Kuwait: Nichts ist umsonst…

Beispiele für finanziell getriebenen Ideologie-Import, diesmal aus Kuwait

Allerlei islamische Staaten und Potentaten scheinen sehr um das spirituelle Wohl in Deutschland und Europa lebender Glaubensbrüder besorgt. So bot der Scheich der Al Azhar, Ahmad Mohammad al-Tayyeb vor einigen Monaten an, man könne bei ihnen die hierzulande ausgebildeten Imame nachschulen*:

https://www.welt.de/politik/deutschland/article162478587/Aegypten-bietet-Deutschland-Imam-Schulung-an.html

Da wird hier mal aus den VAE eine Moschee finanziert (Wolfsburg, muslimbrudernah; ein anderes Großprojekt platzte mit Geldern aus der gleichen Quelle), dort mal, getarnt über eine Hilfsorganisation, der Kader-Nachwuchs versorgt und woanders wieder in die allgemeine Bildung nach fundamentalistischer Fasson investiert.

Kuwait fiel die letzten Jahre auch auf. So manchesmal sind die Summen durchaus relevant, die neben manchem Aufkommen für Miete und Betriebskosten mit lockerer Hand, aber festem Glauben vergeben werden. So deckte der RBB vor einigen Wochen eine geplante Großspende an eine bekannte Berliner Einrichtung auf, die der Muslimbruderschaft zuzuordnen ist:

Der Berliner Moscheeverein Neuköllner Begegnungsstätte (NBS) erwartet eine Spende in Millionenhöhe von einer Religionsstiftung in Kuwait. Nach Recherchen des rbb soll das Geld für den Ausbau der umstrittenen Dar-as-Salam-Moschee in der Flughafenstraße genutzt werden. Insgesamt soll der Bau bis zu 2,2 Millionen Euro kosten. 500.000 Euro soll der Verein selbst aufbringen. Wie ihm das bei jährlichen Spendeneinnahmen von etwa 50.000 Euro möglich ist, darüber gab die Neuköllner Begegnungsstätte e. V. auf rbb-Anfrage keine Auskunft.

https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2017/07/neukoellner-begegnungsstaette-erwartet-millionenspende-aus-kuwai.html

Ganz neu ist dies nicht; auch in Hamburg finanzierte man eine Einrichtung, bei der Bezüge zur Muslimbruderschaft aufscheinen, aus Kuwait:

Abdin, selbst Kaufmann von Beruf, hatte mit einer Million Euro gerechnet, jetzt kostet die Sanierung voraussichtlich 2,5 Millionen. Ein Großteil dieser Summe – rund 40 Prozent – kommt aus Kuwait.

https://www.welt.de/regionales/hamburg/article145548412/Kuwait-zahlt-fuer-Umbau-von-Kirche-in-Moschee.html

Das Frankfurter „Europäische Institut für Humanwissenschaften e.V.“ (EIHW) bietet für seine Schüler nunmehr mehrmonatige Studienaufenthalte in Kuwait an: Weiterlesen

Nur die „Salafisten“?

Einlassungen von Bundesnachrichtendienst und Bundesamt für Verfassungsschutz erscheinen ergänzungswürdig

In den letzten Tagen gab es Artikel zu einem Zwischenbericht des Bundesamtes für Verfassungsschutz und des Bundesnachrichtendienstes. Gegenstand war die Besorgnis, verschiedene Staaten unterstützten hiesige salafistische Netzwerke:

http://www.freiepresse.de/NACHRICHTEN/DEUTSCHLAND/Geheimdienste-warnen-vor-zunehmender-Hilfe-fuer-Salafisten-artikel9708922.php

Eine ähnliche Warnung war bereits im letzten Jahr veröffentlicht worden:

Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte das Golfkönigreich damals davor gewarnt, religiösen Extremismus in Deutschland zu unterstützen.

Ein Regierungssprecher hatte die kritische BND-Analyse zurückgewiesen und erklärt, sie spiegele nicht die Haltung der Bundesregierung wider. Die Bundesregierung betrachte Saudi-Arabien als wichtigen Partner in einer von Krisen geschüttelten Weltregion.

Die Regierung setzt gegen die Stellungnahme und Warnungen ihrer eigenen Experten also ihre Meinung, man brauche diese „wichtigen Partner“. Nun ist dies etwas, was kein Gegenargument darstellt, die Meinung der Regierung entkräftet die Hinweise nicht. Oder um ein Bild zu benutzen: Sicher kann man ein Trojanisches Pferd auch nutzen, um von seinem Rücken aus die Stadtmauer zu reparieren. Man sollte das allerdings nur von außen tun. Macht man das von innen, hat es die bekannten Folgen: Intakte Stadtmauer, aber die Insassen sind trotzdem vor Ort.

Belege liegen wohl für Saudi-Arabien, Kuwait und Katar vor.

Saudi-Arabien lässt durch seinen Botschafter in Berlin diese Meldungen zurückweisen, man finanziere keine Moscheen. Das ist direkt auch gar nicht notwendig, denn wie die weitere Einlassung aufscheinen lässt, genügt es, wenn Struktur A in Saudi-Arabien, Katar oder Kuwait Struktur B in Deutschland unterstützt. Dann baut man nicht, sondern lässt bauen. Das ist die Hardware. Die Software liefert man hingegen wohl sehr gerne auch direkter.

Die Regierung muss sich neben dem Umstand, dass eine solche öffentliche Meinungsbekundung lediglich eine Beratungsresistenz suggeriert oder wiederspiegelt, vorhalten lassen, dass sie die Netzwerke, die eine Stufe unterhalb der gewaltbereiten Extremisten operieren, aktiv fördert. So wird Weiterlesen