Islamisten-Treffen in Braunschweig

Freitag und Samstag findet in Braunschweig ein Zusammentreffen der salafistischen Prediger Abul Baraa, Hassan Dabbagh und des Frankfurters Issam Benhamed statt. Treffpunkt ist die Einrichtung des bekannten salafistischen Imams Muhamed Ciftci. Zuletzt wurde durch Zeugenaussagen im Abu-Walaa-Prozess bekannt, dass auch die „Terror-Zwillinge“ Mark und Kevin K., die zum IS ausgereist waren und dort getötet wurden, in der Braunschweiger Moschee beeinflusst worden sein könnten.

Muhamed Ciftci (Bild: Sigrid Herrmann-Marschall)

Der Prediger Muhamed Ciftci wird mit seinen Betätigungen regelmäßig im Verfassungsschutzbericht des Landes Niedersachsen  erwähnt. Im aktuell Bericht heißt es auf Seite 201: „Der Braunschweiger Muhamed Ciftci tritt dort regelmäßig als Prediger auf. Ciftci ist bundesweit und international als Prediger und Islamlehrer aktiv. Über ihn ist eine direkte Anbindung an salafistische Kreise im Ausland gegeben. Dies betrifft den Balkanraum, die Türkei und Teile der Arabischen Halbinsel.“ Zu den Aktivitäten zählen auch die Einladung und Kooperation mit weiteren salafistischen Predigern. Ab Freitag findet ein Treffen in Ciftcis Einrichtung statt, zu dem Hunderte Szene-Anhänger kommen könnten.

Ahmad Armih alias Abul Baraa und Hassan Dabbagh alias Abul Hussain sind solche bekannte Namen in der deutschen Prediger-Szene. Der Berliner Armih war in den letzten Jahren durch seine Ansichten zur weiblichen Genitalverstümmelung, seine Geldsammlung für eine neue Moschee samt Umzug* und nicht zuletzt durch seine prominente Erwähnung in der ZDF-Doku „Hass aus der Moschee“ bekannt geworden. Erst letzten Dezember wurde seine Moschee durchsucht, weil er verdächtigt wird, Terrorismus zu finanzieren.

Der Leipziger Dabbagh wurde bundesweit einem breiteren Publikum unter anderem bekannt durch seine Fernsehauftritte in den Talkshows „Sabine Christiansen“ (2008) und „Maischberger“ (2012). Davor war er schon langjährig einschlägig aufgefallen. Immer wieder gab es auch Hinweise darauf, dass in der Leipziger Moschee von Dabbagh aus Muslimen Islamisten wurden und Islamisten radikaler wurden. So schreibt der Journalist Gerhard Piper in einem Artikel aus diesem Jahr, in dem die Geschichte des Sachsen Martin Lemke geschildert wird, der beim IS zum Sicherheitsdienst gehörte: „Er wurde im ersten Halbjahr 2012 in Leipzig in der Al-Rahman-Moschee radikalisiert.“ Dabbagh erregte zuletzt Aufsehen, weil er versuchte, an seine Moschee eine Kita anzugliedern. Dies wurde ihm vom Sächsischen Oberverwaltungsgericht untersagt.

Issam Benhamed alias Abu Abdallah ist ein jüngerer Frankfurter Prediger, der Weiterlesen

Abul Baraa westwärts unterwegs

Salafistischer Berliner Prediger nächstes Wochenende in Koblenz, Dormagen und Braunschweig

Der salafistische Prediger Abul Baraa war hier schon mehrfach Thema. Baraa vertritt in einer oberflächlich freundlich scheinenden Weise eine deutliche Abschottung von der Gesellschaft. Anders- und Nichtgläubige werden erheblich abgewertet. Seine Vorträge sind oft Demagogie pur. Mehrere Videos von ihm nebst Einordnung:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/06/03/munchner-kindl/

https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/13/die-letzte-unterwerfung/

Eine Beschreibung aus dem Berliner Kurier vom letzten Jahr:

http://www.berliner-kurier.de/berlin/polizei-und-justiz/ahmad-abul-baraa-der-youtube-prediger-aus-dem-mittelalter-24625130

Baraa macht gewohnheitsmäßig mehrfach im Jahr Reisen zu Moscheevereinen, die ihm ideologisch nahe stehen, oft im süddeutschen Raum, aber auch auf einer „Nordroute“. Die Einrichtungen, die er in den Städten nächstes Wochenende (zusammengefasst als NRW-Tournee) aufzusuchen gedenkt, werden von ihm aktuell noch nicht angegeben:

http://as-sirat.de/

Der Herr Baraa sucht jedoch häufig dieselben Einrichtungen über Jahre hinweg auf.

In Braunschweig suchte er 2016 z.B. die Deutschsprachige Muslimische Gemeinschaft (DMG) auf:

 

[Zu der obigen Einlassung von Herrn Baraa: Man muss schon eine sehr, sehr eigene Vorstellung des Begriffs „Neid“ haben, um auf die Idee zu kommen, „Ungläubige“ seien „neidisch“ auf die Vorstellungen der Herren Salafisten. Wohl ein Ausfluß einer Elite-Imagination, die aber als Narrativ nicht ganz selten auffällt]

Das ist die Einrichtung des bekannteren Predigers Muhamed Cifti alias Abu Anas, der hier auch schon Weiterlesen

Weihnachtsspecial „Best of Prediger“: Sex

Auch Islamisten sind nur Menschen und so versucht der eine oder andere Prediger, die „Brüder“ auch in dieser Hinsicht rechtzuleiten

Das Paradies islamistischer Männer wird in der Regel in den glühendsten und anregendsten Farben geschildert. Es ist Belohnung und Verkaufsargument für ansonsten eher ladenhütende Dinge: Disziplin, Unterwerfung, Gehorsam und Askese. Manchmal auch den gewaltsamen Tod. Schneidet die Fremdvorstellung und Vorschrift besonders tief in die eigene Person und Persönlichkeit ein, ist etwas besonders Begehrenswertes verboten, so muss die Belohnung „gewaltig“ sein. Um also Sex zu reglementieren, in eine gewünschte oder instrumentalisierbare Form zu pressen, müssen die Angebote schon einen guten Deal versprechen. Einschränkung im Diesseits – Schlaraffenleben im Jenseits (nicht ohne Drohung bei Nichtbefolgung: ewige Verdammnis). Da keiner zurück kann, um nicht eingehaltene Versprechungen einzuklagen, kann man entsprechend tief in die Kiste der Phantasien und Ängste greifen. So gibt es für die selbstempfundene Blüte der Gläubigen viele Frauen im Paradies, die Ehefrau(en), die Sklavinnen, an denen man Rechte hatte (werden die verdoppelt bei mehreren „Besitzern“?) und dann noch die Huris… Dagegen sind die Hohen Lieder des Salomon aus der Bibel fade Kost. Ein saudischer Scheich erklärt das so:

https://www.memri.org/tv/saudi-cleric-muhammad-al-munajid-describes-virgins-paradise-and-states-paradise-one-has-strength

Im Paradies dieses Scheichs hat „der“ Mann also die „Stärke“ von 100 Männern was Essen, Trinken, Leidenschaften und – Sex anbelangt (Geisteskraft ist nicht im Angebot)*. In der Verheißung das passende narzisstische Viagra für schwächelnde und eindimensionale männliche Identität. Die Frauen dort werden in ihren äußeren Merkmalen und in ihrem Gehorsam beschrieben. Dass sie auch nur ein Wort jenseits „oh, ja, ja, jahaaa*“ flöten könnten, wird nicht geschildert. Es ist also das Männer-Paradies der schönen und gefügigen, aber ziemlich stummen und undifferenzierten Sexualobjekte**.

Derart angewärmt fehlt es nicht an Ratschlägen und Forderungen, wie man die irdischen Bedürfnisse des real existierenden einzelnen Mannes kanalisieren und vor allem eingrenzen könne. Die Bedürfnisse der Frau kommen allenfalls in Nebensätzen vor.

Zunächst eine Ermahnung von Abul Baraa, dem Berliner Prediger der As Sahaba-Moschee, wie man die vermaledeite Neigung zu einschlägigen Filmen unterdrücken könne:

 

Pornofilme sind eine Methode, um vom Weg Allahs abzubringen, meint der Herr Baraa. Für die Leute, die solche Filme herstellen, ist eine besonders heiße Hölle vorgesehen, kann man aus seinen Weiterlesen

Von den Socken

Fundamentalistisch eingestellte bzw. extrem religiöse Personen einiger Weltanschauungen vollziehen zum Teil Rituale, die befremden und die für Außenstehende kaum nachvollziehbar sind. Es werden Opfer dargebracht, Reinigungsriten vollzogen, reliquien angebetet, bestimmte Körperhaltungen eingenommen, an Körpern bleibende Veränderungen vorgenommen, um die verschiedensten Gottheiten gewogen zu stimmen. Der Nachbar, der einer anderen Weltanschauung angehört, findet diese Riten zwar meist seltsam, was ihn aber oftmals nicht dazu bringt, die eigenen Handlungen zu hinterfragen. Jeder meint von sich, die eigenen Maßnahmen zur Angstabwehr seien zweifellos die geeigneteren Handlungen, um der eigenen Gottheit, die allen anderen überlegen und sicher die einzig anbetungswürdige sei, wohl zu stimmen. Dass die Angst wiederkommt, weil jenseits der Vergewisserung durch andere Personen, die die jeweils gleichen Handlungen vollziehen, keine relevante und objektivierbare Rückmeldung zu erwarten ist, fällt auch meist nicht auf. Der Weg aus dieser speziellen Angst, deren Urgrund meist durch die Eltern gelegt wurde nebst der Tradition ihrer Methode zur Abwehr dieser selbstgeschaffenen Angst, führte für viele aber in ein Szenario, das ihnen noch mehr Angst machte: Selbstbestimmung, Freiheit und selber, als Mensch, für Gerechtigkeit sorgen helfen müssen, beansprucht mehr als Sinn und göttliches Strafgericht als vorgegeben anzunehmen und dafür allerlei rituelle Handlungen zu vollziehen.

Ein seltsamer Brauch im fundamentalistischen Islam ist das Sockenstreichen. Erwachsene Menschen lassen sich in epischer Breite darüber aus, ob das Bestreichen der Socken erlaubt sei oder nicht, ob man damit eine Zustand der rituellen Reinheit erhalten könne oder nicht, welche Fristen gälten für das Sockenstreichen und wie diese Socken beschaffen sein müssten. Welche Art Socken wohlgefällig und erlaubt und welche Art Socken das Bestreichen ungültig machten. Ziel dieser Überlegungen ist es, den für das Gebet bedingenden Zustand einer rituellen Reinheit zu erzielen. Ist man nicht im Zustand der rituellen Reinheit im Gebet, verliert dieses seine Gültigkeit, wird vor Gott nach der fundamentalistischen Auslegung nicht anerkannt: Man hat demnach umsonst gebetet. Einige Beispiele:

Muhamed Ciftci, ein problematischer Prediger aus Braunschweig, relativ kurz über Befristung bestrichener Socken:

 

Der Herr Dabbagh, problematischer Prediger aus Leipzig, wie häufig relativ knapp und präzise. Er Weiterlesen

Rechenschaft vor den Kuffar

Vierter Tag der Verhandlung gegen Aria L. vor dem OLG Frankfurt am 17.05.2016

Teil 1: https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/03/schoene-landschaft-mit-viel-blut/
Teil 2: https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/04/ausser-kontrolle/
Teil 3: https://vunv1863.wordpress.com/2016/05/11/mucke-muckis-und-moschee/

 

Zur Verlesung kommen weitere Auszüge aus der Telekommunikationsüberwachung (TKÜ). Aria L. telefoniert viel und lange zu nächtlicher Stunde. Viel mit Hayat L., die er nach der Rückkehr kennen lernte. Ihr erzählte er auch von der Zeit vor der Ausreise.

Zeitweise bestand bei L. wohl der Plan, gemeinsam mit einem Kumpanen nach Marokko zu gehen, dort einen Laden zu eröffnen. Der Vater werde alles vorbereiten und organisieren. Er sei für das Leben hier nicht geeignet, meint er. Der Plan zerschlägt sich dann.

Es wird im Verlauf deutlich, dass L. viele marokkanische Freunde aus Nador hat. Er sei von den älteren Marokkanern der Moschee, in der er verkehrte, häufig eingeladen worden. Gegessen habe er bei ihnen, aber auch den Kindern Nachhilfe in Mathematik erteilt. Auch Glaube sei ein Thema gewesen. Viel Dawa habe er aber auch mit R. gemacht, habe viel mit den Brüdern von Lies unternommen. [gemeint ist wohl Tunay R. aus Dietzenbach; es wird nicht ganz klar, in welchem Zeitraum das erfolgte, SHM]

Er habe auch viele Vorträge gesehen auf seinem Tablet. Das sei jetzt noch in Syrien, das habe er vergessen. Es seien sehr viele Videos darauf. L. empfiehlt anderen die Vorträge von Abul Baraa und Marcel Krass. Letzterer halte jetzt „undercover“ Vorträge. Gemeint ist wohl die Wohnungsdawa wie sie auch Vogel durchführt, oder die „Seminare“, die er offiziell seinem „Dex-Institut“ zuordnet.

Von der Mekka-Reise im Dezember 2013 kehrt L. in einem desolaten psychischen Zustand zurück. Er Weiterlesen

Der böse Blick

Glaube und Aberglaube sind nicht selten nah beieinander. Beliebt unter islamistischen Predigern ist die Befassung mit dem „bösen Blick“.  Ein Synonym ist das „böse Auge“. Da sich viele Personen damit beschäftigen, es nur um glauben, anmuten oder wähnen geht, gehen Diagnose und Therapie unter den einschlägigen Spezialisten naturgemäß auseinander. Nichts davon ist natürlich dem Beweis zugänglich. Das böse Auge ist kein medizinisches Problem, sondern ein – freundlich formuliert – psychologisches. Um so interessanter ist es, diese verschiedenen Sichten zu betrachten.

Eine kleine Synopse beliebter Ratgeber aus der Szene:

Abu Abdullah (Brahim Belkaid) hält den bösen Blick für überaus weit verbreitet. Aber nicht nur der der Menschen. Nein, auch der Jinns…
Das sei die Haupt-Todesursache in der Ummah*. In einer Sekunde könne einen das zu Tode bringen – aber auch langes Siechtum hervorrufen.

[Jenseits des Lustigen werden in dem Video auch psychische Störungen fehlgedeutet, was zur Nichtbehandlung durch den Psychiater oder Psychologen führen kann.]

Der Herr Muhammad al Arifi, das ist der mit dem Persilschein für Selbstmordattentäter, wenn sie im Land Weiterlesen

Alle Wege führen nach Hagen?

Wuppertal und Hagen sind Hochburgen salafistischer Umtriebe, wovon hier schon einige Male die Rede war:

https://vunv1863.wordpress.com/?s=sven+lau

https://vunv1863.wordpress.com/?s=hagen

Im Hagener Lokal „Magrib Grill“ waren diverse Personen der Szene gesichtet worden: Abou Nagie, Sven Lau, Marcel Krass, Bilal Gümüs, erkennbar schon anhand der Werbefotos des Lokals:

https://www.facebook.com/Magrib-grill-919880481402281/timeline/

 

Vor einigen Tagen war nun Abul Baraa in Hagen. Baraa macht ebenfalls deutschlandweite Tourneen durch extremistische Moscheen und Kulturvereine und sucht dabei immer wieder die gleichen Stationen, meist im süddeutschen Raum, auf. Baraa ist auch schon häufiger Thema gewesen:

https://vunv1863.wordpress.com/category/abul-baraa/

Besonders gerne kehrt er in München in der Schöttlstr. 5 ein, wie zuletzt im September.

Nun also in Hagen:

 

 

Herr Baraa zählt zu den Personen, die hinsichtlich der Einordnung der „Kuffar“, der „Ungläubigen“ wenig Blätter vor den Mund nimmt. Man kann ihm ein gewisses Radikalisierungspotenzial nicht absprechen. Die gesellschaftliche Spaltung wird von ihm – er erscheint als ein gefährlicher Demagoge – massiv befördert. Trotz des gewinnenden Lächelns, dass er immer aufsetzt. Dieses Lächeln täuscht jedoch nicht über die bösen Worte hinweg die er gebraucht. Dabei sieht er sich völlig im Recht, diese abschätzigen Worte sind nicht von Bedauern oder gar Reue begleitet. Er sieht sich als Allahs Stattwalter auf Erden und er setzt die letztgültigen Worte nur um. Er führt nur Befehle aus. Er stand länger in engem Kontakt zu Dennis Cuspert alias „Deso Dogg“, Reda Sayam, einem bekannten Terrorismusunterstützer, beide gegenwärtig in Syrien, und auch Hassan Dabbagh, gegenwärtig Leipzig.

In Hagen scheinen beste Bedingungen für die Klientel zu herrschen, denn sonst würde es sich bei überschaubarer Einwohnerzahl nicht derart häufen mit den prominenten Protagonisten.

Der Staatsschutz der Polizei hat die Facebook-Postings des Magrib-Grills registriert. Die Behörde bleibt aber dabei: Es gebe keine aktive Salafisten-Szene in Hagen. Gleichwohl beobachte man nun genau, ob die mehrfache Präsenz der salafistischen Größen in Hagen Auswirkungen auf die Gemeinden habe.“

Imbiss contra Bloggerin – „Sind kein Salafisten-Treff“ | Westfalenpost.de – Lesen Sie mehr auf:
http://www.derwesten.de/wp/staedte/hagen/imbiss-contra-bloggerin-sind-kein-salafisten-treff-id10865046.html#plx1135204377

Das sehe ich nach wie vor anders.

Die Hagener sollten einmal den Stadtrat dazu befragen.

Münchner Kindl

Hinsichtlich der islamistischen Aktivitäten gibt es Schwerpunkte, in denen die Szene jenseits der legalistischen Gruppierungen besonders aktiv ist. Eine der Städte, in der sich die Lage in den letzten Monaten verschlechtert hat, ist auch München. Vor Jahr und Tag wurde ein kleiner LIES-Stand wohl von bosnischen oder albanischen Frauen betrieben. Trotz der LIES!-GmbH im Hintergrund dürfte dieser Stand vom Radikalisierungspotential unterdurchschnittlich gewesen sein. Seit zwei Jahren haben jedoch die jungen Männer übernommen:

Noch aufgenommen von Sabri Ben Abda nebenbei.

Und hier der aktuelle LIES-Stand München vom 10.05.2015:

Lies München 150510

Quelle: fb-Seite „Die wahre Religion“

Man kann erahnen: Da sind auch Konvertiten dabei. Die jungen Muslime werden auch in manchen Moscheen angeworben, die Konvertiten eher in peer groups und auf der Strasse. Nicht zu vergessen das Internet.

Ob Muslim oder Konvertit, ob mit oder ohne Migrationshintergrund: Das sind Münchner Kinder und Jugendliche. Nicht auf dem Bild, aber auch nicht zu vernachlässigen: beiderlei Geschlechts.

Das ist oben natürlich nur das, was man sieht. Vieles andere sieht man nicht auf der Strasse. Das findet im Hinterhof oder in der Wohnung statt. In München auch in zwei Moscheen (womit München eine unterdurchschnittliche Zahl Problem-Moscheen hätte, wenn es denn stimmt).

Diese Veränderung ist nicht nur durch die Anleitung von Herrn Abou-Nagie zustandegekommen. Es zeigen sich jetzt auch die Folgen jahrelanger, nahezu ungestörter Betätigung anderer Akteure.

Zum Beispiel Abul Baraa. Abul Baraa ist seit etlichen Jahren in der Berliner As Sahaba Moschee aktiv. Dort verkehrten auch Hassan Dabbagh, Reda Seyam und Dennis Cuspert alias Deso Dogg oder seit einiger Zeit umbenannt in „Abu Talha al almani“. Neuer Beruf: International gesuchter Top-Terrorist. Abul Baraa machte und macht regelmäßige Bayern-Tourneen. Ein paar Beispiel-Videos für seine Haltungen:

So war der Herr Baraa 2010 drauf, der Islam wird angegriffen (Westergaard-Preis)

Und so 2011: Muslime verteidigen sich nur gegen Angriffe

Die Auswanderung ist Pflicht (2012)*:

http://www.myvideo.de/watch/8536225/Ist_die_Auswanderung_Hidschra_Pflicht_Ahmad_Abul_Baraa

Keine Freundschaft zu Ungläubigen (2013):

Ungläubige trauern nicht für Muslime etc.  (2014):

In München geht der Herr Baraa seit Jahren immer wieder u.a. in die Gemeinde in der Schöttlstr. 5.

Vor 10 Wochen gab es einen Bericht über Baraas Aktivitäten in Bayern. Dass der BR nun darüber berichtet, ist ja schön, aber auch der BR wurde schon vor Jahren auf diese Tourneen aufmerksam gemacht:

http://www.br.de/nachrichten/oberpfalz/inhalt/radikaler-salafist-tourt-durch-oberpfalz-100.html

Daraus:

„Laut Bayerischem Verfassungsschutz leben rund 550 Salafisten in Bayern, davon 200 in München. Die Szene gilt dementsprechend als sehr groß. Vieles spricht dafür, dass einige aus München nach Syrien ausgereist sind oder eine solche Reise planen. Insgesamt betrifft das bayernweit 40 Salafisten. […]

Es ist vor allem ein Jugend-Phänomen, das bisher unterschätzt wurde. […]“

Jugend-Phänomen, das klingt eigentlich ganz nett. So wie unerfahren einen über den Durst trinken. Auch wenn das von einigen so eingeordnet wird: Nein, so „nett“ ist das m.M.n. nicht. Nicht alles, was *auch* Jugendliche betreiben, ist ein Jugendphänomen. Die Art, wie das ausgelebt wird, ist bei Jugendlichen vielleicht verschieden und auch die Art der Anwerbung mag anders ablaufen beim Teen. Das mag aktuell auch bei Jugendlichen gehäuft vorkommen. Aber man muss es auch sehen wie eine Sekte UND wie eine politische Strömung. Die Begriffe „Jugend-Phänomen“, „Pop-Kultur“ sind n.m.M. in der Mehrheitsgesellschaft mit den falschen Assoziationen und Konnotationen verknüpft. Das wird dem Phänomen nicht gerecht. Das beruhigt eher zu stark, sorgt für weitere Unterschätzung.

Auch der BR,vom letzten September:

http://www.br.de/nachrichten/oberbayern/inhalt/salafismus-muenchen-100.html

Der letzte BR-Bericht vom März hatte offenkundig keine Folgen für den Verein, von Einsicht ganz zu schweigen. Im April war der Herr Baraa denn auch fröhlich wieder vor Ort:

http://heyevent.de/event/rftwurwz3wvaaa/eilmeldung-abulbaraa-kommt-am-24042015

Und die nächste Tour steht an:

„Deutschlandtour im Süden:

Am Freitag den 12.6.15 um 20 Uhr in Regensburg

Am Samstag den 13.6.15 um 15 Uhr in Schwandorf

Am Samstag den 13.6.15 um 20 Uhr in München“

Quelle: http://as-sirat.de/

Der Herr Baraa geht also wieder Menschen fischen in 10 Tagen.

 

 

* Man muss sich wundern, dass der Herr Baraa noch hier ist.

Luft(nummern)hoheit

Kaum ein Bereich ist so privat, so individuell und so persönlich beglückend wie der Bereich der Sexualität. Eine Person, die sich in diesen privatesten Bereich hineinreden lässt, ist auch in sehr vielen weiteren Belangen beeinflussbar. Sie lässt sich schmackhaftes und zuträgliches Essen verbieten. Sie lässt ihren Schlaf stören. Sie beugt sich Gruppennormen, die nicht einleuchtend sind, weil sie Ritualcharakter haben. Im Grunde ist dies eine Art Lackmus-Test: Wer seine elementaren Bedürfnisse beherrschen lässt, ist auch sonst ein guter Untertan. Das muss für das Subjekt und die Gesellschaft nicht schädlich sein (sofern man eine freie Gesellschaft als erstrebenswert erachtet), wenn Platz für die Abweichung bleibt, wenn die Abweichung nicht durch Gruppendruck verhindert wird. Wenn also der mit dem anderen Essen, der mit der anderen Sexualität oder der mit anderen Gewohnheiten nicht stigmatisiert und reglementiert wird, so lange er keinen anderen stört. Das ist bei Gruppen mit religiösen Ansätzen jedoch oft nicht der Fall.

Insofern versuchen alle, die Macht über Religion zu gewinnen trachten, auch und zu allererst den Weg über die Sexualität. Natürlich existieren daneben noch vielerlei Volksmythen, die in dieses Machtspiel eingebunden werden. Kaum zu überbieten in gleichzeitigem Machtanspruch und abergläubischem Unsinn ist ein türkischer TV-Imam, der für Masturbation schwangere Hände im Jenseits herbeiwähnt:

http://www.deutsch-tuerkische-nachrichten.de/2015/05/512660/hobby-imam-masturbation-fuehrt-zur-schwangerschaft-der-hand/

Sicher kann man darüber belustigt sein. Auch bietet diese Einlassung reichlich Raum für spannende Fragen. Zentral ist jedoch, dass dieser Herr versucht, anderen durch Angsterzeugung in ihren privatesten Bereich hineinzureden und so Macht über sie auszuüben. Noch unter der Decke nachzuschnüffeln, hat etwas Totalitäres.

Totalitäre Systeme haben die Tendenz, selbst privateste Lebensbereiche zu durchdringen. Dem Individuum soll keine Rückzugsmöglichkeit gegeben werden, kein Moment der Privatheit, der auch immer ein Moment der Individualität ist. Individualität, Privatheit sind gefährlich, weil da selbstständig gedacht und gewollt werden könnte, nicht mehr das, was befohlen wird. Wer sich seiner Individualität berauben lässt, ist Marionette, ist perfekter Untertan. Aus dem Menschen wird ein Zahnrad.

Der Frankfurter Abdellatif Rouali widmet sich denn auch dem Thema Selbstbefriedigung in ausschweifender Länge und Ausführlichkeit. Zwei Stunden, in denen er u.a. darauf abstellt, dass man jungen Leuten keinen Freiraum geben sollte, um diesen „schlechten Gewohnheiten“ nachzugehen.

Onanie-Polizei a la Sheikh Abdellatif.

Er weckt erhebliche Ängste vor Masturbation, schwadroniert über Impotenz, Schwäche, mentalen Abbau, Verlust der Jungfräulichkeit und trockene Haut (!).

Der Prediger Abul Baraa fasst das kürzer zusammen, er kommt mit etwa fünf Minuten aus. Auch er bezeichnet Selbstbefriedigung als verboten:

Zum Ausgleich hält er Sex mit Sklavinnen für legitim.
Ansonsten empfiehlt er Fasten gegen die Gelüste.
Auch in die Beziehung zueinander spielt das hinein:

Ehepaare (andere gibt es erlaubterweise nicht) sollen ihre sexuellen Betätigungen zur Zufriedenheit von Gott ausüben. Das hat schon etwas viktorianisches.

Gott ist also immer mit dabei. Man ist mit einer Frau niemals alleine, nicht mal mit sich selber. Es soll ein ständiges Gefühl der Beobachtung erzeugt werden, das von authentischen Empfindungen entfremdet: Ist diese Freude, dieser Kontakt gottgefällig? Darf ich das wollen, darf ich das machen? Das Belohnungszentrum, eigentlich Ort authentischer Empfindung, soll ausgebootet werden. Die direkte Belohnung, nämlich die über die (evolviert) freudemachende Betätigung, wird verwehrt und ins Jenseits verlagert. Das ist der Ort der Belohnung. Imaginär zwar, aber dafür überbordend in der Fülle der Verheißung. Die Prediger wissen denn auch, wie man dahin gelangt: Durch Gehorsam Gott gegenüber, der doch nur Gehorsamkeit ihnen gegenüber ist. Wie „gut“ also, dass es diese und viele andere Prediger gibt, die ganz genau zu wissen vorgeben, was Gott von den Menschen will. Die bei den Menschen Angst und Unsicherheit erzeugen und diese dann für sich zu nutzen wissen. Das ist der Geist, der aus Menschen Untertanen macht und aus Untertanen im Zweifelsfall gute Soldaten: Nicht fragen, nichts selbst entscheiden, sondern gehorchen. Sogar, wenn es um die Luftnummer geht.

Best of Sonnenfinsternis

Natürliche Erscheinungen stürzten Menschen, die noch tief im antiken oder bestenfalls mittelalterlichen Denken verhaftet waren, in heillose Verwirrung und Angst. Narzisstisch und egozentrisch wurde aber das Ereignis nicht nur wahr- und hingenommen, sondern auch in Beziehung zu sich selbst gesetzt. Mein Nabel ist der der Welt! Das muss doch was zu bedeuten haben! Da will mir doch eine höhere Macht etwas sagen! Wegen mir Max Mustermann wackelt die Erde, wegen mir Lisa Mustermann verdunkelt sich die Sonne.

In moderner Zeit kennt man die astronomischen oder tektonischen Gründe und die allermeisten Menschen sind auch herabgestiegen von dem peinlich infantilen subjektiven Olymp, dass sich alles in dieser Welt nur wegen ihnen ereignet. Manche wollen da jedoch nicht herunter. Man ist der Meinung, Dinge mit physikalischer Ursache, die lange vor dem Erscheinen von uns Menschen genauso und genau so passierten, seien göttliche Fingerzeige. Das geht sogar mit dem Handy in der Hand und der heutigen Möglichkeit, eine Astronomie-App zu nutzen. Sie reden sich und ihren Anhängern ein, dass dies Zeichen ihres Gottes sind. Das ist bei Sonnenfinsternissen gute Tradition, aber auch bei Kometenvorbeiflügen, Erdbeben und Vulkanausbrüchen vorzufinden. Verwirrung über die Natur führt zu der menschlichen Neigung, besondere Ereignisse in Verbindung zu bringen, also aus einer reinen Korrelation eine Kausalität anzunehmen. Nachdem vor Jahren ein schiitischer Geistlicher die Welt erheiterte, indem er Erdbeben durch unzureichend bekleidete oder wippende Frauenrundungen verursacht sah, war dieses Jahr wieder das Sonnenfinsternis-Munkeln angesagt.

Bei den islamistischen Predigern herrscht aber durchaus Dissens, was das denn nun wirklich bedeute. Eine kleine Auswahl:

Abul Baraa: Warnung an die Kuffar, Allah macht dies, um Furcht zu erzeugen:

 

[Und nebenbei hetzt der Herr wie fast immer gegen die Ungläubigen: Wenn etwas Gutes an dem Menschen ist, dann leitet Allah ihn recht, meint er. Ergo ist der Nichtgläubige ein bis ins Mark schlechter und verdorbener Mensch. Belustigend die doppelte Buchführung des Herrn Baraa: Es hat physikalische Ursachen, ABER…]

Muhamed Ciftci hingegen sah in der Sonnenfinsternis ein Vorzeichen für den Absturz der Germanwings-Maschine. Nach dem Absturz natürlich:

 

Der Herr Lau bleibt vager:

Pierre Vogel vertritt eine Mindermeinung: Sonnen- oder Mondfinsternisse haben mit dem Leben oder Tod von Personen nichts zu tun (das Video wurde leider entfernt):

 

Für Hassan Dabbagh sind diese Ereignisse auch Zeichen Gottes. Aber bei ihm richtet sich das an die eigene Belegschaft: Der letzte Tag ist nah und man müsse Gott fürchten:

Bei diesen unterschiedlichen Deutungen bleiben im Grunde nur wenige Gemeinsamkeiten: Das Zeichen Gottes und die Furcht. Am besten von allen, denn dann ist man auf der sicheren Seite. Gegen die nun geweckte Furcht müssen natürlich auch eine Reihe ritueller Abwehrhandlungen vollzogen werden, um die Angst wieder loszuwerden. Man gibt sich also alle Mühe, das natürliche Ereignis für seine Zwecke zu nutzen. Angst ist ein schlechter Ratgeber, wie gut, dass man diese Prediger hat, die den Schäfchen ganz genau sagen, was sie zu denken haben und was sie zu machen haben gegen die von ihnen geweckte Furcht. Bei der Angst kann man Menschen damals wie heute packen. Deswegen ist sie bei Menschenmanipulatoren so überaus beliebt.

All dies also im 21. Jahrhundert und in Deutschland. Eigentlich fehlt da nur noch ein Experte:

Quelle: youtube

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