Der Kampf um die Deutungshoheit in der Schule

Die Gruppierung, die hinter dem Internetauftritt „Generation Islam“ steht, zieht aktuell gegen die Bundeszentrale politische Bildung zu Felde.

 

 

 

Dies ist Teil einer Strategie, v.a. muslimische Jugendliche auch in der Schule gegen neutrale Medienberichte, Aufklärungsbroschüren und demokratisches Weltbild geradezu zu immunisieren. Die Jugendlichen sollen schon in ihrer Wahrnehmung dergestalt beeinflusst werden, dass sie für den von „Generation Islam“ propagierten Opferdiskurs anfällig werden. „Denen da“ – gemeint sind Lehrer und allgemein die Gesellschaft – soll buchstäblich kein Wort mehr geglaubt werden. Dieser Ansatz – nicht nur von „Generation Islam“ vertreten – fruchtet leider bei vielen (es ist ein mittlerweile erschreckend verbreitetes Muster bei jungen Muslimen). Es ist eine starke spaltende Tendenz erkennbar, die die Jugendlichen aus der Gesellschaft heraus lösen soll: Wir und die da. Die da sind die Täter, „wir“ reagieren nur oder sind Opfer.

Wohin die Jugendlichen sollen, zeigt in erschreckender Deutlichkeit die Vortragsreihe „Die Notwendigkeit des Kalifats“ der Gruppierung. Im ersten Teil wird wörtlich gesagt: „Die Notwendigkeit des Kalifats, die Notwendigkeit des islamischen Staates“.

 

Der Vortragende, Ibn Yakub, spricht davon, dass „sie auch eine Führung haben wollen“. Er ist schon völlig losgelöst aus der Gesellschaft, sieht klar gegeneinander gerichtete Interessen. Er sieht alle Muslime ausgegrenzt, gibt vor, wie man mit Nicht-Muslimen zu diskutieren habe:

 

 

 

Der Islam ist weltweit im Vormarsch und die jungen Muslime in Deutschland wollen Teil dieser globalen Bewegung sein, bis Allah (t) dem Islam zum Sieg verhilft.

http://generation-islam.de/ueber_uns/

In die politische Sprache übersetzt heißt dies, dass man eine weltweite Agenda hat. Die Agenda, eine Ummah zu formen und ihr zum Sieg zu verhelfen, weltweites Kalifat. Bei diesen ambitionierten Plänen zur Bildung einer Großmacht globalen Einheitsummah stehen vielleicht dennoch nicht nur Andersgläubige und Demokraten im Wege, sondern v.a. auch andere muslimische Gruppierungen. Die wollen ihrerseits nämlich auch an die jungen Muslime ran und diese sollen wiederum ihnen zum gewünschten Endsieg verhelfen. Das ist Stoff für Tragödien, wie wir sie in anderen Ländern aus der Ferne mit ansehen müssen.

Wer solche Pläne verfolgt, braucht – so lange er in der Minderheit ist – den Opferdiskurs, denn sonst würden seine politischen Absichten auch von anderen klarer erkannt und benannt als das, was sie sind: Eine weitere Keimzelle eines globalen Totalitarismus, der sich ein wenig spirituell anhaucht, um den Faschismus in demokratischen und pluralistischen Gesellschaften mit Religionsfreiheit gerade noch so gesellschaftsfähig zu halten. Zumindest so weit, dass man neben der Opferkarte auch die Toleranzkarte spielen kann. Gerade so weit also, um unter dem Schutz des Grundgesetzes irgendwie noch als Religion gelten zu können. Das ist eine knappe Sache, wenn man ein Kalifat möchte, das explizit nicht nur spirituell angelegt ist. Das ist nur deshalb noch knapp, weil viele mit dem Begriff wenig anfangen können und eine andere Gruppierung dieses Kalifat als nur spirituell aktuell noch umdeutet, obwohl sie schon einen (Erb-)Kalifen haben.

Sicher darf man das Kalifat wollen, den Einzelnen kann man nicht daran hindern. Sobald sich da jedoch mehrere zusammenfinden, die dies wollen, fällt das unter verfassungsfeindliche Gruppierung.

Mit welcher Selbstverständlichkeit der totalitäre Führungsanspruch hergeleitet wird, zeigt ein jüngerer Facebook-Eintrag der Gruppierung „Generation Islam“:

„Wenn wir die Talkshows, Zeitungen, Nachrichten und Aussagen von Politikern betrachten, sehen wir wie versucht wird, vehement die #Identität der Muslime zu zerstören; aus lauter Angst, dass die wahrhaftige und damit überlegene Lebensweise die degenerative #Lebensweise des Westens den Rang abläuft. […] „Er ist es, Der Seinen #Gesandten mit der Führung und der wahren Lebensordnung geschickt hat, auf daß Er sie über alle Lebensordnungen siegen lasse, auch wenn die #Götzendiener es verwünschen.“ (#Quran 61:9)“

 

Wer so vorgeprägt in die Schule kommt, wird nichts mehr annehmen von „Ungläubigen“. Diese Jugendlichen werden sich (nicht nur jüdischen) Lehrern gegenüber wie Herrenmenschen aufführen. Sie werden sich ähnlich verhalten, wie sich Hitlerjungen gegenüber jüdischen Lehrern vor 80 Jahren verhielten. Partiell ungehemmter, denn vor 80 Jahren waren Lehrer an sich noch Autoritätspersonen, partiell gehemmter, weil bei allem Opferdiskurs doch der Rechtsstaat hinter den Lehrern steht. Diese Hemmschwelle ist niedriger, weil diese autoritär strukturierten Jugendlichen auf mehrheitlich nicht mehr autoritär, sondern freundschaftlich auftretende Lehrer treffen. Sie werden als unterlegen betrachtet, weil autoritär strukturierte Personen fast nur auf ostentative Stärkedemonstration reagieren, nicht mehr auf ein Argument. Sie treffen auf Lehrer, die auch oft mit dem Thema überfordert sind, weil gleichzeitig die Opferkarte gespielt wird. Einen Jung-Fascho kann man so kaum einen Jung-Fascho nennen, auch wenn es von der Zuordnung her stimmig ist. Das eine oder andere Mal wird da sicher vermieden werden, kritische Themen überhaupt anzuschneiden, weil dies zu Unruhe führen könnte. Es ist wünschenswert, dass die Lehrer es dennoch versuchen. Sie haben die Deutungshoheit in der Schule und müssen diese auch evtl. ähnlich strukturierten Eltern gegenüber durchsetzen. Das wird kein leichter Weg und er wird aktuell mit jedem Tag schwerer.

Krasse neue Welt II

Wenn man viele Informationen aus verschiedenen islamistischen Lagern sichtet, fällt in jüngster Zeit auf, dass immer stärker auf die Gemeinsamkeiten abgezielt wird. Während immer bizarrer versucht wird aufzuzeigen, dass Muslime generell schlecht behandelt würden in dieser Gesellschaft, versucht man die „muslimische Identität“ zu zentrieren. Wie schon im Beitrag

https://vunv1863.wordpress.com/2015/02/14/der-narrativ-von-den-juden/

dargelegt, gehört ein ausgeprägter Opfermythos zu dieser neuen Legendenbildung. Schuld an dieser Misere seien die Medien. Wie in einem aktuellen Video von „Generation Islam“ erkennbar, wird über diesen Opfermythos versucht, Muslime aus der Gesellschaft zu desintegrieren. Sie sollen sich als Antipoden fühlen mitten unter uns.

Ziel ist tatsächlich eine „Generation Islam“. Eine junge, wilde, islamistische Generation, die sich zur „muslimischen Identität“ rückbesinnt. Also eine Gruppe junger Menschen, die sich zuerst als Muslime sieht und erst danach als Bürger dieses Landes. Im Umkehrschluß werden Menschen der Gesellschaft in Muslime und Nichtmuslime geschieden. Das ist die erste, die wichtigste Eigenschaft. An dieser Eigenschaft, so die Vorstellung dieser Aktivisten, muss man z.B. die Glaubwürdigkeit beurteilen. Die normalen Medien, die neutral berichten, sind also im Prinzip „Feindsender“. Als lebendiges Beispiel für die Propaganda: Der Brennpunkt nach den Pariser Attentaten wird als zumindest zweideutig als Anlass oder als Teil einer Hetzkampagne beschrieben. Auch wird eine Angst davor geweckt, es seien Pogrome zu befürchten. Dabei werden Bilder aus dem Dritten Reich gezeigt. Die Muslime seien „zum Abschuss freigegeben“.

In Scientology-Art werden auch Gegner im Video vorgeführt als Unpersonen: Bosbach und Sarrazin, Lucke und Abel-Samad. Und bei aller berechtigten Kritik an den Ermittlungspannen und -defiziten, ja sogar möglichen einzelnen höchst seltsamen Fehlleistungen: Dass die Haltung des NSU nun allgemein vom Verfassungsschutz und Ermittlungsbehörden geteilt oder gar unterstützt würde, ist eine unbelegte und propagandistische Behauptung.  Die Brandanschläge auf Moscheen, so verachtenswert die Taten sind, werden in maßloser Weise aufgeblasen. Es wird ein Bedrohungsszenario aufgebaut. Man sei unterdrückt, in“auswegloser Situation“. Eine defensive Haltung „bringe nichts“. Das ist die Aufforderung zur Aggression, zumindest aber zu einer offensiven Herangehensweise.

Pierre Vogel läßt nun auch die Maske fallen, macht nicht nur Werbung für Marcel Krass, sondern auch Bilal Philips*:

„1. Der erste Schritt ist, verbreitet über das Medium „Facebook“ all unsere Vorträge und Statements.
2. Der zweite Schritt ist, macht Eure Wohnungen zu Bildungseinrichtungen, indem Ihr euch dort einmal pro Woche trefft und lernt, z.B. die Sira-Vorträge von Pierre Vogel.
3. Der dritte Schritt ist, lernt mit dem „DEX-Institut“ (http://dex-institut.de/) wie ihr Menschen von der Wahrheit überzeugen könnt und geht damit auf die Straße.
4. Der vierte Schritt ist, macht Dawah-Info-Stände, wie z.B. das Lies-Projekt oder unterstützt solche Projekte finanziell.
5. Der fünfte Schritt ist, macht ein Online-Studium bei der „Islamic Online University“ (http://www.islamiconlineuniversity.com/), wenn ihr Englisch könnt. “
Quelle:

Anscheinend fühlt man sich jetzt stark genug. Die Frage ist: Wofür? Im Video von Generation Islam wird zitiert „Wo Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“. Dabei zeigt man ein Bild des Bundesverfassungsgerichts. Anscheinend möchte man die jungen Muslime zum Kampf gegen unser System sammeln. Die Ehre, die allein bei Allah liege, wird beschworen. Man soll alle seine Möglichkeiten und Positionen für die islamischen Belange einsetzen, die islamischen Verbände sollen kompromisslos sein. Das ist eine höchst unfriedliche Rhetorik, denn Demokratie lebt von Kompromissen und deren Aushandlung. Im Video hört sich das so an, als stehe die bedingungslose Kapitulation der gegnerischen Partei bevor.

Heute waren in der Frankfurter Innenstadt junge Männer unterwegs. Unkundige konnten und haben sie für Ahmadiyya gehalten. Sie waren jedoch als Personen LIES! zuzuordnen, die eigens aus Karlsruhe angereist waren. Eine Art Salafi-Mimikry. Das waren Männer, die zum engsten Abou-Nagie Umfeld gehören und Material von Bilal Philips, also dem Begründer der „Islamic online University“ auf deutsch verteilten. Sogar Volker Beck forderte seine Ausreise. Bilal Philips vertritt z.B. die Todesstrafe für Homosexuelle.

Logo:

Da geht einem doch das Herz auf bei so viel Menschenliebe.

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http://de.wikipedia.org/wiki/Bilal_Philips