Dämonenglaube bei Salafisten

Salafisten vertreten einen Glauben, der sehr rückwärtsgewandt ist und wesentlich auf die ersten drei Generationen nach dem Religionsgründer Bezug nimmt. Darüber hinaus wird bei Gläubigen oftmals ein ganzes vormodernes Weltbild installiert, das auch Versatzstücke enthält, die in anderem Zusammenhang als Aberglauben bezeichnet werden.

Neben der Existenz des Teufels wird auch die Existenz von Jinns und Dämonen häufig angenommen bzw. als belegt hingenommen. Prediger wie Abul Baraa verbreiten so etwas und ernten bei ihren Anhängern keinen vernehmbaren Widerspruch. Jinns verwandeln sich angeblich z.B. in Schlangen oder schwarze Hunde:

 

Und natürlich muss man sich vor diesen eingebildeten „Gefahren“ auch vor allem auf der Toilette schützen:

 

Der Herr Kamouss empfiehlt nicht nur Sicherheitsmaßnahmen, sondern differenziert zwischen verschiedenen Arten Jinns, die es z.B. männlich oder weiblich geben soll. Jinns wähnt er auch hinter Bäumen, gegen die als Schutz das ritualisierte Aufsagen von „bismillah“ (etwa „im Namen Gottes“)* helfen soll:

 

Gewohnt souverän erklärt der Herr Hassan Dabbagh aus Leipzig den Unfug: Ja, Jinns könnten auch Menschengestalt Weiterlesen

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Freund und Gegner

 

Polizisten stehen in den letzten Jahren vor großen Herausforderungen: Stellenabbau, Achtungsverlust in der Bevölkerung, immer mehr Bürokratie für immer kleinere Handlungen, Umgang mit zunehmend bewaffneter Klientel, wenig Sonderschutz für den besonders schutzwürdigen Bürger in Uniform etc. Ja, es gibt schwarze Schafe. Um die soll es hier aber nicht gehen. Es soll um diejenigen gehen, die sich ernsthaft bemühen, ihre Pflicht zu tun, die dafür in unserer Stellvertretung Risiken eingehen und eingehen müssen. Das ist die allergrößte Mehrheit und ohne Polizei wären Sicherheit und Ordnung innerhalb von 24 Stunden aufgehoben. Das macht man sich zu selten klar.

Das Bild des Polizisten sollte sich wandeln, beschloss man vor etlichen Jahren.

Es wurde vermehrt darauf abgestellt, dass der Bürger in Uniform weniger Respektsperson sein sollte als Freund und Helfer. Beamte werden massiv in Deeskalationsstrategien geschult, lernen, wie man Situationen beherrschen soll auch ohne physischen Kontakt, wie man sanfter mit widerborstigen Delinquenten umgeht. Parallel hat man versucht, mehr Frauen in den Beruf zu bringen.

Das alles ist zwar nett und es wäre auch sicher eine Option in einer friedlicher werdenden Gesellschaft. In der real existieren Gesellschaft führt es jedoch schon zu Problemen, wenn eine Streife mit einem Mann und einer Frau besetzt ist und die mutmaßlichen Täter oder Störer den weiblichen Polizisten nicht ernst nehmen. Das geht von der Organisierten Kriminalität über Clanstrukturen bis hin zu Islamisten und manchmal sind diese Gruppen auch deckungsgleich. Das wäre auch nicht anders, wäre das Fahrzeug mit Personen besetzt, deren Vorfahren oder sie selbst aus dem gleichen Kulturkreis kommen wie manche Beschuldigte (und – sind wir ehrlich: Man kann im Dienst die Streifenzusammensetzung und die Zuteilung zu einem bestimmten Vorfall nicht nach mutmaßlicher Täterherkunft sortieren. Mehr Personen mit Migrationshintergrund bei der Polizei helfen da genau null, das ist nur Imagepflege, sonst nichts). Auch da würde eingeordnet von der Gegenseite in einen Gegner – den Mann – und na ja, eine Frau. Der Frau hilft das zwar nicht, die wird genauso verletzt wie ihr Kollege, aber sie bildet alleine von der physischen Präsenz her bei einem zunehmend mit der Polizei in Konflikt stehenden Klientel eine Schwächung ab. Auch wird angenommen, dass sie weniger leicht zur Waffe greifen wird. Ob das real so ist, sei dahingestellt. Es zählen Bilder in den Köpfen, die archaisch sind und nicht zivilisiert. Zivilisation tritt an gegen Evolution.

Das mag einem nicht gefallen, aber so sind genau die Leute, bei denen die Polizei gefordert ist, oft gestrickt. Zumindest kann man vorher nicht wissen, auf wen man bei einem Einsatz trifft. Ausgeglichen würde das nur, wenn die Polizei von den zur Verfügung stehenden Waffen Gebrauch machen würde im Zweifelsfall. Aber auch da hapert es: So mancher Polizist ist mittlerweile so konditioniert, dass er lieber eine (leichte bis mittlere) eigene Verletzung in Kauf nimmt als die Tonnen an Bürokratie und den enormen Rechtfertigungsdruck selbst wenn nur ein Warnschuss abgegeben wurde. Die Polizei kann zum Teil nicht mal mehr sich selber schützen. Es gibt Beispiele dafür, auch eines, das mir neulich aus erster Hand aus einer Großstadt berichtet wurde: Die Polizeistreife, ein Mann, eine Frau, ermahnte das Opfer, nicht zu „provozieren“, ließ das Opfer alleine mit dem Täter aus einem kleinen Anlaß. Man sprach den Täter nicht an, ermahnte die Gruppe nicht, sondern zog sichtlich erleichtert ab, als das Opfer – aus Angst, es war zwischenzeitlich erneut bedroht worden – seine Anzeige zurückzog. Der Täter war in einer Vierergruppe unterwegs.

Aus weiteren Städten sind Fälle bekannt, in denen bei Familien- bzw. Clanstreitigkeiten sich die gerufene Polizei plötzlich ZWEI feindlichen Gruppen gegenüber sah, die bei Eintreffen der Polizei nicht mehr sich, sondern gemeinsam die Polizei bekämpften. Oder man denke an die aktuellen Vorfälle in Suhl, in denen es nur mühsam gelang, die Ordnung wiederherzustellen. Aber auch bei Blockupy hatten es aggressive Personen auf die Polizisten abgesehen. Das alles ist zwar nicht ganz alltäglich, aber durchaus symptomatisch.

Auch so etwas gibt es:

http://www.bz-berlin.de/tatort/2-jugendliche-pruegeln-5-polizisten-in-klinik

Die Polizisten werden also häufig geschult, Freund und Helfer sein zu wollen. Friedliche Ordnungshüter, die mit gutem Zureden versuchen, so weit wie möglich zu kommen. Die eine Kollegin zur Deeskalation dabei haben. Die Klientel sieht in ihnen aber keine Freunde, sondern Feinde und sie achten Gegner nur, wenn sie physisch stärker sind oder mit Waffen sein könnten. Eine Psychologie der Schwäche, der Zurücknahme trifft also auf eine selbstbewußte Psychologie des Rechts der Stärkeren, die das Gewaltmonopol des Staates nur dort anerkennt, wo er auch tatsächlich der Stärkere ist. Ist er schwach, tritt er schwach auf, nimmt man das Recht in die eigene Hand.

Man möge mich recht verstehen: Ich bin keine „law-and-order“-Frau im US-Sinne, wahrlich nicht. Die Handlungen dort durch einige Polizisten finde ich erschütternd und verachtenswert. Das alles jedoch unbenommen. Es gibt aktuelle Entwicklungen, auf die unser Gemeinwesen reagieren muss in angemessener Weise. Man kann sich auf diese Herausforderungen einstellen und Maßnahmen ergreifen oder man kann versuchen, diese Herausforderungen klein zu reden und sie nicht wahrzunehmen. Man kann die Polizisten alleine lassen, man kann die Gesellschaftsordnung aufgeben in manchen Gegenden, weil man sie nicht durchzusetzen in der Lage oder Willens ist oder man kann hoffen, dass sich das verwächst. Das alles führt jedoch keinen Meter weiter. Man wird damit nur die eigene Kraft weiter schwächen, man wird dadurch nur Strukturen wachsen lassen, die gegen die demokratische und friedliche Gesellschaft gerichtet sind, in der das Gewaltmonopol gilt.

Das wird zu unser aller Schaden sein und es wird im Ergebnis viel, viel teurer als ein klarer Blick auf die Realität und beherztes Handeln. Wir alle müssen dafür eintreten, dass das nicht passiert.