Marburg: Wie gehabt

Update zu einer Marburger Einrichtung, die das Marketing optimiert hat, nicht jedoch die Haltungen korrigiert

Die muslimische Community in Marburg war auf diesem blog bereits mehrfach Thema. Da war zunächst die Islamische Gemeinde, die eine neue größere Moschee baut, und die sich, flankiert von Marburger Honoratioren*, zur Mehrheitsgesellschaft offen und dialogbereit gibt. Zur eigenen Community hin scheinen jedoch etliche, nicht nur historische Bezüge zur Muslimbruderschaft auf:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/25/marburg-eine-stadt-liebt-die-muslimbrueder/

Ein mit dieser größten islamischen Marburger Organisation assozierter Verein und dessen Akteure, die teilweise auch antisemitisch auffielen. waren ebenfalls hier Thema:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/11/29/marburg-nur-nicht-drueber-reden/

Eine weitere Einrichtung war u.a. wegen ihrer problematischen Audios/Videos, die ein Indiz auf salafistische Zuordnung darstellten, aufgefallen. Diese Videos wurden mittlerweile gelöscht:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/02/01/marburg-noch-eine-problemzone/

Badreddine Chabaoui, Vereinssprecher, sagt: „Wir sind keine Salafisten und möchten auch nicht als solche betitelt werden. Wir sind lediglich praktizierende Muslime, die ihren Glauben in Frieden leben wollen.“ Die Priorität in der Gemeinde liege auf Werten wie Güte und Frömmigkeit, Nachsicht und Barmherzigkeit seien Kernbotschaften. Weder der Verein noch seine Mitglieder „gehören irgendwelchen Sekten und fragwürdigen politischen Parteien an“. Man arbeite mit Männer, Frauen und Kindern, helfe Flüchtlingen. „Dabei bewegen wir uns in keinster Weise auf salafistischen Wegen.

http://www.op-marburg.de/Marburg/Moschee-am-Richtsberg-weist-Salafismus-Vorwuerfe-zurueck

[Im Artikel wird zwar vieles korrekt erklärt, aber die „Szene-Kenner“, auf die man sich in mehrfacher Weise beruft, bleiben unbenannt, was ein Manko darstellt. Immerhin haben ja einige der lokalen „Szene-Kenner“ eigene Interessen, die Einschätzungen beeinflussen.]

https://vunv1863.wordpress.com/2017/09/30/lila-charme-offensive/

In Reaktion auf die öffentliche Berichterstattung wohl wurde der Marburger OB Dr. Thomas Spies  Anfang dieses Jahres eingeladen:

Wer meint, bei solchen Gesprächen Fundamentalisten zur Umkehr zu bringen, hat wenig Erfahrung mit Fundamentalisten. Das funktioniert bei Personen, bei denen dieser Fundamentalismus Basis von Selbsteinstufung, Haltungen und der ganzen Persönlichkeit wurde, genauso selten wie bei Scientologen oder anderen Sektenangehörigen. Der Sturz vom selbstgezimmerten Olymp ist regelmäßig zu tief, als dass dies ernsthaft in Erwägung gezogen würde. Diese netten Bilder sollen im Wesentlichen dazu dienen, die laut gewordene Kritik abzufedern, die man an der Ausrichtung und den Betätigungen der Einrichtung begründet haben kann. Mal mit dem OB einen Tee trinken ist eine sehr schlichte Maßnahme des Marketings, um Vorwürfen zu begegnen: Man instrumentalisiert Spies als Testimonial des angeblichen Öffnungswillens.

Seit etwa 6 Wochen gibt es nunmehr einen neuen Vorstandsvorsitzenden: Badreddine Chabaoui, der oben bereits als Sprecher zitiert wurde:

Geändert hat sich aber jenseits des verbesserten Marketings wenig.

Dass sich die Ausrichtung trotz Frauenbewirtung und OB-Besuch natürlich nicht geändert hat, zeigen nämlich posts jüngeren Datums, beispielhaft:

 

Zum Netzwerk, das benannt wird:

https://vunv1863.wordpress.com/2018/06/23/ausschuss-fuer-mondsichtung-deutschland/

Das ist ein radikales Netzwerk. Wer das als Autorität benennt, auch wenn der Anlass harmlos erscheinen mag, nimmt Bezug auf Kreise, bei denen die Grate zwischen fundamentaler Ablehnung der Freiheitlich-demokratischen Grundordnung, Bestrebungen zu ihrer Abschaffung und der aktiven Bekämpfung sehr schmal werden. Ein Bezug auf diesen Kreis ist ein Indiz dafür, wo man sich selber tatsächlich verortet.

Man verkündet zur Stadtgesellschaft hin das, von dem man glaubt, dass es erwünscht ist und gut ankommt, wohl damit man seine Ruhe hat und vielleicht sogar irgendwelche Fördergelder erhält (das wird schon für vordergründiges Einlenken/Wohlverhalten häufig in Aussicht gestellt). Zur eigenen Community hin hingegen bleibt man natürlich bei seinen Grundüberzeugungen. Das an sich ist statthaft. Nicht statthaft sind hingegen einige Aspekte dieser Art der Ausrichtung und dass versucht wird, die Stadtgesellschaft über diese Ausrichtung zu täuschen (wozu allerdings tatsächlich zwei gehören: einer, der täuscht und einer, der derlei Manöver mitmacht).

Teetrinken führt an diesem Punkt zu einem Abwarten, das nicht mehr zielführend ist. Teetrinken bringt keine Erkenntnisse und keine Umkehr. Sie verlagert die notwendige Debatte in die Zukunft.

In diesem Geist nämlich werden Kinder und Jugendliche erzogen. Darüber müssen auch insbesondere Lehrer aufgeklärt werden, die sonst – OB-Bild und Mondsichtungsausschuss, was der Laie für eine harmlose esoterische Spielerei halten kann – mit den entstehenden Problemen alleine gelassen werden. Die nehmen dann, wenn es zu Konflikten mit Schülern kommt, dies als „Eigenradikalisierung“ wahr und übersehen schlicht, dass dahinter Familien und Gemeinden stehen, die diese Weltsichten befördern. Prävention muss schon da ansetzen, wo die entsprechende Ideologie produziert und tradiert wird. Darüber sollte also nicht beim Tee, also im Hinterzimmer sozusagen, sondern im öffentlichen Raum diskutiert werden.

 

 

 

 

 

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Der Förderverein residiert an der Adresse des Rathauses:

http://www.foerderverein-moschee-marburg.de/

Man beachte auch, dass durch die Namensänderung der „Islamischen Gemeinschaft in Deutschland“ (IGD) in „Deutsche muslimische Gemeinschaft“ (DMG) künftig das alte Zuordnungsspielchen von vorne beginnt:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/11/11/igd-tabula-rasa-im-internet/

Marburg: Nur nicht drüber reden

Mahnwache mit Antisemit

Über die verschiedenen Manöver, in Marburg eben nicht über das vorliegende und relevante Problem mit Strukturen u.a. der Muslimbruderschaft zu reden, war hier bereits mehrfach geschrieben worden:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/25/marburg-eine-stadt-liebt-die-muslimbrueder/

https://vunv1863.wordpress.com/2017/01/27/marburg-nicht-ganz-gesund/

Immer wenn die Firnis ein paar Risse bekommt, wird eine weitere Schicht Tünche darüber gepinselt. Das Problem ist nur: Wann will man das thematisieren? Will man das wirklich der nächsten Generation überlassen? Hat die Verantwortungsverweigerung dieses Maß  erreicht?

Ein dokumentierter Judenhaß wird von einzelnen Protagonisten im Auftreten zur Mehrheitsgesellschaft hin verborgen, wohl um sogar die örtliche jüdische Gemeinde geschickt instrumentalisieren zu können. Antisemitische Haltungen werden zur „eigenen Community“ hin in aller Breite vertreten – und die ganzen religiösen Vertreter machen mit dabei, nur den von den muslimbrudernahen Kreisen erwünschten Ausseneindruck, dass man ja auch Juden ein guter Mitmarburger sei, mitzutragen. Sie geben sich als Testimonials her und verschlimmern und verlagern damit das Problem.

Aktuelles Beispiel*, bei der anberaumten Mahnwache anläßlich einer Brandstiftung an einer Gebetsstätte eines fundamentalistischen Vereins wurde Dr. Hamdi Elfarra als Vertreter der Islamischen Gemeinde** entsandt (mit schwarzer Jacke, 2.v. rechts im Bild mit Brille):

 

Die von der jüdischen Gemeinde gegenüber der betroffenen Einrichtung demonstrierte Solidarität sagt etwas über diese Gemeinde aus. Sie sagt jedoch nichts über das Gegenüber aus. Sich derart mit seinen expliziten Feinden an eine Seite zu stellen – ja, dazu bedarf es schon einer besonderen Projektionsfähigkeit und Hartnäckigkeit in der Weigerung, das Gegenüber als das zu sehen, als das er sich z.B. auf seinem Facebook-Account ungeniert outet, s.u.

Dr. Hamdi Elfarra, der das Anfangsstatement spricht, weiß die Marburger Stadtgesellschaft wohl zu nutzen. Bei Kundgebungen gegen Rassismus und Fremdenfeindlichkeit, also Bereichen, bei denen er selber betroffen sein könnte, ist er vorne dabei. Das steht natürlich frei und es ist ja auch gut, dass sich die Marburger da so klar positionieren (das sagt etwas Gutes über die freundlichen Marburger aus). Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind Probleme, denen man beherzt entgegentreten muss. Personen, die einen eigenen gruppenbezogenen Menschenhaß pflegen, sind dort jedoch deplaziert.  Dass die Marburger bei solchen öffentlichkeitswirksamen Aktionen eine Person mit dabei haben, die Juden als Gruppe persönlich dem Anschein nach die Vernichtung wünscht, scheint wenigen klar. Alternativ sind solche Haltungen den Anwesenden egal:

Screenshot Facebook-Account Dr. El Farra, Abruf 28.01.2017

Übersetzung:


Nun – da gibt es wenig Deutungsspielraum. Selbst wenn man dieses einzeln noch positiv umdeuten Weiterlesen