Hanau: Über Opfer und Opfer

Zwei junge Männer sollen tot sein aus der Hanauer Baraat-Gruppe

Vor einigen Monaten war die Berichterstattung des HR von demjenigen juristisch angegriffen worden, der sich zu Unrecht in den medialen Fokus gesetzt wähnte und auch nichts von den Vorwürfen zugeben wollte:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/09/10/hanauer-salafist-bemueht-den-rechtsstaat-den-er-ablehnt/

Bei einer weiteren mündlichen Verhandlung heute klärte sich aber das Bild weiter. Ein öffentliches Interesse an der Berichterstattung wurde bejaht. Im Weiteren wurde ausgeführt, der Kläger habe nach Aussage mehrerer unabhängiger Informanten Kontakte zu Dennis Cuspert alias Deso Dogg unterhalten. Er teile i.W. dessen Ansichten. Auch seien von den 5 Personen, deren Radikalisierung und Ausreisepläne man ihm zuordne, zwei als Selbstmordattentäter geworben worden. Diese jungen Männer seien auch schon als Selbstmordattentäter gestorben.

Das sind – lässt man die Personen, die durch die Hand der Radikalisierten vielleicht starben einmal außen vor – die ersten indirekten Opfer des Klägers, von denen dies öffentlich bekannt wird.

 

 

All dies lasse darauf schließen, dass der Tenor des Berichts berechtigt war.

Das hinderte den Kläger jedoch nicht daran, zuvorderst sich selbst als Opfer zu sehen und dies durch Weiterlesen

Hanauer Salafistenszene: Berichterstattung auf dem Prüfstand

 

Vor etwa zwei Monaten gab es im HR eine aufdeckende und aufklärende Berichterstattung zur Hanauer Salafistenzelle um die Baraat-Moschee:

http://hessenschau.de/gesellschaft/radikalisierungsnetzwerk-aus-hanau-liefert-nachschub-an-gotteskriegern,nachschub-an-gotteskriegern-aus-hanau-100.html

http://hessenschau.de/tv-sendung/video-876.html

http://hessenschau.de/gesellschaft/hanau-will-umstrittene-moschee-schliessen,hanau-will-umstrittene-moschee-schliessen-100.html

Dass ein solcher Bericht Folgen haben kann, ja haben muss, ist evident.

Andere Medien schlossen sich an:

http://www.1730live.de/hanau-will-moschee-schliessen/

In diesem Bericht kam auch der Herr Mahboob zu Wort.

Von Seiten der Stadt Hanau bemüht man sich aktuell, die Baraat-Moschee über einen Umweg über das Baurecht nun doch zu schließen. Das ist in der verwaltungsrechtlichen Prüfung. Der Herr Mahboob jedoch, der im Zentrum der Berichterstattung stand, erlitt in seinem Asia-Imbiss „iwok“ wohl Umsatzeinbussen und musste sich – bei Orts- und Sachkenntnis war er identifizierbar – für ihn unangenehmen Fragen Dritter stellen. Das war er nicht bereit hinzunehmen und so engagierte er einen Rechtsanwalt. Nun könnte man meinen, wenn man nach eigener Sicht so falsch dargestellt wird, wenn man in ein so falsches Licht gerückt wird, neigt man dazu, doch eher erst einmal den Weg über das Strafrecht zu gehen und eine Anzeige wegen übler Nachrede zu erstatten. Zumindest, wenn man sich sicher ist, dass an den Zuschreibungen nichts Gehaltvolles ist, ist das ein gangbarer Weg. Davon ist jedoch nichts bekannt und es ist – das ist allerdings reine Spekulation – der korrekten anwaltlichen Beratung zu verdanken, dass der Herr Mahbob sich nicht dazu verstieg. Missbraucht man das Anzeigerecht nämlich, macht also einen Dritten in nicht statthafter Weise zum Gegenstand behördlicher Ermittlungen, muss man schon einmal mit dem Gebrauch des § 164 StGB rechnen:

http://dejure.org/gesetze/StGB/164.html

So sicher, dass man das riskieren wollte, ist man sich demnach wohl nicht.

Heute fand nun vor einer Zivilkammer des Frankfurter Landgerichts eine mündliche Verhandlung statt, die zwischen dem HR und dem Herrn Mahboob einen Interessenausgleich herstellen sollte. Herr Mahboob ist der Meinung, diese ganzen Umstände schädigten sein Geschäft. Das mag sein – das wird er ggf. nachweisen müssen. Vor den Schadenersatz hat das Recht den Beleg gestellt. Von Seiten des Gerichts wurde angeregt – es sollte ein Ausgleich hergestellt werden und da priorisieren Zivilrichter weniger die explizite Wahrheit, sondern mehr die Vermeidung der gerichtlichen Entscheidung – der HR solle von Art und Inhalt seiner Berichterstattung etwas abweichen und den Herrn Mahboob und seinen Imbiss außen vor lassen. Das lehnten wiederum die HR-Juristen ab.

Im Einzelnen trug der Anwalt von Herrn Mahboob vor, entgegen der Aussage der beteiligten Reporter habe sein Mandant keine Gelegenheit zur Stellungnahme gehabt. Die Beiträge seien „martialisch aufgemacht“ gewesen, zahlreiche Personen würden seinen Mandanten nun wegen der „hetzerischen Berichterstattung“ meiden. Zudem sei die in dem Impressum seines Mandanten angegebene Faxnummer eine „ganz allgemeine 800er“-Nummer, die nicht geeignet sei, sicher einen Kontakt zu seinem Klienten herzustellen. Der HR könne sich also hinsichtlich der gescheiterten Kontaktversuche nicht darauf berufen, seinem Mandanten Faxe gesendet zu haben. Das ist sicher eine spannende Auslegung der Erfüllung der gewerblichen Impressumspflichten (ein Impressum, das im Grunde kein Impressum ist, ist sicher auch für die Wettbewerbshüter von Interesse. Gewerbetreibende haben ja Pflichten zu erfüllen).

http://www.iwok-hanau.de/impressum#!

Ein mittlerweile in Syrien aktiver junger Mann habe nicht bei seinem Mandanten im „iwok“ gearbeitet. Auch sei der Herr Mahboob kein „Chefsalafist“ wie in den Berichten angedeutet. Für den „iwok“ als Salafistentreff gebe es keine Belege und auch dass sein Mandant für den IS werbe, sein reine Spekulation. Er radikalisiere nicht und habe sich sogar klar vom IS distanziert auf seiner fb-Seite noch vor der Publikation der Artikel. Man muss sich allerdings berechtigt fragen, welchen Anlass wohl der Herr Mahboob hatte, sich vom IS ausgerechnet 3 Tage vor der Veröffentlichung zu distanzieren, wenn er keine Kontaktanfragen erhalten hat und auch sonst ganz arglos war. Es ist sicher nicht üblich, solche Distanzierungen einfach so einmal zu tätigen, nachdem man das jahrelang nicht tat. Da liegt eine Kausalität mit erhaltenen Anfragen, denen man sich nur nicht stellen wollte, näher als eine rein zeitliche Korrelation.

Nun ist allerdings auch, selbst wenn man den Anwalts-Vortrag annimmt, problematisch, dass man sich sehr leicht und sogar wahrheitsgemäß vom IS distanzieren kann, wenn die fraglichen jungen Männer sich einer anderen in Syrien kämpfenden Gruppe angeschlossen haben, wie eine Information des HR im Nachhinein ergab. Man ist wohl eher Al Qaida-nah. Der junge Anwalt des Herrn Mahboob stellte den Inhalt einiger vorliegender Eidesstattlicher Versicherungen zu Vorgängen und Informanten in Frage. Er verwies auf eine angebliche Gepflogenheit bei der FAZ, wonach man Aussagen von Informanten bei einem Notar hinterlege. Auch wenn man die konkrete Praxis der FAZ nicht kennt und das vielleicht bei Wirtschafts- oder Strafprozessen vorkommen mag, darf bezweifelt werden, dass dies tägliche Absicherung darstellt. Gerade in sicherheitsrelevanten Bereichen wie Organisierter Kriminalität oder Extremismus muss man oft froh sein, wenn Informanten überhaupt mit einem Medienvertreter sprechen. Ihn dann auch noch zum Notargang zu bewegen, ist in diesem Bereich wenig aussichtsreich. Es ist der Erfahrung des Journalisten überlassen, wie glaubwürdig eine Schilderung oder eine Person ist. Da sind die Absicherungen über eine zweite oder dritte Quelle oder weitere Indizien wertvoll und oft notwendig. Von diesem Prinzip weicht man selten ab.

Im vorliegenden Fall wurden Stellungnahmen und Einschätzungen von Staats- und Verfassungsschutz eingeholt, die auch weitere Grundlage der Berichte waren. Ermittlungen im Umfeld zum § 89 a wurden bestätigt und auch, dass die Einnahmen des „iwok“ wohl auch für Straftaten genutzt wurden*.

https://dejure.org/gesetze/StGB/89a.html

Das ist ein sehr erheblicher Vorwurf.

Aus der Kammer, die mit drei Richtern besetzt war, kam die Nachfrage an den HR, warum man den „Hauptimam“ der Baraat-Moschee nicht befragt habe. Dieser Hauptimam spielt jedoch wohl keine größere Rolle und er war wohl auch nicht das direkte Ziel der journalistischen und behördlichen Ermittlungen. Die Radikalisierungen fanden nach HR-Darstellung in den Unterrichten von Herrn Mahboob statt. Auch habe es schon 2014 von Hanauer Lehrern Befürchtungen und Hinweise gegeben.

Kläger und Beklagte kamen nicht überein, zu unterschiedlich waren die Sichten und Darstellungen.

Das juristische Tauziehen wurde nur von wenigen Zuschauern verfolgt. Einer sah aus wie Herr Mahboob. Der Anwalt hatte nicht darauf hingewiesen, dass sein Mandant anwesend sei, und so bleibt die Identität fraglich, denn der Mann war rasiert. Der Bart aus dem SAT1-Video könnte jedoch einfach mittlerweile ab sein. Natürlich muss ein Anwalt nicht auf die Anwesenheit seines Mandanten hinweisen, das steht ihm frei. Für Rückfragen des Gerichts wäre es jedoch vielleicht interessant gewesen, wenn auch nicht unbedingt für die Forderung von Herrn Mahboob förderlich.

Die Entscheidung der Kammer wird in 3 Wochen erwartet.

* Das wurde in der öffentlichen Verhandlung jedoch nicht weiter ausgeführt, da es sich um eine Zivilkammer handelte, die Strafsachen, die nicht im direkten Zusammenhang stehen, nicht einbezieht.

Wer sich eingehender informieren möchte lese das Protokoll des Innenausschusses des Hessischen Landtages:

Klicke, um auf 48b975ca-5bbe-4162-987d-5702184e3734,11111111-1111-1111-1111-111111111111.pdf zuzugreifen

Problemzonen in Hanau

hanau-neustaedter_marktplatz-markttag

Hanauer Marktplatz mit Rathaus Bild: Bildstelle Hanau

In Hanau gibt es seit etlichen Jahren islamistische Umtriebe verschiedener Schattierung. Salafisten, Muslimbrüder, Milli Görus etc. Das wird von der Kommune gerne heruntergespielt, weil es an schlüssigen Konzepten fehlt, ja oft genug schon an der Wahrnehmung, wer denn nun Islamist sei. Würde man zugeben, dass ein Problem besteht, könnte ja der Lehrer, Sozialarbeiter oder Polizist, die mit diesen real existierenden Einrichtungen bzw. deren Akteuren zu tun haben, auf die Idee kommen, ob die Stadt wirklich all ihre Handlungsspielräume ausnutzt.

Vor einigen Wochen war bekannt geworden, dass in einer jahrelang bekannten Moschee mindestens 5 radikalisierte junge Männer aktiv waren:

http://www.deutschlandfunk.de/salafisten-von-hanau-aus-in-den-dschihad.862.de.html?dram%3Aarticle_id=327557

Kurz vor der Bürgermeisterwahl aufgedeckt, wurde dann schnelles Eingreifen über eine Baurechtsfinte angekündigt. Die Genehmigung für die Moschee ist von 2004. Wusste man von den Übernachtungen, die nun zur Durchsetzung eines baurechtlichen sozusagen Betriebsverbots hergenommen werden, erst durch die Journalisten? In dem Beitrag wird deutlich, dass die Stadt eingeräumt hat (auf sicher hartnäckiges Nachfragen!), bereits im März vom Staatsschutz informiert worden zu sein, dass dort möglicherweise schwere Straftaten geplant werden. Offensichtlich hat diese Information nicht ausgereicht, einmal abzuklopfen, was dort möglich ist. Das wurde erst durch den Pressebericht initiiert. Es erstaunt schon, wie schnell es nach ein wenig Öffentlichkeit so gehen kann nach jahrelanger Untätigkeit zumindest für die Öffentlichkeit.

Das ist an sich schon so eine Sache. Es ist natürlich abzuwägen, ob man Personen aus ermittlungstaktischen Gesichtspunkten ihre Aktivitäten weiterführen lässt. Man riskiert aber auch, dass in der Zeit, in der man so vor sich hin ermittelt, weitere junge Menschen geworben werden.

Das ist jedoch nur eine der Problemzonen in Hanau. Die Organisation „Medizin mit Herz e.V.“ unterhält nach Angaben aus dem letzten jahr auf der fb-Seite des Vereins in Hanau – genauer wahrscheinlich Wolfgang – ein Lager, in dem Lieferungen für Syrien zusammengestellt werden. Was immer alles in den Containern nebst Essen und gespendeter Kleidung noch sein mag. Man könnte ja denken, dass nicht gerade in D die Lebensmittel am preiswertesten wären. Aber dann könnte man natürlich nicht hier die Lieferungen zusammenstellen. Das wird also einen Sinn haben, der den pekuniären Nachteil aufwiegt. Das ist nämlich kein harmloser Hilfsverein, sondern ist mit dem Herrn Belkaid direkt in die Frankfurter Szene und über seinen Bruder, Brahim Belkaid, bestens in die Top Ten der deutschen Hasspredigerszene verknüpft.

„Medizin mit Herz e.V.“ wird vom NRW Verfassungsschutz beobachtet. Man machte letztes Jahr – noch unter dem alten Namen „Medizin ohne Grenzen“ – Spendensammlungen auf der Zeil und legte es wohl darauf an, mit „Ärzte ohne Grenzen“ verwechselt zu werden.

https://vunv1863.wordpress.com/tag/medizin-mit-herz/

Das mit dem Hanauer Lager wurde schon letztes Jahr einem Hanauer Offiziellen zur Kenntnis gegeben, der sich darum kümmern wollte. Ob das „Kümmern“ in konkrete Handlungen mündete, ist nicht bekannt. Vielleicht wird ja eingeschritten, sobald da Personen übernachten. Zumindest dann, wenn die Presse über die Übernachtungen berichtet. Dass es da noch andere Möglichkeiten gibt auf dem selben juristisch etwas wackeligen (schließlich hat das VORHER ja NICHT durchgesetzt), aber unter Güterabwägung rechtsstaatlich durchaus vertretbaren Niveau wie baurechtliche Finten – ja, da reicht möglicherweise die juristische Phantasie nicht oder es wird chefseitig nicht klar genug darauf angesetzt.

Es geht jedoch noch weiter.

Unter anderem die Muslimbrüdern nahestehenden Gruppierungen werden in Hanau aktuell als Ansprechpartner bei Radikalisierungen gehandelt bzw. bringen sich selber ins Spiel. Nun – so richtig ehrlich ist man jedoch nicht, es steht auf dem Verein nicht Muslimbrüder Ltd., sondern I.I.B. Das steht für „Islamischen Informations- und Begegnungszentrum“. Man legt es darauf an, dass damit keiner so recht etwas anfangen und schon gar nicht den klar islamistischen Muslimbrüdern zuordnen kann. Dieses schäbige Kalkül geht voll auf:

 

IIS IIB Hanau Kaminsky 150516

 

Wer nun eine Namensähnlichkeit mit dem I.I.S. in Frankfurt oder Mainz für Zufall hält, irrt: Man hilft sich untereinander unter (Muslim-)Brüdern. Das Kürzel I.I.B. führt jedoch dazu, dass man sich, sozusagen mit Laurins Tarnkappe bewaffnet, genau so geschmeidig in die Hanauer Stadtgesellschaft einschmusen kann wie das dem I.I.S. in Frankfurt gelang:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/05/09/der-nette-muslimbruder-von-nebenan/

Auf der Veranstaltung treten verschiedene politische Akteure auf und auch eine Journalistin. Ob ihnen allen klar ist, dass der Herr Johari nach seiner eigenen fb-Zuordnung bekennender Muslimbruder ist und der Herr El Bakry böse antisemitische Bilder auf fb postet? Hat die Journalistin mal geschaut, mit wem man da zu Tische sitzt? Wahrscheinlich nicht. Man fühlte sich durch die Einlader, u.a. das Diakonische Werk, auf der ganz, ganz sicheren Seite. Diese wiederum dürften auch nicht nachgeprüft haben usw. Das beliebte und sehr bequeme Testimonial-Spielchen geht in die nächste Runde: Nun ist man geadelt und kaum einer fragt nach, wenn Kaminsky und eine Journalistin vom Hanauer Boten mit am Tisch saßen, denn, die werden doch… Auch andere Journalisten fragen leider nicht ordentlich nach bzw. recherchieren anscheinend nicht vor einem Interview:

http://www.fr-online.de/hanau-und-main-kinzig/hanau–verqueres-bild-vom-islam-,1472866,28902616.html

Einer der politischen Akteure wurde informiert. Anscheinend genügt es nicht, wenn eine Gruppierung im Verfassungsschutzbericht genannt wird, um sie NICHT zu adeln. So lange ein Verein nicht explizit verboten ist, hat man da offenkundig kein Problem. Das wäre bei Linksextremisten, Rechtsextremisten oder Scientology UNDENKBAR. Auch unter wahltaktischen Gesichtspunkten unklug: Das Potential der dort erreichbaren Wähler ist äußerst überschaubar. Da hätte es deutlich mehr Sinn ergeben, sich 2 Stunden auf den Marktplatz zu stellen. Also eine loose-loose-Situation für die Stadtgesellschaft, deren Täuschung man Vorschub leistet, und für den betreffenden Politiker.

Wie unpolitisch muss man als politisch Verantwortlicher sein, um das auf die Reihe zu kriegen? Oder wie ängstlich und definitiv nicht parkettsicher bei diesem Thema?

Die politischen Entscheider brauchen da klare Entscheidungshilfe, denn wir haben derzeit leider nicht selten ein politisches „Personal“, dass hinsichtlich Zeigens von demokratischem Rückgrat erst mal schauen muss, ob das verwaltungsrechtlich statthaft ist.

Der nette Muslimbruder von nebenan

Die Muslimbrüder sind ein 1928 in Ägypten gegründeter Verein, der klar dem politischen Islam zuzuordnen ist. Man will Macht und hat sie auch schon verschiedentlich inne gehabt.
Der Hessische Verfassungsschutz schreibt zu den Zielen:

„Die MB ist in zahlreichen Staaten der Welt, dabei in nahezu allen Ländern des Nahen Ostens, vertreten. Sie ist die einflussreichste und älteste islamistische Bewegung unter den Sunniten. Ziel ist die Errichtung eines weltumspannenden Gemeinwesens als Gottesstaat auf der Grundlage von Koran und Sunna. In Deutschland ist die IGD die größte Organisation, welche die Ideologie der MB vertritt. In Anlehnung an ihre ägyptische Mutterorganisation versucht die IGD durch soziales und religiöses Engagement sowie durch Dialogangebote Akzeptanz in der Gesellschaft zu finden. Letztlich zielen diese Versuche darauf ab, die Ideologie der MB gesellschaftsfähig zu machen.“

VfS Hessen, Quellen unten

„Nach Ansicht von Islamismusexperten und Sicherheitsorganen ist der IIS e.V. salafistisch ausgerichtet. Ibrahim Hassan ist einer der Prediger dieses Vereins.“

Deutschlandradio Kultur

Im Rhein-Main-Gebiet ist man seit vielen Jahren aktiv. In den letzten Jahren gibt es aber vermehrte Aktivitäten der Ausbreitung. Es werden örtliche neue Zweigstellen gegründet, die jeweils nicht sofort der Muslimbruderschaft zuzuordnen sind. Das hat System: Man versucht, örtliche Akteure aus der Politik und auch den Kirchen anzusprechen, einzubinden und sich so hoffähig zu machen. Die Betroffenen wissen meist nicht, wen sie da vor sich haben bzw. dass sie beim Muslimbruder von nebenan Schnittchenessen waren. Das bekannte Testimonial-Spiel. Dass die Hemmschwelle, sobald erst einmal ein persönlicher Kontakt da ist, steigt, wird bewußt einkalkuliert: Unfreundlich werden UND sich korrigieren? Das ist unangenehm, da macht doch lieber weiterhin die Augen zu und singt sich das schön.

In Frankfurt ist dieser Prozess am weitesten gediehen. Das hängt damit zusammen, dass man dort schon am längsten aktiv ist. Und naürlich daran, dass das Integrationskonzept der Stadt Frankfurt i.W. nur die Umsetzung der Interessen der Verbände vorsieht, jedoch jenseits von Allgemeinplätzen keine politischen Grundlagen bietet, aktiver eine Abkehr von problematischen Inhalten einzufordern. Frankfurt hat eigentlich eine – betrachtet man den Gegenstand – sehr große eigene Behörde, die aber durch das Integrationskonzept (und politische Unkenntnis und Unlust) an die Leine gelegt wird: Fördern, nichts fordern. Ein zahnloser Tiger ist wehrhaft dagegen.

Strukturiert und langfristig agierenden Organisationen wie den Muslimbrüdern hat man somit nichts entgegenzusetzen. Wie es scheint ist man sogar beim Eigenmarketing behilflich. Der Pressesprecher Johari der örtlichen Niederlassung, dem I.I.S. in der Mainzer Landstraße, verkündete etwas in der Art einmal in einer Freitagspredigt.

Beim I.I.S. handelt sich um einen Moscheeverein mit angeschlossenem Laden. Dieser Verein ist durch langjährige emsige Tätigkeit in erheblichem Maße in die Frankfurter Stadtgesellschaft eingebunden, wie man z.B. anhand der Betätigungsauflistung 2014 ersehen kann:

https://www.iisev.de/startseite/referenzen-2014/

Viele dieser Betätigungen hätten sicher nicht die gewährte breite Unterstützung, wenn die Ausrichtung des Vereins wahrheitsgemäß bekannt wäre. Zur Stadtgesellschaft hin wird die Zuordnung zur Muslimbruderschaft geleugnet und die Behörde sieht sich auch nicht bemüssigt, diese klar zu stellen. Der I.I.S. macht sich nach außen hin nämlich weniger angreifbar, weil er verschiedene Gastprediger lädt und auch einen Teil der Predigten auf deutsch hält. Jenseits böser Medienschelte findet man da offen kaum etwas. Man übt sich in Pseudotransparenz, zeigt der Mehrheitsgesellschaft das, was man gelernt hat sie sehen möchte und verfolgt unterdessen wohl seine eigene Agenda.

Durch das Schweigen der Behörden wird dieser Prozeß unterstützt, denn die städtischen Akteure schauen meist nur auf die Referenzliste und erkundigen sich n.m.A. nicht aktiv beim Verfassungsschutz: Wohl dem, der Testimonials hat!
Viele dieser Einbindungen wären sicher nicht erfolgt, wenn breiter bekannt wäre, dass immer wieder genau dort extremistische Umtriebe stattfinden und mindestens geduldet werden.
So war dort der Chef des verbotenen Netzwerks dawaffm eine Zeit lang aktiv. Verschiedene junge Männer, die nach Syrien reisten, trafen sich dort. Einige LIES!-Aktivisten sollen dort aktuell zugange sein.

Die fragwürdige Ausrichtung des assoziierten „Grünen Halbmondes gGmbH“, eines muslimischen Pflegedienstes, ist ebenfalls nicht breiter bekannt. Einem „24-jährigen Offenbacher gelang zuletzt trotz Fußfessel die Ausreise nach Syrien. Die Mitarbeit beim „Grünen Halbmond“ war für den Haftrichter ein Grund, Hassan Masood auf freien Fuß zu setzen.“

http://www.giessener-anzeiger.de/politik/hessen/militante-muslime-missionieren-massiv_14738637.htm

Auch Arid Uka (Flughafen-Attentäter) war dorthin gegangen.
Von einem Bürger wird berichtet, dass aktuell Flüchtlinge aus einer nahen Unterbringung dort eine ideologische Heimat finden sollen.

Einige der Verantwortlichen des Vereins sind klar der Muslimbruderschaft zuzuordnen. Die wesentlichen Vorhalte dieses Artikels wurden im Januar, also vor mehr als 3 Monaten, mit Vorstandmitgliedern hier diskutiert und z.K. gegeben:

Der für die Öffentlichkeitsarbeit zuständige Herr Johari bekennt sich seit kurzem offen zu dieser Zugehörigkeit.

https://www.facebook.com/groups/1533744320239098/

Herr Johari scheint sich auch persönlich den „Brüdern“ der LIES!-Szene verbunden zu fühlen. Das wird nicht nur – so meine Meinung – bei fb so sein, wo das nachweislich der Fall ist. Man ist ja der Muslimbruder von nebenan und Herr Johari beschwört denn auch die „Einheit des Islam“ nicht nur in einem gesonderten Vortrag „Vereint im Islam und vereint durch den Islam“. Schöne neue Welt.

Ein anderer häufiger Prediger machte aus seiner Ablehnung von Israel bzw. den Juden keinen Hehl:

 

Bild El Bakri I.I.S. 2014

Quelle: fb-Seite des Herrn Elbakry

Der Herr, der bei fb Khaled Elbakry heißt, agiert im wirklichen Leben unter dem Namen Khaled El Sayed. Er war bis vor kurzer Zeit im Frankfurter Rat der Religionen:

http://web.archive.org/web/20141003184651/http://rat-der-religionen.de/ueber-den-rat/mitglieder/

Diese Haltung führte – verständlich – zu einem Dissens mit der jüd. Gemeinde.

Nach Information gab es da wohl kürzlich eine Änderung, die medial nicht erfasst wurde. Der I.I.S. ist aktuell offiziell nicht mehr im Rat der Religionen vertreten*:

http://rat-der-religionen.de/ueber-den-rat/mitglieder/

Die Tatenlosigkeit führt zu immer weiterer Einbindung und immer weitergehendem Hoffähigmachen dieses Vereins. Eltern schicken ihre Kinder dorthin, ohne zu wissen, welche Ideologie dort vertreten wird jenseits der Freitagspredigt.

Die Medien schauen teilweise auch nur noch auf diese Einbindungen und nicht mehr nach der Ideologie, was zu weiterer Verbreitung nur des gewünschten
Eigenmarketings führt (wie vor einigen Wochen in der FR; der Journalist hat sich zu seinem letzten Artikel um 180 Grad gedreht, keine kritischen Nachfragen mehr).

Das Europäische Institut für Humanwissenschaften (EIHW) in Frankfurt, das wahrheitswidrig eine zeitlang behauptete, einen Bachelor anbieten zu können, ist eine Einrichtung der Muslimbrüder, der HR berichtete. Auch dorthin gibt es erhebliche personelle Querverbindungen.

Es gibt weitere Vereine in Mainz, neu wohl in Wiesbaden und auch in Hanau hat man einen Verein, der zumindest nahe steht. Es besteht der begründete Verdacht, dass auch dort Muslimbrüder versuchen, unter Täuschung der Stadtgesellschaft Fuß zu fassen.

Man denkt also langfristig. Sobald man stark genug vernetzt ist, kann man auch Laurins Tarnkappe heben. Die Frage ist, ob der nette Muslimbruder von nebenan dann noch so nett ist.

Quellen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Muslimbr%C3%BCder#Muslimbr.C3.BCder_in_Deutschland

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/Bericht2013/html/02_Islamismus/02_Beobachtungsobjekte/02_Muslimbruderschaft/index.html

http://www.deutschlandradiokultur.de/salafisten-auf-dem-vormarsch.1001.de.html?dram:article_id=248795

* dazu auch:

https://vunv1863.wordpress.com/2015/05/09/das-schweigen-des-rates/