Darmstadt: Weniger Extremismus wagen!

Die Sache mit der Wahrheit

Das Darmstädter Bilal-Zentrum war bereits mehrfach hier auf dem blog Thema, z.B. hier:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/04/22/darmstadt-gruppenbild-mit-ciftci/

Der Verein steht unter Beobachtung des hessischen Landesamtes für Verfassungsschutz:

Nach außen gibt sich der Bilal-Verein offen, tolerant und dialogbereit. Doch Bilal ist einer von etwa 15 Vereinen unter dem Dach des Deutsch-Islamischen Vereinsverband Rhein-Main, die vom Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) als extremistisch eingestuft werden. […] Auch der Stadt Darmstadt liegen bereits seit 2013 Erkenntnisse über eine ideologische Nähe des Bilal-Vereins zu „radikal-religiösem Gedankengut“ vor, heißt es. Oberbürgermeister Jochen Partsch (Grüne) zeige sich distanziert.

http://hessenschau.de/gesellschaft/staedte-auf-distanz-zu-islamistischen-vereinen-,distanz-zum-div-gesucht-100.html

Der im Beitrag oben genannte Dachverband B.I.S., in dem sich neben dem Bilal Verein der Islamische Studentenverein an der TU Darmstadt und das Iman Bildungs- und Freizeitzentrum muslimischer Frauen zusammengeschlossen hatten, hat vor einiger Zeit bekannt gegeben, sich aufzulösen:

https://vunv1863.wordpress.com/2017/02/18/darmstadt-alles-auf-null/

Das Bilal-Zentrum bzw. dessen Verantwortliche könnten nun den Weg gehen, die extremistischen Strukturen im Verein anzugehen und sich dafür evtl. auch einmal – Dialog! – beim hessischen Landesamt für Verfassungsschutz beraten lassen. Da die Verantwortlichen offenkundig überfordert scheinen, zu erfassen, was man an ihrem Verein problematisch findet, sollte man dort nachfragen, wo die Bedenken am nachhaltigsten und geduldigsten dargelegt werden können und vielleicht auch der eine oder andere Beleg gezeigt werden kann.

Der Bilal-Verein scheint jedoch aktuell einen anderen Weg zu gehen.
Nicht in Wiesbaden scheint man nachzufragen, sondern lieber Verschwörungstheorien für das Publikum zu ersinnen. Nun könnte man das an sich vernachlässigen, die Seite des Vereins lesen nur wenige Follower. Wegen des exemplarischen Charakters, Fehler meistens nur bei anderen zu suchen, sich NICHT an die Zuständigen zu wenden, sondern lieber öffentlich die „Boten“ anzugehen und ansonsten das wohl ganz unschuldige Lamm zu geben, soll das hier trotzdem einmal betrachtet und einem größeren Publikum vorgeführt werden.

Die gestrigen Einlassungen dieses Vereins:

Offen scheint man aber weniger zum Verfassungsschutz hin.
Zum Zeitpunkt der Berichterstattung stand der Verein schon unter Beobachtung.
Da hätte keine „Satire“ geholfen sondern ein Gespräch in Wiesbaden (allenfalls und vielleicht).

 

Nour Energy e.V. wurde nicht in eine „extremistische Ecke gedrängt“. Wenn man sich die von Nour Energy e.V. selbst gewählten Bezüge anschaut, dann hat man Nähe zu muslimbrudernahen Einrichtungen, Personen und Strukturen zum Beispiel in einem Werbevideo gezeigt. Das tat man freiwillig und normale Umweltschutzvereine machen das in der Regel eher nicht. Ganz einfach.

Das „u.a.“ lässt der Bilal-Verein aus. Das war die langfristige und nachweisliche Kooperation des Iman-Vereins mit dem wohl unter Beobachtung stehenden Verein „Darmstädter Muslime e.V.“ und die Verbringung von Frauen gemeinsam mit den „Schwestern“ von den „Darmstädter Muslimen“ zu einem speziellen Wochenende in einer bundesweit bekannten und immer wieder in verfassungsschutzberichten erwähnten Muslimbrudereinrichtung (der auch – Wunder, Wunder – ausgerechnet Nour Energy zu ihrem Solardach verholfen hat; die Welt ist klein). Insofern, ja, richtig, aber eher nur zusätzlich problematisch.

 

Man kritisiert, dass öffentlich benannt wird, dass man unter Beobachtung steht?
Man will nichts ändern, ist sich auch anscheinend keiner Schuld bewußt, aber vor allem soll niemand drüber reden dürfen? Bitte mal in der freien Gesellschaft ankommen. Unter Beobachtung stehen ist nicht falsch parken. Die Öffentlichkeit hat ein Recht darauf zu erfahren, dass etwas problematisch ist, wenn Belege für extremistische Einbindungen vorliegen. Zutreffende Aussagen dürfen berichtet werden. Der Gipfel der Unverfrorenheit ist, durch die Anmerkung in der Klammer auch noch in Frage zu stellen, dass man unter Beobachtung stehe. Das war also über ein halbes Jahr lang nicht WICHTIG genug, in Wiesbaden mal nachzufragen? Der Leser soll hier eindeutig hinters Licht geführt werden. Verfassungsschutz? Kriminell? „Unschuldvermutung“ ist ein Begriff aus dem Strafrecht. Man sollte das nicht ständig vermischen. Es sind doch Akademiker im Vorstand. Das hat nichts miteinander zu tun. Es wäre doch gut, sich zu informieren.

 

 

Da der Bilal-Verein anstatt sich beim Landesamt für Verfassungsschutz zu erkundigen oder an seinen Strukturen zu arbeiten, anscheinend lieber in öffentlichem Selbstmitleid übt, nicht ohne Verschwörungstheorien und auch das eine oder andere mal schlicht die Unwahrheit zu bekunden, erscheint dieser Verein wenig geeignet als Partner für irgendeine Kooperation.

Wer nach einem halben Jahr der öffentlichen Wahrnehmung seiner problematischen Einbindungen es angeblich noch immer nicht geschafft hat, wenigstens die Art und die Qualität der Vorhalte nachzufragen, steht im Verdacht, diese entweder genau zu kennen oder die Leser massiv hinters Licht führen zu wollen. Vertrauen erweckt das auf jeden Fall nicht und für alle Fälle, da ich ahne, dass vielleicht nicht die Seite des Landesamtes für Verfassungsschutz gefunden wird, aber sicher meine Seite, hier noch mal die Telefonnummer:

(0)611 – 720 0

Da wird einem geholfen.

 

Nachtrag:

Da ich es gerade sah, Flüchtlingsarbeit durch Personen, die Vereinen angehören, die unter Verfassungsschutzbeobachtung stehen, ist sicher nicht unproblematisch. Auf diese Art der Einbindung von Flüchtlingen kann die Stadt Darmstadt sicher verzichten:

In mehreren Helferkreisen in und um Darmstadt sind wir aktiv und betreuen die Flüchtlinge fortlaufend in den Unterkünften und Heimen.

http://bilalzentrum.de/soziales/fluechtlingsarbeit/

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