Jerusalem-Ankündigung: Reaktionen

Reaktionen hiesiger Akteure und Strukturen

Auf die Ankündigung des US-Präsidenten Trump gibt es ein vielfaches Echo auch aus Islamistenkreisen. Die Hamas hat zu einer neuen Intifada aufgerufen:

http://www.zeit.de/politik/ausland/2017-12/hamas-ruft-zu-neuer-intifada-auf

Besonders rasch haben sich hierzulande Akteure und Strukturen, die der Muslimbruderschaft nahestehen sind, positioniert. Einige dieser Strukturen haben jeweils eigene Stellungnahmen verfasst. Eine Auswahl.

Der Rat der Imame und Gelehrten (RIGD), der von hessischen Behörden der Muslimbruderschaft zugeordnet wird, bekundet:

 

Von einer weiteren, der Föderation Islamischer Organisationen in Europa (FIOE) nahestehenden Organisation: Weiterlesen

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Abu Adam: Gescheiterte „Ermittlungen“?

Eine kleine Kritik und Einordnung zu einem aktuellen Beitrag über Hesham Shashaa von Yassin Musharbash

Ein aktueller Beitrag von Yassin Musharbash auf dem blog der Zeit ordnet sich selbst das Label „Ermittlungsblog“ zu. Es geht um den gegenwärtigen Kenntnisstand zu Hesham Shashaa, einem Imam, der erst in München, dann Leipzig lebte und im Frühjahr in seiner spanischen Residenz festgenommen wurde. Seither sitzt er wegen Terrorvorwürfen ein. In München stand seine Einrichtung unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Trotz wohl ausgesprochener Warnungen durch Sicherheitsbehörden und das BAMF wurde dieser Imam von Hayat bzw. Claudia Dantschke lange und wohl faktenarm als Erfolgsmodell präsentiert. „Ermittlungsblog“ – das ist zumindest der explizite Ausdruck, mit dem die Erwartung des Lesers geweckt wird, und so kann man Herrn Musharbashs erste „Ermittlungen“ nunmehr auf dem ZEIT-Portal begutachten:

http://blog.zeit.de/radikale-ansichten/2017/12/06/ein-imam-unter-verdacht/

Yassin Musharbash ist der Journalist, der auch dieses Porträt von Claudia Dantschke anfertigte*:

http://www.zeit.de/2015/52/islamismus-islamischer-staat-rakka-beratung-angehoerige/komplettansicht

„Ermittlungen“ – das klingt neutral, genau, geradezu kriminalistisch in einem Aufklärungsbestreben. „Imam unter Verdacht“ heißt die Überschrift über einem grellrot unterlegten Bild von Shashaa. Der Autor gibt also vor, den Verdachtsmomenten nachgehen zu wollen. Wird Musharbash diesem Eigenanspruch gerecht?

Zur Vorgeschichte:

http://www.br.de/nachrichten/kooperation-beratungsstelle-is-sympathisant-100.html

Nach einem Einstieg mit einer kleinen sympathieheischenden Anekdote (was hat eine solche Geschichte in einem „Ermittlungsblog“ zu suchen?) folgt eine Schilderung der Vorkommnisse und des Anlasses für den blog-Beitrag. Wenig neues, wenig strittiges. Dann:

Hesham Shashaa alias Abu Adam ist 47 Jahre alt. Er wurde 1970 in Ägypten als Sohn einer palästinensischen Familie geboren, er wuchs auf in Libyen, studierte in Saudi-Arabien, Pakistan und den Vereinigten Arabischen Emiraten, er ist ein mehrfach zertifizierter muslimischer Religionsgelehrter und Imam (also Vorbeter). Im Jahr 2000 kam er als Asylbewerber nach Deutschland. Offiziell ist er staatenlos, er verfügt jedoch über eine unbefristete Aufenthaltsgenehmigung in Deutschland.

Ist dazu tatsächlich „ermittelt“ worden? Das scheint weniger so. Dem Anschein nach wurde die geglättete Eigendarstellung Shashaas nicht überprüft.

In einer kurzen Notiz taucht „Shashaa Hesham“ das erste Mal in deutschen Medien auf. Im Jahr 2001, da aber als Journalist, nicht als Islamgelehrter. Die später als verloren angegebenen Papiere sind damals auch noch nicht Thema:

Regelmäßige Gäste sind der Journalist Shashaa Hesham, 31, Gina-Aisha, 25, und Ahmed, 2. Die Familie lebt seit einem halben Jahr in Deutschland und hofft auf die Anerkennung als politisch Verfolgte. „Ohne Internetcafé wäre es viel schwieriger, den Kontakt zu unserer Familie und zu Freunden aufrecht zu erhalten“, meint Shashaa. „Außerdem hole ich mir hier dringend benötigte Informationen über Ereignisse aus meinem beruflichen Umfeld.“ Meistens chattet er, seine Frau sitzt still dabei und folgt den Unterhaltungen auf dem Monitor mit traurigen Augen. Der kleine Ahmed krakelt unterdessen mit Bleistift und Papier und zeigt stolz seine ersten Schreibversuche.

http://www.spiegel.de/netzwelt/web/fotoreportage-internetcafes-surfen-in-gesellschaft-a-148198.html

Kontext:
https://vunv1863.wordpress.com/2017/09/13/hesham-shashaa-der-janus-imam/

Nichts gegen den zweiten Bildungsweg, aber er kam nicht als „Islamgelehrter“ hier an. Sondern dem Anschein nach damals als Journalist. Wann will er – als Asylbewerber – diesen ganzen Auslandsstudien nachgegangen sein? Und wovon? Schließlich galt es eine stark wachsende Familie zu ernähren. Weswegen wurde er – wo? – „politisch verfolgt“?

Die genannten Studien sind nach Musharbash „Zertifikate“. Was weisen sie aus? Wurde das nicht „ermittelt“? Wann wurden sie erworben? Imam ist im Übrigen keine Bezeichnung, die irgendein Studium erforderte, nicht mal „Zertifikate“. Es genügt, von einigen anderen für gelehrt(er) gehalten zu werden.

Abu Adam ist ein Hüne mit langem, grauem Bart, der stets in traditioneller islamischer Kleidung und entweder einem rot-weißen oder weißen Tuch auf dem Kopf durch die Straßen geht.

In der Erinnerung scheint Shashaa zu wachsen. In „Schluß mit Dschihad“ war er noch „groß“. jetzt ist er gar ein Hüne. Funktioniert anscheinend wie beim Herrn Tur Tur**: Je weiter er weg ist, desto größer wird er. Nein, nicht mal besonders groß mit Verlaub (wurde Shashaa mit seinem Leibwächter verwechselt?) Der Musharbashsche „Hüne“ ist vielleicht +/- 1,78 m groß, also bestenfalls Durchschnitt:

Hesham Shashaa steht in der hinteren Reihe, 4. von rechts.

An sich ist die Größe von Shashaa belanglos. Das Beispiel zeigt aber, wie frei Musharbash mit schon so schlichten Fakten umgeht.

Da ist des Weiteren der Umstand, dass er vier Frauen hat und 21 Kinder. Genauer: eine Ehefrau nach deutschem und drei weitere nach islamischem Recht, weil Vielehe in Deutschland verboten ist. Polygynie und vielfaches*** Kindergeld: Das erregt Emotionen.“ Weiterlesen

Eindruck schinden mit Hasspredigern

Über neue, kleine Medien-Kooperationen in NRW

Ambitionen, ähnlich wie in anderen Ländern ein visuelles Angebot für fundamentalistische Kreise zu gestalten, gibt es reichlich. Muslim Mainstream, das Video-Angebot der Gebrüder Özoguz, nicht zuletzt auch das Ahmadiyya-Video-Format MTV sind weitere Versuche, strömungsnah, also für die jeweils eigene Community, auch die eigene Sicht auf den Lauf der Welt zu artikulieren. Es gibt also immer wieder neue Versuche, Muslime und auch Islamisten anzusprechen. Zuletzt fiel damit Muhamed Ciftci auf:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/19/gegengesellschaft-on-air/

Der Erfolg von Predigern wie dem derzeit gesuchten indischstämmigen Akteur Dr. Zakir Naik weckt ebenfalls bei anderen Personen Begehrlichkeiten. Naik hat Millionen Anhänger weltweit. Auch der in Deutschland vereinzelt auftretende Dr. Haitham Al Haddad hat ein Portal, das allerdings allermeist englische Angebote bereit hält:

https://www.islam21c.com/

Al Haddad ist ein europaweit aktiver britischer Hassprediger, der zuletzt im Juni in Niedersachsen für ein Medienecho sorgte. Kontakte zwischen Al Haddad und Cifti, aber auch Naik sind belegt.

Das relativ neue Angebot „Eindruck TV“ sitzt nun nach eigener Angabe in Duisburg:

Quelle: Facebook-Seite Eindruck TV“, Abruf 30.11.2017

Diese Angabe kann, muss aber nicht stimmen, denn auch bei der zugehörenden Internetseite hält man sich hinsichtlich des Urhebers und des genauen Sitzes bedeckt:

https://eindruck.tv/

Der youtube-Kanal:

https://www.youtube.com/channel/UCdvDVAgeFDA5dG2IekyYxXg?pbjreload=10

Klarer ist da schon die ideologische Verortung. Mit der Auswahl der bislang bereitgestellten Videos zeigt sich die Grundlinie auf. Vieles von Marcel Krass, vieles von Muhamed Ciftci.

Beteiligt sind als jüngere Akteure ein Tobias Ibrahim, ein Mehdin Masinovic, ein Abdelilah Belatouan und ein Sameh Elbehouti. In einer selbst bezeichneten Kooperation mit einem Medien Kanal „Muslim Media“ wird ein Kurzfilm zur Verfügüg gestellt:

 

Verantwortlich für den Film zeichnet Coskun Gezer.

Das Motto wird nachgereicht: „Integration zum Ablachtarif“, „Gib Vorurteilen keine Chance“ und „Sei kein Abnicker der Medien“. Interessanterweise spielt den „Shaikh“ Talha Kemiksiz

https://www.facebook.com/talha.kemiksiz.79

Er machte wohl früher einiges* mit Sabri ben Abda, der ja auch in Form von „irgendwas mit Medien“ (zur Zeit „Believers Place) weiterhin aktiv ist. Kemiksiz ist häufiger bei „Muslim Media“ als Protagonist, macht aber – da schließt sich der Kreis zu Marcel Krass – mittlerweile dem Anschein nach auch Umrah-Reisen, auch organisiert über Kaaba-Reisen.

Könnte man das – für sich genommen und ohne Kenntnis der Personen – noch akzeptieren, kehrt sich das durch die Betreiber und das Umfeld, in dem dieser Kurzfilm präsentiert werden, in das Gegenteil: Weiterlesen

Gerichtsnomaden

Über Hassprediger, die Jahre und Jahrzehnte Gerichte beschäftigen

Juristen tun sich manchmal schwer, problematische Inhalte in Hasspredigten so klar zu erkennen und zuzuordnen, dass sie in das Normengefüge von Tatbestandsmerkmalen passen. Nicht jeder Gewaltaufruf ist sofort – selbst bei guter Übersetzung – als solcher erkennbar und der geschickte Hassprediger benutzt eine bildhafte Sprache mit Gleichnissen und Geschichtsbezügen, die sich einem muslimischen Publikum erschließt, aber nicht immer einem nichtmuslimischen Juristen, der gerne klare Aussagen hat, an denen er ggf. Anklagepunkte festmachen kann. In dem juristischen Nebelfeld von potentiell falsch negativ angerechneter Übertragung, weil der Ausdruck in der Herkunftssprache mehrdeutig ist, geschickter Formulierung oder plötzlicher Unschlüssigkeit zuvor noch graniten scheinender Zeugen für eine bestimmte Sprecherabsicht ist es dann manches Mal schwierig, die realen Vorkommnisse ohne vernünftigen Zweifel so zu erfassen, dass sie strafrechtlichen Ansprüchen genügen. Das ist manchmal nicht trivial.

Ein Fall solcher Art war schon einmal von dem Frankfurter Prediger Said Khobaib Sadat beschrieben worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/11/25/hassprediger-man-muss-auch-wollen/

Doch nicht nur im Strafrecht beschäftigte der Herr Sadat immer wieder die Gerichte. Auch verwaltungsrechtlich war er über die Jahre als Kläger bei verschiedenen Instanzen aufgetreten, eine VGH-Entscheidung dazu:

http://www.lareda.hessenrecht.hessen.de/lexsoft/default/hessenrecht_lareda.html#docid:4757375

Man kann also, wenn man immer wieder klagt, günstigen Falls seine Zuordnung und seine Ausweisung jahre-, ja jahrzehntelang hinausschieben (solche Klage-Marathons sind zwar nicht nur Hasspredigern vorbehalten; auch so manche andere Entscheidung kann sich hinziehen, wenn alle Möglichkeiten ausgeschöpft werden). Das erste Urteil, das in der obigen Entscheidungsbegründung erwähnt wird, ist vom Jahr 1994. Der Herr Sadat ist nach dem letzten Urteil, das gegen ihn erging, wohl unter Auflagen geduldet. Er ist immer noch, jetzt in Bergen Enkheim, als Prediger tätig. Bei einer persönlichen Begegnung mit einem seiner Söhne 2012 wurde überdies deutlich, dass er seine Kinder wohl in einer Weise aufzog, die Abwertung, Hass und Abschottung von der Mehrheitsgesellschaft begünstigt.* In dieses Bild passt leider, dass eine Tochter nach Medienberichten nach Syrien ausreisen wollte und vor einem Jahr deswegen Ermittlungen gegen sie angestellt wurden:

http://www.fnp.de/lokales/frankfurt/Imam-Tochter-radikalisiert;art675,2290085

Sie und ihr Bruder sind hier zur Schule gegangen. Die dort (Offenbach, Frankfurt) schulisch vermittelten Wertvostellungen wie „bunt, gleichberechtigt, demokratisch“ sind wohl bei einigen Kindern an der häuslichen intensiven Indoktrination abgeglitten wie ein Spiegelei an Teflon.**

Das ist jedoch kein singulärer Fall. Es gibt weitere Islamisten, die nicht nur ihre Indoktrination weitergeben***, sondern parallel wieder und wieder vor Gericht ziehen.

Ein Prediger aus Minden hat einen fast ebenso langen Gerichts-Marathon hinter sich. Auch er ist weiterhin in Deutschland und dem Anschein nach auf öffentliche Unterstützung angewiesen. Das begann so nach Darstellung des VG Minden (Urteil vom 10. Dezember 2014 · Az. 7 K 1405/13):

Zur Begründung seines Asylbegehrens gab der Kläger an, als Student an der Technischen Universität I2. zur Rückkehr zum traditionellen Islam aufgerufen zu haben. Im Rahmen dieser Tätigkeit habe er unter anderem Vorträge gehalten und Demonstrationen organisiert. Wegen dieser Tätigkeit sei er in den Jahren 1987 und 1988 insgesamt drei Mal verhaftet worden. Mitte 1989 sei ein gewisser I3. B. von Beamten der Staatssicherheit ermordet worden. Im Juni oder Juli 1989 habe er erfahren, dass er und 16 weitere Personen wegen dieses Mordes angeklagt worden seien. Die falsche Anklage sei erhoben worden, um ihn und die anderen angeklagten Oppositionellen „loszuwerden“. Wegen dieser Anklage sei er zunächst nach L1. geflohen und dort untergetaucht. Von dort aus sei er im Dezember 1989 nach T1. -B1. gegangen. Nach weiteren sechs Monaten sei er weiter nach Q. /Q1. gereist. Dort sei er als Prediger tätig gewesen. Im Februar 1992 habe er sich im K. niedergelassen, um dort als Lehrer zu arbeiten. Während seines Aufenthalts im K. habe er von seinem Bruder erfahren, dass er in Ägypten in Abwesenheit zu 25 Jahren Zwangsarbeit verurteilt worden sei. Im Jahre 1994 habe er sich für etwa sechs Monate in K1. und für etwa drei Wochen im Sudan aufgehalten, sei dann aber in den K. zurückgekehrt. Im August 1995 seien mehrere Ägypter im K. auf Betreiben der ägyptischen Sicherheitsbehörden verhaftet worden. In diesem Zusammenhang sei auch nach ihm gefragt worden. Da er befürchtet habe, nach Ägypten ausgeliefert zu werden, sei er in die jemenitischen Stammesgebiete geflohen und habe von dort aus seine Flucht nach Deutschland vorbereitet. Weiterlesen

Iranische Kinder-Propaganda für Deutschland

Kindersoldaten-Propaganda mit deutschen Untertiteln für die Diaspora

„Muslim-TV“ ist das Medienangebot der m-haditec GmbH, deren Geschäftsführer die Brüder Dr. Gürhan Özoguz und Dr. Yavuz Özoguz sind. Beide sind langjährig als Islamisten bekannt, bezeichnen sich auch selber so. Ihre Schwester ist Aydan Özoguz. Über den kleinen Konzern der Brüder und ihre Einbindungen war hier bereits berichtet worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/08/03/delmenhorst-teheran-und-zurueck/

Beide gehören der schiitischen Glaubensrichtung an und sie machen aus ihrer anti-israelischen Haltung keinen Hehl. Immer wieder finden sich so auch auf „Muslim-TV“ Berichte von den „Al Quds“-Aufmärschen, sogar „Sondersendungen“ zur Teilnahme am Quds Tag finden sich:

http://muslim-tv.de/muslim-tv-sondersendung-teilnahme-am-quds-tag/

Dieser Tag wird auch Jerusalem Tag genannt, weil er sich auf einen Aufruf von Khomeini bezieht. Beschworen wird – grob gesagt – die muslimische Einheit, um Israel zu vernichten:

https://de.wikipedia.org/wiki/Al-Quds-Tag#Hintergrund

Zu den Haltungen pro-iranischer schiitischer Vereine und des Dachverbands IGS, insbesondere auch die Verehrung des ehemaligen iranischen Staatsoberhaupts Khomeini, finden sich in diesem Beitrag einige Beispiele.

https://vunv1863.wordpress.com/2017/10/04/die-mitternachtssonne-ueber-frankfurt/

Der Iran und die Türkei haben aktuell ein neues Bündnis geschlossen:

Nach einer Erklärung, die das Büro von Chamenei nach dem Gespräch veröffentlichte, waren sich Erdoğan und der eigentliche Herrscher im Iran einig, dass das kurdische Referendum vor allem ein Komplott Israels und der USA sei. Erdoğan habe demzufolge erklärt, die Türkei habe Dokumente darüber, dass der kurdische Autonomieführer Masud Barzani von Israel und den USA angestiftet worden sei, auch wenn die USA öffentlich etwas anderes behaupten. Das Ziel sei „ein weiteres Israel“ in der Region, also eine von den USA und Israel gesteuerte Enklave in der arabisch-muslimischen Welt. Das soll in jedem Fall verhindert werden.

http://www.taz.de/!5452616/

Da passt es wunderbar in Grundhaltung und aktuelle Entwicklung, wenn iranische Kinder auf die „Vertedigung“ des Allerheiligsten, auf Schreine und Führer eingeschworen werden. Israel hat man auch fest im Blick. Dafür werden offenkundig bereits entsprechende Propaganda-Videos gefertigt. Über „Muslim TV“ ist ein solches Video auch für die deutsche Diaspora verfügbar geworden. Das Video wurde mit deutschen Untertexten versehen. Das hochmanipulative und professionell gemachte Video ist aller Wahrscheinlichkeit nach „importiert“ und dann mit Untertiteln versehen worden. Iranischer Mullah-Agitprop.

Text:

Szene: Ein Junge mit einer weißen Porzellamtaube sitzt nachdenklich auf dem Boden vor seinem Bett. Die Eltern stehen vor dem Zimmer und sehen sich ernst an. Eine Jungengruppe kommt die Straße entlang, bis auf einen in Militärkleidung alle in Schuluniformen. Sie singen.

Seit meiner Kindheit bin ich Diener dieser geehrten Familie. Wie Habib ibn Mudhahir bin ich Verteidiger dieses Schreins (haram). Mit der Absicht, den Schrein zu schützen, werde ich mich erheben. Begleite die Armee der Verliebten zu Imam Husain in den gleichen Schritten. [Der Junge in Militärkleidung läuft auf den Vater zu, spricht mit ihm. Dieser zeigt auf seinen zögerlichen Sohn, der im Fenster die Szene beobachtet. Der Junge in Militärkleidung nickt dem Jungen freundlich zu. Die Jungen singen wieder.] „Wenn der Weg zu diesen Schreinen oder nach Kerbela versperrt wird, werde ich die Besatzer des Iraks und Syriens so zerschlagen, dass sie zusammenbrechen. Den Befehl zur Verteidigung des Schreins erhielt ich vom Herrn von Nadschaf*. Gemäß dem Befehl meines Herrn (Imam Chamenei) bin ich stets opferbereit. Das Ziel ist nicht nur die Befreiung des Iraks und Syriens, mein Weg führt über Aleppo, und Jerusalem (quds) ist mein Ziel.

Quelle: Screenshot Video „Verteidiger des haram“, Muslim TV, Abruf 06.10.2017


„Weder sorge ich mich über die Trennung von den Geliebten und der Heimat, gemäß dem Befehl der Wahrheit und auf dem Weg der Herzen trage ich mein Leichentuch.“
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Religion als geeigneter Zugang?

Einige Betrachtungen zur Berliner VPN-Beratungsstelle Bahira

Die Berliner Beratungsstelle „Bahira“ ist an der Sehitlik-Moschee angesiedelt, die der DITIB angehört. Es handelt sich nach eigenen Angaben um  ein Kooperationsprojekt des „Violence Prevention Networks“ (VPN) und der DITIB – Türkisch-Islamische Union der Anstalt für Religion e. V., also VPN und DITIB:

http://www.violence-prevention-network.de/de/aktuelle-projekte/bahira-beratungsstelle

Zu Beginn war noch der Zentralrat der Muslime in Deutschland (ZMD) zumindest nominell am Projekt beteiligt, Webarchiv von Ende Dezember 2015:

https://web.archive.org/web/20151231230627/http://www.violence-prevention-network.de/de/aktuelle-projekte/bahira-beratungsstelle

Auch im September 2016 war man noch mit von der Partie. Erst beim nächsten Screenshot des webarchivs im März dieses Jahres fehlt dann der ZMD plötzlich.

VPN beschreibt sich selbst so:

Violence Prevention Network ist ein Verbund erfahrener Fachkräfte, die seit Jahren mit Erfolg in der Extremismusprävention sowie der Deradikalisierung extremistisch motivierter Gewalttäter tätig sind. Das Team von Violence Prevention Network arbeitet seit 2001 erfolgreich im Bereich der Verringerung von ideologisch motivierten schweren und schwersten Gewalttaten von Jugendlichen.“

http://www.violence-prevention-network.de/de/ueber-uns/portfolio

[„Seit 2001“ bezieht auf die Arbeit mit rechtsextremen Gewalttätern. Im Bereich Islamismus sind es relevant weniger Jahre der Betätigung. Während man beim Bereich Rechtsextremismus eine gewisse Wirksamkeit der Antigewalttrainings nach Evaluationslage nicht auschließen kann, ist die Wirksamkeit der VPN-Konzepte im Bereich Islamismus schlicht nicht ausreichend belegt.]

Aus dem selbstdefinierten Auftrag von Bahira:

Innerhalb der Şehitlik Moschee und darüber hinaus trägt BAHIRA zur Sensibilisierung und Qualifizierung von Moscheegemeinden zum Thema Radikalisierungsprävention bei. Zugleich beabsichtigt BAHIRA, die Moscheegemeinden als Orte und als „Anbieter“ von Radikalisierungsprävention zu etablieren.

http://www.violence-prevention-network.de/de/aktuelle-projekte/bahira-beratungsstelle

Projektleiter ist Thomas Mücke, einer der Geschäftsführer von VPN. In der Beratung wirken aktuell Pınar Çetin und Levent Yükçü. Vorher war länger Gülhanim Karaduman-Cerkes in der Beratung, die jetzt beim VPN-Projekt Almanara geführt wird.

Beispiel Deradikalisierungsarbeit, aus der aktuell herunterladbaren Broschüre von Bahira, S. 15:

In einem Einzelgespräch in angenehmer Atmosphäre wird der Erstkontakt mit dem/der radikalisierten Jugendlichen aufgenommen. Es geht in den ersten Stunden darum, eine vertrauensvolle Arbeitsbeziehung aufzubauen, die Voraussetzung für eine erfolgreiche Deradikalisierungsarbeit ist. Über gemeinsame Interessen oder ähnliche Erfahrungen wird zunächst Nähe aufgebaut. Hat man dies erreicht, wird durch gezielte Fragen versucht, den/ die Jugendliche/n zum Reflektieren des eigenen Islambilds und der eigenen Weltanschauung zu bewegen. Durch Verweise auf die Handlungen des Propheten Muhammed wird deutlich gemacht, dass die Anschauung des/der Jugendlichen im starken Konflikt zur Lebensweise des Propheten steht. Das eigene, angenommene Islambild basiert auf unzureichendem Wissen und ist mit dem tatsächlichen Islambild nicht konform. Selbstkritik und die Bewusstwerdung der eigenen Unkenntnis bringen den/die Jugendliche/n in einem langen Prozess von radikalen Ansichten ab.

http://www.violence-prevention-network.de/de/aktuelle-projekte/bahira-beratungsstelle

Das Angebot ist natürlich freiwillig. Das heißt, die Person muss sich selber schon als hilfebedürftig begreifen, woran es bei tatsächlich radikalen Personen allermeist mangelt. Zur direkten Ansprache Weiterlesen

Jesus galt auch mal als Extremist

Über eine Podiumsdiskussion zum Thema „Extremismus-Prävention – mit oder ohne Religion?“

Im Rahmen einer Veranstaltungsreihe des „Hessischen Forums für Religion und Gesellschaft“ fand gestern abend in der Frankfurter Innenstadt eine Gesprächsrunde statt. Unter Moderation von Dr. Joachim Valentin, dem Leiter des Hauses am Dom Frankfurt, diskutierten drei Teilnehmer zum Thema.

 

Den etwa 100 Zuschauern wollte man eine Vorstellung der verschiedenen Herangehensweisen vermitteln. Nach einer kurzen Einführung des Moderators, in der explizit auf die „Vorkommnisse vom Februar“ verwiesen wurde und der berichtende HR-Journalist quasi als Auslöser der „Suspendierung zweier Mitarbeiter“, die mittlerweile „rehabilitiert seien“, gesehen wurde, sollten die drei Teilnehmer jeweils ihren Ansatz verdeutlichen. Dr. Valentin stellte die beiden Herren als Praktiker vor, die aus ihrer Arbeit in der Extremismus-Prävention berichten sollten, wonach Frau Gnadl die Sicht der Politik darstellen sollte. In der Lesung* Hakan Celiks erfuhren die Zuhörer, dass bei VPN ein „demütigungsfreier“, nichtkonfrontativer Ansatz erfolge. So leite man die angestrebte „Beziehungsarbeit“ mit den Vorstellungen ein, die Radikalisierten hätten vielleicht niemals Wertschätzung erfahren. Er arbeite aktuell vor allem mit Gefängnis-Insassen. In der Beratungsstelle beachte man auch die „Raumpädagogik“. Räume hätten ja eine große Wirkung auf Menschen. Man habe so z.B. einen „Raum der Stille“ mit „orientalischen Teppichen“, damit die Klienten in Ruhe beten könnten oder „mal Weiterlesen