Lied von Frankfurter Rapper Sadiq auf dem Index

Der Frankfurter Rapper Sadiq Zadran hatte im April eine üble Tirade – nun ja – vertont und mit Bildern versehen, die die Ereignisse um das französische Satire-Magazin „Charlie Hebdo“ zum Thema hatte:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/04/08/spielen-mit-der-ak-47/

Zur Erinnerung noch einmal ein Text-Auszug (Volltext etc. im link oben):

Illegal im Benz, in FFM
[…]
durchlöcher die Bullen am Pariser Tor
Scharfe Kanonen, der Wagen wird schneller man akhi Carbon
Ich fahre mit BIlal
der Taliban hämmert auf Köpfe der rapper
sie machen auf Hart doch dann kommt AKpella

Ch Ch Ch Ch Charlie Hebdo “

Das Video war seinerzeit zu Recht angemahnt und gemeldet worden. Dem Anschein nach ist die Bundesprüfstelle nun zu einem Ergebnis gekommen. Die Veröffentlichung im Bundesanzeiger fehlt zwar noch, aber wegen der Kenntnis der Meldung und dem nun gemeldeten Ergebnis ist das wahrscheinlich zutreffend.

Der Rapper beklagt sich aktuell darüber, dass es in Deutschland dafür keine „Künstlerfreiheit“ gäbe:

Sadiq Index Ankündigung 160612

Screenshot fb-Seite von Sadiq

 

Damit Kunst die Freiheit des Grundgesetzes in Anspruch nehmen kann, muss es Kunst sein, die nicht gegen den Jugendschutz verstößt. Das wurde häufig festgestellt.

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art_5.html

Art. 5 Abs. 3 GG gewährleistet keinen Anspruch des Grundrechtsträgers darauf, dass ein zur Beeinträchtigung der Entwicklung von Kindern und Jugendlichen geeignetes Kunstwerk Kindern und Jugendlichen jederzeit frei – also ohne Einwilligung der Erziehungsberechtigten – zugänglich ist, weil gerade im Fall der Kollision zwischen Kunstfreiheit und Jugendschutz dem Verfassungsgebot des Jugendschutzes Rechnung zu tragen ist.

http://www.it-recht-kanzlei.de/kunst-jugendschutz.html

Das wäre vielleicht auch den erheblichen Anzahlen an Followern, die Sadiq hat, zu vermitteln, die ebenso wie ihr Vorbild zu erheblichen Anteilen nicht im Mindesten verstehen, wie ein Rechtsstaat funktioniert. Diese Art der aggressiven Auseinandersetzung und Gegenhaltung wird – bei gleichzeitiger eigener Larmoyanz – nur noch selten von den Protagonisten hinterfragt. Man findet es völlig normal, so zu sprechen; umgekehrt würde das – zu Recht – angemahnt. Da ist sehr wenig Selbstreflexion auch abseits der mangelnden Kenntnisse.

Kunst, die durch die Art und Weise ihrer Machart geeignet ist, Kinder und Jugendliche zu gefährden, muss überprüft werden. Auch verfassungsfeindliche Inhalte sind nicht immer durch Kunst-, Meinungs-, und Religionsfreiheit gedeckt. Gleichfalls sind andere Normen noch zu berücksichtigen, z.B. die §§ 130 oder 166 StGB. Ganz so einfach, wie der Herr Zadran sich das vorstellt, ist das nicht. Er kann nicht auf jeden beliebigen aggressiven, volksverhetzenden und beleidigenden Schmäh das Etikett „Kunst“ draufkleben und kommt damit durch. Und entgegen der Meinung seiner Anhänger ist das nicht ein Zeichen hierfür:

Sadiq Index braune 160612

a.a.O.

Sondern das ist ein Beleg dafür, dass sich alle an die gleichen Gesetze halten müssen. Das könnte man mal realisieren. Das wäre ein Anfang.

Das war eine also eine rechtlich statthafte und notwendige Entscheidung. Die Follower aber trösten:

Sadiq neue lied 160612

a.a.O.

Das allerdings steht zu befürchten.

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