eindeutigen Texten widersprechen (z.B. die Empfehlung, sich in Bezug auf das Fasten an Mekka zu orientieren, was in den meisten Städten Deutschlands einen 18 Stündigen Fastentag zur Folge hat).

Ich empfehle eindringlich der Gesamtheit der Muslime in all jenen auf Iǧtihād beruhenden Fragestellungen, sich bei unterschiedlichen Auffassungen nicht gegenseitig des Unrechts zu beschuldigen. Die gesegnete Atmosphäre des Ramadans und die besondere Spiritualität während der Gottesdienste insgesamt sollten nicht durch Feindseligkeit, Streit und Zwiespalt gestört werden.

https://www.iisev.de/wissensportal/artikel/die-zeit-des-morgengebets-und-des-imsks-in-deutschland/

Nun gibt es Akteure, die diese Deutungshoheit des Fatwa-Ausschusses für Deutschland wohl nicht anerkennen. Sie vertreten ein anderes Verfahren (und auch sonst einige andere, noch fundamentalistischere Positionen). Das Gremium nennt sich „Ausschuss für Mondsichtung – Deutschland“:

Das ist die Facebook-Seite des Ausschusses: Weiterlesen

IGMG Offenbach: Bei der Jugendarbeit hinsehen!

Die Mevlana Gemeinde in Offenbach hat ihren Sitz seit Jahren in der Sandgasse in Offenbach. Der Verein gehört der IGMG an, also der „Islamischen Gemeinschaft Millî Görüş“ (IGMG). Diese schreibt über sich:

Die Islamische Gemeinschaft Millî Görüş (IGMG) ist eine Religionsgemeinschaft. Sie hat das Ziel der Vermittlung und Pflege des islamischen Glaubens, seiner Verwirklichung in allen sozialen Bezügen und der Erfüllung der koranischen Gebote. Darüber hinaus vertritt die IGMG ihre Mitglieder in gesellschaftlichen, sozialen und politischen Angelegenheiten und setzt sich für die Sicherung ihrer Grundrechte ein. […] Heute ist die IGMG eine Gemeinschaft, die der umfassenden Religionsverwirklichung dient und mit ihrer Frauen-, Jugend-, Studierenden- und Frauenjugendorganisation 2.330 Zweigstellen unterhält. Sie ist eine fest etablierte Organisation, die ihre Arbeit in 12 verschiedenen Staaten Europas, sowie in Australien und Kanada durchführt. Sie hat 35 Regionalverbände, 17.000 Mitwirkende und rund 127.000 Mitglieder, die Freitagsgemeinde umfasst 350.000 Personen.

https://www.igmg.org/selbstdarstellung/

Hinsichtlich der Verknüpfung zwischen der IGMG und der Diyanet, der türkischen Religionsbehörde, gab es eine Kleine Anfrage im Bundestag, S. 6:

Nach Angaben der Islamischen Gemeinschaft Milli Görüs (IGMG) sind derzeit 43 Diyanet-Imame in IGMG-Gemeinden beschäftigt. Ebenfalls nach Angaben der IGMG läuft dieses Modell der Beschäftigung aufgrund der schrittweisen Einstellung von Imamen aus einem eigenen  Nachwuchsprogramm aus. Über weitergehende Gründe liegen der Bundesregierung keine Erkenntnisse vor.“

http://dipbt.bundestag.de/doc/btd/19/018/1901869.pdf

Keine kleine Organisation also.

Das Hessische Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) schreibt in seinem aktuellen Bericht, ab Seite 152:

Zu den Anhängern der Millî-Görüş-Ideologie gehörten der IGMG-Landesverband in Hessen und einige seiner Ortsvereine. Ihre Zugehörigkeit zur Ideologie Erbakans unterstrichen sie zum einen durch gemeinsame Aktivitäten mit der SP, zum anderen führten sie Veranstaltungen mit hochrangigen ehemaligen Funktionären der IGMG durch, etwa im Dezember, als der Ortsverein Limburg ein ehemaliges Mitglied des Vorstands der IGMG-Zentrale in Nordrhein-Westfalen als Gastredner einlud. Die Verehrung Erbakans und seiner Ideologie wurde bereits im Kinder- und Jugendalter gefördert und nahm in den Jugendabteilungen der IGMG in Hessen einen hohen Stellenwert ein. So wurden ideologische Schulungen durchgeführt und bei verschiedenen Veranstaltungen an den Gründer der Bewegung erinnert.

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/content-downloads/Verfassungsschutzbericht%202016.pdf

Die Offenbacher Gemeinde selber stellt sich so dar:

https://www.facebook.com/KgtOff/

In der gestrigen Ausgabe der Offenbach Post wurde bekannt gegeben, dass die Gemeinde einen Neubau plant:

https://www.op-online.de/offenbach/offenbach-moschee-neubau-geplant-9962685.html

Jenseits der berechtigten Frage, woher die Gelder für einen so großen Neubau kommen, die ich hier aber nicht stellen werde, werfen sich aber noch andere Fragen auf. Zum Beispiel die, ob die Jugendarbeit eine integrative oder eine segregative ist (geschlechtergetrennt geht es da sowieso auch jenseits der Gebetszeiten zu; auf den Bildern sind immer nur Jungs zu sehen: Wo sind die Mädchen?). Neben der sicher wertvollen – käme sie ohne Beeinflussung der Kinder und Jugendlichen aus – Betreuung und Sport ist bei der Jugendarbeit aber auch noch anderes im Programm. Hinweise darauf, dass es eher nationalistisch-identitär zugeht, finden sich auf der Facebook-Seite der eigenen Jugendgruppe:

https://www.facebook.com/igmg.offenbach/

Da gehts mal um einen der letzten Sultane:

https://de.wikipedia.org/wiki/Abd%C3%BClhamid_II.

Mal um den Eroberer von Konstantinopel, Mehmet den II. und das osmanische Reich:

Ein wiederholtes Thema:

Mal wird das Grab Erbakans aufgesucht:

Mal das Grab des unbekannten Soldaten aus der Schlacht von Canakkale: Weiterlesen

Offenbach: Dawat e Islami plant Einrichtung

Problematische Gruppierung will in Offenbach aktiv werden

Die pakistanische Missionsbewegung Dawat e Islam will eine Moschee in der Schloßstraße in Offenbach eröffnen. Die Hauptströmung, der die Bewegung zugeordnet werden kann, Barelwi, macht regional unterschiedlich erhebliche Bevölkerungsanteile in Pakistan aus. Die Barelwi-Bewegung grenzt sich (wie auch umgekehrt) von anderen lokal relevanten Richtungen ab. Schwerpunkt ist die Provinz Punjab:

The stronghold of Barelvism remains Punjab, the largest province of Pakistan. By one estimate, in Pakistan, the Shias are 18%, ismailis 2%, Ahmediyas 2%, Barelvis 50%, Deobandis 20%, Ahle Hadith 4%, and other minorities 4%. “

https://www.globalsecurity.org/military/intro/islam-barelvi.htm

Auch wenn einige theologische Herleitungen und Handlungsweisen mit dem Sufismus gemein sind bzw. auch von Sufis vollzogen werden, erlaubt dieser Umstand im Gegensatz zur öffentlichen Assoziation per se keine Aussage über die Friedfertigkeit (das ist eine ganz andere Frage). Die obige Abgrenzung geht bis hin zu dem Punkt, an dem der andere zum Ungläubigen erklärt wird. Zur Strömung:

https://de.wikipedia.org/wiki/Barelw%C4%AB-Bewegung

Das Oberhaupt der Untergruppe Dawat e Islami:

Dennoch wurde die Barelwi-Bewegung durchaus in Pakistan eine zeitlang staatlich gefördert, um ein Gegengewicht zu den seinerzeit als gefährlicher eingestuften Deobandi (die ideologisch z.B. die Taliban beeinflussten) zu schaffen. Dies wurde insbesondere nach 2001 voran gebracht und mündete in einer gewissen Institutionalisierung:

After 9/11, the Musharraf regime started to institutionalize Sufi Islam in Pakistan to counter the new wave of religious extremism by establishing the ‘National Council for Promotion of Sufi Council.’ It was argued that Sufism was based on tolerance and harmony which suited Pakistan’s diversity. The United States also took a great interest and even sponsored the Sunni Ittehad Council (SIC)—a Barelvi religious party which was primarily established to incite Barelvis to counter the influence of the Taliban and extremist ideologies. After the Musharraf regime, the Pakistan People’s Party—consisting mainly of the descendants of Sufis i.e. Pirs (saints) and Pir-landlords – also started to promote Sufi values to counter the threat of extremism and terrorism by renaming the Council as ‘Sufi Advisory Council’ (SAC). Barelvi clerics also declared that Deobandis were responsible of the violent extremism in the country and this narrative further widened the gulf of sectarianism in society.“

Quelle: nächster link.

So weit die staatliche Planung. Unterschätzt wurde jedoch, dass diese fundamentalistische Strömung mit ihren vielen Unter-Organisationen dennoch das blieb, was sie ist: Ein Sammelbecken unterschiedlicher fundamentalistischer Organisationen und Unter-Strömungen, die bei einem einenden Ereignis gemeinsam agieren können. Ein gemeinsamer Feind, eine gemeinsam verurteilte und abgelehnte Haltung kann sofort das Ende der vorher gut geglaubten Zusammenarbeit und der Friedfertigkeit bedeuten. Wenn nicht die Haltung bekämpft wird, Menschen abzuwerten, sondern nur auf eine momentane Friedensbekundung gesetzt wird, ändert sich nichts am erheblichen und sofort aktivierbaren Fanatismus und der dann zutage tretenden gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit. Dieser Fall ist in Pakistan eingetreten und die Strömung wirkt zunehmend radikal und militant: Weiterlesen

Offenbach: Salafistische Vernetzung

Fragwürdige Aktivitäten in Offenbach

Die Moschee Al Fath des marokkanischen Vereins in der Offenbacher Waldstraße besteht seit etlichen Jahren. 2006 sollte dorthin Pierre Vogel kommen, was aber dann doch nicht stattfand. Weniger wahrzunehmen war jedoch, dass eine Reihe noch problematischerer Prediger immer wieder zu Gast war. Das beginnt mit Tarik ibn Ali, der wiederholt auftrat.* Der Prediger sitzt mittlerweile in Großbritannien ein und steht unter dem Verdacht, eine Terrorgruppe instruiert zu haben. Allgemein wurde vermutet, dass er Gelder nicht nur für Moscheebauten, sondern auch für die Unterstützung des IS einsammelte. Seine Betätigungen sind in etlichen Beiträgen hier auf dem blog dokumentiert. Das geht über Amen Dali, der Anfang 2016 in der Einrichtung predigte. Dali ist der Imam des unter Beobachtung stehenden Al Faruq Centers:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/03/04/seelenfang-statt-seelsorge/

Dali ist im Netzwerk des Stuttgarter Imams Fathy Eid und des Neil bin Radhan. Dieses Netzwerk ist salafistisch ausgerichtet und seit Jahren Gegenstand der Beobachtung des baden-württembergischen Verfassungsschutzes. Siehe dazu auch:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/01/30/heilbronn-stuttgart-und-halal/

Zu bin Radhan:

http://www.verfassungsschutz-bw.de/,Lde/Startseite/Arbeitsfelder/Neil+ibn+RADHAN+propagiert+den+bewaffneten+Angriffskrieg+und+eine+als+islamisch+verstandene+_Sex_Sklaverei_

In diesem Netzwerk ist auch Issam Abu Abdallah alias Abu Abdallah At Tunissi alias Issam Benhamed – wohl in Frankfurt wohnhaft – immer mal aktiv (Benhamed ist wie Dali tunesischstämmig).**

 

So hier in Stuttgart:

 

Oder beim gemeinsamen Seminar mit dem Herrn bin Radhan:

 

Benhamed war vor wenigen Tagen wieder in der Al Fath Moschee in Offenbach:

 

Dies war jedoch wohl nicht der erste Besuch:

2016, beispielhaft:

 

Letzten Dezember, beispielhaft für verschiedene Aktivitäten im Jahr 2017:

 

Und hier eine Konversion in der Al Fath letzten November:

 

In den Jahren 2016 und 2017 gab es also etliche Gastauftritte in der Al Fath.

Benhamed scheint auch Wohnungs-Dawa zu machen:

 

Der Herr Benhamed legt seine Vorstellungen zu Neuerungen dar:

Es wird maximale Unterwerfung und Gehorsam gepredigt, Die einzig richtige Gottesliebe ist Gehorsamkeit. Jede Neuerung (bida) wird abgelehnt.**

Über seinen youtube-Kanal verbreitet er seine Predigten und die Inhalte anderer ausgewählter Personen:

https://www.youtube.com/channel/UCzM1Ei8XY8UkGjLgo6xliJw

Das ist so exklusiv, dass neben ihm fast nur Fathy Eid bzw. die Kommentierung eines Buchs von Eid selektiert wird:

https://www.youtube.com/channel/UCzM1Ei8XY8UkGjLgo6xliJw/videos?sort=dd&view=0&shelf_id=1

Unter anderem die Videos werden auch auf Facebook verbreitet:

https://www.facebook.com/al.estiqamah.de/

Mit Amen Dali und anderen werden Seminare veranstaltet:

 

Diese Einbindung in salafistische Kreise wird auch hier deutlich:

Gefällt mir Angaben fb Profil Benhamed

Wohl nicht nur über den Studienort Darmstadt – eigene Angabe – bestehen Kontakte auch zur dortigen Szene, siehe Facenook-Profil, Interaktionen von Aktivisten der „Darmstädter Muslime“, „gefällt mir“ Angabe bei „Islamic Care“ (siehe Beiträge dazu auf diesem blog).

Es fragt sich also, warum man bei der Al Fath einen Prediger etliche Male wiederholt einlädt, der derartig eingebunden ist und derartige Inhalte verbreitet. Man muss auch deutlich damit rechnen, dass ein solcher Prediger ähnlich strukturiertes Publikum zusätzlich anzieht. Solche Auftritte sprechen sich ja herum. Will man in Kauf nehmen, dass v.a. Jugendliche zusätzlich auf einen sehr fundamentalistischen Weg geführt werden? Integrativ ist das alles nicht.

Und auch ein Trauerspiel: Die andere Moschee, in der sich marokkanischstämmige Mitbürger in Offenbach engagieren bzw. aufsuchen, wirkt zunehmend muslimbrudernah (die zugehörende Koranschule sollen über 400 Kinder (!) aufsuchen). Marokkanischstämmige Muslime sollten in Offenbach darauf achten, was ggf. ihren Kindern beigebracht wird. Und die Stadtgesellschaft sollte hinschauen, in welcher Weise an diesen Einrichtungen agiert wird.

 

 

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Aus den Jahren 2012 und 2013 liegen Videos vor.
ibn Ali war aber neben weiteren Problemmoscheen auf seinen Tourneen auch in der Al Huda-Moschee in Offenbach (das ist die weitere Einrichtung Marokkanischstämmiger, die im Beitrag benannt wird). ibn Ali tourte im Schnitt zweimal pro Jahr in der Region.

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Man beachte den Hintergrund:

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Eune aktuelle Predigt, gehalten an unbekanntem Ort. So zwischendrin, ab 11:40 auch etwas in deutsch (was mir aber unwesentlicher erscheint):

Muslimbrüder: Danaergeschenke

Über eine Marketing-Strategie der Muslimruderschaft

Kaltaquise ist eine schwierige Sache: Wie knüpft man an, wie kommt man ins Gespräch, wie stellt man sich als vertrauenswürdige Person dar, die nur – natürlich! – das Beste für den Angesprochenen will? „Kaltaquise“ ist ein Begriff aus dem Marketing. Er bezeichnet das Ansprechen von Personen oder Organisationen durch eine andere Person, ein Unternehmen oder eine Organisation, die diese vorher noch nicht kannte oder die die -angeblichen oder realen – Vorzüge des beworbenen Produkts oder der Organisation noch nicht kannte. In der Kaltaquise wird also direkt angesprochen und beworben.

Nun ist eine solche Ansprache immer dann erfolgreicher, wenn sie sofort einen Nutzen bietet und die Bezahlung erst hinterher ersichtlich oder fällig wird. Das ist bei „Probeabos“ so und das ist auch bei anderen Werbemaßnahmen so: Der Ansprechpartner kann sich dann entscheiden, ob er von weiteren Aktionen erfähhrt, ob er mitmacht oder ob er z.B. auch den Newsletter erhalten will.

Der organisierte Islam in Deutschland kennt ja die verschiedenen Dachverbände von der Islamischen Gemeinschaft in Deutschalns (IGD) bis hin zu den VIKZ, einem Verband, in dem sich Türkischstämmige religiös organisieren. Da es aber auch sehr viele freie Moscheen gibt ohne Dachverbands-Anbindung, können diese freien Moscheen natürlich auch das Ziel von Verbands-Begehrlichkeiten sein. Viele dieser Moscheen gehen auf Marokkanischstämmige oder andere Personen aus dem nordafrikanischen Raum zurück, wo oft noch eine sehr starke Religiosität herrscht. Da sie – im Gegensatz zu so einigen lange bestehenden Gemeinden – nicht immer von Führungsfiguren gegründet wurden, also oftmals einer echten Selbstorganisation entstammen, haben sie von den Leitungsgremien der Muslimbruderschaft evtl. eher weniger gehört. Das ist natürlich ein Zustand, der der Spitze der Verbände missfallen mag.

Was liegt also näher, etwas gegen die „Führungslosigkeit“ dieser Gemeinden zu machen? Macht will manchmal auch erarbeitet sein.

Vor diesem Hintergrund ergeben Projekte, mit denen man v.a. auch freie Moscheen ansprechen kann, Sinn. Man fällt nicht mit der Tür ins Haus, wenn man etwas hernimmt, was auf einem Konsens positiver Wahrnehmung oder Assoziation beruht. Ein Beispiel aus einem anderen Bereich, so werben allerlei fragwürdige Tierschutz-Organisationen in Innenstädten gerne mit: „Sind sie auch für Tierschutz?“ Wer wäre das in dieser allgemeinen Form nicht.

Die Lebensgeschichte des nach Binnenkonsens vorbildlichsten Menschen, die des Religionsbegründers Mohamed, ist so eine Idee, die binnenkonsensual ausschließlich positiv wahrgenommen, assoziiert und dargestellt wird. Eine Bezugnahme ist daher etwas, womit man überzeugte Muslime auf einer sehr basalen Ebene und breitestmöglch ansprechen kann. Das weiß z.B. auch Pierre Vogel, der mit seinem Sira-Prokekt „We love Muhammad“ in den Innenstädten unterwegs ist und dort Anhänger sammelt. Das weiß aber auch die Muslimbruderschaft. Bei der Sira handelt es sich um die Biographie Mohammeds, also die Lebens- und Verkündigungsgeschichte.

So angesprochen wird ein überzeugter, nicht informierter Muslim das erst einmal positiv wahrnehmen und assoziieren.

Der Rat der Imame und Gelehrten in Deutschland ist eine Organisation, die nicht nur vom hessischen Verfassungsschutz der Muslimbruderschaft zugeordnet wird. Auf internationaler Ebene ist man stark eingebunden. In Deutschland gibt es die vernetzenden Akteure wie Khaled Hanafy, die über Seminare Kontakte knüpfen.

Will man jedoch die Gemeinden strkturiert einbinden, bietet sich Kaltquise an. Man bietet einen direkten Vorteil an, der sogar noch unter Bezugnahme auf etwas durchweg positiv assoziiertes verbreitet werden kann: perfekt für die Kaltaquise geeignet ist daher etwas, was man anbieten kann. Etwas schönes, unverfänglich wirkendes kann daher ungehemmt beworben werden. Man wirbt ja nicht offiziell für die Muslimbruderschaft, sondern die Verbreitung der Glaubensgrundsätze.

Eine Wanderausstellung ist daher sehr gut geeignet, das Angenehme (für den RIGD) mit dem Nützlichen (die Gemeinde hat mal etwas schönes, verbindendes zum Vorzeigen auch für Kinder und ahnungslose politische Akteure z.B.) zu verbinden:

https://rigdonline.de/sira-team-deutschland/?lang=de

Bild: Eigene Grafik

 

Dass dahinter der RIGD steht, wird und muss man ja erst einmal nicht kundtun. Die offiziellen Ziele sind freilich andere: Weiterlesen

Offenbach: Grüße aus Medina

Offenbacher Al Huda Moschee lädt zur Sira-Fortbildung

Die Offenbacher Al Huda Moschee war bereits mehrfach Thema auf diesem blog:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/09/18/offenbach-schulbesuche-bei-fundamentalisten/

https://vunv1863.wordpress.com/2016/12/07/islamisten-skat/

Der Verein bot schon dem aktuell unter dem Verdacht terroristischer Planung einsitzenden Tarik ibn Ali ein Podium. Zur Stadtgesellschaft hin versucht man, anders aufzutreten. So wurden bereits Schulklassen eingeladen, deren Lehrer um die Einbindungen dieser Gebetsstätte wohl nicht wußten.

Nächstes Wochenende soll ein Referent in Offenbach in dieser Moschee eine zweitägige „Fortbildung“ durchführen:

 

Mitveranstalter ist wieder der im hessischen Verfassungsschutzbericht aufgeführte Rat der Imame und Gelehrten (RIG oder RIGD). Der Referent Dr. Mounia findet sich im Zusammenhang eines „Instituts Sira“. Sira ist eine Biographie des Religionsbegründers Mohammed. Auf der Facebook-Seite steht übersetzt aus dem Französischen: „Zur Erinnerung, Dr. Munla, Doktor der Wissenschaften des Hadith ist der Gründer der Abteilung der Manuskripte und Archive des Zentrums für Studien und Forschung in Medina.“ Ein Bild findet sich dort auch: Weiterlesen