Ruhe ist erste Salafistenpflicht

Übergriff auf ben Abda durch Pierre Vogel?

Man kann über die Herren Vogel, Gümüs, Falk und ben Abda sicher einiges sagen. Zum Beispiel, dass sie allesamt ein flexibles Verhältnis zur Realität haben. So mancher von ihnen hat da so seine ganz eigenen Wahrheiten, die einem intersubjektiven Diskurs schon nicht standhalten, erst recht nicht einem Faktencheck.

Richtig ist jedoch, dass sie sich zur Zeit nicht sonderlich grün sind. So schreibt Bernhard Falk heute auf seiner Facebook-Seite:

 

 

Grundlage dieser Schilderungen sind allerdings lediglich die Angaben von ben Abda. Wenn das so stattgefunden hat, wie er das angibt, so muss man trotz aller begründeten Gegnerschaft sagen: Gewalt ist kein akzeptables Mittel, von niemandem gegenüber niemandem. Die Herren täten gut daran, ihre Meinungsverschiedenheiten anders beizulegen.

Es ist zwar zutreffend, dass eine Anzeige von Herrn ben Abda eingegangen ist, wie aus Polizeikreisen bekannt wurde. Wie es jedoch dazu kam, wird erst überprüft werden müssen. So etwas ist der ordentlichen Ermittlungs- und Polizeiarbeit überlassen und die Herren Falk und ben Abda täten gut daran, ihre Anhänger da zu bremsen anstatt sie anzuheizen. Was nämlich völlig im Dunklen bleibt, ist Weiterlesen

Provokation oder Promotion?

Gestern gab es dies hier zu lesen in der Welt:

http://www.welt.de/vermischtes/article138616999/Autorin-als-Feind-Allahs-beschimpft-und-verpruegelt.html

Bei der Schilderung von Frau Korten im Artikel machen mich einige Dinge stutzig:

1. Bei der Lesung eines Romans kommen i.d.R. nur Personen der akademischen
Mittelschicht. Jugendliche Schläger mit Migrationshintergrund fallen da
definitiv auf im Publikum.
2. Eine Verfolgung durch diese Personen hätte ihr ebenfalls auffallen müssen. Nahm sie ein Taxi von der Messe zum Hotel oder benutzte sie andere Verkehrsmittel?
3. Beim Auflauern vor dem Hotel hätten diese Personen wissen müssen, wo sie
gebucht hat. Unwahrscheinlich.
4. Das „Überfall-Kommando“ habe gerufen, sie sei eine „Feindin Allahs“.
Das wird normalerweise nicht gerufen, wenn „der Feind“ schon unterworfen
ist, dann kommt allenfalls „Allahu akbar“. Aber das ist eher eine Petitesse.
5. Beim Hinwerfen auf die Straße und gar Treten wird die Kleidung
derangiert, die ganze Person gerät in Unordnung. Das fällt normalerweise an der Rezeption auf. Hat diese nichts beobachtet?
6. Bei so etwas wird in aller Regel die Polizei verständigt. Auch weil
das Opfer vor lauter Adrenalin oft gar nicht abschätzen kann, was alles
verletzt wurde. Insbesondere bei Freiberuflern, die i.d.R. eine
Berufsunfallversicherung und eine -unfähigkeitsversicherung haben, die das ganz genau wissen will, ist das nötig. Schon deshalb hätte sie den Vorfall, wenn er so passierte, zeitnah aktenkundig machen
müssen. Der Versicherungsschutz ist sonst weg.
7. Sie bricht ihr Schweigen erst, als weitgehend sicher ist, dass z.B. nach
Hämatomen (Sturz!, Tritte!) nicht oder kaum noch gefragt werden wird?
8. Wenn schon einmal dieses Gewaltstadium erreicht wird, bleibt es meist
nicht bei solchen eher kleinen und schwer nachweisbaren „Knuffen“. Auch
bei Frauen nicht.
9. „Ich wollte den Übergriff zunächst tot schweigen“, erklärt sie, „um
mich und andere zu schützen.“ Welche anderen?
10. „Astrid Korten ist in der Hahnemannstraße unterwegs zum Hotel, als
sie von zwei Jugendlichen bedrängt wird. „Zunächst pöbelten die beiden
mich an“, erzählt sie. „Ich reagierte nicht und bin weitergelaufen in
Richtung Hotel. Als mich dann einer der beiden Männer aber einen ‚Feind
Allahs‘ nannte, war mir klar, dass es vielleicht mit meinem neuen Roman
zu tun haben könnte.“ Ganz unglaubwürdig. Dieses Klientel liest nicht so was.
Romane nehmen die nicht zur Kenntnis. Ernsthaft.
Schon gar keine neuen Bücher von Frauen. Sie hat bislang einen Namen als
Krimi-Autorin, nicht als Islamisten-Bekämpferin. Das impliziert doch,
sie sei OPTISCH erkannt worden in Leipzig, das sowieso keine so große
Szene hat.
11. „Trotz schwerster Übelkeit, Fieber und Erbrechen“ Und hier kann ich
sagen: FIEBER bekommt man von einem Magentritt nicht. Das ist
medizinisch völliger Mumpitz. Nach Tagen auch keine Übelkeit und
Erbrechen mehr. Das kriegt man sofort – oder gar nicht. Da hat sie dem Journalisten einen Bären aufgebunden.

Sorry.

12. Eine Strafanzeige nach etlichen Tagen ist wohlfeil.

Es gibt also etliche Fragwürdigkeiten bei der Geschichte.

Ich möchte ihr nichts unterstellen. Aber Fragen stellen sollte man da schon, meine ich. Es wäre nicht das erste mal, dass zur Promotion eines Buches etwas Buntes für die Öffentlichkeit erzählt wurde. Das gibt es immer wieder. Leider. Und Journalisten, die nicht so genau hinschauen, wie es fachüblich ist.

In der gegenwärtigen Lage wäre so etwas jedoch völlig verantwortungslos. Ich hoffe mal, ich irre mich, auch wenn die Geschichte für mich unglaubwürdig klingt.

Frauenkampftag?

Am 8. März ist Frauentag und er wird seit Begehung immer hierzulande von Aktionen div. Akteure begleitet. ver.di ist wie andere Gewerkschaften da ebenso vertreten wie Parteien und andere Gruppierungen.

Eine dieser Gruppierungen – ich kannte sie bislang nicht – stach auf fb ins Auge: „Frauenkampftag“ stand da, es existiert eine eigene facebook-Seite und man macht dort Demos etc. publik.

https://www.facebook.com/8MaerzFrauenkampftag?fref=nf

Aktuell wird dort ein Vorfall gemeldet, der als „Angriff von Nazis auf die Frauenkampftagdemo“ bezeichnet wird. Darunter ein Video mit „Spuck auf rechts“.

Natürlich bin ich bekanntermaßen keine Freundin von Faschos (leger ausgedrückt) jeglicher Art. Ich nutzte jedoch diesen Eintrag, um auf die Islamisten, die Frauen definitiv mindere Rechte zuordnen, hinzuweisen und dass man sich auch da auch mal kümmern könnte. Und ja, schlimm, ich habe die Parole „Spuck auf rechts“ auch als infantil und primitiv bezeichnet. Spucken ist – egal auf wen – keine Auseinandersetzungsform unter Erwachsenen, die ich akzeptabel finde. Auch auf Menschen, deren Meinung man klar nicht teilt, sollte man nicht spucken. Es ist unwürdig. Vielleicht sehe ich das auch so, weil ich schon zu oft bespuckt oder vor mir ausgespuckt wurde. Wenn man das von real existierenden Fanatikern jeglichen Alters schon erlebt hat, wird man da empfindlicher.

In der Presse stellt sich das so dar:

http://www.nordbayern.de/region/nuernberg/neonazi-angriff-auf-demo-fur-frauenrechte-in-nurnberg-1.4237900?rssPage=bm9yZGJheWVybi5kZQ==

Das ist natürlich völlig inakzeptabel und völlig unverständlich obendrein. Warum die 10 Neonazi-Aggressoren auf eine Demo dieser Ausrichtung losgingen, erschließt sich mir politisch nicht im Mindesten. Da spielten wohl einfache Reflexe a´la: „Links? Und druff!“ eine Rolle. Glücklicherweise war die Polizei da, um die Störer in die Schranken zu weisen, und wichtiger noch, niemandem ist etwas passiert. Gekämpft hat glücklicherweise niemand, obwohl die Polizei Pfefferspray einsetzen und einige der aggressiven (und vermummten!) Burschen vorübergehend aus dem Verkehr ziehen musste.

Warum man allerdings meinen Hinweis löschte, erschließt sich mir ebenso wenig, obwohl ich da noch zweimal nachfragte. Jeweils gelöscht. Da ist man wohl nicht in der Lage, real existierende Frauenverachter auch in diesem politischen Spektrum auszumachen.

In gewisser Weise ist das (bis auf den Vorfall!) symptomatisch: Wer nach Sicht der Linken als Mitglied einer Gruppe Opfer gesellschaftlich-struktureller Abwertung ist, kann nicht gleichzeitig oder ausschließlich Täter eben solcher struktureller Menschenverachtung sein. Das ist natürlich bizarr. Eine Abwertung von Frauen nicht weniger schlimm, wenn sie unter dem Deckmantel religiöser Pflichten oder kultureller Traditionen daherkommt. Wer sich da die rosa Brille aufsetzt, lässt diese Frauen allein.

Die Linke muss noch einen weiten Weg der Erkenntnis (und Selbsterkenntnis!) gehen, bis gruppenbezogene Menschenverachtung in jeder Form wahrgenommen wird und da die Handelnden wirklich gleich gesehen und gewichtet werden.