Der Islamisten-Anwalt

In einem Rechtsstaat hat jeder Angeklagte das Recht auf eine ordentliche Verteidigung, keine Frage. Es gibt Pflichtverteidiger und Wahlverteidiger und wenn ein besonders gefragter Anwalt die Verteidigung übernehmen soll, kostet das schon mal etwas extra. Spezialisierungen werden honoriert, ebenso Erfahrung. Das ist bei Beschuldigten, die wegen Terrortaten oder staatsgefährdenden Betätigungen in Verdacht stehen, nicht anders. Auch die Islamisten-Szene hat also einige Haus- und Hof-Anwälte, unter denen einer besonders hervor sticht.

Dieser Anwalt heißt Mutlu Günal und hat seine Kanzlei mit zwei Kompagnons in Bonn:

http://www.strafverteidigerbonn.de/anwaelte.html

 

Bild: Kanzleiseite http://www.strafverteidigerbonn.de/images/mutlu_guenal.jpg

 

Die Kanzlei ist nach Eigenangabe auch auf organisierte Kriminalität spezialisiert.

Von Abou-Nagie bis Pierre Vogel, von Kresnik Berisha bis Sven Lau, Günal ist fast immer dabei, wenn es den Islamisten an den rechtlichen Kragen gehen soll. So auch beim aktuellen Prozess in Frankfurt:

https://olg-frankfurt-justiz.hessen.de/irj/OLG_Frankfurt_am_Main_Internet?rid=HMdJ_15/OLG_Frankfurt_am_Main_Internet/nav/d44/d4471596-ad85-e21d-0648-71e2389e4818,c5c43f76-660e-d417-9cda-a2b417c0cf46,,,11111111-2222-3333-4444-100000005004%26_ic_uCon_zentral=c5c43f76-660e-d417-9cda-a2b417c0cf46%26overview=true.htm&uid=d4471596-ad85-e21d-0648-71e2389e4818

[Link in das Adressfenster kopieren]

Aus den Angaben zur Vergütung der Kanzlei.

Nach Bestellung als Verteidiger gegenüber der zuständigen Strafverfolgungsbehörde oder dem zuständigen Gericht und dem Eingang der Ermittlungsakte bzw. des erstinstanzlichen Urteils wird dem Mandanten ein individueller Vergütungsvorschlag unterbreitet, der sich am voraussichtlichen Bearbeitungsaufwand sowie der Bedeutung der Angelegenheit orientiert.

Das scheint zu heißen: Große Bedeutung = hohe Vergütung.

Man fragt sich manches Mal, wie sich eher junge Angeklagte, die noch nichts angespart haben können, den Herrn Günal leisten können. Das könnte sicher der Günal aufklären, tut er aber sicher nicht, das ist Verhandlungssache zwischen ihm und dem Mandanten.

Klar ist jedoch, dass Bernhard Falk, seines Zeichens selbsternannter Prozeßbegleiter und Gefangenenbetreuer, als Werber auftritt und Szene-Anwälte vermittelt. Das erklärt das betont freundliche Verhalten zwischen Falk und Günal, wie es zum Beispiel kurz vor Prozeßbeginn der Verhandlung gegen Kreshnik Berisha in Frankfurt zu beobachten war. Man kennt sich, man schätzt sich. Falk vermittelt u.a. Günal auch in den Fällen, in denen die Angeklagten Günal nicht kennen. Ein neutraler Anwalt könnte ja mehr darauf hinwirken, dass der Mandant im eigenen Interesse maximal auspackt. Ob Günal darauf immer so hinarbeitet, ist fraglich. Schließlich hat Falk ein Interesse daran, dass der „Bruder“, die „Schwester“ eben nicht auspacken und bei der ideologischen Stange bleiben, auch wenn dies mehr Haft bedeuten sollte. Alternativ gälten sie in der Szene als Verräter, was auch nicht immer gesund sein muss.

Bei dem Prozess gegen Abou Nagie im April jedenfalls gefiel sich u.a. Günal darin, das Gericht und damit die Verhandlung maximal aufzuhalten mit entbehrlichen und nur knapp statthaften Anträgen. Im Grunde verstieß er damit gegen das Aufklärungs- und Beschleunigungsgebot, dem alle Prozeßbeteiligten unterliegen.

Diese Szene ist die ökonomische Nische des Herrn Günal. Und noch mal: Ja, jeder hat das Recht, seinen Anwalt zu wählen. Aber bei diesen Fällen ist die Abgrenzung doch schwer, inwiefern der Herr Günal nur den Willen seines Mandanten umsetzt oder diesen – bei sehr jungen Beschuldigten – mit generiert, um als Szene-Anwalt z.B. vom Herrn Falk weiterempfohlen zu werden. Man wird auf jeden Fall genau hinschauen müssen, so weit dies rechtsstaatlich möglich ist, wie der Herr Günal seine Mandanten berät. Ob bei den Verfahren, die er betreut, im Schnitt weniger Geständnisse erfolgen und die Kooperation sich schwieriger gestaltet.

Einmal desintegrieren, bitte!

Nein, es erfolgt heute kein Ausflug in die Science Fiction*.

Integration – darunter können sich die meisten in Bezug auf Menschengruppen etwas vorstellen: Einbindung und Teilhabe. Desintegration bedeutet nun, dass jemand sich aus einer Gruppe oder der Gesellschaft herauslöst. Also nicht mehr teilhat oder -haben will, in bestimmten Merkmalen, die vorher ähnlich waren, unähnlich(er) wird.

Sven Lau bewirbt aktuell sein Buch „Fremd im eigenen Land“. In einem Video stellt er dar, wie er fremd im eigenen Land wurde:

 

 

Er liest daraus**:

Der Islam befiehlt dem Muslim, seinen Verstand zu nutzen, und sich vor niemandem zu beugen außer vor Allah und deshalb machen sich Muslime unbeliebt bei Menschen, die anderen gerne vorsetzen, was gut und schlecht ist, die Macht haben und behaupten, alle Rechte zu besitzen.

 

Jeder so, wie er kann. Das ist eine sehr pikante Projektion von jemandem, der mit der „Scharia-Polizei“ durch die Wuppertaler Innenstadt marschiert ist. Er behauptet im Gegenzug, alle Rechte seien bei seinem und nur seinem Herrgott. Aber das ist nach seiner Sicht wohl etwas anderes, da das ja „die Wahrheit“ ist. Fehlt ihm nur noch die Macht.

Warum stößt ein Satz des Ex-Bundespräsidenten Christian Wulff „Der Islam gehört zu Deutschland“ auf so scharfe Kritik, während Sätze von einem Spitzenpolitiker wie „Ich bin schwul und das ist auch gut so!“ zu tobenden Applaus, gar zu standing ovations führte, und der Ex-Nationalspieler Hitzlsberger nur Lob in der Presse erntete, als hätten sie Menschenleben gerettet?“

Man muss dankbar sein für dieses Buch, nein, schon für diese Sätze.

Zeigen sie doch auf, dass Lau nicht zwischen Kritik an einer generellen Einordnung und Lob für den Mut zu persönlichen Bekenntnissen unterscheiden kann. Und überhaupt wenig versteht außer schwarz-weiß.

Dem Herrn Keuner legte Brecht dazu wohl in den Mund: Der Herr Lau braucht ein einfaches Buch, das er wörtlich nehmen kann.

Dabei wird immer vom Fortschritt der Zeit und Toleranz gesprochen. Wo ist die denn gegenüber den Muslimen geblieben? Kameltreiber, Steinzeitmenschen, Hassprediger, Terroristen, Analphabeten, unter anderem und viele andere Wortbegriffe sind manifestierte Begriffe im 21. Jahrhundert. Ich weiß, dass nicht alle Deutsche bzw. Westler so sind, meistens lösen sich durch Gespräche Knoten der Vorurteile oder Ängste, wobei ich selten mitbekam, dass jemand wirklich Angst hatte. Die Menschen werden gezielt manipuliert und bekommen ein Feindbild aufgezwungen. Jeden Tag wird etwas Negatives über den Islam und Muslime in Form von Terror oder extrem negativen Verhalten verbreitet. Es ist genau so, als ob man die jeden Tag von klein auf eintrichtern würde, den Islam und seine Anhänger zu hassen, da sie böse sind. Den selben Effekt haben die Medien auf das Volk.

Wie kann man in einer solchen Parallelwelt leben? Nicht wahrnehmen, dass nicht negativ berichtet wird, weil man das nun will oder ein Feindbild aufbauen möchte, sondern, weil es der Realität entspricht? Die Realität, die Diskrepanz zwischen Eigen- und Fremdwahrnehmung scheint das große Problem zu sein für ihn, das er nicht lösen kann.

Man kann sich vorstellen, dass Lau mit seinen warum auch immer übersichtlichen Kenntnissen der Muttersprache wohl schon immer ein wenig „fremd im eigenen Land“ war. Man kann sich ebenfalls vorstellen, dass die Rolle des Sonderlings nicht erst durch den Übertritt zustande kam, sondern schon vorher bestand, dass also ein Rahmen gesucht wurde, in dem diese persönlichen Eigenschaften positiv umgedeutet werden konnten: Man sucht sich die Gruppe, zu der man passt oder in der mangelnde Deutschkenntnisse und ein sehr schlichtes Weltbild sowie die Neigung zu Verschwörungstheorien nicht auffallen. Da ist er bei den radikalen Islamisten schon nicht schlecht zugeordnet. Das hätten bei ihm aber sicher auch Scientology oder die Mun-Sekte sein können. Die aber sind meist nicht mehr so präsent und dadurch erschließen sich auch unterschiedliche Gefährlichkeit und Wachstumspotential: Personen, die ein schlichtes und autoritäres Weltbild wollen, gibt es ja nun nicht wenige. Alleine die Präsenz und die Ansprechbarkeit erhöht die Gefahr des Zulaufs. Die Freiluftsprechstunden sind insofern eine erhebliche Gefahr.

 

 

* Für alle, die keine SF-Kenner sind: Das ist etwas, das beim „Beamen“ stattfindet, einer fiktiven Transportweise. Der zu transportierende Körper löst sich quasi auf. [Und auch hier an alle Fans: Bitte, das ist eigentlich etwas anders, aber wie soll man das einem Nicht-Trekker erklären in zwei Sätzen?]

** Grammatikalische Fehler im gesprochenen Original.

Kleines Potpourri der Verfassungsfeinde

Eines muss man den Herren Salafisten ja lassen: Sie bekennen sich offen dazu, die Verfassung abzulehnen. Und sie geben ebenfalls offen zu, einen Ungläubigen für „den niedrigsten“ (Lau) Menschen zu halten. Das ist nicht wie bei manch anderen, deren Sicht sehr ähnlich ist, aber dies nicht ehrlich sagen oder der Frage ausweichen.

So klärt Lau denn auch die Frage mit der Befolgung der Gesetze für ihn abschließend:

 

 

Er klärt auch abschließend, dass Ismail Tipi und Mouhanad Khorchide Ungläubige sind:

 

 

Natürlich fühlt er selber sich ganz unschuldig an diesen Bewertungen und Haltungen, schließlich hat ja angeblich Allah entschieden, dass die Kafir die „niedrigsten Geschöpfe“ sind. Und dass Steinigen und Handabhacken unverrückbar zur „Religion gehören, so lange sie besteht“. Es gibt keine eigene Wertung mehr, nur Unterwerfung unter den angeblichen Willen Allahs. Dafür gibt es den festen Glauben an alle möglichen Imaginationen.

Er preist das Drohen mit dem Kopfabschlagen durch den „bescheidenen Khalid ibn Walid“, der „die frohe Botschaft schon zu Lebzeiten empfing“ und der „die Religion sicher nicht falsch verstanden“ habe. Nicht überliefert ist hingegen, wie „froh“ das „Überbringen der Botschaft“ diejenigen machte, die mit dem Säbel bedroht wurden. Der genannte, angeblich so vorbildliche Herr war übrigens ein so erfolgreicher Kriegsherr, dass er den Beinamen „Schwert Allahs“ erhielt. Solche Beinamen erhielt man seinerzeit nicht für humanitäre Bemühungen und Dialogtische. Bei Klier, einem Islamwissenschaftler, steht, dass er sogar Muslime hinrichten ließ (er „heiratete“ anschließend die Witwe eines Erschlagenen; auch hier ist wieder nicht bekannt, wie gut es die junge Witwe fand, mit dem Mörder des Gatten nun das Bett zu teilen). Das stört aber Lau nicht im mindesten, diese Figur, diesen Schlächter, als positives Beispiel der Jugend zu präsentieren:
https://de.wikipedia.org/wiki/Ch%C4%81lid_ibn_al-Wal%C4%ABd#cite_note-6

Solche wie Khalid ibn Walid, das waren nach Lau noch echte Männer*, die „offenkundige Feinde“ zu bekämpfen wussten. Wer Khalid ibn Walid preist, billigt im Grunde Gewalt gegen Personen, die sich der „frohen Botschaft“ nicht unterwerfen. Im Grunde selber schuld, das „Höllenfutter“, denn „Allah leitet recht, wen er will“. Das erklärt zwanglos die Empathiedefizite.**

Pierre Vogel hingegen hofft, dass „Aiman Mazyek betrunken war“, als er die Demokratie lobte. Die „Herrschaftsgewalt ist Allahs“ steht über allem. Nur die Dinge sind durch Menschen frei regelbar, zu denen es keine Regeln im Koran oder den Hadithen gibt:

 

Abou Nagie“ Die Demokratie ist das Gegenteil des Islams mit einem Satz.“ „Allah hat den Koran nicht für Beten und Fasten herab gesandt, sondern als Lebensordnung.“. Verschwörungstheorien aller Farben.

 

Ferid Heider zur Demokratie. Er möchte sie benutzen, um sie los zu werden. Beteiligung an demokratischen Wahlen, um der Scharia näherzukommen.

 

Weinerliches von Brahim Belkaid alias Abu Abdullah. Der Frankfurter, dessen Bruder den vom Verfassungsschutz beobachteten Verein „Medizin mit Herz e. V.“ betreibt, lebt derzeit in Großbritannien, wohl in London. Der Islam ist nach ihm eine „glasklare und eindeutige Weltordnung“. Der Islam habe mal die Weltherrschaft inne gehabt. Er geißelt die „Verblendung durch Liberalismus und Freiheit“. Er meint, die Medien täuschten die Menschen. Er führt eine sehr spezielle Geschichtssicht vor. Er versteht vieles einfach nicht. Wenn man vieles nicht versteht, neigt man zu Verschwörungstheorien.

 

Abgesehen von seinen Einlassungen zur Demokratie erscheint der Herr schwer beeinträchtigt durch das Hineinsteigern in seine Imaginationen.

All diesen Personen ist nicht nur gemein, dass sie erklärte politische Gegner der FDGO sind und auch Menschenverachter. Letzteres werden sie natürlich zurückweisen. Denn zum einen beginnt (und endet) der vollwertige Mensch beim Gläubigen, der auch noch männlich sein muss. Zum anderen schützen sie vor, seien das nicht ihre Urteile und Sichten, sondern die Gottes. Sie sind da ganz unschuldig. Ihnen ist mehrheitlich auch gemein, dass sie das Leben in der „westlichen Zivilisation“ offenkundig dem Leben in Ländern vorziehen, die weniger von „Ungläubigen“ und ihrem Denken „verseucht“ sind. Wo man weniger mit all den Übeln konfrontiert wäre, die sie sehen und anmahnen. Sie hätten die Wahl, dorthin zu gehen. Tun sie aber nicht. Warum? Weil alle anscheinend die hiesigen Errungenschaften, auch wenn sie von „Ungläubigen“ erzielt und aufgebaut wurden, mehrheitlich, doch so positiv sehen, dass sie lieber hier bleiben wollen. Die Dunya… Wissenschaftsfreiheit bringt halt nicht nur die verteufelte Evolutionstheorie hervor, sondern auch GPS, Gesundheitswesen der modernen Art oder Glühbirnen. Persönlich kann man den Eindruck gewinnen, dass die Herren hier einfach nur bequemer leben und wie der britische Islamist Anjem Chowdary auch möglicherweise öffentlich alimentiert werden. Das könnten sie in anderen Ländern, die einer Wunschzivilisation der islamischen Art näher stehen, nicht. Zusätzliche Prediger braucht man dort kaum, als deutsche Konvertiten oder „verwestlichte“ Rückkehrer nähme man sie dort wenig ernst und so müssten sie wohl dort einfache Arbeiten verrichten, anstatt hier Videos zu drehen. Da fällt die Wahl nicht schwer. Offen leben sie wohl im „Land des Gegners“, um zu missionieren, die „islamische Zivilisation“ vorzubereiten, und damit die Übernahme aller Annehmlichkeiten sicher zu stellen.

Eine Art politischer Neutronenbombe entspricht wohl deren Wunschvorstellungen: Man nimmt alles, was hier so besteht, und ersetzt die westliche Zivilisation durch eine islamische. Was passierte, täte man das so, kann man sich unter anderem auch am Beispiel des Iran anschauen, wo das probiert wurde. Dieses Beispiel wird ihnen aber wenig gefallen. Diese Utopia ist ihnen nicht utopisch genug. Sie versuchen daher ihre Anhänger nicht mit real existieren Gesellschaften als Vorbilder zu irritieren, sondern bauen ihren Traum auf den Trümmern, auf der Gegenhaltung zur westlichen Zivilisation auf. Koran und Hadithen befolgen ist für manche Schäfchen hinreichend abstrakt (da sie die Schriften nicht kennen), um ihren Wunsch nach Gerechtigkeit und Veränderung letztlich nicht nur gegen die Gesellschaft, sondern auch sie selbst zu wenden. Die Unterwerfung verändert sie. Das macht aus manchem Jugendlichen, der sich humanitär engagieren wollte, eine Person, die keine eigenen Wertungen mehr hat, aus der ein Befehlsempfänger gemacht wurde. Manch andere sind jedoch schon so strukturiert, dass sie die Abwesenheit von Befehlen als verstörendes Chaos empfinde (s. u.a. z.B. Belkaid, wo das deutlich wird).

Die meisten dieser Herren sind stets vorsichtig genug, nicht offen zu Gewalt aufzurufen, hauchzart unterhalb der Ahndungsschwelle zur Volksverhetzung zu bleiben und auch sonst alles zu vermeiden, was unnötig Sand in ihr Getriebe streute. Sie sind Verfassungsfeinde, ja. Das darf man sein innerhalb der Grenzen der Meinungsfreiheit.

Bei der Lobpreisung von Walid kann man jedoch nicht sicher sein, ob das nicht für mehr Gewaltbereitschaft qualifiziert. Bei der generellen Abwertung der Ungläubigen muss man sich fragen, ob da der § 130 ausreichend formuliert ist. Denn bei Aufrufen gegen die Mehrheitsgesellschaft wird das oft so betrachtet, dass das keine juristisch hinreichend definierte Gruppe sei. Es erscheint wenig rechtlich fassbar. Man muss jedoch konstatieren, dass genau der durch solche Inhalte verhetzte Jugendliche einen Nachbarn hat oder andere Personen sieht, die er so zuordnet. Möglicherweise muss sich da die Rechtsprechung etwas den aktuellen Taten anpassen oder der Gesetzgeber sollte den Text entsprechend abändern, Wortlaut:

§ 130
Volksverhetzung

(1) Wer in einer Weise, die geeignet ist, den öffentlichen Frieden zu stören,

1. gegen eine nationale, rassische, religiöse oder durch ihre ethnische Herkunft bestimmte Gruppe, gegen Teile der Bevölkerung oder gegen einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung zum Hass aufstachelt, zu Gewalt- oder Willkürmaßnahmen auffordert oder
2. die Menschenwürde anderer dadurch angreift, dass er eine vorbezeichnete Gruppe, Teile der Bevölkerung oder einen Einzelnen wegen seiner Zugehörigkeit zu einer vorbezeichneten Gruppe oder zu einem Teil der Bevölkerung beschimpft, böswillig verächtlich macht oder verleumdet,

Dass Ermittlungen nicht aufgenommen werden, weil die mit den Herabsetzungen gemeinten Menschen nicht Teil einer kleineren Gruppe sind oder eben Hauptteil, sollte überdacht werden.

Auch die „Mehrheitsgesellschaft“ besteht aus schutzwürdigen Einzelpersonen. Das darf man nie vergessen.

.

.

* Vielleicht sieht man ihm diese Obsession mit „echten Männern“ nach, wenn man weiß, dass Lau ca. 1,70 groß ist und sicher nicht mehr als 55-60 kg auf die Waage bringt.

** In Bahrain wurde letztes Jahr ein Blogger verurteilt, weil er das „Schwert Gottes“ wohl per Twitter herabsetzte, wie ai mitteilte:

https://www.amnesty.de/urgent-action/ua-240-2014-1/sechs-monate-haft-wegen-twitternachrichten

Häkelmütze oder Aluhut?

Sven Lau, Ex-Industriemechaniker, Ex-Feuerwehrmann, Ex-Shariah-Polizist und Ex-Kiffer laut SZ, verbreitet wie einige andere Salafisten auch nicht nur islamistische Inhalte. Lau versucht auch, suggestiblen Personen möglichst viel Angst vor einer Höllenstrafe und dem Teufel, dem Shaytan, zu machen. Inakzeptabel, wenn jemand angstfreier ist als er, da geht man doch gerne auch mal auf Mission, um anderen Menschen Angst einzujagen.

Als Beiwerk findet sich auch allerlei bizarrer Aberglaube. So verkündet Lau in einem noch nicht allzu alten Video überaus ernsthaft die Realität von Zauberei. Zumindest kann man das aus Titel und Inhalt des Videos: „Was ist das islamische Urteil für Zauberei?“ schließen. Letztlich ergäbe eine Strafe keinen Sinn, wäre die Handlung von vornherein unmöglich:

 

 

Der Herr Lau glaubt also an Zauberei. Und vermittelt dies seinen Anhängern.

Ebenso sind Jinns für ihn real. Wer nun Assoziationen hat aus „Bezaubernde Jeannie“ – nein, so nett sind diese Phantasiegebilde nicht. Sie verursachen angeblich körperliche und psychische Erkrankungen, erschrecken und verängstigen Menschen:

Abu Adam Sven Lau

Ibn Abbas (r) überliefert, dass der Prophet (s) das folgende Bittgebet zu sagen pflegte: „Oh Allah, Dir habe ich mich ergeben, an Dich glaube ich und in Dich setze ich mein Vertrauen, an Dich wende ich mich, und Dir übergebe ich mich zum Urteil. Oh Allah, ich suche Zuflucht bei Deiner Macht; es gibt keinen Gott außer Dir, auf dass Du mich davor schützen mögest, in die Irre zu gehen. Du bist der Lebendige, der nicht stirbt, wohingegen Menschen und Dschinn** (alle) sterben werden.“**** (Al- Bukhari und Muslim)

Die zitierte Fassung stammt von Muslim. Bei Al- Bukhari ist sie verkürzt.

**Dschinn sind immaterielle Geschöpfe Gottes.
****Auf Arabisch lautet dieses Bittgebet: „Allahumma laka aslamt, wa bika amant, wa alaika tawakkalt, wa ilaika anabt, wa bika khdsamt: Allahumma inm. a’udhu bi’izzatik; la ilaha illa anta an tudulanl, antal-hayyul-ladhi la tamut, wal-dschinnu wal-insu yamutun.“

[Riyad us-Salihin Nr. 75]“

Quelle: fb-Seite von Sven Lau

Ebenso phantastisch wie die Imagination ist die Heilung von einer Besessenheit oder die Abwehr der Zauberei: Man löst beschriebenes Papier in Wasser auf oder bespricht es. Das ergibt dann „belesenes Wasser“. Das gibt aber einen Patentstreit mit dem Meister Emoto*.

 

 

Nicht zu vergessen den Ayn, den „bösen Blick“. Das kann dann schon mal alles sein, was widrig ist. So arbeiten Sekten: Misstraue deiner Umwelt, sie will dir Böses. Alle haben sich gegen dich verschworen außer uns.

Das alles bereitet den Boden für Herrschaften wie den folgenden Herrn, die dann, wie der BR vor einiger Zeit berichtete, ganze Gruppen Jugendlicher beeinflussen können. Mustafa Topal, selbsternannter „Quranheiler“ aus Dinslaken:

http://www.br.de/fernsehen/das-erste/sendungen/report-muenchen/salafisten-junge-muslime100.html

Dies hier ist der Herr, der die Dinslakener Jugendgruppe „behandelte“ bei einem Vortrag:

 

 

Man macht Angst und heilt sie dann. Praktisch.
Er deutet Halluzinationen, die meist Ausdruck ernsthafterer psychischer Erkrankungen sind und die dringend in psychiatrische Hand gehören, als Erkrankungen, die „zuerst zu Allah“ (also zum Imam) führen sollten. Das darf der Imam nicht, das darf auch er nicht, selbst wenn er Heilpraktiker wäre. Das wahrscheinlich alles ohne irgendeine abgeschlossene Ausbildung seriöser Art oder Genehmigung. Vielleicht hatte er einmal ein Medizin- oder Psychologie-Studium begonnen. Sind die Opfer dann so weich im Kopf wie frischer Hefeteig, kann man diesen beliebig formen: Aus einem Menschen wurde ein Untertan, der ängstlich nur noch erlaubt und verboten kennt, was man ihm sagt, und sich ständig von Imaginärem kontrolliert wähnt. Oder den Glaubensbrüdern, oftmals in diesem Stadium den einzigen noch verbliebenen Sozialkontakten, die wahrgenommen werden. Die, in deren Kopfkino derselbe Gruselfilm gegeben wird.

Wie die Dinslakener Geschichte endete, weiß man: Etliche reisten aus, einige sind bekannt tot.

Insofern sollte man auch über diese abstrusen Nebenerzählungen nicht (nur) schmunzeln. Es gibt Personen, die das ernst nehmen und über ihre Ängste zu manipulieren sind.
.
.

* „Emoto stellte die Behauptung auf, dass Wasser „lebe“ und Emotionen und Informationen durch Musik, Gebete oder Gedanken aufnehmen könne,“ Natürlich ist das abstrus und wird nicht durch irgendwelche Fakten getragen.

https://www.psiram.com/ge/index.php/Masaru_Emoto

Die ganze Abstrusität wird an den Einlassungen zur Tinte deutlich: Die angeblich heilenden Worte sind nicht mal geeignet, die Giftigkeit der Tinte hinwegzunehmen, vor der Topal ausdrücklich warnt?

fb-Seite des Herrn Topal:

https://www.facebook.com/MustafaAbuSafiyya?fref=ts

Assoziierte pages:

https://www.facebook.com/muslimaktivquranheilung

„Der Amir (Führer) dieser Seite ist Mustafa Topal und Ansprechpartner für Sihr (Magie), Al-A´yn (Böser Blick) und Mass (Wahn) uvm.“

https://www.facebook.com/pages/MuslimAktiv-Seelsorge/452406311458541

https://www.facebook.com/pages/MuslimAktiv-Erziehungsberatung/411164632252174

Webseite:

http://www.quranheilung.de/

Der Herr Topal war oder ist anscheinend prächtig in die örtlichen Strukturen eingebunden.