Wuppertal: Zentrum für die „Kinder des Lichts“

Über das neue Projekt des Wuppertaler Vereins Al Baraka

 

Wuppertal, Symbolbild

Der Wuppertaler „Islamischer Förder- und Integrationsverein e.V.“ (IFIV) oder „Al Baraka“ hat derzeit große Pläne, wie er in einem Marketing-Video kundtut. Das Gebäude, in dem der Verein gegenwärtig eingemietet ist, soll gekauft und nach eigenen Bedürfnissen ausgebaut werden.

Neben den Bildungsangeboten möchte der Verein auf der anvisierten Liegenschaft einen eigenen überdachten Fußballplatz – laut Video alleine dafür 500.000 Euro – sowie ein Schwimmbad. Der Gesamtbedarf wird mit zwei Millionen Euro angegeben, 400.000 davon würden „bis April“ benötigt. Nach den Angaben im Video wurden 700 Geflüchtete betreut. Außerdem sollen derzeit 130 Schüler dort unterrichtet werden, mit weiteren Kindern auf der Warteliste.* Das ist trotz des Namens vollständig segregativ, die Kinder sollen in der Freizeit „unter sich“ bleiben.

 

Veröffentlicht wurde das Video auf dem youtube-Kanal des fragwürdigen Hilfsvereins Ansaar International e.V., der am Ende auch zu Spenden mit dem Verwendungszweck „Deutschland Schule“ aufruft. Ansaar steht seit Jahren in den Verfassungsschutzberichten des Landes Nordrhein-Westfalen. Auch im aktuellen „Lagebild Salafismus“ ist der Verein ab Seite 18 erwähnt:

Der Verein „Ansaar International e.V.“ ist im Jahr 2012 unter dem Namen „Ansaar Düsseldorf e.V.“ gegründet worden. Sein früherer Name, den der Verein bis zum Jahr 2014 trug, deutet auf seinen Ursprungsort Düsseldorf hin. Vordergründig verfolgt Ansaar den Zweck, humanitäre Hilfe für Muslime weltweit zu leisten. Eigenen Angaben zufolge hat der Verein in den letzten Jahren rund zwölf Millionen Euro bewegt und bindet nach Einschätzung des Verfassungsschutzes alleine in Nordrhein-Westfalen rund 170 aktive Anhänger ein. Über verschiedene Sub-Vereine und Ableger in Form von Sammelstellen in anderen Bundesländern dürfte auch der deutschlandweite Kreis von Aktivisten mittlerweile in einem dreistelligen Bereich liegen. Ansaar International ist damit de facto die aktuell größte und aktivste sogenannte Hilfsorganisation in Nordrhein-Westfalen, vermutlich auch bundesweit. Diese Aussagen gelten auch für Jahr 2018.

https://www.landtag.nrw.de/portal/WWW/dokumentenarchiv/Dokument/MMV17-1444.pdf

Quelle: Bild aus dem Video: https://www.youtube.com/watch?v=V13DjiVpPbE , Aktivist, Abruf 11.03.2019

Dass sich Ansaar derart stark macht für ein „Bildungsangebot“, kann schon für sich alleine stutzig machen. Allerdings ist der IFIV selber auch schon lange aufgefallen:

Schababannur“ – Jugend des Lichts. So heißt ein Gebetsraum in der Vohwinkeler Eugen-Langen-Straße, der vom Islamischen Förder- und Integrationsverein betrieben wird. Dort predigt ein Mann, der sich Abu Jibriel nennt. Für Hans-Jürgen Lemmer, Leiter des Wuppertaler Integrationsamtes, steht fest, dass dieser Verein kein Interesse an der Integration von Muslimen in Deutschland hat und sich von der westlichen Gesellschaft abschottet. […] Der islamische Förder- und Integrationsverein hat sich inzwischen erneut gegen die Vorwürfe gewehrt. Die Aussage von Lemmer sei „aus der Luft gegriffen.“ Auch die Darstellung, dass der Prediger des Vereins, Abu Jibriel, wegen eines Streit um einen Gesichtsschleier (Niqab) nicht mehr in die Abu Bakr Moschee dürfe, sei falsch. Im Gegenteil, er sei dort weiter willkommen. „Dieser Niqab-Streit hat nie stattgefunden. Außerdem war Abu Jibriel vor kurzem dort und hat gebetet und es war alles normal“, sagt Ibrahim Rahzaoui. Er erklärt zudem: „Wir möchten friedlich in diesem Land leben und den Deutschen gute Nachbarn sein.“ Auch die Vorwürfe, dass der Verein den Boden für radikale Einstellungen bereite, bestreitet er: „Wir sind alles andere als radikal.“ Rahzaoui fordert die Kritiker des Vereins auf, mit ihm ins Gespräch zu kommen und Vorurteile abzubauen.Weiterlesen

Ziemlich grau in Offenbach

Über Betätigungen der Grauen Wölfe in Offenbach

Türkischer Nationalismus inkl. Militarismus war zuletzt in den Medien wegen Kindergruppen in DITIB-Moscheen, die Soldaten mimten. Zumindest die Jungen. Mancherorts war auch den Mädchen eine Rolle zugedacht. Sie übten schon einmal Märtyrer beweinen. Doch nicht nur bei der DITIB finden sich irritierende nationalistische Inhalte. Um weitere Gruppierungen Türkeistämmiger ist es jedoch stiller. Ihre Betätigungen finden eher verdeckt statt, weil man aus früheren Jahren noch einen wenig friedlichen Ruf hat und eher vermeiden möchte, dass die Mehrheitsgesellschaft ihre Zugehörigkeit thematisiert. Zu diesen Gruppen zählt man die verschiedenen Verbände, die den „Grauen Wölfen“ zugerechnet werden.

Zugehörig zum Spektrum der türkisch-nationalistischen Grauen Wölfe sind im wesentlichen drei Dachorganisationen: Die ADÜTDF, kurz ATF, die ATIB und als kleinste Gruppierung die ADIB. Die Unterschiede sind vorhanden; geteilt wird jedoch eine stramm nationalistische Haltung, mal mehr, mal weniger stark islamistisch konnotiert. Gemeinsam träumt man von einer Großtürkei, Turan, und einer Wiederbelebung des Osmanischen Reichs. Betätigungen von Personen aus dem Spektrum werden kommunal jedoch oftmals nicht ausreichend wahrgenommen, da sich die Haltungen weniger im Verhältnis zur Mehrheitsgesellschaft, sondern mehr in den Wechselwirkungen innerhalb der Community der Türkeistämmigen zeigen. Am kommunalen Integrationstisch mag man mit anderen Gruppierungen sitzen, auch wenn ansonsten auf Abgrenzung und Abwertung gesetzt wird. Schließlich erhofft man sich Vorteile, Akzeptanz und Wertschätzung durch die Mehrheitsgesellschaft für die „kulturelle Betätigung“; über Problematisches wird in solchen Gremien kaum einmal gesprochen.

Dies trifft für viele Kommunen zu: Auch mit Akteuren, deren Haltungen eigentlich bekannt sein sollten, wird so verfahren, als nehme man ihre Ausrichtung und die vertretenen Positionen nicht wahr. Als sei genau die Betätigung, die an solchen Gremien teilhaben lässt, im Grunde weder ernst gemeint noch relevant. Dass über die vertretenen Haltungen nicht gesprochen wird, führt jedoch nicht weiter. Redet man über solche Haltungen nicht, sind bei öffentlicher Wahrnehmung dann beide Seiten überrascht (oder tun so).

Das Landesamt für Verfassungsschutz Hessen gibt die grundlegende Ausrichtung so wieder, S. 194 des Berichts 2016:

Diese Haltung kommt im „Ülkücü-Eid“ zum Ausdruck:
„Ich schwöre bei Allah, dem Koran, dem Vaterland, bei meiner Flagge. Meine Märtyrer, meine Frontkämpfer sollen sicher sein, wir die idealistische türkische Jugend, werden unseren Kampf gegen Kommunismus, Kapitalismus, Faschismus und jegliche Art von Imperialismus fortführen. Unser Kampf geht bis zum letzten Mann, bis zum letzten Atemzug, bis zum letzten Tropfen Blut. Unser Kampf geht weiter, bis die nationalistische Türkei, bis das Reich Turan erreicht ist. Wir, die idealistische Jugend, werden niemals aufgeben, nicht wanken, wir werden siegen, siegen, siegen. Möge Allah die Türken schützen und sie erhöhen“.

https://lfv.hessen.de/sites/lfv.hessen.de/files/content-downloads/Verfassungsschutzbericht%202016.pdf

Aus einem allgemeinen Artikel zu den Verbänden von der bpb:

Im Zuge interner Auseinandersetzungen spalteten sich von der Türk Federasyon die ATB (Europäisch-Türkische Union) und ATIB (Türkisch Islamische Union Europa) ab, die sich mehr als islamisch orientierter Flügel der Szene der „Grauen Wölfe“ verstehen. Bundesweit unterhalten Türk Federasyon, ATIB und ATB gemeinsam ungefähr 300 lokale Vereine und Zweigstellen […] Ein Teil des Erfolgsrezepts der drei Dachverbände ist, dass sich ihre lokalen Mitgliedsvereine häufig als türkische Selbsthilfeorganisationen und Moscheegemeinden etablieren konnten. So haben Türk Federasyon, ATIB und ATB Einfluss auf zahlreiche Kultur- und Elternvereine, Unternehmerverbände, Jugendgruppen, Fußballclubs und Moscheen – und damit auf das soziale Leben vieler türkei-stämmiger Menschen in Deutschland.

https://www.bpb.de/politik/extremismus/rechtsextremismus/260333/graue-woelfe-die-groesste-rechtsextreme-organisation-in-deutschland

Es empfiehlt sich auch, die ZDF-Doku anzuschauen; hier die webstory dazu:

http://webstory.zdf.de/graue-woelfe/

Einer der Vereine in Offenbach, die sich dergestalt „kulturell“ betätigen, sitzt in der Offenbacher Geleitsstrasse. Der „Türkisch-Deutscher Freundschaftsverein“ ist nach Vereinsregister seit Mitte der 90er eingetragen.

Die Grauen Wölfe bzw. deren Umfeld in Offenbach haben verschiedene Accounts in den sozialen Medien, auf denen sie sich ungeniert der einschlägigen Symbolik bedienen. Oder auf denen Personen der Bewegung wie der Begründer gepriesen werden. Einige Beispiele mögen dies verdeutlichen. Hier ein Bezug auf den Begründer Alparslan Türkes:

Quelle: Fb-Account, https://www.facebook .com/Offenbachulkuocagiresmisayfa/ , Abruf 11.07.2018

Der Deutschland-Präsident in Offenbach: Weiterlesen

Young Muslims – old tales

Über das Portal „Young Muslim“ und die Betätigungsfelder seines Betreibers

Auf dem Portal „Young Muslim“ werden allerlei Videos zu verschiedenen religiösen Fragen veröffentlicht:

https://www.youtube.com/channel/UCuPn5-LX84WOQiz6gy69CKw/videos?shelf_id=1&view=0&sort=dd&pbjreload=10

Es existieren darüber hinaus in verschiedenen sozialen Medien jeweils zugehörende Accounts, hier z.B. bei Facebook:

https://www.facebook.com/YoungMuslimTV/

Mit diesem kleinen Schnappschuss, als „Trailer“ bezeichnet, wird die Betätigung im Mai unter dem Namen „Young Muslim“ begonnen:

 

Der Betreiber, wohl ein  Tamer Kücük, war schon im diesjährigen Ramadan mit einem angstschürenden Video aufgefallen:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/05/28/angst-schueren-zum-ramadan/

Vor einigen Monaten war ein seinerzeit wohl auch von der IGMG-Jugend Gießen verbreitetes Video wieder vom Netz genommen worden. Der Betreiber war jedoch mehrfach bei dieser Jugendgruppe aktiv:

https://www.facebook.com/events/1720107744910373/

Oder hier:

 

Diese Jugendgruppe macht u.a. mit der örtlichen Einrichtung, die der Muslimbruderschaft zuzuordnen ist, gemeinsame Aktionen und scheint auch sonst diesem Gedankengut nahe. Es finden sich Statements von Hassan Al Banna und Sayid Qutb auf dem Facebook-Account (neben dem einmaligen Teilen von „Islam Fakten“, also dem Auftritt von Erol Selmani (Koranverteilungsaktion). Erbakan ist ja nicht überraschend bei der Zugehörigkeit. Diese Jugendgruppe gehört zu der Buchara-Moschee in Gießen.

Der Betreiber von „Young Muslim“ verfertigt also seit einigen Monaten Videos explizit für Jüngere. Sein Islamverständnis ist ein noch stärker rückwärtsgewandtes als das dieser IGMG Jugend, die auch schon für Geschlechtertrennung, ein antiquiertes Frauenbild und Angstpädagogik steht.

Relativ neu ist nun, dass seine Videos auch von Abdellatif Rouali alias Sheikh Abdellatif verbreitet Weiterlesen