Legalistische Stuhlpolka

Über Wiederholungen gleicher Fehler in der Religionspolitik

Es gibt ein beliebtes Kinderspiel, das gerne bei kleineren Gruppen und Geburtstagspartys gespielt wird: die Stuhlpolka, auch bekannt als „Reise nach Jerusalem“ oder „Reise nach Rom“. Die Kinder tanzen nach Musik im Kreis um eine Reihe Stühle und sobald die Musik aufhört, müssen sie sich hinsetzen. Es steht jedoch ein Stuhl weniger als Kinder zur Verfügung und so findet ein Kind keinen Platz. Dieses scheidet aus. In der nächsten Runde wird die Zahl der Stühle um einen reduziert und der Vorgang wiederholt. Am Ende des Spiels ist nur noch ein Kind übrig. Das ist der Gewinner der Stuhlpolka.

An dieses Spiel erinnern ein wenig die gegenwärtigen Vorgänge rund um DITIB und einige andere Verbände, die als Ansprechpartner der Politik für islamische Belange dienen sollen. Zwar haben noch nicht alle realisiert, dass die DITIB nach den Vorkommnissen des Wochenendes rund um die Eröffnung der großen Moschee in Köln nicht mehr teilnehmen sollte. Noch gibt es weiterhin Akteure, die an ihrem (auch schon falschen) Bild von DITIB aus den 80er Jahren festhalten wollen. Das ist manchmal einem unerschütterlichen, aber realitätsfernen Optimismus geschuldet, manchmal dem Überwiegen von persönlichen Eindrücken auf kommunaler Ebene und nicht selten auf schlichte Ratlosigkeit zurückzuführen: Wenn man keinen Plan B hat, kein anderes Spiel als jene Stuhlpolka spielen will oder kann, aber keine Entscheidung will, dann lässt man die Musik spielen, bis die Kinder von den Eltern abgeholt werden von der Party.

Quelle: eigene Grafik, zur Beachtung: relevante Anteile der Aleviten sehen sich selber nicht als Muslime u.a. wegen anderer Riten und Vorstellungen. Sie sehen sich als eigenständige Religion aus dem islamischen Kulturraum. Das Bild dient nur der Veranschaulichung der Vielfalt alleine in diesem Bereich. Enthalten sind auch einige problematische Gruppen.

An einem Plan B fehlt es auch in der Religionspolitik, da die Kirchen als wichtige religionspolitische Lobbygruppe lieber die grundgesetzlich garantierte Gleichbehandlung der Religionsgemeinschaften auf ihrem Niveau sähen denn Rückführung ihrer eigenen Privilegien. Sie selber sitzen also schon und wollen lieber anderen einen Platz zuweisen, denn das Spiel zu verändern. Bei diesen anderen ist man nicht wählerisch und schaut auch so manches Mal über verfassungsfeindliche Haltungen und Handlungen hinweg. Legalisten werden zu „normalen Muslimen“ umgedeutet unter der in Kauf genommenen Gefahr, dass man all jene, die nun wirklich nicht auf ein islamisches Gemeinwesen hinauswollen, sozusagen in Geiselhaft nimmt. Dass die Kirchen mit all ihren Dialogrunden, mit all ihrem Einfluss versuchen, islamische Verbände zum Mitspielen bei der politischen Stuhlpolka zu bewegen, hat im Grunde eigennützige Motive und dient der (Wieder-)Ausweitung des religiösen sozialen Raums ebenso wie dem Schutz der eigenen Interessenlagen. Vor über zwei Jahren schon äußerte sich der Direktor des katholischen Kultur- und Begegnungszentrums „Haus am Dom“ in Frankfurt am Main, Dr. Joachim Valentin, zur sich abzeichnenden Veränderung der DITIB:

Sie wird sich bald entscheiden müssen, und zwar möglichst dazu, der deutschen Gesellschaft ein klares Zeichen ihres Respekts vor dem Grundgesetz zu geben und dem Abdriften Erdogans und der Türkei ins Nirvana eines Despotentums nach Putins oder eines Polizeistaates nach Assads Vorbild eine ebenso klare Absage zu erteilen.

Weniger geht leider nicht. Die Geduld kirchlicher und staatlicher Gesprächspartner, die die DITIB jahrelang mit viel Aufwand in die Rolle eines geschätzten Kooperationspartners gebracht haben, ist zu Ende.

https://www.katholisch.de/aktuelles/standpunkt/ditib-muss-sich-entscheiden

Nicht nur in Frankfurt sorgten die Kirchenvertreter dafür, dass sozusagen die Musik weiter spielte, bis sie, um im Bild zu bleiben, einen Klapphocker organisiert hatten, damit keine Verlierer produziert würden im Spiel.* Ausgeschiedene verringern nämlich die eigene behauptete Vertretungsmacht, die Machtfülle. Doch im aktuellen Moment der Stille wurde offensichtlich, dass das misslang. Die Konstruktion scheitert an der Realität, der Klapphocker brach. Nicht misslungen ist jedoch, dass man bereits eifrig seit einigen Jahren daran arbeitet, einem anderen Akteur einen Sitzplatz zu verschaffen. Gegenwärtiger vorrangiger Günstling ist der Zentralrat der Muslime (ZMD). Konnte man jedoch bei der Weiterlesen

Potemkin in Bellevue

Marketing und Realität des ZMD an zwei aktuellen Beispielen

Über die Diskrepanz zwischen Selbstdarstellung und realen Zahlen bei der Wahrnehmung des Zentralrats der Muslime (ZMD) war hier auf dem blog schon einiges zusammengetragen und abgeglichen worden, beispielhaft von 2016:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/04/15/vogel-mazyek-10/

Viel hat sich daran nicht geändert. Nach wie vor wird der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime Aiman Mazyek von der Politik so behandelt, als ob die beherzte Selbstermächtigung, man spreche für die allermeisten deutschen Muslime, zutreffen würde. Das ist freundlich, erzeugt und unterhält aber einen falschen Eindruck. Herr Mazyek war also gestern abend eingeladen zum Staatsbankett anläßlich des Besuchs des türkischen Präsidenten Erdogan wie er stolz mitteilt:

Quelle: Facebook-Seite Aiman Mazyek, Abruf 29.09.2018, 7:41 Uhr, verändert: Name der Gattin unkenntlich gemacht (weiß)

Im Kommentarbereich seiner Facebook-Seite werden dazu auch kritische Fragen gestellt, die – immerhin – bis jetzt (8.30 Uhr) stehen bleiben (was aber auch Zeitmangel sein mag, man wird sehen). Die Frager gehen jedoch überwiegend davon aus, dass da Nähe zu Erdogan nicht schon bestünde bzw. dort erst hergestellt würde. Da allerdings wird die langjährige Vernetzungstätigkeit von Herrn Mazyek deutlich unterschätzt.

https://vunv1863.wordpress.com/2017/01/13/ditib-tango-mit-verfassungsfeinden-ii/

Hier das Video von einem Bericht über eine Konferenz schon 2012, ein Bild daraus zeigt Herrn Mazyek neben Herrn Erdogan, getrennt nur durch den Herrn mit Bart im hellen Gewand und mit schwarzer Kopfbedeckung:

http://beyazgazete.com/video/anahaber/tvnet-75/2012/11/20/8-avrasya-islam-surasi-346159.html

Überschätzt wird hingegen von der Mehrheitsgesellschaft, wie breit Herr Mazyek tatsächlich hiesige Muslime vertritt, zumindest über das, was man nachweisen könnte. Das kommt unter anderem daher, Weiterlesen

Stuttgart, Bremen: Inkarnierter Fanatismus

Über verstörend aggressive Kulthandlungen mit Kindern und Jugendlichen bei einigen Schiiten

Über die Instrumentalisierung und frühe Indoktrinierung in einem Bremer schiitischen Verein, der Al Mustafa Gemeinschaft, war hier bereits berichtet worden.

https://vunv1863.wordpress.com/2017/10/06/hizbollah-kinder-in-bremen/

Die verstörenden Bilder zeigen Kinder, die von früh an in dem Geist erzogen werden, dass sie persönlich nichts sind, dieses Kollektiv alles und die intensiv lernen, dass ihre Gefühle fokussiert werden auf das Kollektiv und die Narrative dieser Gemeinschaft.* Der totalitäre Zugriff auf das Individuum ist umfassend. Gelingt dieser Zugriff, wird subjektiv eine andere Art von Realität geschaffen, die abgekapselt und gegen Außeneinflüsse immunisiert wird. Der Betroffene lebt im wahrsten Sinne des Wortes gedanklich in seiner eigenen Welt, die er nur mit jenen teilt, die ähnliche Erfahrungen machten. Durch diese frühe Fokussierung und emotionale Einengung können kollektiv Emotionen und Aggressivität beeinflusst werden, die in fanatischen Kulthandlungen einer emotionalen Wucht kulminieren, die in mitteleuropäischen Kontexten allenfalls noch an die Flagellanten** erinnern.

Die folgenden Bilder stammen von der Al Mustafa Gemeinschaft Bremen und da dort wenig Abgleich stattfindet, wie diese Bilder auf andere, die nicht dieser Indoktrinierung unterlagen, wirken mögen, werden sie veröffentlicht und sind frei verfügbar:

Das ist nicht „bunt“, keine harmlose Folklore, sondern böse und höchst widerwärtig.
Man beachte auch das militärische Gebrülle, die Formation und die Fahnen, mit denen auch die Kinder herumziehen.

Was dort (noch) überwiegend mit der Umlenkung auf Autoaggressivität dargeboten wird, erzeugt mit dem militärisch anmutenden Aufmarsch und den Fahnen einen Eindruck, der zu Überlegungen verleitet, gegen wen sich diese entfesselte Aggressivität richten möge, sollte sich die Gruppe einmal herausgefordert sehen oder eine entsprechende Anweisung erhalten. Das ist nicht unbegründet nicht nur verstörend, sondern auch beängstigend.

Der Verein ist übrigens IGS-Mitglied:

Quelle: Der Verein ist übrigens IGS-Mitglied: , Abruf 24.09.2018

Man entsinne sich, das ist der Dachverband, der erhebliche öffentliche Mittel erhält, um angeblich gegen Extremismus etwas zu machen:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/11/17/gefoerderte-spiegelfechterei/

Die Bild hatte das einige Monate später aufgegriffen

https://www.bild.de/politik/inland/islamismus/eu-gelder-bka-igs-extremismus-54204484.bild.html

https://www.bild.de/politik/inland/iran/iran-anfrage-gruenen-zu-vereinsfoerderungen-54652812.bild.html

In einem weiteren schiitischen Verein in Stuttgart*** dienen Kinder als „blut“getränkte Statisten für das Weiterlesen

Neue islamische Partei: IDP

Über die Gründung einer neuen Partei im Umfeld von „Realität Islam“

Die Frankfurter islamistische Gruppierung „Realität Islam“ (RI) erlangte zuletzt breitere Bekanntheit, als Medien ihre Strassen-Aktivitäten aufgriffen. RI hatte v.a. in hessischen Fußgängerzonen Unterschriften für ihre Petition gegen ein „Kopftuchverbot“ gesammelt:

https://www.hessenschau.de/gesellschaft/verfassungsfeindliche-gruppe-mobilisiert-in-fussgaengerzonen-gegen-kopftuchverbot,realitaet-islam-kampagne-100.html

Diese Petition erhält erheblichen Zulauf von Personen, denen oftmals nicht bewußt ist, dass ein allgemeines Kopftuchverbot nicht im Raum steht und auch die ursprüngliche Vorstellung in NRW mindestens aufgeschoben wurde. Weiterhin dürfte den meisten die Nähe von RI zu Hizb ut Tahrir, einer hierzulande seit 2003 verbotenen islamistischen Strömung, nicht bewußt sein.

Breiterer Kontext:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/08/14/wertediktatur-in-frankfurt-ruesselsheim-offenbach/

Die Gruppe ist stramm identitär* ausgerichtet und hat in den letzten Wochen weitere Aktivitäten entfaltet.** Die führenden Köpfe von Realität Islam, Raimund Suhaib Hoffmann und Ali Kil, betreiben in Mörfelden-Waldorf einen kleinen Versandhandel mit Lebensmitteln. Am Firmensitz finden immer wieder Treffen der Gruppierung statt.***

Im Umfeld gibt es noch weitere Akteure. Vor einigen Tagen wurde in Fulda eine neue islamische Partei gegründet, die „Islamisch-demokratische Partei“ (IDP). Das Vorhaben war zuvor auf Facebook von einem Martin Ayyub Halim Hoffmann angekündigt worden:

https://www.facebook.com/events/200732377205703/

Im Vorfeld war bereits eine Projektgruppe aktiv:

https://www.facebook.com/groups/168531876877828/members/

Während sich die Resonanz auf die Betätigungen des überwiegend vorantreibenden Martin Hoffmann meist in sehr überschaubaren Rahmen hielten, war eine Person der Projektgruppe im Vorfeld etwas aktiver: Dr. Abdullah Frank Bubenheim. Zu Bubenheim:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/07/29/bubenheims-dystopie/

Bubenheim hatte schon vor Gründung einige Anmerkungen zur Partei gemacht und hatte sich eigentlich auch angesagt, blieb dann aber doch weg, weil er keinen Fahrer von Köln (er war zum Zeitpunkt der Gründung in Deutschland) nach Fulda auftreiben konnte.

Schaut man sich die Projektgruppe an, in der sich neben Dr. Bubenheim und Raimund Suhaib Hoffmann auch Fatima Özoguz vorfindet, so konnte man im Vorfeld durchaus den Eindruck gewinnen, da sei etwas größeres geplant. Immerhin verwies der Parteigründer Martin Hoffmann verstärkt auf RI. Mit dem langjährigen Wissen von Bubenheim, der immer noch als eine Art Graue Eminenz auf einige deutsche Islamisten-Szenen einzuwirken scheint, unter Einbindung des schiitischen Netzwerks von Frau Özoguz (aus dem familiären Umfeld der Muslim-Markt-Gründer) und mit der Wucht der eher jüngeren aktiven Unterstützer von RI (nicht zu vergessen die über 140.000 Unterzeichner der Petition) schien da einiges vorstellbar. Dies auch ungeachtet des Umstandes, dass seitens der offengelegten Dokumente der zu gründenden Partei der Islam eher diffus übergeordnet wird:

https://www.facebook.com/groups/168531876877828/files/

Aber auch bei einer ernst zu nehmenden islamistischen Partei würde man ja nicht zwingend die verfassungsfeindlichen Inhalte in den Gründungsunterlagen schon vorfinden. Man möchte ja erst einmal unter den Schutz des Parteiengesetzes schlüpfen. Die Unterlagen haben ebenso wie die beteiligten Personen erst einmal nur Hinweischarakter. Die Gründung war schon im Mai ins Visier genommen worden.

Am Gründungstag am 15 September war u.a. auch das Projekt Hessencam**** vor Ort und hat nunmehr diese Aufnahmen der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt. Das Interview mit Herrn Hoffmann:

 

Die Beteiligung war zumindest zum Zeitpunkt der angesetzten Gründungsveranstaltung (ab 10 Uhr) im einstelligen Bereich. Die Gruppen-eigenen „Prominenten“ waren wohl nicht dabei. Die Darstellung Weiterlesen

Multilevel Dawa?

Über einige Betätigungen islamischer Akteure im Finanzsektor

Islamische Akteure, deren langfristige Planungen weniger auf Integration denn auf Segregation gerichtet ist, versuchen in vielen Bereichen, eigene Angebote zu schaffen. Das zieht sich von Kitas, in denen der eigene Nachwuchs gesondert religiös erzogen werden soll bis hin zu verbandseigenen Bestattungsunternehmen, die Beerdigungen nach islamischen Vorstellungen gewährleisten. Von der Wiege bis zur Bahre soll es den Mitgliedern möglich sein, den religiös gesteckten Bezugsrahmen nicht mehr zu verlassen, Abtrennung in möglichst vielen Lebensbereichen und -bedürfnisssen. Ist diese Wahlmöglichkeit erst einmal da, können Personen durch sozialen Druck in einer wachsenden Community und gegenseitige soziale Kontrolle leicht dazu gebracht werden, sich für die religiös konnotierte Option zu entscheiden.

https://vunv1863.wordpress.com/2015/12/10/die-gegengesellschaften-bauen-struktur-auf/

Dazu auch:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/07/27/muslimische-wohlfahrt/

Sobald es in einem Lebensbereich eine islamische Alternative gibt, können fundamentalistische Einflüsterer darauf hinwirken, dass diese gewählt wird und nicht die neutrale und meist nur an der sachlichen Notwendigkeit orientierte Variante.

Quelle: Eigene Grafik

In der Wirtschaft reicht das vom Laden, der religiös als erlaubt (halal) gekennzeichnete Lebensmittel und Kochzutaten anbietet, bis hin zur Bank, die nur „erlaubte“ Finanzprodukte offeriert. Die Läden gibt es lange, früher mehr, um bestimmte Zutaten aus den Herkunftsländern zu erhalten, die im üblichen Sortiment der Supermärkte nicht vorgehalten wurden. Doch auch im Bankwesen existieren unterschiedliche Vorgaben wie das Zinsverbot, die bei Rückbesinnung und Möglichkeit stärker in den Fokus rücken. Zu den Grundsätzen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Islamisches_Bankwesen

In Deutschland ist als erste Bank nach islamischen Vorgaben die KT Bank AG* seit einigen Jahren zugelassen:

https://home.kpmg.com/de/de/home/themen/2017/03/wie-die-erste-islamische-bank-die-deutsche-branche-revolutionieren-will.html

Ausführlicher:

http://www.faz.net/aktuell/finanzen/finanzmarkt/muslimische-kt-bank-arbeitet-als-erste-ohne-zinsen-15220758.html

Doch die Planungen gehen weiter, nimmt man die Stellungnahmen von Personen wahr, die langjährig  in Organisationen und Gremien der Muslimbruderschaft Funktionen ausübten und weiterhin in diesem Kontext aktiv sind.

In einem Interview mit „Versicherungswirtschaft heute“ erläuterte z.B. ein Multifunktionär der Muslimbruderschaft, Ibrahim El Zayat, im Januar diesen Jahres: Weiterlesen

Vater und Herr

Ein prägnantes Beispiel für die totalitäre Kontrolle junger Frauen durch Fundamentalisten

Vor einigen Tagen waren hier u.a. die hessischen Bezüge des türkischen Fundamentalistenpredigers Nureddin Yildiz thematisiert worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/09/08/zu-radikal-fuer-erdogan/

Wie weit die Kontrolle junger Frauen in Familien und solchen Gemeinschaften tatsächlich geht, ist oft schwer fassbar. Manches erscheint in Zeiten von AGG und Gendersternchen hierzulande wie der ferne Nachhall vergangener Zeiten, ohne Bezug zum hier und jetzt. Anhand eines aktuellen Beispiels auf der deutschen Facebook-Seite dieser Strömung lässt sich die umfassende Kontrolle fundamentalistischer Gemeinschaften jedoch sehr gut dokumentieren. Der Originalpost wurde entfernt, nachdem der Vorgang auf Facebook geteilt worden war und einige Personen diese Darstellungen und Haltungen kritisiert hatten.

Der Sachverhalt nach der Schilderung auf dieser Seite:

Quelle: https://www.facebo ok.com/FatwaZentrum/, Abruf 18.09.2018

Der Sachverhalt noch einmal besser lesbar vergrößert, Frage: Weiterlesen

Alhambra: Auf Lücke gehäkelt

Über einen jungen Verein, der sich als Ansprechpartner der Politik positioniert

Alhambra – das ist der Name einer mittelalterlichen Stadtburg in Granada, Spanien, die von manchen als Sinnbild eines friedlichen Zusammenlebens unter muslimischer Herrschaft benutzt wird. Alhambra ist auch der Name eines noch recht jungen Vereins, einer „Gesellschaft“, die von einigen jüngeren Muslimen vor etwa einem Jahr in Köln gegründet wurde.

 

Alhambra, Weltkulturerbe, Quelle: https://en.wiki pedia.org/wiki/Alhambra#/media/File:Night_view_of_Alhambra,_Granada_from_Mirador_de_San_Nicolas.jpg, Abruf 10.09.2018

 

Seit der Gründung gab es bereits einige Presseberichte (Auswahl unten) über den Verein. Das begann nahezu unmittelbar nach der Gründung. Hier im letzten Oktober, noch vor der Eintragung im Vereinsregister in der Süddeutschen Zeitung:

Debatten über ein nebensächliches Thema wie einen Feiertag bringen uns nicht weiter. Vielmehr arbeiten sich die üblichen Verdächtigen an so einem Thema künstlich ab, um ja nicht die relevanteren und brennenderen Fragen anzugehen.

https://www.sueddeutsche.de/panorama/religion-wichtiger-als-ein-feiertag-waere-mir-eine-gesicherte-rente-1.3715107-5

Im November eingetragen, im Dezember schon im Spiegel:

Die Alhambra-Gesellschaft aber will genau das fördern – engagierte Debatten und einen intellektuellen innermuslimischen Schlagabtausch. „Wenn wir einen hier verorteten und gelebten Islam praktizieren wollen, brauchen wir eine solche Plattform“, sagt Güvercin. […] Im Beirat der Alhambra-Gesellschaft sitzen zwei ehemalige Funktionäre von Ditib und Milli Görüs. „Wir arbeiten aber ausdrücklich nicht gegen die Verbände“, sagt Güvercin, „wir glauben nur, dass endlich jemand die Lücke schließen muss, die sie offen lassen.“

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/islam-in-deutschland-alhambra-gesellschaft-fuer-offene-streitkultur-a-1182272.html

Im März der Vorsitzende Ali Baş beim Deutschlandfunk:

https://www.deutschlandfunkkultur.de/reaktion-auf-seehofer-aeusserungen-zum-islam-bin-ich-nicht.1008.de.html?dram:article_id=413263

Und relativ aktuell in der Welt, mehr wie ein Porträt von Eren Güvercin, aber der Journalist Stoldt ahnte wohl schon etwas:

Damit wirkt die Alhambra-Gesellschaft wie eine Blaupause für die Deutsche Islamkonferenz (DIK), die Bundesinnenminister Horst Seehofer noch 2018 ausrichten will. Deren Ziel gab Seehofers Staatssekretär jüngst bekannt: Sie solle debattieren, ob es einen deutschen Islam geben und wie er inhaltlich gefüllt werden könne. {…] Als praktizierender Muslim und Liebhaber der türkischen Kultur fühlt er sich gleichwohl durch und durch beheimatet in Deutschland. „In der schönen deutschen Sprache“, wie er sagt, in der Literatur von Goethe bis Rilke, aber auch in der bundesrepublikanischen Verfassung, auf die der studierte Jurist gerne ein Hohelied anstimmt.

https://www.welt.de/regionales/nrw/article181460194/Auf-der-Suche-nach-einem-deutschen-Islam.html

Der Verein hat eine Internetseite:

https://alhambra-gesellschaft.de/

und einen Facebook-Auftritt:

https://www.facebook.com/AlhambraGesellschaft/

Diese Selbstdarstellung, die von den jeweils beteiligten Journalisten wohl meist nicht hinterfragt wurde, und diese erhebliche Geschäftigkeit v.a. zur Mehrheitsgesellschaft hin, blieb nicht ohne Wirkung und führte (neben sicherlich anzunehmenden guten Kontakten) dazu, dass der junge Verein bereits im März – für einige überraschend – an dem „Werkstattgespräch“ zur nächsten Deutschen Islamkonferenz teilnehmen durfte, S. 7:

https://kleineanfragen.de/bundestag/19/3489-die-inhaltliche-personelle-und-strukturelle-ausrichtung-der-deutschen-islam-konferenz

http://www.deutsche-islam-konferenz.de/DIK/DE/DIK/1UeberDIK/DIKUeberblick/5dik2018-werkstattgespraech/werkstattgespraech-perspektive-dik-node.html;jsessionid=0439E9728E8341642CA085A7E90B6EBD.2_cid368

Vorstandsmitglied Eren Güvercin ist Autor bei PlaMeDi, einer vom Bundesfamilienministerium und „Demokratie leben!“ geförderten Plattform für „Medien & Diversität“:

https://plamedi.de/autoren/

Nun könnte man das, gäbe es keine weiteren Informationen, ganz nett finden und vom Ansatz her nicht übel. Ein bisschen großspurig vielleicht für die vermutlich wenigen Mitglieder. Zumindest wäre das hinsichtlich der Absichtserklärungen aber ganz passabel. Interessant ist jedoch, dass man wohl in der Community nicht in Konkurrenz treten will. Während viele andere Vereine und Verbände als eine Art Kulturverein mit religiöser Ausrichtung oder auch als Religionsverein mit anderen Zwecken (z.B. sozialen) auftreten, ist das hier ein wenig anders. Man tritt zunächst mehr an als Debatten-Plattform. Mit welchem Ziel? Der Blick in die Satzung hilft, ein Ziel aus den Zwecken des Vereins herausgegriffen:

§ 2 Zweck des Vereins

(3) Der Verein verfolgt das Ziel, anerkannter Träger der politischen Bildung zu werden.

https://alhambra-gesellschaft.de/satzung/

Wer begehrt denn nun, „anerkannter Träger der politischen Bildung“ zu werden und damit ggf. auch Nutznießer öffentlicher Mittel zu werden? Weiterlesen