Marburg: Eine Stadt liebt die Muslimbrüder II

Fortsetzung zu

https://vunv1863.wordpress.com/2016/11/25/marburg-eine-stadt-liebt-die-muslimbrueder/

Die 500 geladenen Gäste der Marburger Stadtgesellschaft feiern heute also mit einem Verein, der der Muslimbruderschaft nahe steht. Die Mehrzahl der Gäste wird davon nichts ahnen, denn z.B. der lokale Runde Tisch Religionen erwähnt die Problemzonen des Vereins mit keiner Silbe. Nur warme Worte:

http://www.runder-tisch-marburg.org/index.php?option=com_content&view=article&id=6&Itemid=7

Nicht jeder, der eine Einladung bekommt, wird einmal googeln. Immerhin kommen ja der bekannte Ulrich Kienzle und der Herr Oberbürgermeister, da schaut man dann eher nicht mehr nach. Die wenigsten werden sich also informieren, denn es gibt durchaus auch Presseberichte zu der Einrichtung.

Auf der Feier wird dann vor 300 Gästen die Wahrheit arg strapaziert. So behauptet El Zayat gegenüber der Oberhessischen Presse, man habe von der Organisation, von der der ursprünglich geladene Imam Taha Amer stamme, nicht gewußt, dass sie vom Verfassungsschutz beobachtet werde. Der Mann ist Akademiker. Amer sei schon häufiger dort gewesen, was man ihm allerdings unbesehen glauben kann. Ganz bunt wird es bei der Rede des Oberbürgermeisters Thomas Spies, der dem Verfassungsschutz „Spekulationen, Verdächtigungen und Verschwörungstheorien“ unterstellt.

http://www.op-marburg.de/Lokales/Marburg/Muslime-wollen-ungetruebt-feiern

Gilt das dann auch für rechte Extremisten, die nett zum Herrn Oberbürgermeister sind oder eine Kirchenlobby haben? Wohl kaum. Spies scheint darauf zu bauen, dass er die Gemeinde in Marburg hat und Wiesbaden fern ist. Für einen Sozialdemokraten eine falsche und nahezu unerträgliche Wahl nachdem er aufgeklärt wurde. Er hat sich persönlich für die Verleugnung entschieden und sich an die Seite der muslimbrudernahen Einrichtung gestellt. Man muss einmal festhalten, dass Spies Marburg zur Zone erklärt hat, in der die Beobachtung durch den Verfassungsschutz keine Bedeutung hat. Zumindest dann, wenn es um Islamisten geht, mit denen man schon Schnittchen aß.

Dass der Verein seit Jahren schon so eng eingebunden ist trotz der problematischen Grundausrichtung, ist auch dem früheren Oberbürgermeister zu verdanken, der den Runden Tisch der Religionen Marburg mit ins Leben rief:

http://www.giessener-anzeiger.de/lokales/kreis-giessen/landkreis/moschee-als-bollwerk-gegen-radikalisierung-in-marburg-soll-2016-fertig-sein_16247194.htm

Warum Egon Vaupel, ebenfalls Genosse, auch so schlecht informiert war oder schlicht die Ideologie der Muslimbrüder und ihre Herangehensweise an Politiker nicht kennt, ist gleichfalls rätselhaft. Auch er ist jetzt durch den HR mindestens informiert, denn er hält in drei Tagen gleich die nächste besinnliche Feierstunde unter Beteiligung der IG ab:

http://universitaetskirche.de/2016/11/10-jahre-runder-tisch-der-religionen-marburg/

Andere Akteure der Marburger Stadtgesellschaft mögen da weniger kenntnisarm sein und mehr Übersicht haben, wie der Verein einzuordnen sei. Sie wissen, was sie tun und deshalb muss man es ihnen auch voll zurechnen.

Das neue Zentrum der Islamischen Gemeinde Marburgs wird eine Menge Geld kosten. Um die Bausumme aufzubringen, hat man einen Förderverein ins Leben gerufen. Vorsitzender des Fördervereins ist Prof. Dr. Albrecht Fuess.

http://www.foerderverein-moschee-marburg.de/

Fuess ist Islamwissenschaftler und hat einige Zeit im Nahen Osten, auch in Ägypten verbracht:

https://www.uni-marburg.de/cnms/islamwissenschaft/team/fuess/index_html/view

Fuess sollte also eigentlich wissen, dass die Muslimbrüder nicht die Heilsarmee sind. Fragt man ihn öffentlich zu der Gruppierung, so im Allgemeinen, versucht er, deren Problematik herunterzuspielen. Er bietet die „Antwort“ auf die gestellte Frage so kleinteilig an, dass der Unkundige auch unkundig bleibt. Als Fazit einer solchen Frage bleibt hängen, dass er diese Gruppierung nicht als eine problematische einordnen mag. Im Kontext seines Engagements in dem Förderverein dieser vom Verfassungsschutz benannten Einrichtung ergibt sich so jedoch durchaus ein Bild.

Er sollte ebenfalls wissen, wie das Landesamt für Verfassungsschutz die Marburger Einrichtung sieht. Das scheint ihm aber egal zu sein. Fuess ist Lehrstuhlinhaber an der Universität Marburg:

https://www.uni-marburg.de/cnms/islamwissenschaft/team/fuess/index_html/view

wilson-ken-exterior-of-the-replica-trojan-horse-troy-anatolia-turkey-minor

 

Man trete einmal einen Schritt zurück: Prof. Fuess wirbt in dieser Funktion als Vorstandvorsitzender des Fördervereins also Gelder ein, damit eine der Muslimbruderschaft nahestehende Vereinigung, die im Verfassungsschutz-bericht erwähnt wird, auch ja genug Gelder für ein neues schönes Gebäude, ein Zentrum, zusammentragen kann. Man muss sich fragen, worauf diese innige Zugewandtheit von einem, der die politische Dimension einschätzen kann, basiert. Immerhin stellt er sich ja mit Namen und Reputation in diesen Kontext. Immerhin nimmt er billigend in Kauf, dass auch durch sein Zutun der Plan gelingt, noch mehr junge Menschen an diese Gruppierung zu bringen. In allen anderen Zusammenhängen, bei allen anderen Extremismusformen wäre es undenkbar, sich derart stark zu machen für eine extremistische Gruppierung, auch wenn sie legalistisch agiert. Das wäre bei Scientology oder Rechtsextremen kaum vorstellbar. Das funktioniert nur, weil es in der Stadtgesellschaft anscheinend die Absprache gibt, dass „man“ nicht darüber spricht, sondern einfach die eingefahrenen Gleise weiter nutzt und alles, was dagegen verlautbart wird, als „Spekulationen, Verdächtigungen und Verschwörungstheorien“ abtut.

Und natürlich funktioniert das nur so lange es nicht genügend Marburger empörend finden, dass man sich für diese Richtung des politische Islams einsetzt und damit säkulare Muslime oder auch die anderer Richtungen, die nicht vom Verfassungsschutz beobachtet werden, vor den Kopf stößt. Integrativ ist das nebenbei auch nicht: Es signalisiert nur, dass man alles, aber auch wirklich alles hinzunehmen bereit ist um des schönen Scheines Willen. Warum sollte man sich verfassungstreu aufstellen und an sich arbeiten, wenn es die muslimbrudernahen Einrichtungen so einfach gemacht bekommen? Wenn man sie von Seiten der Stadt, der Honoratioren, des Projekts „Mosaiksteine“, des Runden Tischs nahezu hofiert? Diese Art falsch verstandener Toleranz und Integrationspolitik sagt wenig über die Muslimbrüder aus; sie sagt jedoch sehr viel über die Marburger Stadtgesellschaft aus, in der Beliebigkeit für Toleranz ausgegeben wird. Die Stadt liebt also nicht einmal die Muslimbrüder, denn dazu müsste die Stadtgesellschaft wirklich wissen, was sie tut. Sondern sie liebt nur ihr Selbstbild, das so immunisiert ist gegen die Wahrnehmung realer Zustände und Fakten, dass man den Anfängen nicht wehren muss. Diese Liebe ist losgelöst vom Objekt. Man schaut einfach in die andere Richtung. Was ist der Himmel über Marburg heute wieder schön blau.

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