Der Preis im Diesseits

Vor etlichen Jahren hatte Ibrahim Abou Nagie eine Firma, die Plastikfolien vertrieb, eine A.B.N. Folien GmbH. Die Firma, die zunächst in der Straße Am Entenpfuhl 69 in 50765 Köln residierte, war zuletzt in der Maybachstr. 11-11a in 50259 Pulheim registriert. Diese Firma existierte bis 2006, in dem Jahr wurde die GmbH wegen Vermögenslosigkeit gelöscht. Privatinsolvenzen, die solchen Firmeninsolvenzen oft folgen, dauern mindestens 6 Jahre, meist jedoch etwas länger. Abou Nagie war also in 2014 finanziell wohl wieder ein freier Mann. Eigenwirtschaftliche Betätigungen wurden dadurch wieder möglich, ohne dass die Ergebnisse Einfluss auf die Restschuldbefreiung hätten etc.

Seine LIES!-Aktion hatte Abou Nagie einige Zeit rechtlich als Stiftung bezeichnet. Stiftungen können privatrechtlich oder öffentlich-rechtlich organisiert sein. Ist eine Stiftung öffentlich-rechtlich und soll sie rechtsfähig sein, so muss sie der zuständigen Stiftungsbehörde gemeldet werden. Die Stiftungsbehörde führt dann Aufsicht und sie sorgt dafür, dass der Stiftungszweck erfüllt wird und andere Rahmenbedingungen erfüllt sind und bleiben. Eine solche Rechtsform hatte die Stiftung des Herrn Nagie natürlich nicht. Jenseits dieser Form der rechtsfähigen Stiftung ist dieser Begriff ziemlich frei. Man kann im Prinzip jede Personenvereinigung so titulieren.

Ob Abou Nagie Treuhänder dieser Stiftung war, ist nur schwer zu überprüfen und Sache des zuständigen Finanzamtes. Bei einem Treuhänder fällt – sofern er in Insolvenz gerät – das von ihm verwaltete Vermögen in die Insolvenzmasse. Zu fragen wäre also, ob Abou Nagie während seiner Insolvenz Treuhänder wurde und ob dann Teile des Stiftungsvermögens bei Kenntnisnahme der Behörden nicht nachträglich hätten eingezogen werden können (es gibt Dinge, die man in der Insolvenz einfach nicht tun sollte bzw. sich sehr genau informieren muss, welche rechtlichen Folgen dies hat). Dies alles unabhängig davon, dass er sich stets in dieser Zeit als mittellos ausgab und nach aktueller Anklage in Köln nicht mittellos war, s. Beitrag vom 09.04.

Da das alles rechtlich nicht ganz einfach ist, wird die aktuelle Suchmeldung verständlich:

Da jedoch auch der beste Steuerberater aus einem X kein U machen kann und darf, darf man da gespannt sein. Zumal Abou Nagie für die Stiftung reklamiert, Umsatzsteuer zurück erhalten zu müssen.

Seit dem 24.09.2014 hat der Herr Abou Nagie nun auch wieder eine Firma, die LIES!-GmbH, diesmal im Sintherer Holzweg 1 50259 Pulheim. Das, was er nun als europaweite Mildtätigkeit verkauft, ist also wieder eine Betätigung, die – eine GmbH! – nun auch offiziell wieder eine Gewinnerzielungsabsicht hat. Die verschiedenen rechtlichen Implikationen dieses Umstandes, eine Besonderheit des deutschen Kaufrechts ist da wegweisend, führen hier zu weit, nur so viel: Die LIES!-Stände sind mindestens mittelbar die einer GmbH. Auch Bilal Gümüs, der leitende Frankfurter Protagonist der LIES! GmbH stellt das LIES! Projekt als gewerbliche Betätigung heraus:

Abou Nagie stellt sicher, dass die Verteilungsströme dieser Bücher nur über ihn laufen. Europaweit, auch in Ägypten, der Türkei und Indien, ab 5:30:

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Da  beißt man aufkeimende Konkurrenz wie „Siegel der Propheten“ schon mal weg. Der Herr, der dieses Projekt leitet, Erol Selmani, ist inhaltlich sehr ähnlich aufgestellt und die von ihm verteilte Übersetzung ist eine von Bubenheim. Also wenig Unterschiede. Das wäre entbehrlich, ginge es nur um die Belohnung im Jenseits, das Hasanat.

Lange Zeit war von der LIES-fb-Seite der shop der LIES!-Stiftung aufzurufen. Das hat mal aktuell geändert:

https://www.facebook.com/diewahrereligion/app_156393791048177

Der DWR online shop war auch lange Zeit in Herford angesiedelt.
Nun lässt man alles über Pulheim laufen. Die Stiftung ist ebenfalls nun shopfreie Zone, in der man nur noch zu Spenden aufruft:

http://diewahrereligion.eu/hausdesqurans/

Die Stiftung (wer ist Treuhänder?) kauft dann wohl bei der GmbH des Herrn Abou Nagie die Bücher und das Equipment. Die Stände werden immer prächtiger an vielen Orten: T-Shirts, Trolleys und Segel, Tonnen, Ständer und farblich passende Teppiche (!). Dawa Ton in Ton. Da geht was. Die Anhänger ordern anscheinend wie 4 jährige Mädchen Barbies rosa Ausstattung für das Puppenheim:

Die wohl gewünschte Trennung von LIES! Stiftung und LIES! Verlags GmbH ist durchaus interessant. Meiner Meinung nach möchte man die Mildtätigkeit, sei es die ehrenamtliche Arbeit oder die Spende, bei der Stiftung ansiedeln, den Gewinn aber bei der GmbH. Hätte man eine Gemeinnützigkeit, genösse man sogar noch Steuervorteile. Auf der fb Seite „Die wahre Religion“ steht ja bereits, man sei eine „Gemeinnützige Organisation“. Ein spannendes Modell der Ausgliederung von Arbeit. Die Guten ins Kröpfchen, die Schlechten ins Töpfchen. Hasanat in diesseitige Gewinne ummünzen. Nicht ungeschickt.

Das Paradies des Abou Nagie

Die Wünsche eines Menschen sagen viel aus über ihn. Hätte einer drei Wünsche frei, würden sich manche persönliche Gesundheit, ein dickes Auto, nur eigenes wünschen und andere den Weltfrieden, ein Ende der Not, kurz, etwas für alle Menschen. Man könnte also den einen Typus als materialistischen Egozentriker bezeichnen und den anderen als idealistischen Altruisten.

Das ist bei den Vorstellungen vom Paradies, also einem imaginären Ort, an den man nach den Vorstellungen vieler glaubender Menschen nach einer göttlichen Bewertung des irdischen Lebens die restliche Ewigkeit verbringt, nicht anders. Es soll ein Ort sein, an dem alle Wünsche in Erfüllung gehen.
Manche der vielen gläubigen Menschen weltweit haben auch noch eine Hölle im Sinn. Während dies bei den anderen abrahamitischen Religionen (mittlerweile) in den Hintergrund tritt, ist diese Vorstellung beim Islam noch recht lebendig. Vielen sehr konservativ und traditionell Gläubigen ist das gängiges Konzept, an dem sie selbst sich orientieren und vor dem sie auch andere warnen, wenn nicht ihren Vorstellungen vom Leben im Diesseits gefolgt wird. Man fürchtet sich und will, dass auch andere sich fürchten, zumindest aber die Furcht ernst nehmen, auch wenn sie auf persönlichen Imaginationen, Behauptungen und Tradition (und mehr ist nicht haltbar) beruht.
Das recht häufige Stoßgebet „Möge ihn Allah rechtleiten oder vernichten“, also im Grunde eine Verfluchung, ist da wegweisend, auch wenn dieser „fromme“ Wunsch sich durchaus auch aufs Diesseits bezieht. Ein Teil wird sich die Strafe dann weiterhin fürs Jenseits der Person wünschen und die Wunscherfüllung aufschieben, ein anderer Teil wird aus Ohnmacht ebenfalls aufs Jenseits warten, ein dritter Teil wird bei Gelegenheit dem angeblichen Willen Gottes schon im Diesseits Geltung verschaffen. Dies führt im Exzess dann zu solchen Taten wie bei IS, aber auch zu den Strafen, wie sie in einigen Ländern für nicht „Rechtgeleitete“ vorgesehen sind..

Die Hölle als Ort einer angeblich göttlichen Gerechtigkeit ist also Teil eines Wunschdenkens. Man wünscht sich das Paradies, während man anderen die Hölle wünscht (vor der man selber Furcht hat).

In einem interessanten Gespräch mit einem jungen Christen legt nun der Herr Abou Nagie seine Wunschvorstellungen bloß:

Ehrlichkeit und Verstand führen nach Abou Nagie ohne Zweifel zu seinem Glauben hin. Alle, die nicht gläubig sind, sind also entweder unehrlich oder dumm, denn sein ist die absolute Wahrheit. Sie verdienen die Hölle.

Abou Nagies Paradies beinhaltet Genuss für die Gläubigen. Einer diese „Genüsse“ ist – erstaunlicherweise erwähnt er z.B. Essen, Sex aber nicht – auch, die Ungläubigen mitleidlos brennen zu sehen. Man habe auch deshalb kein Mitleid, weil Gott gerecht sei. Bei Unterwerfung unter diesen ist Mitleid entbehrlich, ja geradezu Zweifel an göttlicher Gerechtigkeit, und so ergötzt man sich im Paradies des Herrn Abou Nagie denn auch am höllischen Feuer und am Leid. Das hat etwas Sadistisches, Brot und Spiele, ein himmlicher Circus Maximus mit einem auf ewig absenkten Daumen.

Das ist auch deshalb interessant, weil nach einem anderen Gedankengang dieser extremen Gläubigen nichts ohne Allahs Willen geschehe. Ob jemand gläubig oder ungläubig sei, ist demnach von ihm bestimmt (man lasse einmal die fehlende Binnenkonsistenz außer Acht, denn dann müsste man keine Bücher verteilen, man müsste überhaupt nichts lesen oder tun, denn das ist alles vorherbestimmt). Denkt man das in dieser Logik zu Ende, sind Ungläubige geborene Shaytane, Teufel, die als Person eigentlich gar nicht relevant sind. Sie sind schlicht keine Personen wie man selbst, sondern Kreaturen rein zur Prüfung der Gläubigen.

Abou Nagie bezeichet Atheisten im Video mehrfach konkret als „schlimmer als das Vieh“. Jeder hat seinen Platz in seiner Welt und da rangiert der Atheist unter Ochs und Esel*. Er ist sich sehr sicher, dass diese sowie Christen und Juden in die Hölle kommen. Bei den IS-Anhängern ist er sich nicht sicher. Da will er es „dem Schöpfer“ überlassen. Wenn er sich da nicht sicher ist, heißt dies, dass er deren Taten nicht bewertet, weil er sie als andere Muslime sieht. Sein Islam ist also der des IS. Das ist kompatibel. Bei all dem ist er sich völlig sicher, dass dies nicht sein eigenes Urteil ist, sondern der Wille und der Befehl Gottes. Da Gott aber per definitionem gerecht ist, ist kein Platz für Mitleid. Es ist so bestimmt. Folgt man dieser Bestimmung, ist somit kein Raum für Reue. Man ist ja nur Befehlsempfänger.

Das ist natürlich nur die Ebene von Abou Nagies Eigensicht. In der Fremdbetrachtung sind das die Wünsche des Herrn Abou Nagie. Man wünscht anderen Leid, wenn sie sich dem eigenen Willen nicht unterwerfen, ganz banale Macht- und Größenphantasien. Man könnte es als Sonderform eines pathologischen Narzissmus sehen, der den anderen, sofern er ein bestimmtes Kriterium erfüllt, gar nicht mehr als andere Person wahrnimmt. In dieser Wunschwelt ist kein Platz für Mitleid, denn der Umweg über den Glauben verdeckt nur die eigenen Machtphantasien und tatsächlich einen Hass auf Menschen, die sich ihm nicht unterwerfen. Dieser Hass wird über die genannten Umwege in der Selbstsicht sozial kompatibel umbenannt und dann projiziert. Zumindest in seinen Kreisen sozial kompatibel. Bei aller Psychologisierung sind das Botschaften, die er so auch an seine Anhänger transportiert. Da wird aus der Psychologie dann Politik und das ist ein Problem unserer Gesellschaft, denn mit dieser Ideologie instruierte Jugendliche sind mittlerweile weitläufig zu finden.

Mehrheitsgesellschaft, Medien, andere Menschen, alles teuflische Versuchungen. Diese Wahnwelt hat die Eigenschaft, alle Kommunikation, die Brücke sein könnte, zu entwerten und abzubrechen. Aus dieser mentalen Wagenburg dringt nur noch nach außen, hinein kommt nichts mehr. Deshalb muss man mehr machen, bevor der Kreis geschlossen ist. Denn im Gegensatz zu anderen totalitären Ideologien winken nicht nur der narzisstische Gewinn durch realen Bedeutungszuwachs und elitäre Eigensicht, sondern auch noch Belohnung im Jenseits. Zumindest die Abwesenheit der Strafe. So schrecklich schon das Paradies des Abou Nagie wirken mag, die Hölle, die er anderen wünscht, ist schlimmer.

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Es muss schlimm sein in der aufgeblasenen Sicht des Herrn, dass mindestens 20% in dieser Gesellschaft diese Weltanschauung haben, nicht nur nicht bestraft werden, wie er es sich wünscht, sondern das Wahlrecht innehaben und auch über seine Handlungen mitbestimmen (indem sie ihm nämlich die Grenzen der hiesigen Gesetze aufzeigen ggf.). Und natürlich, dass diese „schlimmen Personen“ ihn „nur“ als gleichberechtigten Menschen sehen.

Mahnwache vom 16.05.2015

Von 16-18 Uhr vor dem Brockhausbrunnen. Besonderen Dank an die Frankfurter Polizei, die uns umsichtig betreute und auch mal Ansprachen hielt, wenn nötig.

Mit dabei war wieder die Kurdisch-Israelische Freundschaft (KIFA).
Vielen Dank an die Passanten, die sich zu uns stellten, und an ein Brautpaar, dessen Braut sich 2 Minuten nahm für unsere Aktion. Noch mal alles Gute für die Zukunft!

Einige Jungen versuchten, über die Frage „Was ist Salafismus?“ zu irritieren. Die Auskunft, dass das ein gängiger Begriff sei, der Missverständnisse hervorrufen könne, aber nun mal als eben allen geläufiger Begriff akzeptiert werden solle, stellte sie nicht zufrieden. Die Alternative, den Oberbegriff „Islamismus“, wollten sie gleich gar nicht akzeptieren. Sie warfen vor, man habe den Koran nicht gelesen. Auf die Frage, welche der Übersetzungen denn genehm sei, wussten sie keine Antwort. Ihnen war nicht klar, dass es verschiedene Übersetzungen gibt. Schon als ich anfing, meine Übersetzungen aufzuzählen, damit sie mir die „richtige“ nennen könnten (ich bin da ja gerne behilflich), stieß auf Ablehnung, als ich mit A wie Ahmadiyya anfing. Es folgte höhnisches Lachen. Diese Gruppe junger Muslime lehnte also die Ahmadiyya prinzipiell ab, weswegen auch ihr Text, „ihr Koran“ ganz zweifellos eine Fälschung sein müsse in ihrem Denken. All dies natürlich ohne diesen Text und die Abweichungen zu kennen, rein aus einem Vorurteil heraus. Der von den Ahmadiyya verbreitete Text ist nämlich nahezu identisch mit dem von den LIES!-Aktivisten verteilten, der Übersetzung von ibn Rassoul.

Mindestens zweimal wurde ich gestern als Rassistin beschimpft. Und dass, obwohl ich mein T-Shirt trug mit der Aufschrift „Freiheit, Gleichheit, Mitmenschlichkeit. Das Grundgesetz ist größer“ auf der Rückseite und auf der Vorderseite: „Die Menschenrechte sind stärker“. Als Schild: „Frankfurt zeigt Gesicht gegen Islamismus“. Völlig klar, dass jemand, der von Gleichheit, Mitmenschlichkeit und Menschenrechten spricht, nur ein Rassist sein kann.

Ein in einiger Hinsicht erkennbar beeinträchtigter Mitstreiter, der sich schon mehrfach dazugesellt hatte, hielt sich trotz gesundheitlicher Probleme tapfer bis zum Ende. Mehrere Akhis, gruppiert um einen Wortführer, der schon seit Beginn fast immer und immer wieder aggressiv auftritt, hatten sich diesen als „Opfer“ auserkoren, wohl weil er ihnen das leichteste schien. Als ich versuchte, dieses eigentlich recht miese Manöver zu konterkarieren und zu unterbinden, wurde mir von eben diesem Wortführer vorgeworfen, ich sei „respektlos“. Ihm gegenüber. Anscheinend hält er das für das Zauberwort, mit dem man Gegenüber ins Unrecht setzt, auch wenn sie Recht haben.

Eine Gruppe Jungs fragte nach „Islamismus“. Sie betonten nach jedem Halbsatz, dass sie das schon wüßten. Meine Gegenfrage, warum sie dann fragten, blieb unbeantwortet. Stattdessen wurde behauptet, wenn sie „so etwas“ machten, würden sie verhaftet. Ich versuchte zu vermitteln, dass das ganz falsch sei und sie natürlich jederzeit eine Demo anmelden könnten, sofern es sich im Rahmen der Gesetze halte. Während meiner Erläuterungen verhöhnte mich ständig einer der Jungen, ich sei so hübsch, er sei ganz verliebt. Das war nicht weniger abschätzig gemeint als die sonstige Herabsetzung, man sei häßlich usw., denn er lachte sich halbtot dabei.

Zwei junge Frauen, wohl Muslimas, „westlich“ in geschmackvoller Weise auftretend, fragten mich, ob ich Deutsche sei. Ich hörte das akzentfreie Deutsch und entgegnete „ja, bin ich und sie auch“. Sie betonten: „aber mit Migrationshintergrund“ (was ICH nicht gesagt hatte). Ich erwiderte, ich hätte einen pommerschen Migrationshintergrund, wollte das also leicht scherzhaft ins Gespräch umlenken. Sie winkten dann ab. Nichtmuslime sollten sich überhaupt nicht zum Islam äußern, meinten sie abfällig und gingen.

 

Mehrere kleine Jungen postierten sich neben einer Mitstreiterin, die das Schild „Salafisten werben – Kinder sterben“ trug. Einer von den dreien sagte halblaut „Scheiss-Juden“. Als er das zum dritten Mal rief, lauter werdend, meinte die Mitstreiterin, sie sollten mal mitkommen. Erstaunlicherweise gingen sie mit zur Polizei am Rand, wo ihnen – sie waren deutlich nicht strafmündig – ein Polizist eine ernste Ansprache hielt. Vielen Dank, das war gut und notwendig.

Ein junger Kopte gesellte sich hinzu. Neben anderem berichtete er, er habe gerade Abou-Nagie gesichtet, habe ihn aber jetzt aus den Augen verloren. Ich hielt dies zunächst für eine Verwechslung.

Eine Mädchengruppe, vielleicht 15 jährige, regten sich über die Schilder allgemein auf. Sie warfen mir nach der Eingangsfrage, was das solle, was wir da veranstalteten, schrill vor, ich solle erst einmal den Koran lesen. Auf meine Gegenfrage, welche meiner Übersetzungen, die Ahmadiyya-Version (abfälliges Abwinken), die von LIES!, die von Ali Ünal usw. ich denn noch mal lesen solle, führte zum aggressiven Vorwurf, es gäbe NUR EINEN Koran. Es war ihnen schlicht unbekannt, dass es mehrere Übersetzungen gibt. Sie wiederholten das mehrfach und meinten dann, man müsse ihn auf arabisch lesen. Sie behaupteten alle, arabisch zu können (was ich bezweifelte). Ich fragte dann nach, ob ihnen bekannt sei, dass das, was heute als DER Koran bezeichnet wird, erst von Uthman* zusammengestellt wurde, und anschließend andere Versionen vernichtet wurden. Uthman war der dritte Kalif und initiierte die Sammlung erst viele Jahre nach Mohammeds Tod. Er wurde aus mündlichen Überlieferungen und Erinnerungen von wenigen Personen zusammengeschrieben. Das verwirrte sie völlig, was aber nicht zur Reflexion führte, sie konnten mit dieser Erklärung nichts anfangen und behaupteten weiter, es gäbe nur DEN Koran. Auch der Hinweis, dass die Al Azhar Universität die heute verwendete Lesart bzw. die heute verwendete Verschriftlichung erst festgelegt hatte, führte nur zu weiterer Wiederholung ihrerseits. Sie waren es offenkundig nicht gewohnt, über den oder einen Text nachzudenken. Ich empfahl ihnen in das, man muss schon sagen, Gezeter hinein, sie sollten sich mal zur Textgeschichte belesen, schon die Wikipedia helfe. Sie gingen dann wohl zu einer Mitstreiterin. Diese trug eine Mütze, auf der auf der einen Seite „Shalom“ in hebräisch und auf der anderen Seite „Salam“ in arabisch zu lesen war. Sie berichtete später, dass einige Mädchen das Wort „Salam“ nicht hätten entziffern können. Das allerdings ist eines der ersten Worte, das man kann, wenn man arabisch lernt. An ein Lesen des Korans im Original ist also nicht entfernt zu denken.

Ein Mann mittleren Alters, er wirkte irgend wie „links“, fragte, was wir denn da machten.Nach der Erläuterung der Strassenradikalisierung entgegnete er, aber er habe dort mal einen Koran bekommen. Die Männer am Stand seien ganz freundlich gewesen. Ich erklärte ein weiteres Mal, dass der Stand als Werbeinstrument und Anlaufstelle diene, dass die Ansprache jedoch mehrheitlich im Umfeld ablaufe. Er verstand es wieder nicht. Diese Leute stünden doch da. Da sie dastünden, sei das erlaubt. Man müsse doch also gar nichts tun. Der Staat werde von alleine tätig. Ich fragte ihn, ob er jemals – er wirke auf mich links (was er bejahte) – überhaupt etwas z.B. gegen Faschos auf der Strasse gemacht habe. Z.B. so etwas kleines und ungefährliches wie ein Teelichtchen anzünden oder bei einer Demo mitlaufen. Ja, meinte er, aber das sei lang her. Und, fragte ich, warum haben sie das damals gemacht? Damals habe er gemeint, man müsse was in der Gesellschaft ändern. Sehen sie, das meine ich auch, erwiderte ich. Wir als Gesellschaft müssen über unser Zusammenleben sprechen und hier konkret über Islamismus. Noch nie habe ich einen derart unpolitischen Linken erlebt, der sich völlig darauf verliess, dass der Staat alle Probleme sofort sieht und lösen kann. Das grenzte schon an Gottvertrauen.

Ein Mann Mitte Dreissig, vielleicht Zentralafrikaner im Matrix-Morpheus-Look mit großem Rucksack, lief langsam an uns vorbei und beschimpfte uns wüst. Er war ganz außer sich, brüllte und schäumte förmlich vor Wut. „Ich bin für Todesstrafe!“ „Ich bin für 800 Jahre Gefängnis!“ „Wollt Ihr Krieg?“ „Nehmt das sofort runter!“ Ich trat von der Brunnenumrandung herunter, weil ich die Mitstreiter im Auge behalten wollte. Auch mich schrie er an: „Nimm das runter!“. Ich meinte nur: „Vergiß es!“, weil lange Reden von hochaggressiven Menschen gar nicht mehr wahrgenommen werden. Er schrie darauf „Fotze, nimms runter!“ ich wiederholte mich und dann war auch schon die Polizei da, weil er ein, zwei Schritte auf mich zu gemacht hatte. Er brüllte noch „fick dich“, dann wurde er weggeführt. Strafantrag ist gestellt, der Herr braucht eine Lektion wie es scheint.

Gegen Ende postierte sich uns gegenüber eine größere Gruppe (~20) junger Männer. Ein Teil von ihnen trug T-Shirts, auf denen ein bunter Aufdruck war, der u.a. das Wort „Liebe“ enthielt. Unkundige verwechselten sie mit Ahmadiyya, was aber eine Fehleinschätzung war, denn sie verteilten Material von Bilal Philips. Ich erkannte mehrere der Männer sofort als Aktivisten aus Karlsruhe, einer ein Saif Uddin. Saif Uddin reist seit längerer Zeit häufig mit und für Abou Nagie, war für ihn schon in Indien und der Türkei. Sie fotografierten ausgiebig und machten sich über uns lustig, standen da wie beim gemeinsamen Zoo-Besuch. Wahrscheinlich suchte man die Frankfurter Aktivisten zur Motivation auf, nachdem man da in letzter Zeit geschwächelt hatte. Die Erheiterung hatte – das ist meine Spekulation – den Grund, dass sie es mit ihren islamistischen Inhalten und ihrer Vorgabe in die Community hinein, sie seien ganz normale Muslime, schaffen, dass aus dem Stand heraus sich viele Muslime mit ihnen und nicht mit der freiheitlichen Gesellschaft solidarisieren. Dass sie bewirken können, nicht wenige Muslime als Gruppe zu ihrer Verteidigung agieren zu lassen auch ohne Auftrag. Und dass diejenigen, die sie als Gegenseite definieren, offensichtlich nicht in der Breite begriffen haben, dass man ihre freiheitlichen Grundwerte gegen sie benutzt.

 

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http://de.wikipedia.org/wiki/%CA%BFUthm%C4%81n_ibn_%CA%BFAff%C4%81n

Geschäftsreisen nach Dubai?

In seinem früheren Leben hatte Ibrahim Abou-Nagie eine Firma, mit der er Plastikfolien vertrieb, die A.B.N. Folien GmbH. Diese Firma wurde 2006 insolvent. Im Rahmen dieser Betätigung – wenn es nicht zum reinen Renommieren frei erfunden ist – hatte er sich eine schwarze Amex-Karte zugelegt, die er seinen Anhängern so gerne vorführte. Hier seine eigene Darstellung:

 

Nach eigenen Angaben hat er sie also seit 1991. Da war er 26. Nähme man diese Einlassung für bare Münze, dann hätte er es in 8 Jahren inkl. des abgebrochenen Studiums der Elektrotechnik vom mittellosen Flüchtling zur Person gebracht, die solche Umsätze generierte, dass Amex ihm diese Karte anbot. Das ist unwahrscheinlich.

Wahrscheinlicher ist, dass diese Karte, wenn er sie hat, ihm erst vor einigen Jahren zur Verfügung gestellt wurde. Zum Beispiel, indem er eine Firmenkreditkarte auf seinen Namen bekam. Der Inhaber dieser Firma, dessen Konto seit 1991 bestehen könnte, könnte eine dieser Karten auf seinen Namen eingerichtet haben. Man müsste genauer hinterfragen, wie Amex die Sache mit den Firmenkreditkarten handhabte.

In einem Video seiner Seite „Die wahre Religion“ erläutert er, dass er seine Geschäftskontakte von früher und seine gegenwärtigen Aktivitäten in einer ähnlichen Weise tätigt bzw. er vergleicht sie explizit. Er fliegt umher und vertreibt Produkte. Bei den Koranen muss immer klar sein, dass der Vertriebsweg über ihn geht. Konkurrenz im gleichen Terrain sieht er nicht gerne. Ginge es nur um die Dawa, müsste er sich ja freuen und Konkurrenten nicht als solche sehen. Bei der Dawa gibt es eigentlich nur Brüder. Konkurrenten gibt es nur im Geschäftsleben. Aktuell bezeichnet er das als „Geschäft für Allah“, ab Minute 6:

Dieses Wochenende war er wohl wieder in Dubai, wie er dokumentiert:

 

Man darf annehmen, dass es nicht um mentale oder spirituelle Unterstützung hinsichtlich seines laufenden Prozesses wegen Erschleichung von Sozialleistungen ging. Mit spiritueller Unterstützung kann man keine Flugtickets kaufen. Man darf weiterhin annehmen, dass es keine Vergnügungsreise war.

So ein Flug ist nicht billig.
Er fliegt in ganz Europa umher, besucht Städte in großer Zahl. Das kostet sehr ordentlich.
Seine Anwälte kosten ebenfalls, wenn er bei ihnen auch Kredit haben könnte.

Er muss also – theoretisch – seinen Lebensunterhalt, den seiner Familie und diese erheblichen Nebenkosten erwirtschaften. Wovon, kann man sich zu Recht fragen. Da er 24/7 für diese Mission unterwegs ist, scheidet eine übliche Vollzeitstelle aus. Eine unübliche jedoch nicht. Zum Beispiel eine für Personen aus Dubai.

Da diese Kontakte dem Anschein nach schon vor der Gründung der LIES!-GmbH bestanden, kann man fragen, wie er das vorher verbuchte, wovon er lebte. Wenn er – wie am 9.4. verkündet – Steuerrückforderungen hat, dann war da auch Umsatz. Er bezeichnet das zeitlich näher, schon aus früheren Zeiten, also 2011-2013. Aktuell, nach der Firmengründung, ist das klarer. Das sind, steuerrechtlich, nach meiner Einschätzung keine Spenden mehr, wie er es gerne darstellt, sondern von seiner Person aus betrachtet, Umsatz und Einnahmen. Die Aktivisten sammeln Geld ein und kaufen bzw. ordern wohl dafür neue Exemplare /Equipment. Man könnte das also auch durchaus einmal – es gibt da ähnliche Modelle – als Schneeballsystem oder MLM betrachten. In diesen Systemen verdienen sich die oberen, die Ersteinsteiger, eine goldene Nase. Auch Bilal Gümüs, der Frankfurter Protagonist, stand vor einigen Monaten auf einem Foto stolz vor dem Firmenschild der LIES!-GmbH und verkündete „Unsere Firma!“.

Die Spur führt also u.a. nach Dubai. Vielleicht gibt es ja nicht nur Hasanat* zurück.

* spirituelles Guthaben sozusagen.

Danke für das Geständnis, Abou Nagie!

Um 9 Uhr hat heute vor dem Amtsgericht Köln der Prozeß gegen Ibrahim Abou Nagie begonnen. Ihm und einem Mitangeklagten wird vorgeworfen, Gelder veruntreut zu haben und Einkünfte verschleiert zu haben. Parallel soll Abou-Nagie Sozialleistungen in Höhe von 54.000 Euro bezogen haben.

http://www.rundschau-online.de/koeln/sozialleistungen-zu-unrecht-bezogen-abou-nagie-steht-wegen-betrugs-vor-gericht,15185496,30384400.html

Fakt ist: Abou-Nagie bezog diese Leistungen. Wenn nun sein Verteidiger, der bekannte Szene-Anwalt Mutlu Günal behauptet, die Vorhalte der Polizei seien „amateurhaft“, so ist dagegen nichts Besseres zu setzen als die Einlassung seines Mandanten von heute morgen:

„Liebe Geschwister
Möge Allah uns allen ikhlas verleihen und als muslime sterben lassen

Hier ist eine Kopie der Einladung für einen Muslim der ca 2 Millionen
Quran Übersetzungen
dem deutschen Volk geschenkt hat in Wert von über 4 Millionen Euros

Es geht bei der Verhandlung um Spendengeldern,die ich angeblich veruntreut hätte

-Warum kaufe ich bei
Edeka ein?
-Bei Aral Tanke?
-Mercedes Leasing Raten
Bezahle

Die Antwort auf diese Fragen werden wir inscha Allah heute im Amtsgericht Köln liefern

Fakt ist:
Finanzamt Köln verweigert uns,die seit drei Jahren Umsatzsteuer-Rückerstattung eines Betrags in Höhe von ca 30.000€ (kein Betrug)

Alle Tankrechnungen und Nachnahme Zahlungen für Infoständeeinrichtungen,die ich in bar bezahlt haben wurden nicht anerkannt (Diese Summe sollte ich veruntreut haben
Weil das Finanzamt diese Kosten nicht als Kosten anerkannt hat)“

Er spricht von sich gerne in der dritten Person („ein Muslim“) und benutzt auch gerne den pluralis majestatis. Das sind aber seine Einlassungen, wie es nicht nur aus dem posten der Ladung, sondern auch aus den Kenntnissen zu den Finanzverhältnissen deutlich wird.

Herr Nagie möchte also für 3 Jahre Umsatzsteuer zurück. Wenn er Umsatzsteuer gezahlt hat, hatte er Umsätze, die man aus dieser Summe berechnen kann. Unabhängig davon, dass es weitere Ungereimtheiten hinsichtlich entweder der Anzahl der Korane oder der genannten Summe oder dem Stückpreis bestehen, wirft das erhebliche Fragen auf. Aber diese Einlassung beantwortet auch einige Fragen.

Danke für diese Einlassung, Herr Abou-Nagie!

Rechtliche Spiele wie der aktuelle Befangenheitsantrag von Günal verzögern gerade den Fortgang, da darüber ein Richterkollege der nächsthöheren Ebene entscheiden muss. Natürlich hat Günal das Recht, einen solchen Antrag zu machen. Dieser ist jedoch nach meiner Meinung völlig unbegründet und dient zwar dem Mandanten-Wohlbefinden, nicht jedoch dem Mandantenwohl. Faktisch führen sie gerade dazu, dass der vorsitzende Richter sich mit diesen neuen Beweisen beschäftigen kann. Nachdem sich Abou-Nagie durch seinen Rechtsvertreter bereits eingelassen hat,

„Angeklagter Abou-Nagie mit Anwälten Günal und Rubarth. Er weist die Vorwürfe zurück, spricht von einer Hetzjagd. “

https://twitter.com/SponDiehl?hc_location=ufi

ist das eine pikante Lage. Man darf gespannt sein, inwieweit diese Einlassungen gegeneinander aufgewogen werden.

Nachtrag:

Die Verhandlung wurde nach weiteren unbegründeten, aber natürlich rechtlich zunächst zulässigen Anträgen des Verteiderduos vertagt.
Das Gericht dürfte Maßnahmen gegen Verfahrensverschleppung ergriffen haben.
Da sie auf unbestimmte Zeit vertagt wurde, wird es neue Schöffen geben, da die ehrenamtlichen Richter für den jeweiligen Verhandlungsbeginn ausgelost sind.

Und noch ein Nachtrag:

Nagie wurde aufgefordert, sich einen Pflichtverteidiger zu suchen, da bei diesem Anwesenheitspflicht besteht.
Da der vorsitzende Richter offenkundig vorhat, sich die Verstöße gegen die Verfahrensförderungspflicht bzw. –obliegenheit nicht bieten zu lassen, die u.a. von dem Verteidiger Günal weiter zu befürchten sind, reizt er nun seine richterliche Freiheit aus und wird die Termine wohl so legen, dass dieser vor dem OLG beschäftigt ist. Das ist statthaft und von dem Pflichtverteidiger ist deswegen eigentlich auch kein Befangenheitsantrag zu erwarten. Im Gegensatz zu Günal bekommt dieser auch keine gesonderte Prämie dafür, das Gericht aufzuhalten und hinzuhalten.

 

 

Das Publikum:

Bild: https://twitter.com/search?q=%20%40ntvde_Politik%20&src=typd

Vorne von rechts nach links: Bilal Gümüs, Sven Lau und Abu Dujana.

Turing hilf!

Abou Nagie Oster-Special: It´s magic!

Einer der frühen und einer der bedeutendsten Computerpioniere war der Engländer Alan Turing

http://de.wikipedia.org/wiki/Alan_Turing

Turing lebte von 1912 bis 1952. Er war homosexuell und wurde wegen der damaligen Strafbarkeit dieser Ausrichtung nicht nur zur chemischen Kastration verurteilt, sondern von den Folgen in den Tod getrieben.

Abou Nagie vertritt nun einen fundamentalistischen Islam, der Homosexuelle als minderwertig erachtet. Unkenntnis ist keine Gnade, sondern Fluch. Unkenntnis und Unbildung sind besonders verwerflich, wenn man es besser wissen könnte und man aus diesem Versäumnis zu Werturteilen über andere Menschen kommt.

Abou Nagie behauptet aktuell, dass Computer und Internet erfunden wurden, um Dawa zu machen (aber auch Auto und Flugzeug wurden ihnen „dienstbar gemacht“*, um Dawa zu machen; die Pioniere dieser Transportmittel rotieren gleich mit im Grab):

 

 

In diesem denkwürdigen Video und den nachfolgenden Machwerken ist nicht nur die Rede von Dschinns, Magiern und Schaytanen (Teufeln), sondern auch unter vielen anderen wirren Denkmodellen davon, dass die „Juden führend in Schwarzmagie seien“ (2:10, zweites Video). Abou Nagie redet über Dschinns und Schaytane, als seien sie so real wie der Gemüsehändler von nebenan. Für ihn ist schwarze Magie, sind böse Blicke Teil seiner Wirklichkeit.

Hieße das nicht Religion, hieße das anders.

Auch die widerwärtige Haltung zu Juden wird dort noch einmal explizit deutlich, (z.B. ab 2:35, erstes Video). Auf schwarze Magie steht übrigens der Tod. Diese Urteile werden bis heute in Saudi Arabien auch vollstreckt.

Mit den Mitteln der modernsten Kommunikationstechnik, die in seiner Gedankenwelt des Mittelalters nicht entstanden sind und wohl nie entstanden wären, verkündet der Herr Nagie also, diese seien extra geschaffen, um diese mittelalterlichen und menschenverachtenden Abstrusitäten zu verbreiten.

Wahrscheinlich kennt Herr Nagie die Geschichte des Computers nicht. Für ihn wächst alles auf dem Baum. Auf einem apple-Baum.

Wüsste er darum, würde es ihn vielleicht wundern, dass ein nach seiner Lesart seiner heiligen Schrift und den Hadithen so bestrafenswertes Subjekt es war, das Werkzeug seines Gottes wäre. So ein Widerspruch wäre selbst für ihn kaum aufzulösen. Vielleicht würde er sich damit behelfen, dass Turing in Wirklichkeit Muslim gewesen sei und die Sache mit der Homosexualität nur üble Nachrede.

Die Haltungen zu Juden, Homosexuellen und Ungläubigen (Frauen sowieso) werden durch Abou Nagie auch an seine Anhänger weitergegeben. Mit diesen Haltungen gehen sie dann in Schulen und Unis, an den Arbeitsplatz.

Man kann dankbar sein für diese Videos und die enthaltenen Einblicke. Man kann in Farbe beobachten, wie altertümliches Denken und Vorstellungen bis ins Jahr 2015 getragen werden. Das macht die Entlarvung einfacher.

Turing sei Dank.

* Es scheint Herrn Nagie irgendwie nicht aufzufallen, dass ohne Ticket oder Benzin es sich erledigt hat mit der „Dienstbarkeit“.