Laudämmerung

Der vorgestern verhaftete Sven Lau hat u.a. eine durchaus frequentierte fb-Seite. Immerhin über 54.000 Personen haben diese Seite markiert und können daher auf dem Laufenden gehalten werden. Dort werden Nachrichten, Botschaften und Videos von ihm gepostet. Aktuell wird auf seiner Seite von demjenigen, der in Laus Abwesenheit diese Seite betreut, eine Videobotschaft verbreitet, die nicht nur bizarr ist, sondern auch Anlass zu der Überlegung geben kann, was man all den Anhängern in dieser Lage damit sagen will.

Bei einigen Islamisten sind derzeit Endzeit-Phantasien hoch im Kurs. Das zieht sich durch verschiedene Gruppen und ähnlicher Weise. Laus Version besteht in einer Aufzählung der diesbezüglichen Hadithen und Verdeutlichung der Inhalte, wie er diese Volksmythen versteht. Im Beitrag erwähnt er, dass eine spezifische Endzeiterzählung, die Gog & Magog-Geschichte, älter sei als der Koran und schon biblisch:

 

 

[Nachtrag: Am Folgetag wurde das Video von der fb-Seite entfernt.

Es ist aber auf yt verfügbar, daher Neueinstellung.]

Er nennt Könige, die vielleicht zur Zeit des Religionsbegründers als „Weltherrscher“ gelten konnten (z.B. Nebukadnezar), als die „einzigen echten Weltherrscher“. Offenkundig nimmt er das für bare Münze. Er erzählt von Bergen, Sperrmauern und Höhlen.

Er liest die bevorstehende Endschlacht zwischen Gog und Magog (biblische Namen) aus diesen Überlieferungen vor. Es wird deutlich, dass er das für präzise Vorhersagen hält. Er weiß zwar nicht, wo – gemäß der Vorhersage – sich diese Wesen aktuell aufhalten. Irgendwo hinter zwei Bergen. Wo diese Berge sind, weiß er auch nicht. Dass es aber wie beschrieben sein muss, dass diese speziellen Berge existent sind, hält er für erwiesen, denn es handelt sich um authentische Hadithe, also Überlieferungen mit nach muslimischer Sicht mehr oder weniger gesicherter Überlieferungskette. Auf den Um- oder Ausweg, es könne sich um Gleichnisse handeln kommt er nicht.

Lau legt im Beitrag darauf Wert, dass die Endzeit nahe bevor stehe. Seine Vorstellung ist, dass die Lebewesen, die diese mythische Endzeit erleben bzw. herbeiführen werden, bereits existieren. Es scheint, als ob er tatsächlich von seiner Lebenszeit ausgeht, von der nahen Zukunft. Er stellt völlig auf diese Überlieferungen ab und erzählt sie, als ob sie nicht nur wahr seien, sondern auch der getreue Ablauf vorhergesagt würde. Ein Abgleich dieser alten Volksmythen aus dem Orient mit anderen Quellen bzw. Überlegungen, die ihm aus seinem „früheren Leben“, z.B. aus dem Biologie- oder Geschichtsunterricht präsent sein müssten, findet nicht statt.

Eine solche Befangenheit in dieser geistigen Parallelwelt macht fast sprachlos. Stellenweise rätselt er selbst vernehmlich, was die überlieferten Worte heißen könnten. Zum Zweifel reichen diese Rätsel jedoch nicht.

Er selber wird da kaum noch herausfinden. Es stellt sich die Frage, wie viele seiner Anhänger er in diese Phantasie mit einbeziehen kann und was das für deren Leben und Handlungen heißen mag.

 

 

 

Tod durch religiösen Ritus?

Am Wochenende ist eine koreanischstämmige Frau im Frankfurter Hotel Intercontinental getötet worden. Sie soll durch eine „Teufelsaustreibung“ zu Tode gekommen sein. Eine weitere Frau wurde verletzt und unterkühlt in Sulzbach / Taunus aufgefunden.

„Die Frau erstickte schließlich. Ihr Körper war von Blutergüssen übersät. „So etwas habe ich noch nicht erlebt“, sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nadja Niesen.

http://hessenschau.de/panorama/frau-stirbt-bei-teufelsaustreibung-in-frankfurter-hotelzimmer,teufelsaustreibung-100.html

 

 

Ein ähnlicher Fall wurde in 2008 in den Staaten aufgeklärt, eine junge Frau fand den Tod:

„In Korean shamanism, a woman is typically the shaman, or mudang, and communicates with gods or spirits not only to drive out evil but also to resolve financial problems or improve a person’s health.

Cha said some Koreans „believe in multiple spirits that are active and present. Whether an illness is physical or emotional, it is evil done by these spirits.“

http://www.washingtonpost.com/wp-dyn/content/article/2009/10/21/AR2009102104110.html

Die Vorstellung, man könne den Teufel oder, weiter gefasst, böse Geister austreiben durch rituelle Handlungen, ist kein christliches Spezifikum. Das erscheint nur so, wenn man nur vom katholischen Exorzismus weiß. Tatsächlich sind dies archaische Vorstellungen, die in die Religionen, auch die monotheistischen, teilweise inkorporiert wurden. Nicht immer von allen Strömungen mitgetragen, aber nachweisbar. Auch in der Moderne.

Auch im Islam finden sich solche Vorstellungen. Ein ganzer Geschäftszweig hat sich dies zur Aufgabe gemacht, die sogenannten Quran-Heiler. Sie agieren i.d.R. ohne Heilpraktiker-Erlaubnis, machen aber oftmals gesundheitsbezogene Aussagen. Daneben bieten sie allerlei gegen böse Geister oder gar den Teufel an. So manche psychische Erkrankung wird aus einem altertümlichen kulturellen Verständnis heraus nicht z.B. einem Neurotransmitter-Ungleichgewicht zugeschrieben, sondern man greift auf vermeintlich einfachere Erklärungen zurück. Beispiel:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/05/19/der-teufel-in-mainz-kostheim/

Nähere Einzelheiten zum Eingangsfall werden sicher noch im Laufe der Ermittlungen bekannt werden. Es ist jedoch wichtig wahrzunehmen, dass bei manchen Personen, auch hier unauffällig lebenden, sich das Menschen- und Weltbild so grundsätzlich unterscheidet, dass solche Handlungen subjektiv völlig logisch erscheinen und ich-synton erfolgen können (das beeinflusst auch Krankheitsursachen-Einsicht und -Schilderung). Man lebt in wirklich verschiedenen Welten subjektiv empfunden. Schuldempfinden oder Reue wird an diesem Punkt schwierig, den subjektiv wurde auf dieses völlig andersartige Weltbild vertraut. Vielleicht lassen sich die Beschuldigten wenigstens so weit ein, dass ein Blick in diese andere Binnenwelt ermöglicht wird. Vier der Tatverdächtigen sind noch sehr jung. Sie werden noch – nach Verbüssen einer Jugendstrafe, sofern ihnen Tatbeteiligung nachgewiesen werden kann – eine lange Zeit mitten unter uns leben. Hoffen wir, dass sie aus ihrer Parallelwelt herausfinden.

Mahnwache vom 26.09.2015

Von 16-18 Uhr vor dem „My Zeil“. Ein herzlicher Dank an die Frankfurter Polizei für die aufmerksame Betreuung.

Eine Gruppe junger Muslimas, völlig unauffällig „westlich gekleidet“ wollte sich die Aktion erklären lassen. Nach der Eingangsfrage „Was soll das?“ bestand jedoch keinerlei Möglichkeit, die Erklärung auch zu bieten. Jedes Wort wurde aggressiv hinterfragt, so dass kein ganzer Satz möglich war. Das wiederum wurde aggressiv und hochmütig als Schwäche ausgelegt. Es zeigte sich ein von völliger Respektlosigkeit geprägtes Verhalten.

Ein älterer Mann begann sehr ähnlich. Auf meinen vielleicht dritten Satz, „ca. 80 % der geworbenen Kinder und Jugendlichen stammten aus muslimischen Familien“, stieg er so ein, dass er mich fragte, wie viele Kinder ich denn hätte. Ich entgegnete, dass hier im Kontext auf der Strasse meine persönliche Planung keinerlei Rolle spiele. Er schickte mich aggressiv „zu meinen Kindern nach Hause“. Auf diese Frage – die bekannt ist – gibt es bekanntermaßen keine richtige Antwort für so strukturierte Gegenüber, denen es um die pure Aggression und Machtausübung geht. Sagt man, man hat keine Kinder, wird man i.d.R. verhöhnt. Es wird nur als potentiell nutzbare Schwäche gesehen, die zur persönlichen Demütigung geeignet erscheint. Häufig wird dann, vorzugsweise von völlig ungebildet erscheinenden Personen, stolz verkündet, man selber habe 5 oder 6 Kinder. [Bevor dies jetzt als abwertendes Klischee verstanden wird: Das wird so und genau SO häufiger einmal gesagt; man sehe mir die Wiedergabe der realen Gesprächsverläufe nach.]

 

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Bei einer Gruppe Muslimas, die unauffällig gekleidet waren und in typischer Weise ins Gespräch eingestiegen waren, stand ein Mann mit einer Sprach- und Sprechstörung. Er fragte nach, ich verstand ihn schlecht und sagte dies auch – keineswegs unfreundlich. Auch das wurde umgemünzt: Die jungen Frauen schrieen auf, ich würde den armen Mann (autochthon!) diskriminieren, weil ich ihm sagte, dass ich ihn akustisch nicht verstand. Eine junge Frau tat sich dabei besonders hervor, indem sie jedes Wort nur als Anlass für neue Beschimpfungen nutzte. Als ich mir dies verbat, erklärte sie, dass ich auch persönliche Beleidigungen hinzunehmen hätte, da ich den ganzen Islam beleidigen würde.

Die Passantenstimmung war gemischt; manche machten Mut und bedankten sich. Andere kamen vorbei, nur um kundzutun, dass sie sich für diese Aktion schämen würden. Letzteren versuchte ich eine kurze Erklärung anzubieten. Gestern scheiterte dies bei mir meist. Man fühlte sich völlig im Bilde, sah keinen Bedarf, mich auch nur 2 Sätze anzuhören. Es wurde nichts verstanden, sondern nur abschätzig abgewinkt. Eine Frau mit vermutetem Migrationshintergrund kam nur vorbei um mir zu sagen, sie schäme sich für mich als Deutsche. Auch sie verstand die Aktion nicht, las nicht einmal die Schilder richtig.

Ein alter großer Mann, der mir bekannt vorkam, stellte sich direkt neben mich. Er fragte laut, warum ich die Verbrechen des Christentums nicht mit aufführte. Auf meinem Schild stand: „Mahnwache gegen die islamistische Straßenrekrutierung! 80 % der geworbenen Kinder & Jugendlichen stammen aus muslimischen Familien. Ihr Kind könnte das nächste sein!“. Jedesmal, wenn ich zu erläutern versuchte, unterbrach er mich aggressiv. Als ich nach ein paar Wiederholungen mir das einerseits verbat und andererseits das Gespräch mit ihm abbrechen wollte, drehte er noch mal richtig auf: „Ja, das finden sie wohl nicht gut, wenn man sie provoziert!“ Ich meinte, dass man das ruhig versuchen könne, aber damit scheitern werde. Er schnaubte, es wäre nur gerecht, mich anzugehen, weil mein Schild die eigentlich Provokation sei. Ich glaubte dann mich zu erinnern, ihn möglicherweise vor Monaten angezeigt zu haben, da er mich wiederholt als „Nazi“ bezeichnet hatte. Er verliess die Mahnwache dann, als ich mich anderen zuwandte.

Eine Gruppe junger Muslimas in strengerer Kleidung, vielleicht 18, versuchte zu diskutieren, war aber wenig textfest und informiert. Ein junger Mann trat autoritär auf und wies sie an, nicht „mit der Kafira“ zu sprechen. Es lohne nicht. Sie akzeptierten das weitgehend, blieben aber zur Beobachtung. Der junge Mann schrie nach dieser Handlung „allahu akbar“. Es stimmte jedoch keiner ein, was ihn zu enttäuschen schien. Eine Passantin schrie zu ihm etwas rüber wie: „Da kannst du lange drauf warten.“

Zwischendrin versuchte sich ein 13 jähriger gehemmt wirkender Junge an der persönlichen Herabsetzung: Ich solle doch „mit meinen verschimmelten Zähnen das Maul halten“. Wenn ich es recht sah, trug er Zahnspange.

Eine Passantin warf „Rassismus“ vor, konnte jedoch nicht sagen, worin der bestünde. Ein konditionierter Reflex wie es scheint. Ein älterer muslimischer Mann, optisch gepflegter Geschäftsmann, wies höhnisch darauf hin, wie alleine ich da stehen würde (Mitstreiter hatten gerade kein Plakat oben). Das verschaffte ihm deutlich Genugtuung. Manchen ist ja schon Überzahl Rechtfertigung für alles.

Zwei junge kurdische Frauen hingegen verstanden die Aktion sofort und fanden sie auch gut und wichtig. Sie blieben und beobachteten. Nach einer Weile kamen sie noch einmal direkt bei mir vorbei und wünschten alles Gute.

Mehrfach wurde gestern wieder die große Weltverschwörung gegen die Muslime präsentiert. Von „differenziert historisch scheinend“ von einem älteren Konvertiten, der wohl nicht nur mit Verschwörungstheorien ein Problem hat, bis hin zu den Gruppen junger Menschen, die nach der Sprache hier die Schule durchlaufen haben, aber jegliche deutsche Medien und auch die Bundeszentrale für politische Bildung ablehnen. Welche Medien sie annehmen als um Realitätsabbildung bemüht, konnten sie nicht sagen. Sie konnten auch nicht sagen, wo sie sich über Politik informieren. Bei solchen läuft der Verweis auf „Sterben für Allah“ völlig ins Leere. Sie scheinen nur noch andere Muslime als Quelle anzuerkennen. Sie scheinen unpolitisch – es machte aber auch nicht froh, wenn auf der Basis politisches Bewußtsein da wäre. Es gibt definitiv nichts, was von den Ungläubigen angenommen wird. Die Basis für völlige Abhängigkeit von einem Einflüsterer.

 

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Plötzlich wurde ich von hinten mit einem Gegenstand, einer Stange wie ich dachte, grob an den Beinen angehauen. Ich drehte mich um und sah einen kleinere autochthone Frau, die mich aggressiv anfunkelte. Sie ging an Gehhilfen und hatte eine Krücke benutzt, um mir eins auf die Beine zu geben. Auf meine Frage, was das solle, fing sie zu schreien an, für „so was wie mich müsse man sich schämen und es hätte keine andere Möglichkeit gegeben, mich auf sie aufmerksam zu machen“. Die hätte es natürlich schon gegeben – sie hätte nur warten müssen, bis ich ein anderes kurzes Gespräch beendet hätte. Erklärungen wurden nicht angehört, sie lamentierte weiter minutenlang laut in diese inhaltliche Richtung.

Ein junger Mann und sein Freund, beide ca. 16,17 und vielleicht nordafrikanischer Abstammung, kamen gleich zur Sache und redeten wenig vorher. Einer der beiden, sagte mir direkt, „ich zünde dich jetzt an“. Ich warf einen schnellen Blick zurück auf die meterweit entfernte Polizei. Er sah dies und schob nach „die Polizei kann dir da nicht helfen“. Ich war deshalb vorsichtig und nahm die Bedrohung ernst, weil vor Monaten ein junger Mann bei einer Mitstreiterin blitzschnell eine Deo-Dose aus der Jackentasche gezogen hatte und ein Feuerzeug daneben hielt mit ähnlicher Ankündigung. Da es seinerzeit an dem Tag sehr tumultartig war, konnten die Personendaten des damaligen Bedrohers nicht aufgenommen waren – es passierten zu viele Dinge gleichzeitig. Ich machte einen Schritt zurück und nahm Zeichenkontakt mit einem Polizisten auf. Der junge Mann und sein Freund versuchten daraufhin, wegzulaufen, was aber auf der vollen Zeil nicht so einfach war. Der ältere Polizist und ich konnten die beiden jungen Männer also problemlos noch erreichen. Gegenüber dem Polizisten taten die beiden unschuldig „was hat er denn gemacht?“. Auch das ist leider ein verbreitetes Schema: In der Überzahl und vermutet folgenlos ist man aggressiv, bedroht und tritt autoritär auf. Sobald jedoch jemand mit Autorität eingreift, der nicht sicher überwunden werden kann, wird auf völlig harmlose Jungs gemacht. Heinrich Manns „Der Untertan“ sollte wieder mehr an den Schulen gelesen werden.

Gegen Ende kam wieder – wie schon die Wochen zuvor – ein Mann in traditionellem Gewand. Seine Gattin wohl, zumindest die begleitende Frau, war bis auf einen schmalen Augenschlitz bedeckt, trug auch Handschuhe. Nach Augen- und Hautfarbe eher Konvertitin. Der Mann scharte umgehend eine größere Gruppe Zuhörer um sich, da er laut behauptete, in Kindergärten würden „schon Dreijährige lernen, wie man da unten massiert“. Das wäre ganz unerträglich. In diesem inhaltlichen Fokus ging es weiter, die Kinder würden durch öffentliches Schulsystem und Kita verdorben. Ein mit hörender autochthoner Passant schrie etwas herüber wie „geh doch nach Saudi-Arabien, wenn es hier nicht passt“.

Nun glauben das zwar auch einzelne christliche Eiferer, dass ihre Kinder in der Schule mit unagemessenen Inhalten konfrontiert würden. Das kann zu Schulverweigerung führen. Christlich-fundamentale Kitas und Schulen sind jedoch kein relevantes Phänomen, allenfalls home schooling. Eine islamisch fundamentalistische Kita gibt es jedoch in Mainz vom Arab Nil Verein, mit öffentlicher Förderung. So etwas wird kein Randphänomen bleiben.

Gestern war das eine klassische „bull baiting“-Situation.

Bei Beendigung der Veranstaltung blieb ein größerer Kreis Personen stehen und diskutierte weiter, obwohl der Einsatzleiter noch einmal explizit auf das Ende hinwies. Teile der Polizei blieben vor Ort, um die Gesprächsentwicklung weiter zu beobachten.

Sven Lau macht sich an Flüchtlinge heran

Auch Sven Lau oder mit seinem Künstlernamen „Abu Adam“ versucht, die Gunst der Stunde zu nutzen und weitere Anhänger zu finden. Da er in Wuppertal wohnt, werden die hier abgebildeten Hilfsgüter auch in diesem Kreis vergeben:

 

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Der Plan wurde auch schon in die Tat umgesetzt, hier wohl in Cronenberg:

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Im Raum Wuppertal gibt es mehrere Einrichtungen, in denen Flüchtlinge untergebracht sind. Flüchtlinge sollten vor solchen Personen eigentlich beschützt werden, da sie deren extreme Standpunkte nicht gleich erkennen und man auch verhindern sollte, so weit das geht, dass Menschen in einer prekären Situation aus Dankbarkeit Freundschaften eingehen, die für sie und die Gesellschaft fatal sein können. Aus dem Bürgerkrieg oder einem Lager direkt in eine Parallelwelt kann nicht die Devise sein.

Es ist wichtig, dass das Polizei und Staatsschutz in Wuppertal genauestens im Auge behalten.

 

 

 

 

Ein hessischer Vater

Tarik (alle Erkennungsmerkmale verändert) weiß nicht mehr weiter. Wir treffen uns in einer hessischen Stadt auf einen Kaffee. Er ist völlig verzweifelt, weil sein Sohn Mustafa immer weiter in die salafistische Szene abrutscht.

Tarik ist Atheist, er lebt seit längerem von Mustafas Mutter getrennt. Beide stammen aus einem mehrheitlich von Muslimen bewohnten Land. Er ist Akademiker, lebt seit vielen Jahren in Deutschland und versucht zu verstehen, was gerade passiert. Tarik sieht seine drei Kinder nicht mehr regelmäßig seit der Scheidung vor Jahren, versucht aber, sie zu besuchen und sie besuchen ihn. Bis vor einem Jahr war sein jüngerer Sohn Mustafa ein relativ normaler Junge, Ausbildung, begleitend Schule. Die Mutter trug kein Kopftuch. Der ältere Junge geht auch noch zur Schule, ebenso die Tochter. Die Mutter dachte, es sei gut für die Kinder, wenn sie sie in die Moschee schicken würde, zur Charakterbildung. Der Vater wird darüber zunächst nicht informiert. Was Tariks Frau nicht wusste: Die Moschee ist Insidern seit Jahren als Problem-Moschee bekannt. Immer wieder werden vom Vereins-Vorstand auch Hassprediger eingeladen als gern gesehene Gäste.

Das wird jedoch nicht bekannt gemacht, das steht nirgendwo in dieser Klarheit, das müsste man sich einzeln aus Zeitungen und dem Internet zusammensuchen. Tariks Frau hat eine einfache Bildung. Sie käme nicht auf die Idee, beim Verfassungsschutz anzurufen, bevor sie ihre Kinder dem Einfluß fremder Menschen aussetzt. Sie vertraut darauf, dass alle nicht verbotenen Moschee-Vereine der Ort sind, wo sich gute Muslime treffen und wo den Kindern Anstand und Sitte beigebracht werden, besonders den wilden Jungs.

Tariks Frau ist also ganz arglos. Doch der jüngere Sohn verändert sich. Bald weist er die Mutter darauf hin, dass sie sich bedecken soll als anständige Frau. Nach nur drei Monaten wird er schlechter in der Schule, verliert das Interesse am Unterricht. Gespräche zwischen Vater und Sohn verlaufen zunehmend feindselig, wenn das Gespräch auf den Glauben kommt. Dazu kommt es häufiger, denn der Junge interessiert sich eigentlich nur dafür noch brennend. Er fängt an, gelegentlich traditionelle Kleidung zu tragen. Die Lehrer in der Schule und die Behörden werden auf Mustafa aufmerksam. Doch die Schulleitung möchte das nicht thematisieren. Man befürchtet einen Image-Verlust. Gelegentliche Missionierungsversuche Mustafas duldet man.

Der Vater versucht, Hilfe zu organisieren, da er ahnt, das Problem werde er nicht selber lösen können. Doch Mustafa lehnt die professionelle Hilfe ab. Er sieht sich nicht als hilfsbedürftig. Da die Angebote auf freiwilliger Basis sind, ist der Vater machtlos. Bei Streitgesprächen wird Mustafa auch dem Vater gegenüber mittlerweile handgreiflich. Er muss ihn aus der Wohnung weisen. Mustafa geht wieder zu seiner Mutter, die resigniert hat vor dem aggressiven Sohn und die Lage auch nicht vollständig einschätzen kann.

Eine Behörde schlägt vor, Mustafa einen Aufenthalt im Herkunftsland der Eltern zu bezahlen, damit der Junge „seine Kultur“ kennenlerne und auch nicht mehr der Kontakt zur salafistischen Szene in der nahe gelegenen Stadt aufrecht erhalten werden kann. Das wiederum findet der Vater schrecklich, denn es ist bekannt, dass die Wege zum IS dort noch kürzer sind als aus der hessischen Stadt. Auch hatte er gehofft, das der Junge – bei allem Traditions- und Herkunftsbewußtsein – die europäische als seine Heimatkultur annehmen würde wie er selbst. Auf Nachfrage will die Behörde sich nicht dazu äußern, ob sie solche Angebote auch anderen Jugendlichen machen.

Mehr als ihm raten, dem Sohn kein Taschengeld mehr zu geben und zu versuchen, im Gespräch mit ihm zu bleiben, kann ich nicht für ihn tun. Der falsche erste Schritt, nämlich den Jungen in eine Problem-Moschee zu schicken, wäre vielleicht vermeidbar gewesen, wenn es diese Moschee nicht gegeben hätte oder die Mutter in ihrer Sprache Hinweise erhalten hätte. Hinweise, die so klar und deutlich formuliert sind, dass sie sie auch verstanden hätte. Tarik möchte nicht an die Öffentlichkeit. Er hat Angst um sein Kind, Angst, dass das weiter entfremdet, die Situation noch weniger beherrschbar macht, als sie es schon ist..

Tarik möchte seinen Sohn nicht verloren geben. Er möchte um ihn kämpfen. Aber er weiß nicht mehr wie. Er fühlt sich sehr einsam.

Ummah Inc.: Pierre Vogel als Streetworker

Neues vom Ummah-Konzern

In einem neuen Video stellt Pierre Vogel eine weitere Handlungsschiene vor: Die Abteilung „Jugendsozialarbeit“ wird nun breiter aufgestellt. Man will alle muslimischen Jugendlichen in Deutschland erreichen. Alle sollen auf den eigenen Weg geführt werden:

 

Parallel werden auch Einblicke gegeben in die Gesprächsstrategie, die von Marcel Krass entwickelt wurde. Nach dem, was man so erahnen kann, erinnert das ein wenig an Neurolinguistisches Programmieren, eine fragwürdige, psychologisch inspirierte Methode, aber auch an andere Überrumpelungsverfahren, die von Sekten (und Call-Center-Agenten) verwendet werden. Eine einfache strukturierte Vorgehensweise mit einfachen Antworten, die auswendig zu lernen sind. Man möchte Massenbewegung werden und sieht nun in dieser Vorgehensweise eine Möglichkeit.

Aber man will nicht nur gewinnen, sondern gleich auch schon erziehen. Zu dem einen Weg erziehen und nichts anderes gelten lassen. All diejenigen Muslime, die freier sind, sind fast schon Ungläubige.

Man will auch vermitteln, dass dieser Islam glücklich mache. Glück durch Verbote, durch Unfreiheit? Oder auch dadurch, dass man den anderen diesen Weg auch vorschreiben will?

Das ist dann wohl Totalitarismus mit Happyness-Faktor: Dawa in the streets.

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Am Rande: Auf Khorchide und Kaddor wird im Video das Takfir gesprochen (sie werden zu Ungläubigen erklärt).

Spieglein, Spieglein im Gehirn

Menschen neigen als Gruppenwesen zur Nachahmung des sozialen Umfeldes. Je ungefestigter die eigene Person ist, desto stärker wird das Verhalten der Gruppe imitiert, wird ein Dissens vermieden. Das gilt auch für eine neue Gruppe, in die man als Einzelner hinzukommt. Das vermittelt Gruppenzugehörigkeit und Geborgenheit. Im Prinzip ein Ausfluss alten Dominanz- oder Unterwerfungsverhaltens oder auch eine Wiederbelebung des sozialen Referenzierens bei Erwachsenen.

Wer häufiger deutschsprachigen Predigern, islamistischen Muslimen und hier geborenen Konvertiten aus dem salafistischen Spektrum zuhört, wird gemerkt haben, dass sich ihre Sprache, ihre Sprachmelodie oft anders anhört als von Personen ohne diesen religiösen Hintergrund. Dass Affekte anders transportiert werden. Dies auch abseits der arabischen Worte. Markant erscheint mir dies nach einigen Monaten der Radikalisierung. Das kann man dann trotz anderen Themas hören und sehen. Die Sprachmelodie hat sich grundlegend verändert. Die Gestik hat sich angepasst. Ein gutes Beispiel für die abweichende Sprachmelodie, den abweichend gezeigten Affekt hier bei Abu Dujana, der von vielen angehört und als Vorbild betrachtet wird:

Der Mann ist wohl in Deutschland geboren, als Sohn eines Imams, wie er einmal in einer Aufnahme kundtat. Auch eine andere Gestik wird gezeigt. Abu Dujana ist nun schon länger im salafistischen Spektrum unterwegs. Bei ihm geht das mittlerweile bis hin zu leichten Wortfindungsstörungen bei eigentlich üblichen Begriffen. Das Leben in der salafistischen Enklave hinterlässt Spuren. Die ständige Wiederholung von Bestätigungs- oder Anrufungsvokabeln ebenfalls. Meiner Ansicht nach gibt es da eine durchaus beachtenswerte Analogie zu psychiatrisch bedingten Erscheinungen. Ich werde das demnächst noch einmal ausführen.

Neben der Nachahmung von äußeren Merkmalen der Gruppenzugehörigkeit (hoher Hosensaum, Bart, andere Accessoires) gibt es also möglicherweise weitere Anzeichen für einen Umgang, der schon dem Betroffenen und seinem Umfeld Schaden zufügt. Es lohnt sich, das im Blick zu haben.