Darmstadt: Eine Information zum Iman Bildungs- und Freizeitzentrums e.V.

Iman Frauenzentrum betroffen von VPN-Suspendierung

Wie nun auch durch Medien aufgegriffen wurde, wurden zwei Mitarbeiter des Präventionsanbieters „Violence Prevention Network e.V.“ (VPN) vom hessischen Innenministerium zum 21.02.2017 von der Ausübung ihrer Tätigkeit suspendiert:

http://hessenschau.de/gesellschaft/mitarbeiter-von-beratungsstelle-gegen-radikalisierung-suspendiert,verfassungsschutz-beratungsmitarbeiter-extremismus-100.html

Die Einlassungen des verantwortlichen Geschäftsführers Thomas Mücke im Betrag sind allerdings leider nicht geeignet darzustellen, dass VPN bislang ein ausreichendes Problembewußtsein entwickelt hat:

Und natürlich bedeutet der eventuelle Kontakt zu Personen mit demokratiedistanzierten Einstellungen nicht, dass es irgendeine ideologische Affinität zu diesen Personen gibt“, erklärt VPN-Geschäftsführer Thomas Mücke.

Die Kontakte sind nicht „eventuell“, sondern nachweislich, über längere Zeit und von problematischer Natur. Es wäre gut und ein Anfang, das einfach einzugestehen (so etwas kann in dem Kontext passieren; entscheidend ist, wie man damit umgeht). VPN ist an sich ein guter Träger im Bereich Rechtsextremismus; bei Islamismus fehlt bislang (wie bei allen anderen auch) der Nachweis. Aber Verantwortung übernehmen zählt doch sicher zu den Zielen guter Sozialarbeit. Ebenfalls nachweislich ist die ideologische Affinität. Wer mindestens 9 Monate lang eifrig die Seiten teilt, die Personen als große Vorbilder sieht oder gar als „geliebte Gelehrte“ bezeichnet, bei dem ist sicher eine ideologische Affinität hinreichend erkennbar. Da herumzudeuteln und der Öffentlichkeit alternative Sprachbilder unterzuschieben, schädigt die Reputation wesentlich mehr als das Problem an sich. Wenn Herr Mücke darin keine „ideologische Affinität“ erkennt, so gibt es keine. Bei der jungen Frau gar ging die „ideologische Affinität“ so weit, dass der von ihr geleitete Verein Kooperationen mit einem Verein mit salafistischen Bezügen einging (monatelang nachweisbar, s.u.) und man gemeinsame Frauenwochenenden in dem einschlägig bekannten „Haus des Islam“ organisierte*:

Imanzentrum Darmstädter Muslime 160414

Iman DaMu 15 160421

 

Leider geht jedoch aus dem Bericht nicht hervor, dass im einen Fall die Vorsitzende des Darmstädter Iman Bildungs- und Freizeitzentrums e.V. im Fokus steht. Da dieser Verein in der Stadtgesellschaft bislang über gute Einbindungen verfügt, muss dies leider auch noch einmal explizit deutlich gemacht werden.

Bei diesem Verein hat der gesamte Vorstand mitgemacht bei der fraglichen Betätigung bzw. hat diese gebilligt und mitgetragen

https://www.facebook.com/Imanzentrum/?fref=ts

Vor einigen Tagen hat nun dem Bekunden auf den zugehörigen Seiten nach der bisherige Vorstand seine Ämter zur Verfügung gestellt (etwas vor Ablauf des Wahljahres). Eine neue Jahreshauptversammlung hat bereits stattgefunden. Nunmehr soll sich der aktuelle Vorstand nach eigener Angabe so darstellen:

 

Dass nur mehr Vornamen genannt sind, kann nicht als Zeichen einer Besserung gesehen werden. Die Namen der nunmehr in Verantwortung stehenden Damen sind jedoch ins Vereinsregister einzutragen und man muss daher abwarten, ob sich da wirklich etwas getan hat und wenn ja, was. Nicht, dass jetzt die Kooperationsschwestern der „Darmstädter Muslime“ dort aktiv sind oder man gar das Ganze nur vorgegeben hat. Diese Art des Hütchenspiels mit Namen ist von anderen Strukturen leider bekannt und daher nach diesen Vorerfahrungen mit dem Verein nicht ganz undenkbar. Insofern ist das einer genaueren Prüfung zu unterziehen.

Bis auf weiteres sollte der Verein daher durchaus Gegenstand einer erhöhten Aufmerksamkeit sein. Kooperationen von Geldgebern sollten auch überdacht werden, bis sich das hinlänglich geklärt hat (der Verein war vor Jahren unproblematisch; ein begrüßenswertes Projekt bis der jetzt offiziell ausgeschiedene Vorstand in Funktion kam).

Diese Umstände sind länger bekannt und hier auch schon öffentlich (seit etwa einem Jahr) gemacht worden, s.u. Leider findet sich bislang kein Hinweis auf diese problematischen Einbindungen bei:

– der Stadt Darmstadt (Integrationsbüro, Frauenbüro z.B.)

– dem Hessischen Kompetenzzentrum gegen Extremismus

Kritisch anzumerken ist auch, dass man noch vor drei Wochen die betreffende Mitarbeiterin als VPN-Expertin auftreten ließ:

http://www.ruesselsheimer-echo.de/lokales/ruesselsheim/Experten-sprechen-ueber-die-religioese-Radikalisierung-von-Jugendlichen;art57641,2446288

Die Information Darmstädter Bürger, die mit Jugendlichen zu tun haben, ist sinnvoll.

Das erscheint deshalb notwendig, weil dort nichtsahnende Frauen und v.a. Mädchen hingehen und dort in problematische Zusammenhänge geraten könnten. Da darf man nicht darauf warten, bis das Mädchen in den Brunnen gefallen ist.

Ein erheblicher Teil auch der Radikalisierung ist dem Umstand geschuldet, dass eben nicht aktiv und konkret auf problematische Strukturen und Einrichtungen hingewiesen wird. Wenn die Fachleute keine Wege finden, die indifferenten Eltern konkret zu warnen, wenn Lehrer nicht konkret hingewiesen werden, verliert man Zeit. Werden Eltern oder Lehrer aufmerksam, ist die Abgrenzung oftmals bereits in einem späteren Stadium. Das ist eine Zaghaftigkeit, wie sie bei Sekten nie da war und in Anbetracht der Gewichts der Einrichtungen allgemein (s. GTAZ-Ausarbeitung Dezember 2016) hinsichtlich der Vergrößerung des Problems ganz unangebracht erscheint.

Deswegen ein paar klare Worte:

Liebe Eltern, überlegen Sie, ob Sie Ihr Euer Kind dorthin senden. Zur Zeit kann man nicht davon ausgehen, dass die Probleme schon behoben sind. Wenn sich ein wirklicher und nachhaltiger Wechsel darstellt, kann man sein Mädchen dort auch wieder unbesorgt hingehen lassen. Aber meiner Einschätzung nach erst dann.

Liebe Lehrer, bitte achten Sie auch darauf, wohin Schülerinnen gehen.

Vorbeugen ist einfacher und besser, als dann gegen geschulte Argumentationsmuster anzureden. Verlieren Sie nie den Kontakt zum Kind, zum Schüler, seien Sie nicht überbesorgt, aber achtsam. Es gibt viele wunderbare Angebote für Jugendliche, die unproblematisch sind.

 

 

* Hier bereits dargestellt:

https://vunv1863.wordpress.com/2016/04/22/darmstadt-gruppenbild-mit-ciftci/

https://vunv1863.wordpress.com/2016/08/29/darmstaedter-schwestern/

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