Bonn: international im Hinterzimmer

Über Doppelstrategien an einer Bonner Groß-Moschee

Nächstes Wochenende soll es in Bonn eine Veranstaltung geben, bei der es zumindest nach Ankündigung um eine „intensive Schulung zur Biographie des Propheten“ gehen soll. Die Schulung soll in der Al Mujahirin-Moschee stattfinden. Der Zugang ist begrenzt, man bittet um Anmeldung.

 

Eine solche Bitte um Voranmeldung erstaunt jedoch den ortskundigen, aber sonst eher uninformierten Rezipienten:

Quelle: fb-Account der Einrichtung, Abruf 07.04.2018

Vorher wissen, wer kommt – das ist schon mal in einer Einrichtung dann gut, wenn es nicht nur um ein wenig fromme Besinnung mit historischen Bezügen gehen soll. Das Aufbieten von gleich drei Referenten ergibt durchaus einen Sinn, sofern neben Frömmigkeit auch anderes interessiert. Ibrahim El Zayat ist als Multifunktionär der Muslimbruderschaft seit vielen Jahren bekannt. Er ist u.a. ehemaliger IGD-Vorsitzender (Beiträge in reicher Auswahl zu ihm auf diesem blog). Er hatte viel mit Bauprojekten zu tun und gilt als Person, die Zugang zu Geldern aus dem Ausland verschaffen kann. Der Herr Amer wiederum ist seit einigen Jahren Vorsitzender das „Rats der Imame und Gelehrten Deutschlands“ (RIG oder RIGD), einer Organisation, die ebenfalls der Muslimbruderschaft zugerechnet wird und in Hessen unter Beobachtung steht.

Doch wo trifft man sich nun? Ein Blick in die Vergangenheit.

2006 gab es in Bonn erhebliche Bedenken, als dieser Verein ein Großprojekt plante. Eine Einrichtung Weiterlesen

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Muslimschwester-Strukturen I

Über einige Strukturbildungen der Muslimbruderschaft mit Frauenverbänden

Die islamische Geschlechtertrennung bedingt, dass manche Strukturbildung im islamistischen Bereich, die bei Männern beobachtet werden kann, sich auch als weibliches Spiegelbild auffindet. Es handelt sich, das muss klar dazu gesagt werden allerdings nicht um Bei- und Sonderentwicklungen, getrennte, gesonderte Interessenvertretungen, wie man sie bei Parteien und anderen demokratischen Strukturen vorfindet. Vielmehr handelt es sich um Strukturen, der Frauen so ausschließlich zugeordnet sind wie die Männerstrukturen den Männern. Der Zugang zu Entscheidergremien ist ihnen allermeist völlig versperrt und so sind die Orte, an denen die Entscheidungen getroffen werden, meist reine Männerveranstaltungen. In manchen Gremien, die mit der Mehrheitsgesellschaft Umgang haben, werden sparsam Frauen hineingesetzt; das ist aber meist eher Dekoration. Gemeinsam bestrittene Wahlen, in denen Männer und Frauen sich Männern und Frauen in demokratischen Verfahren stellen; finden sich dort ebenfalls eher nicht. Das ist mehr autoritär, wird von oben bestimmt und die Quotenfrau im Vorstand ist oft eine Multiquotenfrau, d.h. ein weiblicher Multifunktionär, der überall mal hier, mal dort für mehrheitsgesellschaftstaugliche Bilder zu sorgen scheint: Seht an, eine Frau!

Eine solche Aufteilung gibt es bei vielen Strömungen, von den Ahmadiyya bis hin zu den Salafisten. Während bei den Salafistinnen die Frauen eher im Verborgenen wirken (jenseits von z.B.  Nora Illi vielleicht), hat man bei den Legalisten durchaus erkannt, dass Frauen in der Öffentlichkeitsarbeit nützlich sein können. Denn das Vorurteil, dass Frauen weniger fanatisch und weniger problematisch seien als Männer, ist ein echter, da nutzbarer Vorteil.

Die Strukturen der Muslimbruderschaft waren in der männlichen Ausprägung schon vielfach Thema auf diesem blog. Deswegen seien hier einmal die weiblichen Parallel-Strukturen aufgegriffen. Manche Strukturen wie Bildungseinrichtungen werden zwar auch von Frauen genutzt. Es ist jedoch nur eine Frage der Zeit, bis aus gesonderten Kursen gänzlich eigene Einrichtungen werden. Angebote speziell für Frauen gibt es, wenn auch nicht immer so augenfällig wie hier:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/02/27/kostenpflichtige-demuetigung/

Das „European Forum of Muslim Women“ (EFOMW) ist so ein Gremium. Hier im Jahr 2014:

http://www.efomw.eu/

Dieses Treffen fand in Istanbul statt, eine wichtige Person aus dem Männerbereich hatte einen Weiterlesen

IGD: Tabula rasa im Internet

IGD verändert Namen

Die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland“ (IGD) wird nach Angaben des EPD ihren Namen ändern, meldet das Portal IslamiQ. Danach habe Ibrahim El Zayat, der gegenwärtig im Aufsichtsrat sitze. aktuell in Frankfurt verkündet, man wolle mit der Namensänderung seine Verbundenheit zu Deutschland stärker zeigen. Zugleich wird auf die Kontinuität der Ziele und Vorgaben verwiesen:

Mit der Namensänderung ginge allerdings keine inhaltliche Veränderung ihrer Agenda einher.

http://www.islamiq.de/2017/11/08/islamische-gemeinschaft-in-deutschland-aendert-ihren-namen/

Als neuen Namen habe man „Deutsche muslimische Gemeinschaft“ (abgekürzt wohl DMG) gewählt.

Dies ist der nunmehr dritte Namenswechsel der Gemeinschaft. Als Moscheebau-Kommission 1960 in München gegründet, änderte der Verein seinen Namen zunächst in „Islamische Gemeinschaft in Süddeutschland“. Später wechselte man dann auf den Namen, der bis vor kurzem noch geführt wurde. Eine kurze Übersicht zu den ersten Gründungsjahren und anfänglichen Einbindungen:

http://www.focus.de/politik/deutschland/islam-es-begann-in-muenchen_aid_215889.html

In den letzten Jahren waren in verschiedenen Verfassungsschutzberichten die Strategien der IGD beschrieben worden. Im aktuellen Verfassungsschutzbericht des Landes Bayern heißt es unter der Überschrift „Die Muslimbruderschaft (MB) und ihr Einfluß inDeutschlamd“, S 40 f.:

Das Wesentliche der verfassungsfeindlichen Ideologie der MB ist in der – für die Organisation bis heute maßgeblichen – Schrift „Allgemeine Ordnung der Muslimbruderschaft“, die auf die Gründergeneration um Hassan al-Banna zurückgeht, festgehalten:
f Islamisierung der Gesellschaft durch Da’wa-Aktivitäten
(deutsch: Missionierung) und soziale Maßnahmen
f Beendigung der „kulturellen Verwestlichung“ (arabisch:
Taghrib)
f Umwandlung des Bildungswesens und der Bildungsinstitutionen
nach islamischen Kriterien
f Errichtung eines islamischen Staates auf der Grundlage
islamischer Prinzipien und Werte
f Anwendung des islamischen Rechts (arabisch: Scharia)

[…]Die MB tritt zwar in Deutschland nicht offen in Erscheinung, wird jedoch durch die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e. V. (IGD) und die FIOE als Teil einer weltweiten „Islamischen Bewegung“ vertreten und ist somit auch in Deutschland aktiv. Nach außen gibt sich die MB offen, tolerant und dialogbereit und strebt eine Zusammenarbeit mit politischen Institutionen und Entscheidungsträgern an, um so Einfluss im öffentlichen Leben zu gewinnen. Ihr Ziel bleibt aber die Errichtung einer auf der Scharia basierenden gesellschaftlichen und politischen Ordnung, wobei die MB für sich die Führungsrolle für alle Muslime beansprucht. Sie steht für eine deutliche Abgrenzung gegenüber den USA, Israel, dem jüdischen Volk und Andersgläubigen. Anhänger der MB bekunden in sozialen Netzwerken zum Teil auch Sympathien für terroristische Organisationen.“

http://www.verfassungsschutz.bayern.de/mam/anlagen/verfassungsschutzbericht_bayern_2016_mai_2017.pdf

Direkt zur IGD. S. 43:

Die IGD ist um eine Verselbstständigung der ihr nachgeordneten Islamischen Zentren bemüht. Damit entstehen Vereinsstrukturen, die nur schwer kontrollierbar sind und die die tatsächliche
Anbindung an die IGD verschleiern. Dieses Vorgehen ermöglicht den neu gegründeten selbstständigen Vereinen, für sich die Gemeinnützigkeit (steuerrechtliche Vorteile) zu beantragen. Die IGD selbst verlor 1999 die Gemeinnützigkeit, eine zunächst gegen diese Entscheidung eingereichte Klage hatte sie später wieder zurückgenommen. Auch eine Klage der IGN gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit für die Jahre 2009 und 2010 blieb erfolglos. Die Klage wurde mit Urteil vom 8. März durch das Finanzgericht Nürnberg zurückgewiesen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.Weiterlesen

Vernebelt: Ein Werbefilm für Taha Sabri

Wie 3sat mit einem Dokumentarfilm einen Gegen-Narrativ zum Verfassungsschutz aufbaut

Die Neuköllner Begegnungsstätte e.V. (NBS) war auf diesem blog schon mehrfach Thema. Die Berliner Einrichtung taucht seit Jahren im Berliner Verfassungsschutzbericht auf und wird allgemein als Einrichtung gesehen, die relevant in das Netzwerk der Muslimbruderschaft eingebunden ist. Die Einbindungen der Einrichtung und die Betätigungen wesentlich verantwortlicher Personen sind eindeutig zuordnungsfähig. Eindeutig ist auch die Doppelstrategie, die verfolgt wird. Will man sich solchen Protagonisten journalistisch nähern, muss man solche Strategien kennen, sonst macht man sich, vielleicht ohne es zu wollen, gemein.

Heute abend wird von 3sat ein Film ausgestrahlt, der unter Zentrierung der Eigenauskünfte der NBS ein sehr einseitiges, mindestens aber tendenziöses Bild dieser Einrichtung und seines Imams entwirft. Der Film wurde von der „Keil Kruska Film UG“ im Auftrag von 3sat/ZDF produziert und angekauft. Verfassungsgegner kommen breit und nicht eingeordnet zu Wort:

https://www.3sat.de/page/?source=%2Ffilm%2Fdokumentarfilm%2F193843%2Findex.html

Auf dieser Seite ist der Beitrag bereits anzusehen. Ab den Minuten 28:45 und ab 36 der Herr Heider.

Der Eigenpropaganda wird breiter Raum gegeben, Vorwürfen hingegen kaum nachgegangen:

Ihm wurden und werden immer noch Verbindungen zu anderen als radikal eingestuften muslimischen Vereinen in Deutschland nachgesagt. Was genau an den Vorwürfen dran ist, bleibt bis heute weitgehend nebulös. Die Berichterstattung erschien uns oft oberflächlich und bestand häufig im Wiederkäuen tendenziöser Vorgängerartikel. Das filmisch miterleben zu können, war erhellend und es war interessant zu sehen, wie hoch der Druck in den Zeiten einer aufgewühlten und unsicheren Gesellschaft und Öffentlichkeit auf die im Fokus des Zweifels stehende Minderheit der Muslime wirkt.

Nein, eigentlich ist da nichts „nebulös“, sofern man ordentlich recherchiert bzw. sich nur ein wenig Mühe gibt, so man sie sich denn geben will.

Da findet sich nämlich einiges bei ordentlicher Recherche.
Es ist aber auch schon hinreichend, wenn man in der Lage ist, den Verfassungsschutzbericht verstehend zu lesen. Wenn man den nicht versteht, hätte man sicher eine erläuternde Stellungnahme der zuständigen Behörde einholen können. Es bleibt offen, ob man das tat.
Nur lesen und verstehen muss man den Bericht schon, bevor man solche Behauptungen in die Welt setzt. Anscheinend haben die filmenden Damen auch nicht zur Kenntnis genommen, dass hinsichtlich der Verleihung des Verdienstordens des Landes Berlin herauskam, dass die Staatskanzlei eben nicht das Votum des Verfassungsschutzes einholte bzw. dieses überging.

Bei Rechtsextremisten wäre eine ähnlich auf Identifikation abzielende Aufbereitung, die sich fast ausschließlich die Sicht der Betroffenen zu Eigen macht, zu Recht undenkbar. Den berechtigten und begründeten Vorhalten wird nicht substanziell nachgegangen. Anscheinend, man kennt sich dem Text zum Film nach seit 2013, wollte man einen Film drehen, der eine muslimische Integrationsfigur nachzeichnet. Man hat sich i.W. die Eigenangaben dieser Person zu Eigen gemacht, anscheinend ohne stärker herausfinden zu wollen, was nun die Realität hinter diesen Vorwürfen ist. Deswegen vielleicht auch der Kniff, den Protagonisten nur bei der Betrachtung der Presse zu zeigen, wohl keine Stellungnahmen derjenigen einzuholen, die diese Vorwürfe begründen könnten. Der besagte Nebel oben blieb wohl mit Absicht, denn man hätte nachfragen können – was man zumindest in meinem Fall – nicht tat. Das anvisierte schöne Bild hätte vielleicht leiden können, was man nicht wollte, kann man vermuten.

Extra für die verantwortlichen Journalistinnen Antje Kruska und Judith Keil und die Redaktion, die wohl ankaufte: Weiterlesen

Bruderschaft ohne Brüder II

Über die Schwierigkeit von Selbstzuschreibungen bei der IGD

Die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e.V. (IGD) war auch hier schon einige Male Thema, z.B. über den seltsamen Umstand, dass es sie als Struktur der Bruderschaft zugleich wohl gibt und nicht zu geben scheint, zumindest was die Eigenbetrachtung angeht:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/08/11/bruderschaft-ohne-brueder/

Das meint das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV), MB = Muslimbruderschaft:

Die MB, die nach eigenen Angaben in mehr als 70 überwiegend muslimischen Ländern in unterschiedlicher Ausprägung vertreten ist, strebt die schrittweise Umgestaltung aller arabischen Staaten in Staaten islamistischer Prägung mit einer an Koran und Sunna orientierten Staatsordnung an. Dies gilt auch für Länder, in denen sunnitische Muslime leben. Dabei setzt die MB auf eine Strategie der Einflussnahme im religiösen, politischen und gesellschaftlichen Bereich.[…] In Deutschland verfügt die MB über 1.040 Anhänger. Die „Islamische Gemeinschaft in Deutschland e. V.“ (IGD) ist dabei mit mehreren Hundert Mitgliedern die zentrale und wichtigste Organisation von Anhängern der MB in Deutschland. Neben ihrem Hauptsitz in Köln unterhält die IGD nach eigenen Angaben „Islamische Zentren“ in München, Nürnberg, Stuttgart, Frankfurt am Main, Marburg, Braunschweig und Münster. Die IGD setzt auf eine an der Ideologie der MB ausgerichtete Strategie der Einflussnahme im politischen und gesellschaftlichen Bereich, um ihren Anhängern Freiräume für eine an Koran und Sunna orientierte Lebensweise zu ermöglichen.

https://www.verfassungsschutz.de/de/arbeitsfelder/af-islamismus-und-islamistischer-terrorismus/zahlen-und-fakten-islamismus/zuf-is-2015-islamistische-organisationen/zuf-is-2015-legalistische-islamisten/muslimbruderschaft-mb-islamische-gemeinschaft-in-deutschland-igd

Auf ihrer Facebook-Seite veröffentlicht die IGD hingegen aktuell, dass man eben nicht der Muslimbruderschaft zuzuordnen sei:

 

Es gibt somit nur einige Personen in der IGD nach Eigendarstellung, die sozusagen vom Geist Al Bannas, des Gründers der Muslimbruderschaft, „inspiriert“ sind.
Nun haben alle das Recht, sich beliebig nach außen hin darzustellen.
Das Bundesamt ist da ganz klar, die IGD vertritt eine andere Sicht, könnte man meinen. Geht man in die sprachlichen Feinheiten – und man sollte da genau sein – betont die IGD jedoch nur, Weiterlesen

Koordinationsrat der Gläubigen

Über eine ganz normale Einladung des ungewöhnlichen Herrn El Zayat

In Schwerte soll in einigen Wochen eine Tagung zum Thema „Wie wissenschaftlich ist die Islamische Theologie?“ stattfinden. Das Programm der zweitägigen Veranstaltung ist hier einsehbar:

http://www.kircheundgesellschaft.de/uploads/tx_events/Flyer_170024.pdf

Daraus der Eigenanspruch:

Die Tagung möchte Befürworter der Islamischen Theologie mit Kritikern zusammenbringen, das Konglomerat von wissenschaftlichen Ansprüchen, religiösen Bedürfnissen und politischen Erwartungen durchleuchten und Zukunftsperspektiven diskutieren.

Und hier ein Referent:

Islamische Theologie aus Sicht des Koordinationsrates der Muslime in Deutschland

Ibrahim el-Zayat, KRM, Köln

Man kann sich schon einmal wundern, welche Aktiven vom Koordinationsrat der Muslime (KRM) benannt werden, wenn es um islamische Theologie geht. Der Herr El Zayat mag einiges sein – ein Theologe ist er jedoch nicht und eine Betrachtung auf wissenschaftlicher Ebene ist von ihm kaum zu erwarten. Es gäbe abseits der Person prinzipiell nichts zu beanstanden, wenn er über den politischen Islam sprechen würde oder über die Muslimbrüder, beides Gebiete, in denen er sich n.m.M. zwar fachfremd aber jahrelang bemüht durchaus Expertise angeeignet hat.

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Ursprüngliche Eigenbeschreibung der MB Bild: http://www.slideshare.net/zooooni/muslim-brotherhood

Wie der KRM jedoch Wissenschaftlichkeit zum Teil definiert, leuchtete an einem Beispiel vor einigen Jahren auf. Mouhanad Khorchide hatte sein Buch „Islam ist Barmherzigkeit“ veröffentlicht. Es ist ein Buch, das für Nichtfachleute geschrieben ist, also keine Schrift, die für die Debatte für Wissenschaftler unter sich dienen soll. Das Buch war ein großer Erfolg. Da Khorchide aber auch einen Lehrstuhl in Münster innehat, betrachtete der KRM die im Buch getätigten Aussagen wohl als Kampfansage um die Deutungshoheit, was der Islam in Deutschland sein solle. Das führte dazu, dass auf jenes Sachbuch ein „Gutachten“ des KRM veröffentlicht wurde:

http://koordinationsrat.de/media/File/gutachten_krm_17122013.pdf

Im Auftrag des Koordinationsrates der Muslime (KRM) zusammengestellt von:

Dr. Mohammad Khallouk, Islamischer Theologe, Arabist und Politologe, Habilitand an der Universität Bundeswehr München

Şeyda Can, Islamische Theologin

Erol Pürlü, Islamischer Theologe und Islamwissenschaftler angehender Doktorand

Mustafa Ayar, angehender Islamwissenschaftler

Die Anforderungen an ein wissenschaftliches Gutachten erfüllt diese Schrift jenseits des Anspruches Weiterlesen

Marburg: Eine Stadt liebt die Muslimbrüder

Orientbrücke und Islamische Gemeinde Marburg feiern Jubiläum – Marburger Offizielle feiern mit

In Marburg residiert seit vielen Jahren die Islamische Gemeinde Marburg. Jetzt ist das nicht irgendeine islamische Gemeinde, sondern eine islamische Gemeinde, die der Muslimbruderschaft nahe steht. Die größte Organisation der Muslimbruderschaft in Deutschland ist die Islamische Gemeinde in Deutschland (IGD). An der gleichen Adresse ist auch der Verein Orientbrücke e.V. eingetragen. Beide Einrichtungen fanden hier schon Erwähnung:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/10/29/kaderkinder/

Zur Abfolge der Ereignisse rund um diese beiden Einrichtungen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Marburg#Islam

Zur Einordnung der IGD und Muslimbruderschaft äußert sich der hessische Verfassungsschutz eindeutig:

In Deutschland ist die Islamische Gemeinschaft in Deutschland e. V. ( IGD ) die größte Organisation, die die Ideologie der Muslimbruderschaft vertritt. Die IGD versucht, durch soziales und religiöses Engagement sowie durch Dialogangebote Akzeptanz in der Gesellschaft zu finden, letztlich zielt dies aber darauf ab, die Ideologie der Muslimbruderschaft gesellschaftsfähig zu machen.

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/Bericht2012/static/node142.htm

Aus dem Verfassungsschutzbericht des Landes Hessen 2015, S. 109:

Der IGD sind bundesweit verschiedene Moscheegemeinden und sogenannte Islamische Zentren zuzuordnen, die formal von ihr unabhängig sind. In Hessen befanden sich solche Zentren unter anderem in Frankfurt am Main und Marburg (Landkreis Marburg-Biedenkopf).

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/content-downloads/LfV_Bericht-2015final_screen.pdf

Anscheinend liest man jedoch in Marburg diese Berichte nicht. Anders ist dieses hier nicht zu erklären:

igd-mr-feier-1-161126

Screeenshot Plakat 25.11.2016

 

[Und nur am Rande: Boujeema, der auch mitwirkt, arbeitet für das Violence Prevention Network – für VPN arbeiten und Legalisten adeln, das ist inakzeptabel.]

http://ig-marburg.de/fileadmin/INHALT/Startseite/30-jahre-jubilaeum.pdf

Die Einstufungen der Vereine sind also weder neu noch ist das die erste Erwähnung der Marburger Einrichtung bei den Behörden. Weiterlesen