Die zweite Reihe

Über Personen hinter Tarik ibn Ali

Vor etwa einem Jahr erhielt ich über Facebook eine Nachricht eines mir unbekannten Herrn aus Tanger. Er beschwerte sich sehr über meine Artikel zu dem international bekannten Prediger Tarik Chadlioui alias Tarik ibn Ali (TiA) und bezeichnete ihn als einen „moderate preacher“. Seiner Ansicht nach verbreitete ich nicht nur Unwahres mit meinen „poisonous posts“, sondern würde auch Hass säen. Im weiteren Chat – ich beschloss, mit ihm zu kommunizieren – stellte sich heraus, dass es sich bei dem Herrn um den Übersetzer von TiA handelte, der wohl seinen Namen gegoogelt hatte und so die Beiträge auf diesem blog fand. Nach eigener Angabe ist er Englischlehrer am „Lycée Ibn el khatib“ in Tanger und studiert an der “ Université mohamed 1er oujda“.

ibn Ali wurde letzte Woche in Birmingham festgenommen

https://vunv1863.wordpress.com/2017/06/28/tarik-ibn-ali-in-birmingham-festgenommen/

Der „moderate Prediger“ steht also im konkretisierten Verdacht, auf Mallorca eine Terror-Zelle ins Leben gerufen zu haben. Nun könnte man meinen, dass sich der Übersetzer, wenn er doch „moderat“ als positives Merkmal heraushebt, von derlei Betätigungen distanziert. Darauf wartet man allerdings vergeblich, denn nun wird öffentlich umgedeutet. Die Festnahme sei wegen der breiten medialen Beachtung „dawa for free“:

und Weiterlesen

Advertisements

Sandwiches aus Molenbeek

Der Trick, eine Art von Geschäften offiziell laufen zu lassen und andere, weniger bekömmliche, nebenbei, ist nicht ganz neu. Auch bei den Herren Salafisten und auch in Frankfurt war das z.B. beim Mekka-Shop bekannt geworden. Abdellatif Rouali, der Betreiber, ist marokkanischstämmig und war Kopf des verboteten Netzwerkes Dawaffm. Nach außen hin ein Kleider- und Kramladen, in der Hinterstube dann die logistische Zentrale von Koranverteilungen und anderen Betätigungen (z.B. Geld-Sammmlungen für Syrien). Roualis eigenes Geschäft besteht nicht mehr. Der Laden seiner Tochter in der Lange Straße in Frankfurt erscheint unauffällig. Nach der Schließung der Moschee in der Albusstraße fällt auch diese als Treffpunkt in der Innenstadt weg. Ein weiterer Szene-Treff, das Grillhaus in der Schwalbacher Straße in Frankfurt, fiel bei einer Festnahme eines Beschuldigten auf:

http://www.bild.de/regional/frankfurt/polizei/kommando-nimmt-islamist-fest-43418598.bild.html

Man stellte schwere Hygiene-Mängel  fest, die zu weiteren Folgen führten.

Treffpunkte gibt es natürlich trotzdem. Als ein möglicher neuer Szene-Treff stellt sich das „Le Summum“ in der Rotlintstraße 3 dar. Es wird auf Muslim Mainstream, einem Nachrichtenportal von fundamentalistischen Muslimen, beworben. Recht neu ist es doch schon Ziel behördlicher Aufmerksamkeit geworden, wie auf der Seite von Muslim Mainstream dargestellt wird:

Gastronomie Kontrolle oder Razzia ?

Eine ganz normale Gastronomie Kontrolle läuft so ab, dass ein Mitarbeiter vom Gesundheitsamt und zwei Beamte von Ordnungsamt anwesend sind, um die Gesundheits Kontrolle durchzuführen.

Aber am Dienstag, den 05.01.2016, gegen Abend, wurde bei dem seit einer Woche neueröffneten Fast Food Restaurant „Le Summum“ in Frankfurt am Main die Gesundheits Kontrolle ganz anders durchgeführt.

Die Kontrolle verlief wie folgt.Kurz vor 19:00 Uhr treffen fünf Polizeiautos mit ca. 20 bis 25 Polizisten in die Rotlintstrasse ein.
Drei Polizisten klettern über den kleinen Zaun, um die Rückseite des Restaurants zu sichern. Dabei verhalten sie sich sehr grob und beschädigen den Zaun.Die anderen Beamten, die natürlich voll ausgerüstet waren, mit allem drum und dran, stürmen das Restaurant „Le Summum – Halal Sandwicherie“ ein. Um diese Uhrzeit war sehr viel Kundschaft im „Le Summum“, Vollbetrieb.Die Türen wurden von innen von den Beamten verriegelt, so dass niemand raus kann.

Mit dieser Aktion wurde die Kundschaft verschreckt.
Auch die Kunden mussten ihre Daten geben und erst nach ca. 40 Minütigen Durchsuchung und Personalkontrolle durfte man das Restaurant verlassen. Es wurden kleine Mängel festgestellt, was man aber in Hand umdrehen sofort korriegieren konnte, nichts weltbewegendes. Die Mitarbeiter hatten ihre Gesundheitszeugnisse nicht zu Vorlage da, sondern zu hause. Somit haben die Beamten sich einen Grund gesucht und gefunden, um das Restaurant für den Tag zu schliessen.

Nach dieser ganzen Aktion, hieß es, dass es eine ganz normale Gastronomie Kontrolle war.

Empfohlen wird das Lokal auch von einem Asadullah Allahadin Aslani:

 

Er ist verantwortlich für „Asadullah TV“. Die Aktivitäten des Herrn „Aslani“ (bzw. Aksoy) wie United Network Cells sind dem salafistischen Spektrum zuzuordnen wie auch die von Muslim Mainstream.

Die Sandwich-Kleinkette scheint marokkanisch geführt*, was nicht das Problem ist. Sogar der Name könnte – muss aber nicht – einen Bezug haben. Das Problem sind die, die das empfehlen und die das in Zusammenhänge stellen. Es soll wenige weitere Läden der kleinen Kette in Frankreich und Belgien geben, alles sei „familiengeführt“. Bei dieser Art der Expansion stellt sich die Frage, ob das rein ökonomisch bedingt ist. Ketten wachsen üblicherweise erst lokal, bevor sie Ländergrenzen überwinden. Läuft dies nicht nach diesem ökonomisch begründeten Wachstumsschema ab, steht eine Verknüpfung über andere, Zusatzaspekte im Raum. Das kann harmlos familiär bedingt sein. Es kann aber auch sein, dass man „Familie“ sehr, sehr weit fasst und eher die ideologische Familie meint.

Die salafistische Szene in einigen Städten ist marokkanisch dominiert. Die Vernetzung der marokkanischen salafistischen Szene im Rhein-Main-Gebiet mit der belgischen, französischen und noch der einiger anderer Länder wird seit Jahren über den salafistischen Wanderprediger Tarik ibn Ali, der erhebliche Summen für den bewaffneten Kampf einsammelt, geleistet.

Die Filiale des „Le summum“ ist in Belgien nicht irgendwo. Sie ist in Molenbeek:

http://www.shopinbrussels.be/FR/16012216-LeSummum.html

Molenbeek ist ein Stadtteil von Brüssel. Dort ist die Dichte an Salafisten auf die Bevölkerung gerechnet, bezogen auf die Personen, die tatsächlich in den Jihad zogen, besonders hoch. Dort fanden auch erhebliche Polizeimaßnahmen nach den Pariser Anschlägen letzten November statt.

Trotz der Angabe, die Kette stamme aus Frankreich, finden sich dort wenig Hinweise. Das befremdet zusätzlich (für anderslautende Hinweise bin ich dankbar).

Zunächst erscheint das nach dem was auf die ersten Blicke erkennbar ist, als eine weitere Verknüpfung nach Belgien, nach Molenbeek. Man wird sehen, ob es dort nur Sandwiches geben wird oder mehr.

 

* Eine Erstbewertung fand schon über das größere Maroczone-Portal statt, eine Kommunikationsplattform für marokkanischstämmige Mitbürger:

Halalfood im Test: „Le Summum“ in Frankfurt

Nachtrag:
In Dijon scheint es noch ein Lokal zu geben: